Woche gegen Rassismus 2020

 
Aktivitäten in Basel vom 16.-22. März 2020

Radio X organisiert in Basel-Stadt die Woche gegen Rassismus. Damit wollen wir ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung setzen.

Aufgrund der "ausserordentlichen Lage" und den Verordnungen des Bundes (Stand: 16.3.2020) können die öffentlichen Veranstaltungen nicht wie geplant durchgeführt werden. Das Programm auf dem Sender findet statt, das Programm findet ihr hier

Die Woche

Radio X setzt in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Organisationen und Beteiligten ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung. Ziel ist es, die lokale Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren und gemeinsam in einen Dialog zu treten. 

Defeating Gods: Comfort

Comfort aus Glasgow sind eine DIY-queer-fem. Punk Band. Umrahmt von Drumkit Preschereien und störrischen glitch-blessed/pixelated Synth-scapes singt Sängerin Nathalie McGhee toxisch-trümmernden Strukturen entgegen. Diese Tage spielen sie in Basel, Zürich, Baden und bieten Pogo-Paroli zum gesellschaftlichen mitschwitzen. von Mirco Kaempf

23.09.13 Comfort im Humbug

Das DIY, queerfem. Punk Duo Comfort aus Glasgow touren diese Woche durch die Schweiz. Am Donnerstag spielen sie im Humbug Club, Basel.

Als Kinder spielte das Geschwisternpaar Nathalie und Sean McGhee gerne JRPGs. Das steht für: Japanese Role Playing Games, oder anders gesagt: virtuelle Abenteuer und Eskapismus-Eskapaden im Pixelkleid. Eine Leidenschaft, welche sie heute noch praktizieren und vielleicht auch ihren musikalischen Ausdruck mitbestimmt. Wenn wir die beiden heute fragen, welches Videospiel sie zuletzt gespielt hätten kommt die Antwort: Stray & Age of Empires IV (Nathalie) und Final Fantasy XVI (Sean) – welches wie er sagt, ein ziemlich fulminanter Throwback zu den Kultklassikern der SNES und PS1 Zeiten sei, wenn auch in modernerer, pompöserer Aufmachung.

Auch ihr aktuelles Album «What’s Bad Enough?» (released am 5. Mai via FatCat Recordings) umfasst Songs, welche den Flair von pixelated Synths versprühen. Als «glitchy» werden die elektronischen Flairs teilweise bezeichnet. Störgeräusche, welche auch als Symbolträger für die überklungenen Issues unserer Welt sein könnten. Und wenn dieses Album nun auch ein Soundtrack für ein JRPG wäre, welche Story würde es erzählen?

«It’s about friends coming together, defeating Gods» lachen sie, ähnlich eines Kult-Klassikers wie Final Fantasy VII auf der PS1 - und treffen damit ins Schwarze. Wo Cloud und seine polygonen Kumpanen sich gegen eine ganze Corporation-Diktatur auflehnte, ist auch die Musik von Comfort alles andere als bequem. Jede Faser ihrer musikalischen Existenz gibt sich auf diesem Album wehrend. Wissend. Empathisch aufrüttelnd. «Es ist wie eine Art Zeitkapsel», sagt Nathalie McGhee. Eine Ansammlung von Sichtweisen was es heisst, in der heutigen Zeit in Grossbritannien eine Trans Frau zu sein. Und diese Zeit ist, politisch gesehen, sehr prekär. Weil Strukturen stetig normalisiert werden, welche gelinde gesagt, fragwürdig sind.

«I was laughing at myself at the absurdity of life. I’m literally here doing this job because if I don’t I won’t be able to pay my rent, I won’t be able to have anywhere to live and I’ll just be living a life of total desperation --- near death violence will be inflicted on me by our society  and by our state […] nothing in our current culture exists to help people realise their inner strength and power and how deep they go. It’s all to keep us all shallowly invested in things that don’t even matter»  Nathalie McGhee

Im Musikvideo zu Real Woman sieht man sie tanzend in ihrer Stadt. Zu den Zeilen entblösst sie sich – auf den Nippeln trägt sie das Gesicht der transphoben Autorin J K Rowling. Ein Symbolbild für eine politische Oberschicht, welche scapegoats entwirft. Hetzt. Eines von vielen Beispielen hierfür: die in Schottland angenommene Gender Reform Bill, welche es Menschen erleichtern sollte, ihre offiziellen Dokumente mit ihrem Gender anzupassen wurde von Westminster überraschend abgelehnt. Ganz zu schweigen vom Abbau des Kultursektors. Vom Schliessen von Venues. Von den hohen Kosten, welche kreative Äusserungen von vornherein mit sich bringen. «Überleg dir mal, wie viele talentierte Musiker:innen es geben würde, welche sich allerdings kein Equipment leisten können oder ohne Infrastruktur dastehen» sagt Sean McGhee.

Wir sprechen weiter über Videospiele. Ob es möglich sei, in einer programmierten Spielwelt das Narrativ zu ändern, und einem eigenen Ziel nachzueifern. Ob es möglich sei, aus einem Online Multiplayer Shooter wie Call of Duty Warzone, einen Farming Sim zu machen. Die Band lacht erneut, und sagen dennoch: ja, das ist es. Aber es sei ein massive undertaking, alle müssten am gleichen Strang ziehen.

Auch in der Musik von Comfort geht es ums Mitmachen. Oder zumindest, um Verständnis zu schaffen. Und Momente zu teilen «People are beautiful» sagt uns Sängerin Nathalie McGhee, trotz der widrigen politischen Umstände.

Diesen Donnerstag spielen Comfort im Humbug Club Basel, 21 Uhr. Am Freitag spielen sie am Lila Festival in Zürich, am Samstag sind sie im Royal Baden.

Programm

Montag, 16. März

11.30/16.30 Uhr

20.00 Uhr

  • +++abgesagt+++ Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass und texten mit dringlicher Zärtlichkeit gegen Hetze und performen mit "Hate Speech" gegen "Hate Speech". Das Line-Up: Alex Hadjistamov, Lea Butscher, Mary Milanovic, Susan Reznik, Jeremy Chavez, Julie Roth u.a. Das WORTSTELLWERK organisiert den Anlass im Literaturhaus Basel (Barfüssergasse 3, 4051 Basel). Eintritt frei.
  • Ausstrahlung der Texte auf Radio X am Donnerstag 19. März, 18 Uhr und Samstag 21. März, 13 Uhr (Wdh.)

 

Dienstag, 17. März

11.30/16.30 Uhr

 

Mittwoch, 18. März

11.30/16.30 Uhr

 

Donnerstag, 19. März

11.30/16.30 Uhr

18.00 Uhr

  • Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass. Ausstrahlung derTexte.

 

Freitag, 20. März

11.30/16.30 Uhr

14.00 Uhr

  • +++abgesagt+++ Eine Tour durch die Altstadt: Spannendes und Unerwartetes über Basels Verflechtungen mit Afrika in Vergangenheit und Gegenwart. Führung auf Deutsch. Besammlung: vis-à-vis Restaurant Atlantis (Klosterberg 13). Eintritt frei.

19.30 Uhr

  • +++abgesagt+++ Theatertraining und Improvisation zu: Die Begegnung mit «dem Fremden». Was ist mir fremd? Was passiert bei Vorurteilen? Offenes Training mit dem Theater Niemandsland im UNION (Klybeckstrasse 95, 4057 Basel), 1. Stock. Mitnehmen: Gemütliche Kleider. Eintritt frei.

 

Samstag, 21. März

11.30/16.30 Uhr

  • Beitrag auf Radio X : BaobabBooks «el reloj / die Uhr» von Nacha Vollenweider

13.00 Uhr

  • Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass. Ausstrahlung derTexte.

14.00 Uhr

  • +++abgesagt+++ Join us for a tour of the inner city and learn more about the entangled history of Basel and Africa. Meeting point: vis-à-vis Restaurant Atlantis (Klosterberg 13). The tour will take place in English and is free of charge.

16.00 Uhr

19.30 Uhr

  • +++abgesagt+++ Talk zu hate speech/Hass im Netz: Am Internationalen Tag gegen Rassismus diskutieren Jolanda Spiess-Hegglin, Feministin, Netzaktivistin, Gründerin und Geschäftsführerin von #NetzCourage und Nora Refaeil, Vizepräsidentin der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus, Anwältin und Mediatorin sowie Martin R. Dean, Schriftsteller und Essayist. Begrüssung: Michael Wilke, Leiter Fachstelle Diversität und Integration des Präsidialdepartements Basel-Stadt. Moderation: Bernard Senn, Redaktor. In der Kaserne Basel, Rossstall 2. Eintritt frei. Ausstrahlung auf Radio X am Sonntag 22. März 10 Uhr, Donnerstag, 26. März 18 Uhr, Samstag, 28. März 13 Uhr.

22.00 Uhr, doors: 21 Uhr

  • +++abgesagt+++ Konzert der Gaddafi Gals aus Berlin und Wien, die sich musikalisch zwischen Cloud-Rap und Avant-Garde-Pop bewegen. In ihren englischen Lyrics verbinden Gaddafi Gals gesellschaftliche Themen mit einer Prise Humor und Coolness. Ihre Musik ist Kunst und Politik in einem. Nicht politisch zu sein, sei in Zeiten von AfD und Trump gefährlich, so Gaddafi Gals. Eintritt 15 CHF, in der Kaserne Basel, Rossstall 1.

 

Sonntag, 22. März

10.00 Uhr

  • Ausstrahlung der Diskussion vom 21. März: Talk zu "hate speech/Hass im Netz" mit Jolanda Spiess-Hegglin, Nora Refaeil, Martin R. Dean, Bernard Senn

11.30/16.30 Uhr

16.15 Uhr

  • +++abgesagt+++ "Du heiratest einen von uns!" Wie erkennen wir rassistische Diskriminierung bei der Partnerwahl und wie gehen wir damit um? Speed Dating und partizipative Diskussion mit jungen Erwachsenen diverser Religionstraditionen, Fachpersonen und Vertreter*innen weiterer Interessengruppen. Die Veranstaltung wird im Rahmen von "Dialogue en Route" IRAS COTIS mit der Fachstelle Zwangsheirat organisiert. In der KLARA (Clarastrasse 13, 4058 Basel). Eintritt frei.

 

Samstag, 28. März

16.00 Uhr

  • Sendung «(k)ein Rassismusproblem?»: Das Stadtrand-Team von Radio X mit dem anderen Blick auf Rassismus. Sonntag, 29. März um 10 Uhr (Wdh.)

 

 

Kontakt

rebecca.haeusel@radiox.ch

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Die Woche gegen Rassismus wird unterstützt durch: