Woche gegen Rassismus 2020

 
Aktivitäten in Basel vom 16.-22. März 2020

Radio X organisiert in Basel-Stadt die Woche gegen Rassismus. Damit wollen wir ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung setzen.

Aufgrund der "ausserordentlichen Lage" und den Verordnungen des Bundes (Stand: 16.3.2020) können die öffentlichen Veranstaltungen nicht wie geplant durchgeführt werden. Das Programm auf dem Sender findet statt, das Programm findet ihr hier

Die Woche

Radio X setzt in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Organisationen und Beteiligten ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung. Ziel ist es, die lokale Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren und gemeinsam in einen Dialog zu treten. 

Ein Foto von Ana Paula.

Das Tötungsdelikt an ✝Ana Paula wird wieder aufgegriffen

Vor 16 Jahren wurde Ana Paula erdrosselt und nackt an einem Waldweg im Allschwiler Wald gefunden. Bis heute konnte der Fall nicht geklärt werden. Daher wurden die Ermittlungen nie ganz eingestellt. Jetzt gibt es im Fall Ana Paula neue Erkenntnisse, auch dank der Digitalisierung. Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft informierte die Medien heute morgen über den aktuellen Stand und die Öffentlichkeitsfahndung. von Tim Meyer

22.11.07 Mordfall Ana Paula

Zum Tötungsdelikt an Ana Paula, aus dem Jahr 2006, gibt es neue Erkenntnisse.

Ana Paula wurde in Brasilien geboren und heiratete 1996 einen Schweizer. Ihr Wohnsitz war in Basel. Als die Beziehung auseinanderging, erkrankte sie psychisch schwer. Sie fiel durch die soziale Netz und landete auf der Strasse. Danach wurde sie kokainabhängig und arbeitete als Sexarbeiterin auf dem Basler Strassenstrich. 

Das Polizeipräsidium München hat zum Tötungsdelikt eine Operative Fallanalyse erstellt. Das bedeutet kriminalistisches Werkzeug, welches das Fallverständnis auf der Grundlage objektiver Daten und Informationen zum Opfer erarbeitet.

Folgende neue Erkenntnisse können daraus geschöpft werden:

  • Ana Paula war aufgrund ihres Umfeldes ein Hochrisikoopfer mit fehlender Sozialkontrolle, kein Warnsystem vorhanden.
  • Es handelt sich um keine Spontantat, der Täter hat sich im Vorfeld mit dem Delikt auseinandergesetzt. Dies würde aus folgenden Punkten herausgehen: vorbereitetes Tatmittel, Spurenbewusstsein (Entnahme der Kleider), zielgerichtete Tötung und Auswahl des Leichenablageortes. 
  • Es ist ein Tötungsdelikt mit sexueller Komponente.
Die Oberwilerstrasse in Allschwil aus dem jahr 2006, wo die Leiche gefunden wurde.
An dieser Stelle, an der Oberwilerstrasse in Allschwil, wurde am 2. September 2006 die Leiche von Ana Paula gefunden. ©Polizei BL

Ebenso wurde aus der Operativen Fallanalyse ein mögliches Täterprofil erstellt:

  • Der Täter ist ein Mann, zum Tatzeitpunkt zwischen 25 und 35 Jahre alt, heute ungefähr 40 bis 50 Jahre alt.
  • Der Täter hat Ortskenntnisse. Er kennt den Allschwiler Wald und das Milieu im Kleinbasel.
  • Er dürfte am Strassenstrich in Basel bekannt gewesen sein und die Szene dort gekannt haben.
  • Möglich ist, dass der Täter schon in Konflikte mit Sexarbeiterinnen verwickelt war.
  • Der Täter dürfte isch regelmässig im Milieu aufgehalten haben. Nach dem Mord dürfe er das Milieu für eine gewisse Zeit gemieden, möglicherweise später aber wieder dort aufgetaucht sein, und sich nach der Tat erkundigt haben.
  • Der Täter dürfte ein Doppelleben führen. Er dürfte, abgesehen vom Aufenthalt im Milieu, ein geregeltes und unauffäliges Leben führen. Möglich ist, dass er damals in einer Beziehung gewesen ist. 
  • Der Täter dürfte sich durch einen ausgeprägten Mangel an Empathie auszeichnen und über psychopathische Persönlichkeitszüge verfügen.
  • Die geografische Lage von Basel lässt zu, dass der Täter nicht nur aus der Schweiz, sondern auch aus dem angrenzenden Elsass oder dem süddeutschen Raum stammen könnte.
Der Wohnblock an der Haltingerstrasse 4 aus dem Jahr 2006, wo Ana Paula ihren letzte Tage verbrachte.
An der Haltingerstrasse 4 verbrachte Ana Paula ihre letzten Tage. Zuletzt gesichtet wurde sie am Morgen vom 2. September um ca. 06:00 Uhr, zwei Stunden bevor ihre Leiche gefunden wurde. ©Polizei BL

Bei der Öffentlichkeitsfahndung bittet die basellandschaftliche Polizei und Staatsanwaltschaft die Bevölkerung um Hilfe mit folgenden Fragen:

  • Wer hat Beobachtungen gemacht, die mit der Tat in Zusammenhang stehen könnten?
  • Wer kann Angaben zu einer Person machen, die dem Täterprofil entspricht?
  • Ist jemand ein Vorfall bekannt, bei dem ein Opfer auf ähnliche Weise angegangen worden ist?
  • Wer kann Angaben zu Ana Paula und ihren Kontakten im Milieu machen?
  • Wer weiss von einem Mann, der Kontakt zu Sexarbeiterinnen gesucht hatte, im September 2006 aber plötzlich verschwunden war, allenfalls später wieder auftauchte und sich dann vielleicht nach dem Tötungsdelikt erkundete?

Für Hinweise, die zum Ergreifen des Täters führen, ist eine Belohnung von bis zu 20'000 Franken ausgesetzt.

Am Mittwoch wird um 20:15 Uhr auf ZDF und um 23:10 auf ZDFneo die Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" ausgestrahlt. Ein Filmbeitrag, zum Tötungsdelikt an Ana Paula.

Programm

Montag, 16. März

11.30/16.30 Uhr

20.00 Uhr

  • +++abgesagt+++ Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass und texten mit dringlicher Zärtlichkeit gegen Hetze und performen mit "Hate Speech" gegen "Hate Speech". Das Line-Up: Alex Hadjistamov, Lea Butscher, Mary Milanovic, Susan Reznik, Jeremy Chavez, Julie Roth u.a. Das WORTSTELLWERK organisiert den Anlass im Literaturhaus Basel (Barfüssergasse 3, 4051 Basel). Eintritt frei.
  • Ausstrahlung der Texte auf Radio X am Donnerstag 19. März, 18 Uhr und Samstag 21. März, 13 Uhr (Wdh.)

 

Dienstag, 17. März

11.30/16.30 Uhr

 

Mittwoch, 18. März

11.30/16.30 Uhr

 

Donnerstag, 19. März

11.30/16.30 Uhr

18.00 Uhr

  • Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass. Ausstrahlung derTexte.

 

Freitag, 20. März

11.30/16.30 Uhr

14.00 Uhr

  • +++abgesagt+++ Eine Tour durch die Altstadt: Spannendes und Unerwartetes über Basels Verflechtungen mit Afrika in Vergangenheit und Gegenwart. Führung auf Deutsch. Besammlung: vis-à-vis Restaurant Atlantis (Klosterberg 13). Eintritt frei.

19.30 Uhr

  • +++abgesagt+++ Theatertraining und Improvisation zu: Die Begegnung mit «dem Fremden». Was ist mir fremd? Was passiert bei Vorurteilen? Offenes Training mit dem Theater Niemandsland im UNION (Klybeckstrasse 95, 4057 Basel), 1. Stock. Mitnehmen: Gemütliche Kleider. Eintritt frei.

 

Samstag, 21. März

11.30/16.30 Uhr

  • Beitrag auf Radio X : BaobabBooks «el reloj / die Uhr» von Nacha Vollenweider

13.00 Uhr

  • Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass. Ausstrahlung derTexte.

14.00 Uhr

  • +++abgesagt+++ Join us for a tour of the inner city and learn more about the entangled history of Basel and Africa. Meeting point: vis-à-vis Restaurant Atlantis (Klosterberg 13). The tour will take place in English and is free of charge.

16.00 Uhr

19.30 Uhr

  • +++abgesagt+++ Talk zu hate speech/Hass im Netz: Am Internationalen Tag gegen Rassismus diskutieren Jolanda Spiess-Hegglin, Feministin, Netzaktivistin, Gründerin und Geschäftsführerin von #NetzCourage und Nora Refaeil, Vizepräsidentin der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus, Anwältin und Mediatorin sowie Martin R. Dean, Schriftsteller und Essayist. Begrüssung: Michael Wilke, Leiter Fachstelle Diversität und Integration des Präsidialdepartements Basel-Stadt. Moderation: Bernard Senn, Redaktor. In der Kaserne Basel, Rossstall 2. Eintritt frei. Ausstrahlung auf Radio X am Sonntag 22. März 10 Uhr, Donnerstag, 26. März 18 Uhr, Samstag, 28. März 13 Uhr.

22.00 Uhr, doors: 21 Uhr

  • +++abgesagt+++ Konzert der Gaddafi Gals aus Berlin und Wien, die sich musikalisch zwischen Cloud-Rap und Avant-Garde-Pop bewegen. In ihren englischen Lyrics verbinden Gaddafi Gals gesellschaftliche Themen mit einer Prise Humor und Coolness. Ihre Musik ist Kunst und Politik in einem. Nicht politisch zu sein, sei in Zeiten von AfD und Trump gefährlich, so Gaddafi Gals. Eintritt 15 CHF, in der Kaserne Basel, Rossstall 1.

 

Sonntag, 22. März

10.00 Uhr

  • Ausstrahlung der Diskussion vom 21. März: Talk zu "hate speech/Hass im Netz" mit Jolanda Spiess-Hegglin, Nora Refaeil, Martin R. Dean, Bernard Senn

11.30/16.30 Uhr

16.15 Uhr

  • +++abgesagt+++ "Du heiratest einen von uns!" Wie erkennen wir rassistische Diskriminierung bei der Partnerwahl und wie gehen wir damit um? Speed Dating und partizipative Diskussion mit jungen Erwachsenen diverser Religionstraditionen, Fachpersonen und Vertreter*innen weiterer Interessengruppen. Die Veranstaltung wird im Rahmen von "Dialogue en Route" IRAS COTIS mit der Fachstelle Zwangsheirat organisiert. In der KLARA (Clarastrasse 13, 4058 Basel). Eintritt frei.

 

Samstag, 28. März

16.00 Uhr

  • Sendung «(k)ein Rassismusproblem?»: Das Stadtrand-Team von Radio X mit dem anderen Blick auf Rassismus. Sonntag, 29. März um 10 Uhr (Wdh.)

 

 

Kontakt

rebecca.haeusel@radiox.ch

Social Media

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Die Woche gegen Rassismus wird unterstützt durch: