Woche gegen Rassismus 2020

 
Aktivitäten in Basel vom 16.-22. März 2020

Radio X organisiert in Basel-Stadt die Woche gegen Rassismus. Damit wollen wir ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung setzen.

Aufgrund der "ausserordentlichen Lage" und den Verordnungen des Bundes (Stand: 16.3.2020) können die öffentlichen Veranstaltungen nicht wie geplant durchgeführt werden. Das Programm auf dem Sender findet statt, das Programm findet ihr hier

Die Woche

Radio X setzt in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Organisationen und Beteiligten ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung. Ziel ist es, die lokale Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren und gemeinsam in einen Dialog zu treten. 

©Ingo Hoehn

Die Schwarzen Brüder im Theater Basel

Eine Person hat es in der Schule gelesen. Eine andere Person wiederum hat es zuhause als Hörspiel gehört. "Die Schwarzen Brüder", die Erzählung über junge Kaminfeger Buben, ist vielen Schweizer:innen bekannt. Der Schauspieler und Regisseur Mbene Mwambene hat mit einem Ensemble von 14 jungen Erwachsenen ein Theaterstück dazu erarbeitet das sagen will: Kinderausbeutung gibt es auch noch heute. von Malik Iddrisu

23.12.23 Die Schwarzen Brüder

"Die Schwarzen Brüder" ist eine Geschichte, die vielen Schweizer:innen bekannt ist. Der Regisseur Mbene Mwambene hat mit einem Ensemble von jungen Schauspieler:innen eine moderne Version davon erarbeitet. Das Stück über die jungen Kaminfeger:innen zeigt die Kinderausbeutung im 19. Jahrhundert und macht darauf aufmerksam, dass auch heute noch Kinder als billige Arbeitskräfte benutzt werden.

Die originale Story handelt von Giorgio, der wie viele andere Tessiner Buben während des 19. Jahrhundert als Kaminfeger nach Mailand verkauft wird. Er arbeitet für Meister Rossi und dessen cholerische Frau. Bei ihnen wohnt er auch und das unter menschenunwürdigen Bedingungen. Schikane und Gewalt prägen seine Zeit bei ihnen. Und nebst der gefährlichen Arbeit als Kaminfeger hat Giorgio es auch mit den "Wölfen" zu tun, einer Bande Jungen, die ihn ausrauben will.

Wer eine stumpfe Nachahmung der Original-Erzählung von den"Schwarzen Brüdern" erwartet, wird überrascht werden. Das Projekt des Schauspielers und Regisseurs Mbene Mwambene ist eine Version, welche viele Elemente der heutigen Zeit enthält. Das zentrale Thema, welches das Stück fokussiert. ist jenes der Ausbeutung von billigen Arbeitskräften, die heute immernoch auf der Welt passiert. Auch Kinder fallen dieser immer noch zum Opfer. Wie es damals im 19. Jahrhundert bei den Kaminfegern der Fall war.

Moderne Stilmittel im Stück dienen dazu, einen Bezug zur Aktualität herzustellen. Sounds mit Techno-Flair und viel Delay ziehen sich durch das Stück. Die jungen Schauspieler:innen laufen in manchen Szenen in Sneakers und Caps herum, benutzen stellenweise iPhones und nutzen Slangwörter der heutigen Zeit.

 

©Ingo Hoehn
Giorgo wird von den "Wölfen" bedroht ©Ingo Hoehn

Warum diese ganzen Abweichungen zum Original? Zum Einen entstehen durch die modernen Requisiten und Anspielungen eine Verbindung zur heutigen Zeit. Junge Zuschauer:innen erkennen Mode-Brands, welche die Schauspieler:innen tragen sowie auch die Anglizismen, welche verwendet werden. Laut den Schauspieler:innen, sowie dem Regisseur sollen die Besucher:innen realisieren, dass aufgrund unseres Welt-Wirtschaftssystems Ausbeutungsformen wie sie im Stück zu sehen sind, auch noch heute vorkommen. Und je nachdem , welche Produkte wir konsumieren, haben wir einen Einfluss darauf. Damals waren es beispielsweise Kinder, die den Kamin für eine Familie gefegt haben. Heute sind es Kinder, welche unter anderem in Textilfabriken oder in Minen arbeiten, damit Menschen die Produkte davon konsumieren können. Das junge Ensemble bringt eine Dynamik aus ihren heutigen modernen Lebenswelten. Unter den Schauspieler:innen sind auch zwei Jungen dabei, die erst seit ein paar Monaten in der Schweiz sind und das Stück mitgestaltet haben.

 

"Die Schwarzen Brüder" regt dazu an, sich zu fragen, welche Art von Handel und Gesellschaftssystemen  man unterstützen möchte. Das Stück wird auf der Kleinen Bühne des Theater Basel aufgeführt. Die nächsten Spielzeiten findest du im unteren Link

Die Schwarzen Brüder

 

 

 

 

Programm

Montag, 16. März

11.30/16.30 Uhr

20.00 Uhr

  • +++abgesagt+++ Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass und texten mit dringlicher Zärtlichkeit gegen Hetze und performen mit "Hate Speech" gegen "Hate Speech". Das Line-Up: Alex Hadjistamov, Lea Butscher, Mary Milanovic, Susan Reznik, Jeremy Chavez, Julie Roth u.a. Das WORTSTELLWERK organisiert den Anlass im Literaturhaus Basel (Barfüssergasse 3, 4051 Basel). Eintritt frei.
  • Ausstrahlung der Texte auf Radio X am Donnerstag 19. März, 18 Uhr und Samstag 21. März, 13 Uhr (Wdh.)

 

Dienstag, 17. März

11.30/16.30 Uhr

 

Mittwoch, 18. März

11.30/16.30 Uhr

 

Donnerstag, 19. März

11.30/16.30 Uhr

18.00 Uhr

  • Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass. Ausstrahlung derTexte.

 

Freitag, 20. März

11.30/16.30 Uhr

14.00 Uhr

  • +++abgesagt+++ Eine Tour durch die Altstadt: Spannendes und Unerwartetes über Basels Verflechtungen mit Afrika in Vergangenheit und Gegenwart. Führung auf Deutsch. Besammlung: vis-à-vis Restaurant Atlantis (Klosterberg 13). Eintritt frei.

19.30 Uhr

  • +++abgesagt+++ Theatertraining und Improvisation zu: Die Begegnung mit «dem Fremden». Was ist mir fremd? Was passiert bei Vorurteilen? Offenes Training mit dem Theater Niemandsland im UNION (Klybeckstrasse 95, 4057 Basel), 1. Stock. Mitnehmen: Gemütliche Kleider. Eintritt frei.

 

Samstag, 21. März

11.30/16.30 Uhr

  • Beitrag auf Radio X : BaobabBooks «el reloj / die Uhr» von Nacha Vollenweider

13.00 Uhr

  • Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass. Ausstrahlung derTexte.

14.00 Uhr

  • +++abgesagt+++ Join us for a tour of the inner city and learn more about the entangled history of Basel and Africa. Meeting point: vis-à-vis Restaurant Atlantis (Klosterberg 13). The tour will take place in English and is free of charge.

16.00 Uhr

19.30 Uhr

  • +++abgesagt+++ Talk zu hate speech/Hass im Netz: Am Internationalen Tag gegen Rassismus diskutieren Jolanda Spiess-Hegglin, Feministin, Netzaktivistin, Gründerin und Geschäftsführerin von #NetzCourage und Nora Refaeil, Vizepräsidentin der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus, Anwältin und Mediatorin sowie Martin R. Dean, Schriftsteller und Essayist. Begrüssung: Michael Wilke, Leiter Fachstelle Diversität und Integration des Präsidialdepartements Basel-Stadt. Moderation: Bernard Senn, Redaktor. In der Kaserne Basel, Rossstall 2. Eintritt frei. Ausstrahlung auf Radio X am Sonntag 22. März 10 Uhr, Donnerstag, 26. März 18 Uhr, Samstag, 28. März 13 Uhr.

22.00 Uhr, doors: 21 Uhr

  • +++abgesagt+++ Konzert der Gaddafi Gals aus Berlin und Wien, die sich musikalisch zwischen Cloud-Rap und Avant-Garde-Pop bewegen. In ihren englischen Lyrics verbinden Gaddafi Gals gesellschaftliche Themen mit einer Prise Humor und Coolness. Ihre Musik ist Kunst und Politik in einem. Nicht politisch zu sein, sei in Zeiten von AfD und Trump gefährlich, so Gaddafi Gals. Eintritt 15 CHF, in der Kaserne Basel, Rossstall 1.

 

Sonntag, 22. März

10.00 Uhr

  • Ausstrahlung der Diskussion vom 21. März: Talk zu "hate speech/Hass im Netz" mit Jolanda Spiess-Hegglin, Nora Refaeil, Martin R. Dean, Bernard Senn

11.30/16.30 Uhr

16.15 Uhr

  • +++abgesagt+++ "Du heiratest einen von uns!" Wie erkennen wir rassistische Diskriminierung bei der Partnerwahl und wie gehen wir damit um? Speed Dating und partizipative Diskussion mit jungen Erwachsenen diverser Religionstraditionen, Fachpersonen und Vertreter*innen weiterer Interessengruppen. Die Veranstaltung wird im Rahmen von "Dialogue en Route" IRAS COTIS mit der Fachstelle Zwangsheirat organisiert. In der KLARA (Clarastrasse 13, 4058 Basel). Eintritt frei.

 

Samstag, 28. März

16.00 Uhr

  • Sendung «(k)ein Rassismusproblem?»: Das Stadtrand-Team von Radio X mit dem anderen Blick auf Rassismus. Sonntag, 29. März um 10 Uhr (Wdh.)

 

 

Kontakt

rebecca.haeusel@radiox.ch

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Die Woche gegen Rassismus wird unterstützt durch: