Neues von L'Rain, Zeal & Ardor, Team Work & Hennessy Cypher 2026

Die Radio X Musikredaktion stellt dir wöchentlich ihre schönsten Neuentdeckungen genauer vor. Die Rubrik “Früsch” gibt es live jeden Donnerstag um 14 Uhr und in der Wiederholung am Sonntag um 16 Uhr. von Mirco Kaempf

Diese Woche erscheint das vierte Album der Musikerin, Komponistin und Kunstkuratorin Taja Cheek, besser bekannt als L’Rain aus Brooklyn. «Fata Morgana» heisst das Album, einzelne Singles daraus haben wir bereits gehört. Darunter der für L’Rain ungewöhnlich schwere und stark komprimierte Track «Soulless Cycle» und der etwas schwebendere Song «Borderline». Die letzte Vorabsingle vor der Veröffentlichung heisst «Elmyra» und ist einerseits Pop, aber sehr zärtlich dekoriert und texturiert. Ätherisch wäre ein weiteres passendes Adjektiv. Die Lyrics hingegen sind ziemlich reibend: L’Rain zeigt Zähne, reisst eine Muskelfaser, versucht, sich einem Wirbelsturm entgegenzustellen. «Elmyra» erzählt von Reibungen zwischen Innerlichkeit und Äusserlichkeit.

Und Neues aus Basel – oder eher: neu Aufgelegtes. Zeal & Ardor, die Überflieger-Band aus Basel, die vor rund zehn Jahren quasi aus dem Nichts auftauchte und mit «Devil Is Fine» einen riesigen Erfolg feierte, legen ihr Debütalbum neu gemastert auf. Darauf: Gospel trifft auf Black Metal. Zusätzlich gibt es fünf Bonustracks, die zuvor nur als Demos herumgeisterten. Gleichzeitig wechseln Zeal & Ardor vom Label Radicalis zu AISAmusic. Ihr hört den Track «Bellator Halli Rha», eine semilatinische Phrase aus dem Buch Salomon, über deren mögliche Bedeutung Reddit-User bereits vor vier Jahren diskutierten. Eine Formel für satanistische Rituale, as ever: Zeal & Ardor.

Der Beat Poet Allen Ginsberg hat einmal gesagt, es komme nicht darauf an, ob man richtig oder falsch liege, solange man ehrlich sei. Gerade in kollaborativen Projekten ist Ehrlichkeit wichtig. Das weiss auch das Duo Team Work aus Berlin, ein DIY-Projekt der Musiker Lise Sutter von der Band Maraudeur und Ronni What von Marances. Mit «Somebody’s Gotta Do It» liegt ihre Lo-Fi-Debüt-LP vor. Auch hier geht es nicht unbedingt um richtige oder falsche Töne, sondern um den Ausdruck einer musikalischen Haltung und Ästhetik. Ihr hört den Opening-Track «I Burnt My Tongue with F-icience This Morning» von Team Work.

Seit 2011 veranstaltet die Marke Hennessy in Nigeria jährlich Cyphers, bei denen verschiedene Stimmen aus unterschiedlichen Szenen des afrikanischen Hip-Hop-Kosmos vors Mikrofon gebracht werden. Neben PR sind die Cyphers auch ein spannender Showcase und eine Momentaufnahme der jeweiligen Szene. Dieses Jahr wurde der Boden vom nigerianischen Producer Sarz gelegt, die Beiträge kommen von sechs verschiedenen Performances.

Ihr hört Lines von Kweku Arthur aus Ghana, Fena Gitu aus Kenia, Tenor aus Kamerun, Suspect 95 von der Elfenbeinküste, Yanga Chief aus Südafrika sowie der britisch-nigerianischen Rapperin ENNY. Alle bringen einen etwas anderen Vibe mit – im Hennessy Cypher 2026, produziert von Sarz.