Woche gegen Rassismus 2020
Aktivitäten in Basel vom 16.-22. März 2020
Radio X organisiert in Basel-Stadt die Woche gegen Rassismus. Damit wollen wir ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung setzen.
Aufgrund der "ausserordentlichen Lage" und den Verordnungen des Bundes (Stand: 16.3.2020) können die öffentlichen Veranstaltungen nicht wie geplant durchgeführt werden. Das Programm auf dem Sender findet statt, das Programm findet ihr hier.
Die Woche
Radio X setzt in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Organisationen und Beteiligten ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung. Ziel ist es, die lokale Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren und gemeinsam in einen Dialog zu treten.
Album der Woche: LUX von ROSALÍA
In den zwei Jahren seit ihrem letzten Album «Motomami» hat sich Rosalia neu orientiert und sich von Reggaeton, Party und schnellen Motorrädern gelöst, um sich ein Jahr lang mit dem Studium der Weltreligionen und ihren weiblichen Heiligenfiguren zu beschäftigen. So ist mit dem neuen Album LUX ein maximalistisches Pop-Album mit grossem Sound entstanden, das sich inhaltlich wie auch klanglich an der Vergangenheit inspiriert. von Dion Monti
2025.11.17 Rosalia LUX - ADW Podcast.mp3
Das neue Album Lux von Rosalia via Sony
Mit ihrem vierten Album geht die spanische Sängerin Rosalía ganz ihrer Neugier nach. In den zwei Jahren seit ihrem letzten Album "Motomami" hat sich Rosalia neu orientiert: Sie löste sich von Reggaeton, Party und schnellen Motorbikes, um sich ein Jahr lang mit dem Studieren der Weltreligionen und ihren weiblichen Heiligenfiguren zu beschäftigen.
Durch die Geschichten dieser Figuren behandelt sie Themen wie Hingabe, der Liebe zu Gott, spiritueller Freiheit, der Beziehung zum Materiellen und dem Auflösen des Selbst in der Welt.
Ein konzeptuelles Werk mit zeitlosen Inspirationen
So entstand ein sehr konzeptuelles Album mit dem Titel "LUX", das auf mehreren Ebenen von der Vergangenheit, aber auch von vielen zeitlosen mystischen Gedanken inspiriert ist. Oft hat Rosalia Verse in den Sprachen der Herkunft der Heiligen in die Songs eingebaut. In der ersten Single des Albums "Berghain" singt Rosalia beispielsweise auf Deutsch mit einem Text, der von der Geschichte der deutschen Heiligen Hildegard von Bingen inspiriert ist.
Auch in der Instrumentation orientiert sich "LUX" historisch. Das gesamte Album wurde mit akustischen Instrumenten aufgenommen und dies teilweise mit Hilfe des London Symphony Orchestra. In der Produktionstechnik war es Teil des Konzepts, komplett auf Loops zu verzichten. Jeder Moment und jede Wiederholung wurde gespielt oder gesungen. Während "Motomami" ästhetischen Minimalismus zelebrierte, geht es in "LUX" um das Gegenteil.
Ebenfalls im Song "Berghain" singt Rosalia auch im Opern-Stil – eine eindrückliche Technik, die vor Jahrhunderten kreiert wurde, um ohne elektronische Verstärkung das nötige Volumen zu erreichen, um in grossen Konzerthallen mit der Lautstärke eines Orchesters mithalten zu können. Heute wie damals ist bei dieser Technik leider fast kein Wort zu verstehen – und das bringt mich auch zum Thema Inhalt.
Prozess
In einem einstündigen Interview mit Zane Lowe erzählt Rosalia sehr detailliert über den kreativen Prozess und den inhaltlichen Fokus von "LUX". Sie erwähnt, dass sie sich in den letzten paar Jahren stark verändert hat und dass sie, wenn sie nicht Musikerin wäre, wahrscheinlich Theologie studieren würde. Diese Aussage, zusammen mit den Themen der Heiligen und den Referenzen zu sakraler Musik und Kunst, zeigt ein Interesse für Spiritualität und eine mögliche Suche nach Antworten in Zeiten der Veränderung.
Das Sammeln von Geschichten spiritueller Menschen aus verschiedenen Kulturen sieht Rosalia als Zeichen von Liebe für diese Geschichten. Es ist ihre Art, mit Neugier und Bildung dem "Anderen" oder wie sie sagt "Otherness" näherzukommen und dem gegenwärtigen Zeitgeist der Trennung und Spaltung entgegenzuwirken.
Und das ist auch der Punkt, wo für mich "LUX" kurz kommt. Ich zweifle kein bisschen an der Authentizität von Rosalias Interesse, und sicher sind Bildung und Interesse eine Grundlage gegen Polarisierung. Wenn aber gesellschaftliche Trennung oder Polarisierung angesprochen wird und in zehn Sprachen – von Arabisch über Japanisch bis Hebräisch – Diversität zelebriert und Weltbelesenheit dargestellt wird, könnte dann nicht wenigstens gefragt werden, warum es diese Divisionen überhaupt gibt?
Es stellt sich auch die Frage, inwiefern die Faszination für Religion und historische Figuren nicht auch eine Flucht vor gegenwärtigen Themen und ein Vermeiden von Verantwortung sein könnte. Fuer mich fühlt sich das Album ambitioniert, suchend und ein bisschen verloren an – oder als ob das Suchende und Verlorene durch maximalistische Ästhetik überspielt wird. Anstatt selbst nach innen zu blicken, zelebriert Rosalia lieber Frauen, die das vor 1000 Jahren gemacht haben, fragt sich aber nicht, WARUM diese das damals getan haben.
Die Grundeigenschaft von Spiritualität und Religion – das Behandeln wichtiger Fragen – wird in "LUX" von einer Art Faszination für radikale religiöse Menschen in den Schatten gestellt.
"LUX" ist ein eindrückliches und dichtes Album, zu dem es noch viel mehr zu erwähnen gäbe. Die Verwandlung, die Rosalia durchmacht, ist faszinierend. Sie sucht ständig Neues und trotzdem bringt sie immer ihre musikalische Vergangenheit mit. Es ist toll zu hören, wie sie mit allen Ressourcen aus dem Vollen schöpft und mit fast akademischer Hingabe sich ihrer Neugier widmet. Aber "LUX" bleibt trotz allen Referenzen zu Seriösem und Historischem ein Pop-Album, das den grossen Themen elegant und mit Stil ausweicht.
Programm
Montag, 16. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: Internetcafé Planet 13
20.00 Uhr
- +++abgesagt+++ Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass und texten mit dringlicher Zärtlichkeit gegen Hetze und performen mit "Hate Speech" gegen "Hate Speech". Das Line-Up: Alex Hadjistamov, Lea Butscher, Mary Milanovic, Susan Reznik, Jeremy Chavez, Julie Roth u.a. Das WORTSTELLWERK organisiert den Anlass im Literaturhaus Basel (Barfüssergasse 3, 4051 Basel). Eintritt frei.
- Ausstrahlung der Texte auf Radio X am Donnerstag 19. März, 18 Uhr und Samstag 21. März, 13 Uhr (Wdh.)
Dienstag, 17. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: Verein Mitstimme
Mittwoch, 18. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: GRA Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus
Donnerstag, 19. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: Projekt Netzwerk Antirassismus
18.00 Uhr
- Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass. Ausstrahlung derTexte.
Freitag, 20. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: Awareness Basel
14.00 Uhr
- +++abgesagt+++ Eine Tour durch die Altstadt: Spannendes und Unerwartetes über Basels Verflechtungen mit Afrika in Vergangenheit und Gegenwart. Führung auf Deutsch. Besammlung: vis-à-vis Restaurant Atlantis (Klosterberg 13). Eintritt frei.
19.30 Uhr
- +++abgesagt+++ Theatertraining und Improvisation zu: Die Begegnung mit «dem Fremden». Was ist mir fremd? Was passiert bei Vorurteilen? Offenes Training mit dem Theater Niemandsland im UNION (Klybeckstrasse 95, 4057 Basel), 1. Stock. Mitnehmen: Gemütliche Kleider. Eintritt frei.
Samstag, 21. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X : BaobabBooks «el reloj / die Uhr» von Nacha Vollenweider
13.00 Uhr
- Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass. Ausstrahlung derTexte.
14.00 Uhr
- +++abgesagt+++ Join us for a tour of the inner city and learn more about the entangled history of Basel and Africa. Meeting point: vis-à-vis Restaurant Atlantis (Klosterberg 13). The tour will take place in English and is free of charge.
16.00 Uhr
- Sendung zur beruflichen und sozialen Integration mit Personen aus Eritrea und Somalia auf Radio X, von Vitamin B/Radioschule klipp+klang
19.30 Uhr
- +++abgesagt+++ Talk zu hate speech/Hass im Netz: Am Internationalen Tag gegen Rassismus diskutieren Jolanda Spiess-Hegglin, Feministin, Netzaktivistin, Gründerin und Geschäftsführerin von #NetzCourage und Nora Refaeil, Vizepräsidentin der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus, Anwältin und Mediatorin sowie Martin R. Dean, Schriftsteller und Essayist. Begrüssung: Michael Wilke, Leiter Fachstelle Diversität und Integration des Präsidialdepartements Basel-Stadt. Moderation: Bernard Senn, Redaktor. In der Kaserne Basel, Rossstall 2. Eintritt frei. Ausstrahlung auf Radio X am Sonntag 22. März 10 Uhr, Donnerstag, 26. März 18 Uhr, Samstag, 28. März 13 Uhr.
22.00 Uhr, doors: 21 Uhr
- +++abgesagt+++ Konzert der Gaddafi Gals aus Berlin und Wien, die sich musikalisch zwischen Cloud-Rap und Avant-Garde-Pop bewegen. In ihren englischen Lyrics verbinden Gaddafi Gals gesellschaftliche Themen mit einer Prise Humor und Coolness. Ihre Musik ist Kunst und Politik in einem. Nicht politisch zu sein, sei in Zeiten von AfD und Trump gefährlich, so Gaddafi Gals. Eintritt 15 CHF, in der Kaserne Basel, Rossstall 1.
Sonntag, 22. März
10.00 Uhr
- Ausstrahlung der Diskussion vom 21. März: Talk zu "hate speech/Hass im Netz" mit Jolanda Spiess-Hegglin, Nora Refaeil, Martin R. Dean, Bernard Senn
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: Kantonspolizei Basel-Stadt
16.15 Uhr
- +++abgesagt+++ "Du heiratest einen von uns!" Wie erkennen wir rassistische Diskriminierung bei der Partnerwahl und wie gehen wir damit um? Speed Dating und partizipative Diskussion mit jungen Erwachsenen diverser Religionstraditionen, Fachpersonen und Vertreter*innen weiterer Interessengruppen. Die Veranstaltung wird im Rahmen von "Dialogue en Route" IRAS COTIS mit der Fachstelle Zwangsheirat organisiert. In der KLARA (Clarastrasse 13, 4058 Basel). Eintritt frei.
Samstag, 28. März
16.00 Uhr
- Sendung «(k)ein Rassismusproblem?»: Das Stadtrand-Team von Radio X mit dem anderen Blick auf Rassismus. Sonntag, 29. März um 10 Uhr (Wdh.)
Kontakt
rebecca.haeusel@radiox.ch
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Die Woche gegen Rassismus wird unterstützt durch: