Woche gegen Rassismus 2020

 
Aktivitäten in Basel vom 16.-22. März 2020

Radio X organisiert in Basel-Stadt die Woche gegen Rassismus. Damit wollen wir ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung setzen.

Aufgrund der "ausserordentlichen Lage" und den Verordnungen des Bundes (Stand: 16.3.2020) können die öffentlichen Veranstaltungen nicht wie geplant durchgeführt werden. Das Programm auf dem Sender findet statt, das Programm findet ihr hier

Die Woche

Radio X setzt in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Organisationen und Beteiligten ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung. Ziel ist es, die lokale Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren und gemeinsam in einen Dialog zu treten. 

Das Cover vom Buch »Die offene Tür - Texte von Jugendlichen« zeigt eine Hand, die ein offenes Buch in der Hand hält, welches aussieht wie eine Türe. Aus der Türe fliegen Drachen und in dieser Tür (oder dem Buch) sind Berge, Wälder und Wesen von anderen Welten zu sehen.

Gesellschaftskritisch, tiefsinnig, fantasievoll

Nachwuchsautor:innen aus der Region haben beim 27. Schreibwettbewerb der Basler Eule kreative, lustige und kritische Texte verfasst zum Thema  Die offene Tür. Im Buch schreiben die Jugendlichen, was sie bewegt, welche Gedanken sie vertreten und wie sie die Welt sehen.  von Tim Meyer

22.07.15 Basler Eule

Der 27. Schreibwettbewerb vom Verein Basler Eule hat das Thema "Die offene Tür".

Über 400 Jugendliche zwischen zehn und zwanzig Jahren haben am traditionellen Schreibwettbewerb mitgemacht und die besten 27 Texte sind im Buch  Die offene Tür - Texte von Jugendlichen prämiert worden. Das Thema wurde von einer 3. Klasse der Sekundarschule Theobald Baerwart vorgeschlagen und die Jugendlichen haben dieses Thema mit viel Fantasie aber auch mit Ernsthaftigkeit und Konsequenz bearbeitet. Im Buch gibt es viele gesellschaftskritische Geschichten. Es wird über Moral, Sexualität, Toleranz oder Gleichberechtigung geschrieben:

Ein Korridor. Auf beiden Seiten Türen ins Unendliche. Ein Mann kommt. Ein Mann – und eine Tür öffnet sich. Einfach so. Er ist weiss und eine weitere Tür schwingt auf. Einfach so. Er lebt in Westeuropa. Eine Tür geht auf. Er hat Geld. Die Nächste. Er ist cis, er ist heterosexuell und die Türen ermöglichen ihm Zutritt. Einfach so. Und so geht es weiter. Bis ins Unendliche.

Einfach so, von Yannah Kleiber, Jahrgang 2005

 

Die jungen Autor:innen geben ganz persönliche Einblicke in ihre Sicht auf die Welt und schreiben mutig, was sie zum staunen, aber auch zum nachdenken bringt. So auch der Tod. Das Ableben wird in mehreren Texten behandelt, oftmals aus Sicht von jemandem der stirbt oder gestorben ist, aber auch aus der Sicht vom Tod selber:

[...] Hör zu. Ich erkläre es dir. Das erste, was du tust, ist, die Augen zu schliessen und versuchen zu fliegen. Alles zu vergessen. Langsam verschwimmen deine Gedanken und du wartest dann einfach auf den Moment, in dem du endlich abgehoben hast. Es macht Angst. Das auf jeden Fall, aber ich wusste schon immer, dass du es dir leicht machen würdest, wenn der Moment gekommen ist. Du hast dein Leben zu etwas Gutem gemacht und damit auch deinen Tod. [...] Andere haben geweint oder gefleht. Es hat ihnen nichts gebracht. Aber du stehst einfach da und jetzt lachst du. Schön, denke ich. Ich konnte dir helfen. Du hast dein altes Leben hinter dir gelassen. Aber dazu bin ich schliesslich auch da [...].

Die Türe, die sich von selbst öffnet, von Paola Preyer, Jahrgang 2007

 

Die spielerische Art und Weise, wie die Jugendlichen schwere und wichtige Thematiken behandeln – und das sehr subtil und mit viel Feingefühl, ist bemerkenswert. Es ist nicht so "in your face"-mässig und dennoch: die Statements sind klar. Ebenso beachtlich ist die Kreativität und Fantasie der Jugendlichen. Die Geschichten handeln von Türen in verschiedene Welten, von Dämonen, einem Pegasus oder anderen Wesen. Von Türen durch Raum und Zeit oder einer Türklinke namens Hunibert, die von ihrem Leben erzählt:

Hallo, ich bin Hunibert und ich bin eine Türklinke. Ich bin an einer Eingangstür montiert, wo genau, das weiss ich nicht. Hergestellt wurde ich in China; unten, dort wo ich mit der Tür verbunden bin, steht bei mir "Made in China". [...] Heiser bin ich auch, wenn die Putzfrau vorbeikommt. Seit Neuestem benutzt die nämlich Desinfektionsmittel, das stinkt noch Stunden danach. Einfach nur ätzend! Und das meine ich wortwörtlich: Ich kann niemandem empfehlen, Desinfektionsmittel zu trinken. Das ätzt den Hals und brennt überall, ganz besonders in den Kratzern. [...]

Hunibert, die Türklinke, von Felicitas Dathe, Jahrgang 2009

 

Die 27 Texte sind neben der inhaltlichen Vielfalt auch in der formalen Umsetzung kunterbunt gemischt: Ob Gedichte, Lieder, Reime oder Geschichten aus verschiedenen Perspektiven. Das Buch Die offene Tür - Texte von Jugendlichen bezeugt das Gedankengut einer jungen Generation und ist eine abwechslungsreiche Leseerfahrung für alle.

 

Programm

Montag, 16. März

11.30/16.30 Uhr

20.00 Uhr

  • +++abgesagt+++ Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass und texten mit dringlicher Zärtlichkeit gegen Hetze und performen mit "Hate Speech" gegen "Hate Speech". Das Line-Up: Alex Hadjistamov, Lea Butscher, Mary Milanovic, Susan Reznik, Jeremy Chavez, Julie Roth u.a. Das WORTSTELLWERK organisiert den Anlass im Literaturhaus Basel (Barfüssergasse 3, 4051 Basel). Eintritt frei.
  • Ausstrahlung der Texte auf Radio X am Donnerstag 19. März, 18 Uhr und Samstag 21. März, 13 Uhr (Wdh.)

 

Dienstag, 17. März

11.30/16.30 Uhr

 

Mittwoch, 18. März

11.30/16.30 Uhr

 

Donnerstag, 19. März

11.30/16.30 Uhr

18.00 Uhr

  • Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass. Ausstrahlung derTexte.

 

Freitag, 20. März

11.30/16.30 Uhr

14.00 Uhr

  • +++abgesagt+++ Eine Tour durch die Altstadt: Spannendes und Unerwartetes über Basels Verflechtungen mit Afrika in Vergangenheit und Gegenwart. Führung auf Deutsch. Besammlung: vis-à-vis Restaurant Atlantis (Klosterberg 13). Eintritt frei.

19.30 Uhr

  • +++abgesagt+++ Theatertraining und Improvisation zu: Die Begegnung mit «dem Fremden». Was ist mir fremd? Was passiert bei Vorurteilen? Offenes Training mit dem Theater Niemandsland im UNION (Klybeckstrasse 95, 4057 Basel), 1. Stock. Mitnehmen: Gemütliche Kleider. Eintritt frei.

 

Samstag, 21. März

11.30/16.30 Uhr

  • Beitrag auf Radio X : BaobabBooks «el reloj / die Uhr» von Nacha Vollenweider

13.00 Uhr

  • Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass. Ausstrahlung derTexte.

14.00 Uhr

  • +++abgesagt+++ Join us for a tour of the inner city and learn more about the entangled history of Basel and Africa. Meeting point: vis-à-vis Restaurant Atlantis (Klosterberg 13). The tour will take place in English and is free of charge.

16.00 Uhr

19.30 Uhr

  • +++abgesagt+++ Talk zu hate speech/Hass im Netz: Am Internationalen Tag gegen Rassismus diskutieren Jolanda Spiess-Hegglin, Feministin, Netzaktivistin, Gründerin und Geschäftsführerin von #NetzCourage und Nora Refaeil, Vizepräsidentin der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus, Anwältin und Mediatorin sowie Martin R. Dean, Schriftsteller und Essayist. Begrüssung: Michael Wilke, Leiter Fachstelle Diversität und Integration des Präsidialdepartements Basel-Stadt. Moderation: Bernard Senn, Redaktor. In der Kaserne Basel, Rossstall 2. Eintritt frei. Ausstrahlung auf Radio X am Sonntag 22. März 10 Uhr, Donnerstag, 26. März 18 Uhr, Samstag, 28. März 13 Uhr.

22.00 Uhr, doors: 21 Uhr

  • +++abgesagt+++ Konzert der Gaddafi Gals aus Berlin und Wien, die sich musikalisch zwischen Cloud-Rap und Avant-Garde-Pop bewegen. In ihren englischen Lyrics verbinden Gaddafi Gals gesellschaftliche Themen mit einer Prise Humor und Coolness. Ihre Musik ist Kunst und Politik in einem. Nicht politisch zu sein, sei in Zeiten von AfD und Trump gefährlich, so Gaddafi Gals. Eintritt 15 CHF, in der Kaserne Basel, Rossstall 1.

 

Sonntag, 22. März

10.00 Uhr

  • Ausstrahlung der Diskussion vom 21. März: Talk zu "hate speech/Hass im Netz" mit Jolanda Spiess-Hegglin, Nora Refaeil, Martin R. Dean, Bernard Senn

11.30/16.30 Uhr

16.15 Uhr

  • +++abgesagt+++ "Du heiratest einen von uns!" Wie erkennen wir rassistische Diskriminierung bei der Partnerwahl und wie gehen wir damit um? Speed Dating und partizipative Diskussion mit jungen Erwachsenen diverser Religionstraditionen, Fachpersonen und Vertreter*innen weiterer Interessengruppen. Die Veranstaltung wird im Rahmen von "Dialogue en Route" IRAS COTIS mit der Fachstelle Zwangsheirat organisiert. In der KLARA (Clarastrasse 13, 4058 Basel). Eintritt frei.

 

Samstag, 28. März

16.00 Uhr

  • Sendung «(k)ein Rassismusproblem?»: Das Stadtrand-Team von Radio X mit dem anderen Blick auf Rassismus. Sonntag, 29. März um 10 Uhr (Wdh.)

 

 

Kontakt

rebecca.haeusel@radiox.ch

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Die Woche gegen Rassismus wird unterstützt durch: