Woche gegen Rassismus 2020

 
Aktivitäten in Basel vom 16.-22. März 2020

Radio X organisiert in Basel-Stadt die Woche gegen Rassismus. Damit wollen wir ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung setzen.

Aufgrund der "ausserordentlichen Lage" und den Verordnungen des Bundes (Stand: 16.3.2020) können die öffentlichen Veranstaltungen nicht wie geplant durchgeführt werden. Das Programm auf dem Sender findet statt, das Programm findet ihr hier

Die Woche

Radio X setzt in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Organisationen und Beteiligten ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung. Ziel ist es, die lokale Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren und gemeinsam in einen Dialog zu treten. 

Kerosin95: Haltung statt Hype

Der queere Rapper Kerosin95 ist zurück – frecher, politischer und kompromissloser denn je. Mit dem Album „Coming Out“ sagt er, zusammen mit DJ Osive, den Erwartungen der Musikindustrie den Kampf an, thematisiert Transfeindlichkeit, Rassismus und Kapitalismus und nimmt dafür weniger Geld und weniger Gigs in Kauf. Trotzdem scheint es sich für Kerosin95 zu lohnen. von odile šobačić

rap

26.01.09 Kerosin95 Coming Out

Kerosin95

Wer hatte nicht schon einmal den Mund gehalten für mehr Erfolg – im Job, in der Liebe oder bei der Wohnungssuche? Der queere RapperKerosin95 pfeift bewusst auf kommerziellen Erfolg im Musikbusiness. Nach drei Jahren Pause ist Kem als Kerosin95 zurück: frecher, verspielter und politischer denn je.

«Coming Out» als künstlerischer Neustart

Gemeinsam mit Produzent DJ Osive ist Kerosin95 aktuell mit dem neuen Album „Coming Out“ auf Tour. Der Albumtitel steht für einen klaren Schnitt mit alten Erwartungen. „Coming Out“ sei ein Ausbruch aus den Vorgaben der grossen Musikindustrie und was man leisten müsse und wie man sich verhalten solle, um finanziell erfolgreich zu sein.

Kein Platz für Faschisten und Kapitalisten im Musikbusiness

Mit sogenannten Faschisten und Kapitalisten im Musikbusiness will Kerosin95 nichts mehr zu tun haben. Für Erfolg wolle er sich nicht verstellen, sagt der Rapper. Stattdessen gehe es darum, sich in den eigenen Werten zu verwurzeln, schöne Musik zu machen und Spass daran zu haben. Kem sagt, wenn er sich schon als weisser Typ Rap aneignet, dann müsse die Musik zumindest politisch sein.

Rap als politisches Werkzeug

Zusammen mit Produzent Osive schreibt Kerosin95 Disstracks gegen Transfeindlichkeit, ruft auf Social Media zu Spenden auf und rappt in „Outrage ft. Sorah“ über Rassismus im Zusammenhang mit dem Genozid in Palästina. Dabei thematisiert Kerosin95 auch die Rolle europäischer Länder wie Österreich, etwa durch die Rüstungsindustrie.

Weniger Geld, weniger Gigs – und trotzdem zufrieden

Dass nicht alle mit dieser Haltung einverstanden sind, bekommt Kerosin95 zu spüren. Er werde nur noch etwa halb so oft für Konzerte eingeladen, und in gewissen Städten kämen weniger Leute als früher. Das sei kaum überraschend: Es gebe immer Menschen, die sich daran störten, wenn politisch wichtige Themen angesprochen würden, meint Kem.

Wer versuche, nicht mit Faschisten oder rein geldorientierten Kapitalisten zusammenzuarbeiten, verbaue sich zwar viele Kontakte. Gleichzeitig entstehe so aber eine bewusste Auswahl an Menschen, sagt Kerosin95. Er hätte nur noch Kontakt mit den besten Leuten und Kollektiven und in den süssesten Locations, sagt Kem.

Real bleiben statt reich werden

Finanziell bedeutet diese Haltung einen Einschnitt. Kerosin95 verdient heute nur noch rund halb so viel mit seiner Musik und finanziert sich hauptsächlich über Merch-Verkäufe auf Bandcamp sowie über die Tickets der Coming-Out-Tour. Für ihn ist trotzdem klar: Das Blatt vor dem Mund wegzureissen hat sich gelohnt. Sich selbst treu zu bleiben und für das einzustehen, woran man glaubt, kann eben mehr wert sein als das grosse Geld.

Programm

Montag, 16. März

11.30/16.30 Uhr

20.00 Uhr

  • +++abgesagt+++ Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass und texten mit dringlicher Zärtlichkeit gegen Hetze und performen mit "Hate Speech" gegen "Hate Speech". Das Line-Up: Alex Hadjistamov, Lea Butscher, Mary Milanovic, Susan Reznik, Jeremy Chavez, Julie Roth u.a. Das WORTSTELLWERK organisiert den Anlass im Literaturhaus Basel (Barfüssergasse 3, 4051 Basel). Eintritt frei.
  • Ausstrahlung der Texte auf Radio X am Donnerstag 19. März, 18 Uhr und Samstag 21. März, 13 Uhr (Wdh.)

 

Dienstag, 17. März

11.30/16.30 Uhr

 

Mittwoch, 18. März

11.30/16.30 Uhr

 

Donnerstag, 19. März

11.30/16.30 Uhr

18.00 Uhr

  • Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass. Ausstrahlung derTexte.

 

Freitag, 20. März

11.30/16.30 Uhr

14.00 Uhr

  • +++abgesagt+++ Eine Tour durch die Altstadt: Spannendes und Unerwartetes über Basels Verflechtungen mit Afrika in Vergangenheit und Gegenwart. Führung auf Deutsch. Besammlung: vis-à-vis Restaurant Atlantis (Klosterberg 13). Eintritt frei.

19.30 Uhr

  • +++abgesagt+++ Theatertraining und Improvisation zu: Die Begegnung mit «dem Fremden». Was ist mir fremd? Was passiert bei Vorurteilen? Offenes Training mit dem Theater Niemandsland im UNION (Klybeckstrasse 95, 4057 Basel), 1. Stock. Mitnehmen: Gemütliche Kleider. Eintritt frei.

 

Samstag, 21. März

11.30/16.30 Uhr

  • Beitrag auf Radio X : BaobabBooks «el reloj / die Uhr» von Nacha Vollenweider

13.00 Uhr

  • Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass. Ausstrahlung derTexte.

14.00 Uhr

  • +++abgesagt+++ Join us for a tour of the inner city and learn more about the entangled history of Basel and Africa. Meeting point: vis-à-vis Restaurant Atlantis (Klosterberg 13). The tour will take place in English and is free of charge.

16.00 Uhr

19.30 Uhr

  • +++abgesagt+++ Talk zu hate speech/Hass im Netz: Am Internationalen Tag gegen Rassismus diskutieren Jolanda Spiess-Hegglin, Feministin, Netzaktivistin, Gründerin und Geschäftsführerin von #NetzCourage und Nora Refaeil, Vizepräsidentin der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus, Anwältin und Mediatorin sowie Martin R. Dean, Schriftsteller und Essayist. Begrüssung: Michael Wilke, Leiter Fachstelle Diversität und Integration des Präsidialdepartements Basel-Stadt. Moderation: Bernard Senn, Redaktor. In der Kaserne Basel, Rossstall 2. Eintritt frei. Ausstrahlung auf Radio X am Sonntag 22. März 10 Uhr, Donnerstag, 26. März 18 Uhr, Samstag, 28. März 13 Uhr.

22.00 Uhr, doors: 21 Uhr

  • +++abgesagt+++ Konzert der Gaddafi Gals aus Berlin und Wien, die sich musikalisch zwischen Cloud-Rap und Avant-Garde-Pop bewegen. In ihren englischen Lyrics verbinden Gaddafi Gals gesellschaftliche Themen mit einer Prise Humor und Coolness. Ihre Musik ist Kunst und Politik in einem. Nicht politisch zu sein, sei in Zeiten von AfD und Trump gefährlich, so Gaddafi Gals. Eintritt 15 CHF, in der Kaserne Basel, Rossstall 1.

 

Sonntag, 22. März

10.00 Uhr

  • Ausstrahlung der Diskussion vom 21. März: Talk zu "hate speech/Hass im Netz" mit Jolanda Spiess-Hegglin, Nora Refaeil, Martin R. Dean, Bernard Senn

11.30/16.30 Uhr

16.15 Uhr

  • +++abgesagt+++ "Du heiratest einen von uns!" Wie erkennen wir rassistische Diskriminierung bei der Partnerwahl und wie gehen wir damit um? Speed Dating und partizipative Diskussion mit jungen Erwachsenen diverser Religionstraditionen, Fachpersonen und Vertreter*innen weiterer Interessengruppen. Die Veranstaltung wird im Rahmen von "Dialogue en Route" IRAS COTIS mit der Fachstelle Zwangsheirat organisiert. In der KLARA (Clarastrasse 13, 4058 Basel). Eintritt frei.

 

Samstag, 28. März

16.00 Uhr

  • Sendung «(k)ein Rassismusproblem?»: Das Stadtrand-Team von Radio X mit dem anderen Blick auf Rassismus. Sonntag, 29. März um 10 Uhr (Wdh.)

 

 

Kontakt

rebecca.haeusel@radiox.ch

Social Media

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Die Woche gegen Rassismus wird unterstützt durch: