Woche gegen Rassismus 2020
Aktivitäten in Basel vom 16.-22. März 2020
Radio X organisiert in Basel-Stadt die Woche gegen Rassismus. Damit wollen wir ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung setzen.
Aufgrund der "ausserordentlichen Lage" und den Verordnungen des Bundes (Stand: 16.3.2020) können die öffentlichen Veranstaltungen nicht wie geplant durchgeführt werden. Das Programm auf dem Sender findet statt, das Programm findet ihr hier.
Die Woche
Radio X setzt in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Organisationen und Beteiligten ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung. Ziel ist es, die lokale Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren und gemeinsam in einen Dialog zu treten.
R.I.P. Asbest (2016-2026)
Asbest steht für giftige Musik. Zehn Jahre lang machte das Basler Noise-Rock Trio Lärm für eine kaputte Welt. Nun setzen sie einen Schlusspunkt: Am Samstag 30.5. spielt die Band ihr letztes Konzert in der Kaserne Basel. Wir blicken zurück auf die Bandgeschichte, zusammen mit Sängerin & Gitarristin Robyn Breitinger. von Mirco Kaempf
26.05.29 RIP Asbest 2016-2026
Diesen Samstag spielen Basler Noiserockband Asbest ihr letztes Konzert. Wir reden mit Sängerin, Texterin und Gitarristin der Band, Robyn Breitinger.
Als Post-Punk- und Noise-Trio aus der DIY- und Underground-Szene haben Asbest Musik geschaffen, die gleichzeitig emotional aufwühlt und gesellschaftliche Fragen stellt. Besonders die Texte von Robyn Breitinger verhandeln Themen wie Ausgrenzung, Identität, Wut, Angst und Widerstand. Viele Songs lassen sich als verdichtete Reflexionen über das Leben in einer hyperkapitalistischen und normierten Gesellschaft lesen – aus einer Perspektive, die in der Schweizer Musiklandschaft noch immer selten zu hören ist. Gleichzeitig funktionieren Asbest aber auch ganz unmittelbar: laut, roh und körperlich.
Nach rund zehn Jahren Bandgeschichte endet dieses Kapitel nun. Für das Abschiedskonzert haben Asbest mit Coilguns aus der Westschweiz eine Band eingeladen, die ähnlich kompromisslos unterwegs ist. Vor dem letzten Auftritt war Robyn Breitinger bei Radio X zu Gast. Im Gespräch blickt sie auf die Geschichte von Asbest zurück, was auch eine Familiengeschichte ist, und spricht über gesellschaftliche Entwicklungen, persönliche Veränderungen und darüber, warum es manchmal besser ist, einen Schlussstrich zu ziehen, bevor sich etwas zu wiederholen beginnt.
In zehn Jahren Asbest hat sich viel verändert. Wie blickst du auf die Themen der Band zurück?
Robyn: Viele Themen sind heute sogar aktueller. Anfangs ging es stark um persönliche Erfahrungen mit Ausgrenzung und gesellschaftlichen Mechanismen. Später wurden die Texte allgemeiner und philosophischer. Gleichzeitig sehen wir heute wieder stärkere konservative bis faschistoide Tendenzen. Die Fragen, die uns beschäftigt haben, sind nicht verschwunden.
Viele jüngere Aktivist:innen setzen heute eher auf Zärtlichkeit als auf Wut. Wie siehst du das?
Robyn: Für mich widerspricht sich das nicht. Gegen Ungerechtigkeit muss man sich laut wehren. Die Wut in Asbest war nie gegen Zärtlichkeit gerichtet, sondern eher ein Hilfeschrei: Warum gehen wir nicht zärtlicher miteinander um?
Was braucht es, um eine Band wie Asbest zu gründen?
Robyn: Eine gewisse «Fuck-it»-Attitüde. Nicht darauf achten, wie etwas klingen sollte, sondern herausfinden, was einem selbst entspricht. Haltung ist wichtig. Man sollte Musik machen, weil man es will, nicht weil man glaubt, dass anderen gefallen könnte.
Auf welchen Song bist du besonders stolz?
Robyn: «Interstates» von der ersten EP. Der Song ist sehr simpel und macht genau das, was er soll. Er entstand aus Überlegungen zu Transidentität und dem Gefühl, zwischen den Stühlen zu stehen, lässt aber bewusst verschiedene Interpretationen zu.
Was wünschst du dir für die Basler Musikszene?
Robyn: Mehr Mut und mehr Weirdness. Weniger Vorsicht, weniger Orientierung an Erwartungen. Erfolg lässt sich nicht planen. Oft entstehen die spannendsten Sachen, wenn Menschen einfach ihr eigenes Ding machen.
Und für dich selber?
Robyn: Ich beschäftige mich gerade mit Synthesizern, Sounddesign und Tape-Loops. Wohin das führt, weiss ich noch nicht. Ich habe Lust auf Musik, muss aber zuerst dieses Kapitel abschliessen und eine neue musikalische Sprache finden.
Was sollen die Leute ans Abschiedskonzert mitbringen?
Robyn: Neugier und Offenheit – auch für etwas rauere Klänge. Wir spielen eine Art Best-of aus zehn Jahren Asbest. Und ich hoffe, dass viele Menschen kommen, um diesen Abschluss mit uns zu feiern. Es ist schön, wenn eine Band die Möglichkeit hat, ihr Ende bewusst zu zelebrieren.
Zum Schluss: Gibt es ein richtiges Leben im Falschen?
Robyn: Wahrscheinlich nicht. Aber wir sind alle ungefragt in diese Existenz hineingeworfen worden, und deshalb verstehe ich nicht, warum wir uns das Leben zusätzlich schwer machen sollten. Für mich geht es darum, das Falsche überhaupt zu erkennen und herauszufinden, wie man ihm etwas entgegensetzen kann. Natürlich sind wir alle Teil bestehender Systeme und können uns ihnen nicht vollständig entziehen. Die wichtigere Frage ist für mich, wie wir die Möglichkeiten, die wir als Gesellschaft geschaffen haben, für das Gemeinwohl nutzen können – statt nur für individuelle oder wirtschaftliche Interessen.
Programm
Montag, 16. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: Internetcafé Planet 13
20.00 Uhr
- +++abgesagt+++ Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass und texten mit dringlicher Zärtlichkeit gegen Hetze und performen mit "Hate Speech" gegen "Hate Speech". Das Line-Up: Alex Hadjistamov, Lea Butscher, Mary Milanovic, Susan Reznik, Jeremy Chavez, Julie Roth u.a. Das WORTSTELLWERK organisiert den Anlass im Literaturhaus Basel (Barfüssergasse 3, 4051 Basel). Eintritt frei.
- Ausstrahlung der Texte auf Radio X am Donnerstag 19. März, 18 Uhr und Samstag 21. März, 13 Uhr (Wdh.)
Dienstag, 17. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: Verein Mitstimme
Mittwoch, 18. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: GRA Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus
Donnerstag, 19. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: Projekt Netzwerk Antirassismus
18.00 Uhr
- Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass. Ausstrahlung derTexte.
Freitag, 20. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: Awareness Basel
14.00 Uhr
- +++abgesagt+++ Eine Tour durch die Altstadt: Spannendes und Unerwartetes über Basels Verflechtungen mit Afrika in Vergangenheit und Gegenwart. Führung auf Deutsch. Besammlung: vis-à-vis Restaurant Atlantis (Klosterberg 13). Eintritt frei.
19.30 Uhr
- +++abgesagt+++ Theatertraining und Improvisation zu: Die Begegnung mit «dem Fremden». Was ist mir fremd? Was passiert bei Vorurteilen? Offenes Training mit dem Theater Niemandsland im UNION (Klybeckstrasse 95, 4057 Basel), 1. Stock. Mitnehmen: Gemütliche Kleider. Eintritt frei.
Samstag, 21. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X : BaobabBooks «el reloj / die Uhr» von Nacha Vollenweider
13.00 Uhr
- Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass. Ausstrahlung derTexte.
14.00 Uhr
- +++abgesagt+++ Join us for a tour of the inner city and learn more about the entangled history of Basel and Africa. Meeting point: vis-à-vis Restaurant Atlantis (Klosterberg 13). The tour will take place in English and is free of charge.
16.00 Uhr
- Sendung zur beruflichen und sozialen Integration mit Personen aus Eritrea und Somalia auf Radio X, von Vitamin B/Radioschule klipp+klang
19.30 Uhr
- +++abgesagt+++ Talk zu hate speech/Hass im Netz: Am Internationalen Tag gegen Rassismus diskutieren Jolanda Spiess-Hegglin, Feministin, Netzaktivistin, Gründerin und Geschäftsführerin von #NetzCourage und Nora Refaeil, Vizepräsidentin der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus, Anwältin und Mediatorin sowie Martin R. Dean, Schriftsteller und Essayist. Begrüssung: Michael Wilke, Leiter Fachstelle Diversität und Integration des Präsidialdepartements Basel-Stadt. Moderation: Bernard Senn, Redaktor. In der Kaserne Basel, Rossstall 2. Eintritt frei. Ausstrahlung auf Radio X am Sonntag 22. März 10 Uhr, Donnerstag, 26. März 18 Uhr, Samstag, 28. März 13 Uhr.
22.00 Uhr, doors: 21 Uhr
- +++abgesagt+++ Konzert der Gaddafi Gals aus Berlin und Wien, die sich musikalisch zwischen Cloud-Rap und Avant-Garde-Pop bewegen. In ihren englischen Lyrics verbinden Gaddafi Gals gesellschaftliche Themen mit einer Prise Humor und Coolness. Ihre Musik ist Kunst und Politik in einem. Nicht politisch zu sein, sei in Zeiten von AfD und Trump gefährlich, so Gaddafi Gals. Eintritt 15 CHF, in der Kaserne Basel, Rossstall 1.
Sonntag, 22. März
10.00 Uhr
- Ausstrahlung der Diskussion vom 21. März: Talk zu "hate speech/Hass im Netz" mit Jolanda Spiess-Hegglin, Nora Refaeil, Martin R. Dean, Bernard Senn
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: Kantonspolizei Basel-Stadt
16.15 Uhr
- +++abgesagt+++ "Du heiratest einen von uns!" Wie erkennen wir rassistische Diskriminierung bei der Partnerwahl und wie gehen wir damit um? Speed Dating und partizipative Diskussion mit jungen Erwachsenen diverser Religionstraditionen, Fachpersonen und Vertreter*innen weiterer Interessengruppen. Die Veranstaltung wird im Rahmen von "Dialogue en Route" IRAS COTIS mit der Fachstelle Zwangsheirat organisiert. In der KLARA (Clarastrasse 13, 4058 Basel). Eintritt frei.
Samstag, 28. März
16.00 Uhr
- Sendung «(k)ein Rassismusproblem?»: Das Stadtrand-Team von Radio X mit dem anderen Blick auf Rassismus. Sonntag, 29. März um 10 Uhr (Wdh.)
Kontakt
rebecca.haeusel@radiox.ch
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Die Woche gegen Rassismus wird unterstützt durch: