Woche gegen Rassismus 2020

 
Aktivitäten in Basel vom 16.-22. März 2020

Radio X organisiert in Basel-Stadt die Woche gegen Rassismus. Damit wollen wir ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung setzen.

Aufgrund der "ausserordentlichen Lage" und den Verordnungen des Bundes (Stand: 16.3.2020) können die öffentlichen Veranstaltungen nicht wie geplant durchgeführt werden. Das Programm auf dem Sender findet statt, das Programm findet ihr hier

Die Woche

Radio X setzt in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Organisationen und Beteiligten ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung. Ziel ist es, die lokale Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren und gemeinsam in einen Dialog zu treten. 

Ein blau schimmerndes Rechteck, symbolisch für Technologie, aus dem grüne Pflanzen spriessen.

KI: Hoffnungsträger und Klimabelastung zugleich

Künstliche Intelligenz steckt längst in unserem Alltag, doch sie hat einen versteckten Preis: Der Energieverbrauch von KI-Anwendungen ist enorm und oft intransparent. Gleichzeitig könnte KI helfen, Ressourcen effizienter zu nutzen und CO₂-Emissionen zu senken. Wir haben mit Dr. Ricardo Chavarriaga, Leitung der Responsible AI Innovation Group am Centre for Artificial Intelligence der ZHAW über dieses Spannungsfeld gesprochen. von Noemie Keller

25.07.18 KI und Nachhaltigkeit

Was für einen Einfluss hat Künstliche Intelligenz auf die Umwelt und wie können wir sie für Nachhaltigkeit gezielt einsetzen? Wir haben mit Dr. Ricardo Chavarriaga gsprochen.

Viele von uns nutzen Tools wie ChatGPT, Midjourney oder Gemini regelmässig als persönliche Assistenzsysteme. Allein ChatGPT zählt inzwischen rund 800 Millionen wöchentliche User weltweit.

Doch was für uns nur ein schnelles Tippen ins Smartphone ist, verbirgt einen massiven infrastrukturellen Aufwand. Jede unserer Anfragen wird in einem Rechenzentrum verarbeitet und diese Rechenzentren sind energie- und wasserintensiv: Sie benötigen enorme Mengen Strom und Kühlung, um KI-Modelle nicht nur bereitzustellen, sondern auch kontinuierlich zu trainieren.

Rechenzentren betreiben natürlich nicht nur KI-Dienste: Auch beispielsweise das Streamen von Netflix oder Google-Searches. Doch mit dem Boom von KI steigt auch der Energieverbrauch. Bereits jetzt verbrauchen Rechenzentren so viel Energie wie ein kleines Land. Laut einem Bericht der International Energy Agency könnte sich der Energieverbrauch von Rechenzentren weltweit bis 2030 verdoppeln und auf ein Niveau steigen, das dem heutigen Verbrauch von ganz Japan entspricht, einem der zehn energieintensivsten Länder der Welt. Wie viel Energie KI aber tatsächlich verbraucht, ist unklar. Manche Schätzungen gehen davon aus, dass eine Anfrage an ChatGPT zehnmal so viel Energie verbraucht wie eine klassische Google-Suche. Andere schätzen den Unterschied nur minimal.

Das Problem: Transparenz fehlt. Unternehmen wie OpenAI geben nur eingeschränkt Auskunft darüber, wie viel Energie ihre Systeme tatsächlich verbrauchen. Selbst wenn der CEO von OpenAI einmal angab, dass eine ChatGPT-Anfrage rund 0,34 Wattstunden benötige, das entspricht ungefähr dem Energieverbrauch eines Ofens in etwas mehr als einer Sekunde, bleibt offen, was genau in diese Berechnung einfloss. Ohne detaillierte Daten lässt sich der ökologische Fussabdruck von KI schwer beziffern und ebenso schwer regulieren.

Aber KI und Nachhaltigkeit sind nicht nur ein Gegensatz. KI bietet auch enormes Potenzial, Ressourcen effizienter zu nutzen: zum Beispiel beim Monitoring von Energieverbrauch, der Optimierung von Prozessen oder der Vorhersage von CO₂-Emissionen. Laut Studien des Grantham Research Institute on Climate Change and the Environment und Systemiq könnte KI in Branchen wie Lebensmittelproduktion, Energie oder Transport weltweit bis 2035 zwischen 3,2 und 5,4 Milliarden Tonnen CO₂ jährlich einsparen, eine relevante Entlastung für das Klima.

Am Ende bleibt die Frage: Wie schwer wiegt der mögliche Nutzen von KI für Nachhaltigkeit im Vergleich zu ihrem eigenen Ressourcenverbrauch? Die Antwort ist komplex und betrifft alle: Organisationen, Unternehmen, Regierungen und uns als Einzelpersonen. KI bietet enorme Chancen für eine nachhaltigere Welt und gleichzeitig braucht es handfeste Daten, damit wir überhaupt verstehen, wie viel Ressourcen KI verbraucht, bevor wir sie wirklich nachhaltig einsetzen können.

Die Verantwortung sollte liegt nicht bei uns Nutzer:innen alleine und dennoch können wir mit unserem Nutzungsverhalten einen Einfluss üben. Deshalb ist es wichtig, dass wir verstehen, wie diese Systeme überhaupt funktionieren und bewusst entscheiden, wann ihr Einsatz sinnvoll ist. Zum Beispiel: Wer lediglich die Öffnungszeiten eines Geschäfts recherchieren will, sollte vielleicht nicht ChatGPT bemühen, sondern lieber direkt eine klassische Google-Suche durchführen. Denn generative KI-Modelle liefern nicht nur potenziell fehlerhafte Ergebnisse, sondern verbrauchen für einfache Aufgaben unnötig viel Energie.

KI muss nicht für alles herhalten. Bewusste Entscheidungen im Alltag können einen kleinen, aber wichtigen Beitrag leisten: zur Reduzierung von Belastung und zu einem nachhaltigeren digitalen Umgang.

Programm

Montag, 16. März

11.30/16.30 Uhr

20.00 Uhr

  • +++abgesagt+++ Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass und texten mit dringlicher Zärtlichkeit gegen Hetze und performen mit "Hate Speech" gegen "Hate Speech". Das Line-Up: Alex Hadjistamov, Lea Butscher, Mary Milanovic, Susan Reznik, Jeremy Chavez, Julie Roth u.a. Das WORTSTELLWERK organisiert den Anlass im Literaturhaus Basel (Barfüssergasse 3, 4051 Basel). Eintritt frei.
  • Ausstrahlung der Texte auf Radio X am Donnerstag 19. März, 18 Uhr und Samstag 21. März, 13 Uhr (Wdh.)

 

Dienstag, 17. März

11.30/16.30 Uhr

 

Mittwoch, 18. März

11.30/16.30 Uhr

 

Donnerstag, 19. März

11.30/16.30 Uhr

18.00 Uhr

  • Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass. Ausstrahlung derTexte.

 

Freitag, 20. März

11.30/16.30 Uhr

14.00 Uhr

  • +++abgesagt+++ Eine Tour durch die Altstadt: Spannendes und Unerwartetes über Basels Verflechtungen mit Afrika in Vergangenheit und Gegenwart. Führung auf Deutsch. Besammlung: vis-à-vis Restaurant Atlantis (Klosterberg 13). Eintritt frei.

19.30 Uhr

  • +++abgesagt+++ Theatertraining und Improvisation zu: Die Begegnung mit «dem Fremden». Was ist mir fremd? Was passiert bei Vorurteilen? Offenes Training mit dem Theater Niemandsland im UNION (Klybeckstrasse 95, 4057 Basel), 1. Stock. Mitnehmen: Gemütliche Kleider. Eintritt frei.

 

Samstag, 21. März

11.30/16.30 Uhr

  • Beitrag auf Radio X : BaobabBooks «el reloj / die Uhr» von Nacha Vollenweider

13.00 Uhr

  • Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass. Ausstrahlung derTexte.

14.00 Uhr

  • +++abgesagt+++ Join us for a tour of the inner city and learn more about the entangled history of Basel and Africa. Meeting point: vis-à-vis Restaurant Atlantis (Klosterberg 13). The tour will take place in English and is free of charge.

16.00 Uhr

19.30 Uhr

  • +++abgesagt+++ Talk zu hate speech/Hass im Netz: Am Internationalen Tag gegen Rassismus diskutieren Jolanda Spiess-Hegglin, Feministin, Netzaktivistin, Gründerin und Geschäftsführerin von #NetzCourage und Nora Refaeil, Vizepräsidentin der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus, Anwältin und Mediatorin sowie Martin R. Dean, Schriftsteller und Essayist. Begrüssung: Michael Wilke, Leiter Fachstelle Diversität und Integration des Präsidialdepartements Basel-Stadt. Moderation: Bernard Senn, Redaktor. In der Kaserne Basel, Rossstall 2. Eintritt frei. Ausstrahlung auf Radio X am Sonntag 22. März 10 Uhr, Donnerstag, 26. März 18 Uhr, Samstag, 28. März 13 Uhr.

22.00 Uhr, doors: 21 Uhr

  • +++abgesagt+++ Konzert der Gaddafi Gals aus Berlin und Wien, die sich musikalisch zwischen Cloud-Rap und Avant-Garde-Pop bewegen. In ihren englischen Lyrics verbinden Gaddafi Gals gesellschaftliche Themen mit einer Prise Humor und Coolness. Ihre Musik ist Kunst und Politik in einem. Nicht politisch zu sein, sei in Zeiten von AfD und Trump gefährlich, so Gaddafi Gals. Eintritt 15 CHF, in der Kaserne Basel, Rossstall 1.

 

Sonntag, 22. März

10.00 Uhr

  • Ausstrahlung der Diskussion vom 21. März: Talk zu "hate speech/Hass im Netz" mit Jolanda Spiess-Hegglin, Nora Refaeil, Martin R. Dean, Bernard Senn

11.30/16.30 Uhr

16.15 Uhr

  • +++abgesagt+++ "Du heiratest einen von uns!" Wie erkennen wir rassistische Diskriminierung bei der Partnerwahl und wie gehen wir damit um? Speed Dating und partizipative Diskussion mit jungen Erwachsenen diverser Religionstraditionen, Fachpersonen und Vertreter*innen weiterer Interessengruppen. Die Veranstaltung wird im Rahmen von "Dialogue en Route" IRAS COTIS mit der Fachstelle Zwangsheirat organisiert. In der KLARA (Clarastrasse 13, 4058 Basel). Eintritt frei.

 

Samstag, 28. März

16.00 Uhr

  • Sendung «(k)ein Rassismusproblem?»: Das Stadtrand-Team von Radio X mit dem anderen Blick auf Rassismus. Sonntag, 29. März um 10 Uhr (Wdh.)

 

 

Kontakt

rebecca.haeusel@radiox.ch

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