Schwarzer Hintergrund mit blaugrünen Mustern. Der Schriftzug "Films for Future Festival" ist darauf zu sehen.

Filme für die Zukunft

Über 100 Filme, Podiumsdiskussionen und Workshops: Das Films for Future Festival in Zürich beschäftigt sich vom 1. bis zum 30. November mit den grossen Fragen unserer Zeit. Dabei geht es nicht nur darum, auf gesellschaftliche Probleme aufmerksam zu machen, sondern auch darum, gemeinsam nach Lösungen zu suchen. von Noemie Keller

Films For Future

Beitrag zum Films For Future Festival in Zürich.

«Bei anderen Festivals geht es darum, wer ist auf dem grünen Teppich. Bei uns geht es darum, die Leute anzustecken», sagt Edwin Moser, Mitgründer und Geschäftsführer des Films for Future Festivals. Mit Filmen und Diskussionen möchte das Festival Menschen für gesellschaftliche Zukunftsfragen begeistern und den Austausch fördern.

An über zehn Veranstaltungsorten werden während eines Monats mehr als 100 Filme gezeigt. Das Programm beschäftigt sich mit Themen wie Klimawandel, Biodiversität, Krieg, Demokratie, künstlicher Intelligenz und gesellschaftlichen Entwicklungen. Getragen wird das Festival zu einem grossen Teil von Freiwilligen, die sich unter anderem in der Moderation, der Technik und der Organisation engagieren.

Vom Umweltfilmabend zum grossen Festival

Seinen Ursprung hat Films for Future vor rund 14 Jahren. Damals veranstalteten die Gründer:innen Filmabende, um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen. Denn obwohl die Klimakrise natürlich schon damals ein grosses Problem darstellte, wurde laut Edwin Moser noch viel zu wenig darüber diskutiert.

Die Herausforderung: Menschen nach einer langen Arbeitswoche für ernste Themen ins Kino zu bringen. Aus den Filmabenden entwickelte sich deshalb ein kleines Umweltfestival, das zunächst vor allem in der Roten Fabrik in Zürich stattfand. Mit den Jahren kamen neue Veranstaltungsorte und weitere Themen hinzu.

Heute geht es den Organisator weniger darum, die Menschen überhaupt erst von der Existenz der Klimakrise zu überzeugen. Vielmehr soll das Festival mögliche Lösungsansätze aufzeigen und einen Austausch ermöglichen.

«Es gibt Lösungen und darum geht es. Beschäftigt euch mit den Themen und diskutiert mit uns», sagt Moser. Dabei gehe es nicht darum, fertige Antworten vorzugeben, sondern gemeinsam über die Herausforderungen der Zukunft nachzudenken.

Sehen, verstehen, tun

Das Konzept des Festivals lautet «Sehen. Verstehen. Tun.». Entsprechend endet ein Filmabend nicht mit dem Abspann. Im Anschluss an die Vorführungen finden moderierte Podiumsgespräche statt, bei denen Filmschaffende und Expert:innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik mit dem Publikum diskutieren.

Die Zuschauenden sollen so neue Perspektiven kennenlernen, Fragen stellen und Denkanstösse mitnehmen. Im besten Fall werden die Diskussionen anschliessend auch ausserhalb des Kinosaals weitergeführt.

Das Filmprogramm bietet dabei unterschiedliche Zugänge zu den behandelten Themen. Die bildgewaltige Naturdokumentation «Ocean» mit David Attenborough zeigt beispielsweise die Schönheit der Meere und die Bedrohungen, denen sie ausgesetzt sind. Andere Filme widmen sich politischen Konflikten und humanitären Krisen, wie über die prekäre Lage im Sudan mit «Sudan, Remember Us» oder «The Voice of Hind Rajab» über den Krieg im Gazastreifen, oder beschäftigen sich mit den Folgen technologischer Entwicklungen, wie «The AI Race».

Auch abseits der Filmvorführungen gibt es ein vielfältiges Rahmenprogramm. Dazu gehören Workshops, Ausstellungen, Lesungen und gemeinsame Vogelbeobachtungen. Ein besonderes Kinoerlebnis bietet zudem «Swim & Film»: Bei einer Vorführung zum Thema Wasserknappheit können die Besucher den Film direkt aus einem Swimmingpool verfolgen.

Auch Menschen ausserhalb der eigenen Bubble erreichen

Das Festival hat den Anspruch, nicht nur jene Menschen anzusprechen, die sich ohnehin schon mit Nachhaltigkeit oder gesellschaftlichen Fragen beschäftigen, sondern auch die, die es noch nicht tun.

«Wir wollen natürlich auch Leute mit dabei haben, die sich vielleicht für die Themen noch gar nicht so interessieren», erklärt Edwin Moser. Denn die behandelten Fragen würden letztlich alle betreffen, unabhängig von politischen Überzeugungen oder persönlichen Interessen.

Um neue Menschen für das Festival zu gewinnen, gibt es dieses Jahr beispielsweise ein Bring-a-Friend-Angebot: Wer einen Festivalpass kauft, kann eine weitere Person kostenlos zu einer Vorführung mitnehmen. 

Das Films for Future Festival läuft noch bis zum 30. November an verschiedenen Veranstaltungsorten in Zürich, darunter die Rote Fabrik, das Kino Toni, die Paulus Akademie und das blue Cinema Corso.

Weitere Informationen und das vollständige Programm: www.films-for-future.org