Woche gegen Rassismus 2020

 
Aktivitäten in Basel vom 16.-22. März 2020

Radio X organisiert in Basel-Stadt die Woche gegen Rassismus. Damit wollen wir ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung setzen.

Aufgrund der "ausserordentlichen Lage" und den Verordnungen des Bundes (Stand: 16.3.2020) können die öffentlichen Veranstaltungen nicht wie geplant durchgeführt werden. Das Programm auf dem Sender findet statt, das Programm findet ihr hier

Die Woche

Radio X setzt in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Organisationen und Beteiligten ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung. Ziel ist es, die lokale Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren und gemeinsam in einen Dialog zu treten. 

Symbolbild

Ein Haustier gegen die Einsamkeit

Zu Zeiten der Pandemie sind wir mehr zu Hause als sonst. Der Wunsch nach einem Haustier wuchs bei vielen und die Tierheime erhalten deutlich mehr Anfragen als im Vorjahr. Doch das ist nicht wirklich ein Grund zur Freude. von Noemie Keller

21.02.19 Haustiere gegen Einsamkeit

Isolierte Menschen sehnen sich nach tierischer Begleitung, das führt zu teilweise überstürzten Käufen oder illegalen Importen.

Im Katzenheim in Muttenz so wie im Tierheim an der Birs sei die Nachfrage nach einem Tier extrem gestiegen. So seien für fünf Welpen um die 150 Anfragen eingegangen, sagt Béatrice Kirn, Geschäftsleitung des Tierschutz beider Basel, welches das Tierheim an der Birs führt. 

Trotzdem sei das kein Grund zur Freude, sagt Béatrice Kirn: "Es macht uns Sorgen, weil wir ein Ausnahmejahr hatten. Im Coronajahr stieg die Anschaffung von Hundewelpen über das Internet und diese Tiere sind nachweislich aus tierquälerischen Massenproduktionen aus osteuropäischen Ländern."

Im vergangenen Jahr hatte das Veterinäramt Basel-Stadt 31 Fälle (es können auch mehrere Tiere pro Fall sein) von illegalem Import festgestellt. Zum Vergleich: Im 2019 waren es acht Fälle und im 2018 lag die Zahl bei 16. Die Nachfrage nach Haustieren war im 2020 anscheinend so hoch, dass vermehrt auf unseriöse Zuchten aus dem Ausland zurückgegriffen wurde.

Nicht nur, dass dadurch der illegale Handel unterstützt wird, einige Halter seien überfordert mit den Tieren und würden sie dann ins Tierheim bringen."Wir hatten bereits Abgaben. Diese Tiere funktionieren nicht so, wie es der Halter gerne gehabt hätte. Das heisst, sie sind nicht stubenrein oder sind zum Teil schon krank. Die Halter sind überfordert, weil man Welpen eben beschäftigen und erziehen muss, ansonsten bellen sie nur, werden krank oder zeigen Verhaltensauffälligkeiten", sagt Béatrice Kirn.

Die Anzahl der Leute, die ein Haustier ins Tierheim abgeben, weil sie es unüberlegt gekauft und den Aufwand unterschätzt haben, sei um etwa zehn Prozent gestiegen, sagt Kirn weiter. Dazu kommt, dass die Tiere, die abgegeben werden, meistens krank sind oder Verhaltensprobleme aufzeigen.

Momentan befänden sich im Tierheim an der Birs 112 Tiere, normalerweise wären es um die Fasnachtszeit um die 380 Tiere. Das liege einerseits an den fehlenden Ferientieren, aber andererseits habe es auch weniger Verzichts- und Findeltiere im 2020 gegeben. Jedoch stiegen die Abgaben durch eben diese Leute, die sich unüberlegt ein Tier zugelegt haben. Béatrice Kirn befürchtet, dass dies nur der Anfang sei: "Viele liebäugeln ja schon lange mit einem Haustier, aber es ging bis jetzt einfach nicht. Jetzt, da sie Zeit haben, legen sie sich ein Tier zu. Das ist ja eigentlich gut gemeint und nicht böse, aber die Normalität wird irgendwann zurückkehren und wir rechnen eigentlich alle damit, dass sich die Interessen wieder verschieben werden."

Auch das Katzenheim vom Tierschutzbund Basel befürchtet, dass viele Katzen wieder abgegeben werden, sobald wieder Normalität herrscht, sagt Teamleiter Joël Hofer: "Dann muss man wieder arbeiten. Die Tiere kommen folglich zu kurz, werden unterfordert, fangen an, Probleme zu machen. Und dann gibt man sie wieder ab."

Bleibt zu hoffen, dass diese Befürchtungen nicht eintreffen. Falls du auch mit dem Gedanken spielst, dir ein Haustier zu besorgen, dann wäge sorgfältig ab, ob du in deinem normalen Alltag auch noch genug Zeit für das Tier hast. Und unbedingt darauf achten, dass du dein Haustier von einem seriösen Züchter holst! Denn ansonsten unterstützt du nicht nur tierunwürdige Massenzuchten unter den schlechtesten Bedingungen, im schlimmsten Fall unterzeichnest du damit das Todesurteil für deinen Welpen.

Welpen unter sieben Monaten dürfen nicht aus Ländern mit urbaner Tollwut (z.B. Serbien, Türkei, Marokko, etc.) importiert werden und bei Hunden, die älter als sieben Monate sind, ist es stark reglementiert. Hunde, die die Einfuhrbedingungen bezüglich Tollwut nicht erfüllen, müssen auf Kosten des Einführers oder des Halters wieder ins Ursprungsland zurückgebracht werden. Gelingt dies  nicht, müssen sie vom Veterinäramt eingeschläfert werden.

Dr.med.vet. Michel Laszlo, Kantonstierarzt und Leiter vom Veterinäramt Basel-Stadt: "Die Gedankenlosigkeit mancher Importeure kann im schlimmsten Fall also auch das Todesurteil solcher Tiere bedeuten (aus seuchenpolizeilichen Gründen und da die Tollwut auch für Menschen lebensgefährlich ist, somit leider Nulltoleranz)."

Das macht eine seriöse Zucht aus

Viele Angebote im Internet aber auch in der Schweiz sind nicht seriös. Hier findest du die komplette Broschüre des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV zum Thema Hundekauf. Es folgen drei Auszüge aus der Broschüre, in denen steht, wie du einen seriösen Züchter erkennen kannst!

Broschüre des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV 
Broschüre des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV 
Broschüre des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV 

Informationen zum Import

Du findest hier alle Informationen zum Reisen mit Heimtieren. 

 

Programm

Montag, 16. März

11.30/16.30 Uhr

20.00 Uhr

  • +++abgesagt+++ Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass und texten mit dringlicher Zärtlichkeit gegen Hetze und performen mit "Hate Speech" gegen "Hate Speech". Das Line-Up: Alex Hadjistamov, Lea Butscher, Mary Milanovic, Susan Reznik, Jeremy Chavez, Julie Roth u.a. Das WORTSTELLWERK organisiert den Anlass im Literaturhaus Basel (Barfüssergasse 3, 4051 Basel). Eintritt frei.
  • Ausstrahlung der Texte auf Radio X am Donnerstag 19. März, 18 Uhr und Samstag 21. März, 13 Uhr (Wdh.)

 

Dienstag, 17. März

11.30/16.30 Uhr

 

Mittwoch, 18. März

11.30/16.30 Uhr

 

Donnerstag, 19. März

11.30/16.30 Uhr

18.00 Uhr

  • Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass. Ausstrahlung derTexte.

 

Freitag, 20. März

11.30/16.30 Uhr

14.00 Uhr

  • +++abgesagt+++ Eine Tour durch die Altstadt: Spannendes und Unerwartetes über Basels Verflechtungen mit Afrika in Vergangenheit und Gegenwart. Führung auf Deutsch. Besammlung: vis-à-vis Restaurant Atlantis (Klosterberg 13). Eintritt frei.

19.30 Uhr

  • +++abgesagt+++ Theatertraining und Improvisation zu: Die Begegnung mit «dem Fremden». Was ist mir fremd? Was passiert bei Vorurteilen? Offenes Training mit dem Theater Niemandsland im UNION (Klybeckstrasse 95, 4057 Basel), 1. Stock. Mitnehmen: Gemütliche Kleider. Eintritt frei.

 

Samstag, 21. März

11.30/16.30 Uhr

  • Beitrag auf Radio X : BaobabBooks «el reloj / die Uhr» von Nacha Vollenweider

13.00 Uhr

  • Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass. Ausstrahlung derTexte.

14.00 Uhr

  • +++abgesagt+++ Join us for a tour of the inner city and learn more about the entangled history of Basel and Africa. Meeting point: vis-à-vis Restaurant Atlantis (Klosterberg 13). The tour will take place in English and is free of charge.

16.00 Uhr

19.30 Uhr

  • +++abgesagt+++ Talk zu hate speech/Hass im Netz: Am Internationalen Tag gegen Rassismus diskutieren Jolanda Spiess-Hegglin, Feministin, Netzaktivistin, Gründerin und Geschäftsführerin von #NetzCourage und Nora Refaeil, Vizepräsidentin der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus, Anwältin und Mediatorin sowie Martin R. Dean, Schriftsteller und Essayist. Begrüssung: Michael Wilke, Leiter Fachstelle Diversität und Integration des Präsidialdepartements Basel-Stadt. Moderation: Bernard Senn, Redaktor. In der Kaserne Basel, Rossstall 2. Eintritt frei. Ausstrahlung auf Radio X am Sonntag 22. März 10 Uhr, Donnerstag, 26. März 18 Uhr, Samstag, 28. März 13 Uhr.

22.00 Uhr, doors: 21 Uhr

  • +++abgesagt+++ Konzert der Gaddafi Gals aus Berlin und Wien, die sich musikalisch zwischen Cloud-Rap und Avant-Garde-Pop bewegen. In ihren englischen Lyrics verbinden Gaddafi Gals gesellschaftliche Themen mit einer Prise Humor und Coolness. Ihre Musik ist Kunst und Politik in einem. Nicht politisch zu sein, sei in Zeiten von AfD und Trump gefährlich, so Gaddafi Gals. Eintritt 15 CHF, in der Kaserne Basel, Rossstall 1.

 

Sonntag, 22. März

10.00 Uhr

  • Ausstrahlung der Diskussion vom 21. März: Talk zu "hate speech/Hass im Netz" mit Jolanda Spiess-Hegglin, Nora Refaeil, Martin R. Dean, Bernard Senn

11.30/16.30 Uhr

16.15 Uhr

  • +++abgesagt+++ "Du heiratest einen von uns!" Wie erkennen wir rassistische Diskriminierung bei der Partnerwahl und wie gehen wir damit um? Speed Dating und partizipative Diskussion mit jungen Erwachsenen diverser Religionstraditionen, Fachpersonen und Vertreter*innen weiterer Interessengruppen. Die Veranstaltung wird im Rahmen von "Dialogue en Route" IRAS COTIS mit der Fachstelle Zwangsheirat organisiert. In der KLARA (Clarastrasse 13, 4058 Basel). Eintritt frei.

 

Samstag, 28. März

16.00 Uhr

  • Sendung «(k)ein Rassismusproblem?»: Das Stadtrand-Team von Radio X mit dem anderen Blick auf Rassismus. Sonntag, 29. März um 10 Uhr (Wdh.)

 

 

Kontakt

rebecca.haeusel@radiox.ch

Social Media

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Die Woche gegen Rassismus wird unterstützt durch: