Woche gegen Rassismus 2020
Aktivitäten in Basel vom 16.-22. März 2020
Radio X organisiert in Basel-Stadt die Woche gegen Rassismus. Damit wollen wir ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung setzen.
Aufgrund der "ausserordentlichen Lage" und den Verordnungen des Bundes (Stand: 16.3.2020) können die öffentlichen Veranstaltungen nicht wie geplant durchgeführt werden. Das Programm auf dem Sender findet statt, das Programm findet ihr hier.
Die Woche
Radio X setzt in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Organisationen und Beteiligten ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung. Ziel ist es, die lokale Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren und gemeinsam in einen Dialog zu treten.
Eröffnung von Culturescapes 2021 Amazonas
Culturescapes 2021 widmet sich den Amazonas Regionen. Vom 29. September bis zum 1. Dezember 2021 präsentiert das multidisziplinäre Schweizer Kulturfestival Künstler:innen aus Brasilien, Kolumbien, Peru, Bolivien, Ecuador und der Schweiz an insgesamt über 130 Veranstaltungen in 13 Schweizer Städten aller vier Sprachregionen. Rund 70 Veranstaltungen finden in Basel statt. von Danielle Bürgin
21.09.29 Culture Scapes
Mit der diesjährigen Culturescapes Festivalausgabe erfahren wissenswertes über die Region Amazonas.
Mit der diesjährigen Themensetzung macht das Festival den Auftakt zu einer neuen Serie, welche Regionen in den Fokus nimmt, die sich über Grenzen von Nationalstaaten erstrecken und Erfahrungen und Belange von globaler Wichtigkeit repräsentieren. Nach dem Amazonasgebiet werden 2023 der Sahara-Raum, 2025 der Himalaya und 2027 die grossen Ozeane im Fokus stehen.
Den Rahmen für die Vorbereitung und das Festivalprogramm bilden vier thematische Linien, die alle in Verbindung zueinander stehen.
Wasser
Der Amazonas als Netz von Wasserwegen verbindet den Kontinent von den Anden bis zum Atlantik. Der Fluss dient als Kreislaufsystem für den Tropenwald und für die Menschen, die um ihn herum leben. Eine Metapher für das Leben, die Vernetzung und die Kommunikation.
Anthropozän
Das neue geologische Zeitalter, geprägt vom menschlichen Einfluss auf die Erde, bringt Herausforderungen wie den Klimawandel mit sich. Und fordert uns auf, Konzepte wie Fortschritt und Entwicklung anders zu denken. Die Suche nach neuen Formaten für die Beziehungen zwischen den Völkern sowie zwischen Menschen und anderen Spezies ist dringend nötig und ein wichtiges Thema für viele Künstler.
Gewalt und Frieden
Sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart: In Südamerika und in seinem amazonischen Teil ist Gewalt weit verbreitet. Welche Rolle spielt Europa heute in diesen Prozessen? Welchen Blick haben Künstler:innen und Denker:innen auf Fragen von Frieden und Versöhnung?
Entkolonialisierung
Die Kolonialgeschichte Südamerikas hat ein Umfeld des intensiven und oft angespannten Zusammenlebens verschiedener Gemeinschaften und Kulturen hervorgebracht. Diese Gesellschaften, ihre Traditionen und Lebensweisen, ihre Geschichten und Visionen, Rechte und Kämpfe, die Wechselbeziehungen untereinander und mit der Natur bilden den Kern des Amazonas als sozialer Raum. Ihre Stimmen sollen durch die Textur des Festivals hörbar gemacht werden.
Zum Auftakt des Festivals findet am 29. September eine mehrteilige Eröffnung in der Kaserne Basel statt. Nach der Rede von Alessandra Korap Munduruku, indigene Menschenrechtsaktivistin und Anführerin der Gemeinschaft der Munduruku in Brasilien, und Grussworten von Regierungspräsident Beat Jans und Christine Schneeberger von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) präsentiert CULTURESCAPES als Schweizer Erstaufführung «La Luna en el Amazonas», die neuste Produktion von Mapa Teatro, dem Labor für transdisziplinäres Kunstschaffen des kolumbianisch-schweizerischen Regie-Duos Heidi und Rolf Abderhalden.
Eine futuristische Ethno-Fiktion, in der Geschichte, Aktualität und ausgefallene Anekdoten verschmelzen. Im Anschluss folgt ein Konzert mit dem Musikkollektiv La By’le aus Berlin.
Damit beginnen zwei Monate voller Konzerte und Ausstellungen, Lesungen, Gespräche, Film- , Theater- und Tanzaufführungen sowie mit einem vielseitigen Onlineprogramm im CULTURESCAPES DIGITAL SPACE. Für die Produktionen kooperiert CULTURESCAPES mit Kultureinrichtungen in der ganzen Schweiz, wobei allein in Basel und Umgebung über 60 Veranstaltungen stattfinden.
Aktivismus mit der Kamera
Das Kunsthaus Baselland zeigt ab dem 5. November in der Ausstellung «Inside the Amazon» eine von Ines Goldbach kuratierte Auswahl von Werkfotoserien der in Neuchâtel geborenen Fotografin Claudia Andujar, im Dialog mit Zeichnungen des Yanomami-Künstlers Poraco. Die in Brasilien lebende Andujar fokussiert ihre fotografische Arbeit seit über fünf Jahrzehnten auf die indigene Gemeinschaft der Yanomami, bei denen sie auch lebte und für deren Rechte sie sich als Aktivistin einsetzt. Weitere Bilder aus Andujars Arbeiten, die das Politische und das Ästhetische verbinden, werden im Rahmen von CULTURESCAPES 2021 Amazonas im Fotomuseum Winterthur gezeigt.
Eine weitere Fotoausstellung in der Stiftung Brasilea in Basel präsentiert Bilder und Videoarbeiten von Victor Moryiama. Moryiama, der als Fotograf u.a. für die New York Times arbeitet, dokumentiert die zunehmende Gewalt gegen indigene Gemeinschaften, die bedrohte Artenvielfalt, Agrarkonflikte, Landraub, illegalen Bergbau und Holzschlag im Amazonasregenwald, um die extreme soziale Ungerechtigkeit und unkontrollierte Globalisierung aufzuzeigen. Die Ausstellung wurde ebenfalls kuratiert von Kateryna Botanova. Am 14. November wird der Fotograf für ein Gespräch in der Ausstellung selbst zu Gast sein.
Nebst klassischen Kulturformaten wie Ausstellungen, Konzerten und Aufführungen gibt es auch alternative Programmpunkte – etwa zwei Stadtrundgänge auf Spurensuche nach historischen und aktuellen postkolonialen Verstrickungen der Stadt Basel in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk «Basel Kolonial». Dabei führen Jonas Aebi (Stadtforscher und Mitinitiant von Basel Kolonial) und verschiedene Expert:innen durch die Stadt, auf der Suche nach globalen Verbindungen der alten Basler Familien, der Basler Mission und der Chemie- und Pharmaindustrie.
Auch Programme für Residenzkünstler:innen sind Teile von CULTURESCAPES 2021 Amazonas. So arbeitet die brasilianische Künstlerin Maya Quilolo von August bis Oktober gemeinsam mit der in Basel wohnhaften brasilianisch-schweizerischen Künstlerin Carolina Brunelli, sowie nicht physisch anwesenden Kunstschaffenden, in der DR Kongo an der grenzüberschreitenden Gruppenausstellung «Quilombo», die im Kunstraum SALTS in Birsfelden gezeigt wird. Das Projekt ist eine Zusammenarbeit mit Lago Mio in Lugano und dem Centre d’Art Waza in Lubumbashi (DR Kongo) und thematisiert sogenannte Quilombos: Dörfer und Gemeinschaften, die im Amazonasgebiet ursprünglich von geflohenen Sklav:innen gegründet wurden und bis heute von der Sklaverei zeugen, die über Jahrhunderte das gesellschaftliche Leben in Brasilien dominierte.
Eine weitere Residency findet in Kooperation mit Lab Verde und dem Atelier Mondial in Münchenstein statt: dort weilt Vandria Borari, Angehörige des Volks der Borari in Baixo Tapajós, Keramikkünstlerin, Aktivistin und Anwältin, die sich für die Rechte der indigenen Bevölkerung Brasiliens einsetzt und sich in ihrem Kunstschaffen dem traditionellen Tapajônica-Töpferhandwerk ihrer Vorfahren widmet. Von August bis November schafft sie im Rahmen der Residency Töpferwaren, tritt in Gesprächsrunden auf und forscht zu zeitgenössischen europäischen Keramiktechniken.
Programm
Montag, 16. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: Internetcafé Planet 13
20.00 Uhr
- +++abgesagt+++ Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass und texten mit dringlicher Zärtlichkeit gegen Hetze und performen mit "Hate Speech" gegen "Hate Speech". Das Line-Up: Alex Hadjistamov, Lea Butscher, Mary Milanovic, Susan Reznik, Jeremy Chavez, Julie Roth u.a. Das WORTSTELLWERK organisiert den Anlass im Literaturhaus Basel (Barfüssergasse 3, 4051 Basel). Eintritt frei.
- Ausstrahlung der Texte auf Radio X am Donnerstag 19. März, 18 Uhr und Samstag 21. März, 13 Uhr (Wdh.)
Dienstag, 17. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: Verein Mitstimme
Mittwoch, 18. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: GRA Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus
Donnerstag, 19. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: Projekt Netzwerk Antirassismus
18.00 Uhr
- Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass. Ausstrahlung derTexte.
Freitag, 20. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: Awareness Basel
14.00 Uhr
- +++abgesagt+++ Eine Tour durch die Altstadt: Spannendes und Unerwartetes über Basels Verflechtungen mit Afrika in Vergangenheit und Gegenwart. Führung auf Deutsch. Besammlung: vis-à-vis Restaurant Atlantis (Klosterberg 13). Eintritt frei.
19.30 Uhr
- +++abgesagt+++ Theatertraining und Improvisation zu: Die Begegnung mit «dem Fremden». Was ist mir fremd? Was passiert bei Vorurteilen? Offenes Training mit dem Theater Niemandsland im UNION (Klybeckstrasse 95, 4057 Basel), 1. Stock. Mitnehmen: Gemütliche Kleider. Eintritt frei.
Samstag, 21. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X : BaobabBooks «el reloj / die Uhr» von Nacha Vollenweider
13.00 Uhr
- Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass. Ausstrahlung derTexte.
14.00 Uhr
- +++abgesagt+++ Join us for a tour of the inner city and learn more about the entangled history of Basel and Africa. Meeting point: vis-à-vis Restaurant Atlantis (Klosterberg 13). The tour will take place in English and is free of charge.
16.00 Uhr
- Sendung zur beruflichen und sozialen Integration mit Personen aus Eritrea und Somalia auf Radio X, von Vitamin B/Radioschule klipp+klang
19.30 Uhr
- +++abgesagt+++ Talk zu hate speech/Hass im Netz: Am Internationalen Tag gegen Rassismus diskutieren Jolanda Spiess-Hegglin, Feministin, Netzaktivistin, Gründerin und Geschäftsführerin von #NetzCourage und Nora Refaeil, Vizepräsidentin der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus, Anwältin und Mediatorin sowie Martin R. Dean, Schriftsteller und Essayist. Begrüssung: Michael Wilke, Leiter Fachstelle Diversität und Integration des Präsidialdepartements Basel-Stadt. Moderation: Bernard Senn, Redaktor. In der Kaserne Basel, Rossstall 2. Eintritt frei. Ausstrahlung auf Radio X am Sonntag 22. März 10 Uhr, Donnerstag, 26. März 18 Uhr, Samstag, 28. März 13 Uhr.
22.00 Uhr, doors: 21 Uhr
- +++abgesagt+++ Konzert der Gaddafi Gals aus Berlin und Wien, die sich musikalisch zwischen Cloud-Rap und Avant-Garde-Pop bewegen. In ihren englischen Lyrics verbinden Gaddafi Gals gesellschaftliche Themen mit einer Prise Humor und Coolness. Ihre Musik ist Kunst und Politik in einem. Nicht politisch zu sein, sei in Zeiten von AfD und Trump gefährlich, so Gaddafi Gals. Eintritt 15 CHF, in der Kaserne Basel, Rossstall 1.
Sonntag, 22. März
10.00 Uhr
- Ausstrahlung der Diskussion vom 21. März: Talk zu "hate speech/Hass im Netz" mit Jolanda Spiess-Hegglin, Nora Refaeil, Martin R. Dean, Bernard Senn
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: Kantonspolizei Basel-Stadt
16.15 Uhr
- +++abgesagt+++ "Du heiratest einen von uns!" Wie erkennen wir rassistische Diskriminierung bei der Partnerwahl und wie gehen wir damit um? Speed Dating und partizipative Diskussion mit jungen Erwachsenen diverser Religionstraditionen, Fachpersonen und Vertreter*innen weiterer Interessengruppen. Die Veranstaltung wird im Rahmen von "Dialogue en Route" IRAS COTIS mit der Fachstelle Zwangsheirat organisiert. In der KLARA (Clarastrasse 13, 4058 Basel). Eintritt frei.
Samstag, 28. März
16.00 Uhr
- Sendung «(k)ein Rassismusproblem?»: Das Stadtrand-Team von Radio X mit dem anderen Blick auf Rassismus. Sonntag, 29. März um 10 Uhr (Wdh.)
Kontakt
rebecca.haeusel@radiox.ch
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