Oki Doki Gaming Club
Willkommen im Lesekreis für Videogames!
Monatlich schnappen wir uns ein Game oder Thema und besprechen dies nach Form & Inhalt.
Egal ob FPS, JRPG’s, AAA’s, Indies, neue oder alte IPs. Ästhetik, Sound, Narrativ, Gameplay. Wir interessieren uns für die existenziellen und banalen Fragen. Wie erfüllend sind Sidequests? Wer war dein erster Videogame crush? Und was bitte bedeutet Freiheit in einer simulierten Welt?
Videospiele sind heute ein riesiger Industriezweig. Sind Teil unserer Kultur. Äussern sich Mainstream oder radikal. Da sind die Nutzer:innen eigentlich nur noch NPC’s. Oder doch nicht?
OG Characters des Oki Doki Gaming Club sind : Lucien Montandon, Anna Dippert, Ufuk Tan, Lena Frei, Mirco Kämpf und Noemie Keller.
Oki Doki Gaming Club - It’s a book club for videogames!
[ganz ohne Microtransactions oder procedurally generated content]
Album der Woche: Lost Weekend von Phoebe Bridgers
Sad-Girl-Indie-Pop ist längst kein Geheimtipp mehr. Phoebe Bridgers hat selbst massgeblich dazu beigetragen, dass der einst alternative Sound im Mainstream angekommen ist. Mit Lost Weekend, ihrem ersten Soloalbum seit sechs Jahren, nimmt sie nun genau dieses vertraute Vokabular und bricht es mit elektronischen Texturen, Vocoder und Ambient-Sounds auf. von Mirco Kaempf
Auf den ersten Blick klingt Lost Weekend nach klassischer Phoebe-Bridgers-Melancholie: Akustikgitarren, nüchterner Gesang und intime Pointen. Doch unter der Oberfläche wird es zunehmend eigenwillig. Vocoder, elektronische Ambient-Texturen, Feedback und Drones brechen die Songs immer wieder auf und geben dem Ungesagten Raum.
Auch inhaltlich bleibt wenig eindeutig. Das Album ist ihrem Vater gewidmet, der 2023 starb und zu dem Bridgers ein schwieriges Verhältnis hatte. Trauer trifft auf Gleichgültigkeit, Humor auf Verzweiflung, Nähe auf Isolation. Die scheinbare Intimität der Songs ist dabei keineswegs so spontan, wie sie klingt: Rund 40 Musiker:innen und ein etwa 15-köpfiges Produktionsteam waren an Lost Weekend beteiligt.
Phoebe Bridgers erfindet sich auf ihrem dritten Soloalbum also nicht neu. Sondern sie nimmt einen Sound, den sie selbst mitgeprägt hat und der längst im Mainstream angekommen ist, und macht ihn wieder etwas sperriger, fragmentierter und ungemütlicher