Woche gegen Rassismus 2020
Aktivitäten in Basel vom 16.-22. März 2020
Radio X organisiert in Basel-Stadt die Woche gegen Rassismus. Damit wollen wir ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung setzen.
Aufgrund der "ausserordentlichen Lage" und den Verordnungen des Bundes (Stand: 16.3.2020) können die öffentlichen Veranstaltungen nicht wie geplant durchgeführt werden. Das Programm auf dem Sender findet statt, das Programm findet ihr hier.
Die Woche
Radio X setzt in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Organisationen und Beteiligten ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung. Ziel ist es, die lokale Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren und gemeinsam in einen Dialog zu treten.
Die GPK präsentiert ihren Bericht zur Kantonspolizei Basel-Stadt
Ein neuer Bericht der Geschäftsprüfungskomission des Grossen Rates stellt nun fest, dass in der Kantonspolizei weiterhin strukturelle Probleme mit Sexismus, Rassismus und Antisemitismus sowie ein weitreichenden Personalmangel vorhanden sind. Weiter zeigt der Bericht verschiedene Bedenken bezüglich dem "Bericht Schefer" aus dem Jahr 2024. Eine Zusammenfassung des Berichtes und ein Interview findest du in diesem Beitrag. von Brais Jequier Ramos
26.02.05. Bericht der GKP zur KaPo
Im Jahr 2024 hatte der "Bericht Schefer" strukturelle Probleme Sexismus, Rassismus und Antisemitismus, sowie einen Personalmangel in der Basler Kantonspolizei aufgezeigt. Ein neuer Bericht der Geschäftsprüfungskomission des Grossen Rates stellt nun fest, dass die Probleme weiterhin bestehen. Diese Ergebnisse präsentierte die GPK heute Morgen, 05.02.2026 den Medien. In einem Bericht zeigte die Geschäftsprüfungskommission primär einen grossen Personalmangel und schwerwiegende Probleme in der Arbeitskultur bei der Kantonspolizei Basel. So seien in der Kantonspolizei strukturelle Probleme mit Sexismus, Rassismus und Antisemitismus weiterhin vorhanden. Weiter zeigte der Bericht auch weitreichende Problematiken rund um die Vergabe und der Entstehung des «Bericht Schefer».
Neues über den "Bericht Schefer"
Der «Bericht Schefer» (Abklärungen über die Personalsituation bei der Kantonspolizei Basel-Stadt) ist 2024 erschienen und hat strukturelle Probleme mit Sexismus, Rassismus und Antisemitismus in der Kantonspolizei hervorgebracht.
Der Bericht hatte unter anderem zur Freistellung des damaligen Polizeikommandanten Martin Roth, wie auch anderer Führungskräfte bei der Kantonspolizei Basel-Stadt, geführt. Der Bericht wurde damals von Prof. Dr. Markus Schefer durch Befragungen von rund einem Drittel der Belegschaft der Kantonspolizei erstellt (372 von rund 1000 Angestellten). Damit sei der Bericht, der GPK zufolge, repräsentativ. Diese Befragungen wurden mittlerweile gelöscht, weshalb die Geschäftsprüfungskommission für diesen Bericht keinen Zugriff darauf hatte. Dies habe die Erstellung des Berichtes erschwert.
Darin sieht die GPK eine Vertragsverletzung seitens Prof. Dr. Schäfer. Weiter wurde eine Nähe von Prof. Dr. Schäfer zur Basler Kantonspolizei wie auch zur Vorsteherin des Justiz- und Sicherheitsdepartments, Stephanie Eyemann, festgestellt. An der Pressekonferenz war von Telefonaten und diversen gemeinsamen Abendessen die Rede. Die Geschäftsprüfungskommission sieht deshalb einen Fehler in der damaligen Vergabe des Berichtes an Prof. Dr. Markus Schefer. Stephanie Eyemann habe allerdings keinen Einfluss auf die Auftragsvergabe an Prof. Dr. Schäfer gehabt.
Ausserdem habe der Mandatsvertrag den Prof. Dr. Schäfer erhalten hat, nur die Unterschrift von dem damaligen Polizeikommandanten Martin Roth. Das ist ein Verstoss gegen die Unterschriftenregelung der Kantonspolizei, nach der zumindest noch eine weitere Unterschrift der Polizeileitung nötig wäre.
Weiter stellte die GPK fest, dass dem damaligen Kommandanten Markus Roth und der damaligen Polizeileitung kein Fehlverhalten nachgewiesen werden konnte. Trotzdem sei die Beendigung des Arbeitsverhältnisses kein Fehler gewesen.
"Kulturproblem": Sexismus, Rassismus und Antisemitismus
Der Bericht von Schefer hatte 2024 dargelegt, dass in Teilen der Kantonspolizei Basel-Stadt eine Kultur herrscht, in der es zu Sexismus-, Antisemitismus- und Rassismusvorfällen gekommen ist. Dazu bestand in Teilen der Kantonspolizei eine «Kultur des Wegschauens», anstatt das Melden dieser.
Die GPK empfiehlt deshalb, das Problem des Sexismus als ein strukturelles Problem anzusehen und es als solches anzugehen. Die notwendigen Massnahmen zur Vermeidung von Sexismus sollen ergriffen werden. Weiter empfiehlt die GPK, bei der Rekrutierung stärker auch Frauen anzusprechen und Schulungen zum Thema Sexismus durchzuführen. Besonders bei Führungskräften und Polizeimitarbeitenden, die in Themenfeldern wie häuslicher Gewalt und Prostitution tätig sind.
Weiter empfiehlt die GKP, «klare Prozesse» für geschützte Meldungen rassistischen Fehlverhaltens aufzustellen und die Schaffung einer polizeiexternen Beschwerdestelle. Dabei sollen die Einreicher*innen von Beschwerden vor möglichen negativen Folgen innerhalb der Polizei geschützt werden.
Zum Personalunterbestand
Zwischen 2021 und 2024 ist die Zahl an unbesetzten Stellen bei der Kantonspolizei infolge von Kündigungen gestiegen. Die Geschäftsprüfungskommission des Grossen Rates stellte fest, dass Frauen bei den Kündigungen von Arbeitnehmenden in der Altersspanne zwischen 25 und 44 überproportional stark vertreten sind. Die Kündigungsgründe wurden bei der Kantonspolizei allerdings nicht erfasst.
Als mögliche Gründe für die Unterbesetzung ergaben sich für die GPK eine hohe Arbeitsbelastung, verschiedene Kulturprobleme und tiefe Einstiegslöhne.
Dabei seien die Einstiegslöhne unterdurchschnittlich und es herrsche Verbesserungsbedarf bei der Entlöhnung von Wochenendeinsätzen und Zusatzdiensten. Die Sicherheit der Bevölkerung Basel-Stadts sei allerdings trotz Personalmangel nie gefährdet gewesen.
Dem Bericht der GPK (sowie dem Bericht Schefers) nach habe die schlechte Zusammenarbeit der HR-(Human-Ressources-)Abteilungen, also zwischen der zentralen HR Basel-Stadt im Finanzdepartement, der HR des Justiz- und Sicherheitsdepartements und der HR der Kantonspolizei, einen Einfluss auf den Personalmangel und besonders auf die fehlenden Lösungen für dieses Problem.
Den gesamten Bericht findest du auf der Website des Kantons Basel-Stadt.
Programm
Montag, 16. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: Internetcafé Planet 13
20.00 Uhr
- +++abgesagt+++ Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass und texten mit dringlicher Zärtlichkeit gegen Hetze und performen mit "Hate Speech" gegen "Hate Speech". Das Line-Up: Alex Hadjistamov, Lea Butscher, Mary Milanovic, Susan Reznik, Jeremy Chavez, Julie Roth u.a. Das WORTSTELLWERK organisiert den Anlass im Literaturhaus Basel (Barfüssergasse 3, 4051 Basel). Eintritt frei.
- Ausstrahlung der Texte auf Radio X am Donnerstag 19. März, 18 Uhr und Samstag 21. März, 13 Uhr (Wdh.)
Dienstag, 17. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: Verein Mitstimme
Mittwoch, 18. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: GRA Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus
Donnerstag, 19. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: Projekt Netzwerk Antirassismus
18.00 Uhr
- Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass. Ausstrahlung derTexte.
Freitag, 20. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: Awareness Basel
14.00 Uhr
- +++abgesagt+++ Eine Tour durch die Altstadt: Spannendes und Unerwartetes über Basels Verflechtungen mit Afrika in Vergangenheit und Gegenwart. Führung auf Deutsch. Besammlung: vis-à-vis Restaurant Atlantis (Klosterberg 13). Eintritt frei.
19.30 Uhr
- +++abgesagt+++ Theatertraining und Improvisation zu: Die Begegnung mit «dem Fremden». Was ist mir fremd? Was passiert bei Vorurteilen? Offenes Training mit dem Theater Niemandsland im UNION (Klybeckstrasse 95, 4057 Basel), 1. Stock. Mitnehmen: Gemütliche Kleider. Eintritt frei.
Samstag, 21. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X : BaobabBooks «el reloj / die Uhr» von Nacha Vollenweider
13.00 Uhr
- Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass. Ausstrahlung derTexte.
14.00 Uhr
- +++abgesagt+++ Join us for a tour of the inner city and learn more about the entangled history of Basel and Africa. Meeting point: vis-à-vis Restaurant Atlantis (Klosterberg 13). The tour will take place in English and is free of charge.
16.00 Uhr
- Sendung zur beruflichen und sozialen Integration mit Personen aus Eritrea und Somalia auf Radio X, von Vitamin B/Radioschule klipp+klang
19.30 Uhr
- +++abgesagt+++ Talk zu hate speech/Hass im Netz: Am Internationalen Tag gegen Rassismus diskutieren Jolanda Spiess-Hegglin, Feministin, Netzaktivistin, Gründerin und Geschäftsführerin von #NetzCourage und Nora Refaeil, Vizepräsidentin der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus, Anwältin und Mediatorin sowie Martin R. Dean, Schriftsteller und Essayist. Begrüssung: Michael Wilke, Leiter Fachstelle Diversität und Integration des Präsidialdepartements Basel-Stadt. Moderation: Bernard Senn, Redaktor. In der Kaserne Basel, Rossstall 2. Eintritt frei. Ausstrahlung auf Radio X am Sonntag 22. März 10 Uhr, Donnerstag, 26. März 18 Uhr, Samstag, 28. März 13 Uhr.
22.00 Uhr, doors: 21 Uhr
- +++abgesagt+++ Konzert der Gaddafi Gals aus Berlin und Wien, die sich musikalisch zwischen Cloud-Rap und Avant-Garde-Pop bewegen. In ihren englischen Lyrics verbinden Gaddafi Gals gesellschaftliche Themen mit einer Prise Humor und Coolness. Ihre Musik ist Kunst und Politik in einem. Nicht politisch zu sein, sei in Zeiten von AfD und Trump gefährlich, so Gaddafi Gals. Eintritt 15 CHF, in der Kaserne Basel, Rossstall 1.
Sonntag, 22. März
10.00 Uhr
- Ausstrahlung der Diskussion vom 21. März: Talk zu "hate speech/Hass im Netz" mit Jolanda Spiess-Hegglin, Nora Refaeil, Martin R. Dean, Bernard Senn
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: Kantonspolizei Basel-Stadt
16.15 Uhr
- +++abgesagt+++ "Du heiratest einen von uns!" Wie erkennen wir rassistische Diskriminierung bei der Partnerwahl und wie gehen wir damit um? Speed Dating und partizipative Diskussion mit jungen Erwachsenen diverser Religionstraditionen, Fachpersonen und Vertreter*innen weiterer Interessengruppen. Die Veranstaltung wird im Rahmen von "Dialogue en Route" IRAS COTIS mit der Fachstelle Zwangsheirat organisiert. In der KLARA (Clarastrasse 13, 4058 Basel). Eintritt frei.
Samstag, 28. März
16.00 Uhr
- Sendung «(k)ein Rassismusproblem?»: Das Stadtrand-Team von Radio X mit dem anderen Blick auf Rassismus. Sonntag, 29. März um 10 Uhr (Wdh.)
Kontakt
rebecca.haeusel@radiox.ch
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