Album der Woche: Quiet Storm von Space Afrika

Auf Quiet Storm macht das Manchester/Berliner Duo Space Afrika aus Fragmenten ein vielstimmiges Ganzes. Ambient, Dub, Trip-Hop, klassische Musik, Spoken Word und Field Recordings treffen aufeinander, während Stimmen, Streicher und Alltagsgeräusche immer wieder aus der klanglichen Oberfläche auftauchen und darin verschwinden. von Mirco Kaempf

Album der Woche: Space Afrika - Quiet Storm

Das vierte Album des Duos Space Afrika verbindet Ambient, Dub und Triphop mit Elementen der Klassik.

Joshua Tarelle Reid und Joshua Inyang drehen den Blick nach innen. Wo ihr Album Honest Labour noch von Beton, Industrie und der Architektur Manchesters geprägt war, geht es auf Quiet Storm um Identität, Klasse, Blackness und Diaspora. Die beiden beschreiben das Album selbst als Auseinandersetzung mit den eigenen Vorstellungen von «class and diaspora» und als Feier von Black artistry.

Auch geografisch ist das Album von Distanz geprägt: Reid lebt mittlerweile in Berlin, Inyang weiterhin in Manchester. Die Zusammenarbeit findet statt, ohne dass beide physisch am gleichen Ort sind. Gleichzeitig erweitern sie Space Afrika bewusst zum Ensemble: Axelle Fanyo, RXKNephew, Klein, Kelly Moran, Tony Njoku, Kiala Ogawa und weitere Musiker:innen bringen ihre eigenen Stimmen und musikalischen Sprachen ein.

So wird Quiet Storm zu einer Studie über Verbindung: zwischen Manchester und Berlin, Rap und klassischer Musik, individueller Erinnerung und kollektivem Erleben. Die einzelnen Teile werden dabei nicht zu einem homogenen Ganzen geglättet. Sie bleiben fragmentiert – und finden gerade darin zusammen.