Woche gegen Rassismus 2020
Aktivitäten in Basel vom 16.-22. März 2020
Radio X organisiert in Basel-Stadt die Woche gegen Rassismus. Damit wollen wir ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung setzen.
Aufgrund der "ausserordentlichen Lage" und den Verordnungen des Bundes (Stand: 16.3.2020) können die öffentlichen Veranstaltungen nicht wie geplant durchgeführt werden. Das Programm auf dem Sender findet statt, das Programm findet ihr hier.
Die Woche
Radio X setzt in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Organisationen und Beteiligten ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung. Ziel ist es, die lokale Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren und gemeinsam in einen Dialog zu treten.
Kunsthaus Baselland: Gabrielle Goliath - Künstlerin, Denkerin, Aktivistin
Die südafrikanische Künstlerin Gabrielle Goliath beschäftigt sich in ihren Arbeiten auf eine feinfühlige Art und Weise mit komplexen Themen wie der Frage nach Rasse, Gender und sexueller Gewalt – insbesondere gegenüber Frauen, trans*- und non-binary Menschen. Bis zum 17. Juli sind zwei ihrer Werke im Kunsthaus Baselland zu sehen. von Danielle Bürgin
22,05.28 Gabrielle Goliath
Empathie ist eines der zentralen Themen der südafrikanischen Künstlerin Gabrielle Golliath
Es sind sensible Fragen, mit denen sich Gabrielle Goliath auseinandersetzt. Ihre Arbeiten im Kunsthaus Baselland erzählen von Frauen, die sexuelle Gewalt erlebt haben. Aus Respekt vor den Gefühlen der Opfer, aber auch derjenigen der Betrachtenden, verzichtet Golliath auf explizite Gewaltdarstellungen. Wie jemand auf die Bilder reagiert, ist individuell. Doch was sicher ist, ist dass sie einem nicht unberührt lassen. Die Ausstellung von Gabrielle Goliath, die mehrfach für ihre Kunst ausgezeichnet wurde, geht um Fürsorge, Empathie und das Gefühl, dass das Schicksal aller Menschen zusammenhängt - trotz unterschiedlicher Herkunft und Erfahrungen.
Mit ihren multimedialen Arbeiten This song is for … und Berenice gibt die 39-Jährige Opfern von sexueller Gewalt eine Stimme und lässt sie damit unvergessen bleiben.
Die Erinnerung auch an das Leben vor der Tat, ist der Künstlerin wichtig, wenn sie sich mit realen Geschichten über sexuelle Gewalt beschäftigt. Dies zeigt sie im Kunsthaus Baselland anhand ihrer Porträtserie mit dem Titel Berenice. Der Name steht nicht nur für die Schulfreundin, die Gabrielle Goliath als Neunjährige durch einen Akt häuslicher Gewalt verloren hat. Der Name steht für alle Menschen, die aufgrund ihres Geschlechts ermordet worden sind, erklärt Goliath. 2010 entstanden, werden in dieser Fotoserie Frauen gezeigt, die Berenice gedenken. Jedes Porträt steht für ein ungelebtes Lebensjahr.
2019 hat die südafrikanische Künstlerin während den Basler Dokumentartagen eine bewegende Performance aufgeführt, die sich mit der Erinnerung an die Opfer sexueller Gewalt auseinandergesetzt hat. Im gleichen Jahr entstand in Südafrika auch This song is for... Zum ersten Mal ist diese, mit enormem Aufwand entstandene Installation nun in der Schweiz zu sehen. Über zehn Frauen haben Gabrielle Goliath ihre persönliche Geschichte anvertraut. Alle Protagonistinnen haben eines gemeinsam: Sie sind Überlebende von Vergewaltigungen.
Auch bei dieser multimeldial umgesetzten Arbeit geht es um Erinnerung. Bei This song is for... widmen professionelle Musiker:innen den Opfern ein Lied. Es sind Songs, die direkt mit der Tat oder dem Leben der Betroffenen zusammenhängen. Jedes der Lieder dauert rund 15 Minuten. Denn zur Interpretation gehören minutenlange Wiederholungen gewisser Parts. "Glitches" wie es Gabrielle Goliath nennt, die verstörend wirken. Denn es sind mehrere Minuten, die die Zuhörenden aushalten müssen, um am Ende, den befreienden Schluss des Songs erleben zu können. Zu sechs der insgesamt elf Liedern, welche in der Video- und Soundinstallation interpretiert werden, gibt es auch eine Vinyl-Ausgabe. Infos dazu gibt es hier.
Die Ausstellung von Gabrielle Goliath ist noch bis zum 17.07.2022 im Kunsthaus Baselland zu sehen. Am 16. Juni ist die Künstlerin im Kunsthaus BL im artist-talk zu hören.
Gabrielle Goliath ist 1983 in in Kimberly (Südafrika) geboren. Ihre multidisziplinäre Arbeit hinterfragt die ungelösten Traumata von Kolonialismus und Apartheid, aber auch Gewalt gegen trans*, non-binary Menschen und Frauen. Sie promovierte am Institute for Creative Arts der University of Cape Town. Sie arbeitet und lebt in Johannesburg. Neben ihrer Tätigkeit als Künstlerin lehrt sie auch an der Universität. Ihre Kunst kann auch als politischer Aktivismus verstanden werden.
Zu den Auszeichnungen, die Gabrielle Goliath erhalten hat, gehören unter anderem der Future Generation Art Prize/Special Prize (2019), der Standard Bank Young Artist Award (2019) sowie der Preis des Institut Français, Afrique en Créations auf der Bamako Biennale (2017).
Programm
Montag, 16. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: Internetcafé Planet 13
20.00 Uhr
- +++abgesagt+++ Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass und texten mit dringlicher Zärtlichkeit gegen Hetze und performen mit "Hate Speech" gegen "Hate Speech". Das Line-Up: Alex Hadjistamov, Lea Butscher, Mary Milanovic, Susan Reznik, Jeremy Chavez, Julie Roth u.a. Das WORTSTELLWERK organisiert den Anlass im Literaturhaus Basel (Barfüssergasse 3, 4051 Basel). Eintritt frei.
- Ausstrahlung der Texte auf Radio X am Donnerstag 19. März, 18 Uhr und Samstag 21. März, 13 Uhr (Wdh.)
Dienstag, 17. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: Verein Mitstimme
Mittwoch, 18. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: GRA Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus
Donnerstag, 19. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: Projekt Netzwerk Antirassismus
18.00 Uhr
- Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass. Ausstrahlung derTexte.
Freitag, 20. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: Awareness Basel
14.00 Uhr
- +++abgesagt+++ Eine Tour durch die Altstadt: Spannendes und Unerwartetes über Basels Verflechtungen mit Afrika in Vergangenheit und Gegenwart. Führung auf Deutsch. Besammlung: vis-à-vis Restaurant Atlantis (Klosterberg 13). Eintritt frei.
19.30 Uhr
- +++abgesagt+++ Theatertraining und Improvisation zu: Die Begegnung mit «dem Fremden». Was ist mir fremd? Was passiert bei Vorurteilen? Offenes Training mit dem Theater Niemandsland im UNION (Klybeckstrasse 95, 4057 Basel), 1. Stock. Mitnehmen: Gemütliche Kleider. Eintritt frei.
Samstag, 21. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X : BaobabBooks «el reloj / die Uhr» von Nacha Vollenweider
13.00 Uhr
- Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass. Ausstrahlung derTexte.
14.00 Uhr
- +++abgesagt+++ Join us for a tour of the inner city and learn more about the entangled history of Basel and Africa. Meeting point: vis-à-vis Restaurant Atlantis (Klosterberg 13). The tour will take place in English and is free of charge.
16.00 Uhr
- Sendung zur beruflichen und sozialen Integration mit Personen aus Eritrea und Somalia auf Radio X, von Vitamin B/Radioschule klipp+klang
19.30 Uhr
- +++abgesagt+++ Talk zu hate speech/Hass im Netz: Am Internationalen Tag gegen Rassismus diskutieren Jolanda Spiess-Hegglin, Feministin, Netzaktivistin, Gründerin und Geschäftsführerin von #NetzCourage und Nora Refaeil, Vizepräsidentin der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus, Anwältin und Mediatorin sowie Martin R. Dean, Schriftsteller und Essayist. Begrüssung: Michael Wilke, Leiter Fachstelle Diversität und Integration des Präsidialdepartements Basel-Stadt. Moderation: Bernard Senn, Redaktor. In der Kaserne Basel, Rossstall 2. Eintritt frei. Ausstrahlung auf Radio X am Sonntag 22. März 10 Uhr, Donnerstag, 26. März 18 Uhr, Samstag, 28. März 13 Uhr.
22.00 Uhr, doors: 21 Uhr
- +++abgesagt+++ Konzert der Gaddafi Gals aus Berlin und Wien, die sich musikalisch zwischen Cloud-Rap und Avant-Garde-Pop bewegen. In ihren englischen Lyrics verbinden Gaddafi Gals gesellschaftliche Themen mit einer Prise Humor und Coolness. Ihre Musik ist Kunst und Politik in einem. Nicht politisch zu sein, sei in Zeiten von AfD und Trump gefährlich, so Gaddafi Gals. Eintritt 15 CHF, in der Kaserne Basel, Rossstall 1.
Sonntag, 22. März
10.00 Uhr
- Ausstrahlung der Diskussion vom 21. März: Talk zu "hate speech/Hass im Netz" mit Jolanda Spiess-Hegglin, Nora Refaeil, Martin R. Dean, Bernard Senn
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: Kantonspolizei Basel-Stadt
16.15 Uhr
- +++abgesagt+++ "Du heiratest einen von uns!" Wie erkennen wir rassistische Diskriminierung bei der Partnerwahl und wie gehen wir damit um? Speed Dating und partizipative Diskussion mit jungen Erwachsenen diverser Religionstraditionen, Fachpersonen und Vertreter*innen weiterer Interessengruppen. Die Veranstaltung wird im Rahmen von "Dialogue en Route" IRAS COTIS mit der Fachstelle Zwangsheirat organisiert. In der KLARA (Clarastrasse 13, 4058 Basel). Eintritt frei.
Samstag, 28. März
16.00 Uhr
- Sendung «(k)ein Rassismusproblem?»: Das Stadtrand-Team von Radio X mit dem anderen Blick auf Rassismus. Sonntag, 29. März um 10 Uhr (Wdh.)
Kontakt
rebecca.haeusel@radiox.ch
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Die Woche gegen Rassismus wird unterstützt durch: