Woche gegen Rassismus 2020
Aktivitäten in Basel vom 16.-22. März 2020
Radio X organisiert in Basel-Stadt die Woche gegen Rassismus. Damit wollen wir ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung setzen.
Aufgrund der "ausserordentlichen Lage" und den Verordnungen des Bundes (Stand: 16.3.2020) können die öffentlichen Veranstaltungen nicht wie geplant durchgeführt werden. Das Programm auf dem Sender findet statt, das Programm findet ihr hier.
Die Woche
Radio X setzt in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Organisationen und Beteiligten ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung. Ziel ist es, die lokale Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren und gemeinsam in einen Dialog zu treten.
Matcha Matcha Matcha
Der Matcha-Hype ist kaum zu bremsen: Ob als Latte, in Desserts oder auf Social Media. Das grüne Pulver ist überall. Doch mit dem Boom steigen nicht nur die Verkaufszahlen, sondern auch die Fragen rund um Herkunft, Qualität und Nachhaltigkeit. von Nahom Mehret
25.08.07 Der Matcha Hype
Der Matcha Hype und seine Auswirkung
Grünes Pulver, schaumig aufgeschlagen, fancy serviert. Matcha liegt voll im Trend. Das leuchtend grüne Getränk auf Basis von gemahlenem Grüntee ist mittlerweile überall zu finden: in Szene-Cafés, Supermärkten, auf TikTok oder sogar in einem Basler Dönerladen – dort als Matcha-Crème-Pide.
Wie so oft beginnt der Hype im Netz: Zuerst auf TikTok, kurze Zeit später auch auf Instagram viral gehen. Die Videos zeigen stylisch angerichtete Matcha-Lattes mit Hafermilch, cremigen Schaum und fancy Toppings – alles in leuchtendem Grün. Kein Wunder also, dass Matcha längst nicht mehr nur ein Nischenprodukt für Teeliebhaber:innen ist, sondern ein fester Bestandteil urbaner Alltagskultur. Doch was macht Matcha so beliebt? Tobias Vögeli Teilhaber von La Cucina, einem Unternehmen für Tee- und Gewürzhandel, meint:
«Zum einen ist da der Gesundheitsaspekt: Matcha gilt als koffeinhaltige, aber sanftere Alternative zu Kaffee. Er enthält Antioxidantien, Aminosäuren und Vitamine – und passt damit perfekt in das Lebensgefühl einer gesundheitsbewussten, trendaffinen Generation. Hinzu kommt das Produkte aus Asien trendy sind.»
Das Produkt selbst stammt meist aus Japan, wo die Herstellung besonders aufwendig ist. Die Teepflanzen werden vor der Ernte beschattet, dann sorgfältig geerntet, gedämpft, getrocknet und in Steinmühlen fein vermahlen. Das Resultat: ein intensives, grünes Pulver mit erdigem, leicht bitterem Geschmack und ordentlichem Koffeingehalt.
Mit dem Boom steigt die Nachfrage rasant. Importierende Unternehmen berichten von Engpässen und Nachschubproblemen, insbesondere bei hochwertigem Bio-Matcha. Gleichzeitig drängen immer mehr günstige Produkte auf den Markt, häufig mit geringerer Qualität. Laut der Analysefirma Data Bridge Market Research liegt der weltweite Marktwert von Matcha im Jahr 2024 bei rund 4 Milliarden US-Dollar. Bis 2032 wird erwartet, dass der Markt auf 7,5 Milliarden US-Dollar anwächst. Auch in der Schweiz zeigt sich dieser Trend deutlich: Der Onlinehändler Galaxus verzeichnete eine Verkaufssteigerung von 435 Prozent im Vergleich zum Jahr 2023.
Doch der wachsende Hunger nach Matcha hat auch Auswirkungen, die weniger sichtbar sind. In den Anbauländern, vorwiegend in Japan und Teilen Chinas, führen neue Anbauflächen in Monokultur zu Umweltbelastungen. Der Einsatz von chemischen Düngern und Pestiziden kann Böden, Wasserressourcen und die Produzent:innen langfristig schädigen. Gleichzeitig profitieren viele Produzent:innen wirtschaftlich vom Boom. Denn die gestiegene Nachfrage hat die Preise in die Höhe getrieben und den Tee für viele Bäuer:innen lukrativer gemacht.
Ob der Matcha-Hype von Dauer ist, bleibt offen. Trends kommen und gehen. Was aber bleibt, sind die sozialen und ökologischen Fragen rund um globale Produkte wie Matcha:
Wie wird der Tee angebaut? Wer profitiert vom Boom? Und wie nachhaltig ist ein Lifestyle, der um die halbe Welt reist, um dann in der Grossstadt als stylischer Latte serviert zu werden? Fragen, die bleiben, auch wenn der Schaum längst vergangen ist.
Programm
Montag, 16. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: Internetcafé Planet 13
20.00 Uhr
- +++abgesagt+++ Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass und texten mit dringlicher Zärtlichkeit gegen Hetze und performen mit "Hate Speech" gegen "Hate Speech". Das Line-Up: Alex Hadjistamov, Lea Butscher, Mary Milanovic, Susan Reznik, Jeremy Chavez, Julie Roth u.a. Das WORTSTELLWERK organisiert den Anlass im Literaturhaus Basel (Barfüssergasse 3, 4051 Basel). Eintritt frei.
- Ausstrahlung der Texte auf Radio X am Donnerstag 19. März, 18 Uhr und Samstag 21. März, 13 Uhr (Wdh.)
Dienstag, 17. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: Verein Mitstimme
Mittwoch, 18. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: GRA Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus
Donnerstag, 19. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: Projekt Netzwerk Antirassismus
18.00 Uhr
- Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass. Ausstrahlung derTexte.
Freitag, 20. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: Awareness Basel
14.00 Uhr
- +++abgesagt+++ Eine Tour durch die Altstadt: Spannendes und Unerwartetes über Basels Verflechtungen mit Afrika in Vergangenheit und Gegenwart. Führung auf Deutsch. Besammlung: vis-à-vis Restaurant Atlantis (Klosterberg 13). Eintritt frei.
19.30 Uhr
- +++abgesagt+++ Theatertraining und Improvisation zu: Die Begegnung mit «dem Fremden». Was ist mir fremd? Was passiert bei Vorurteilen? Offenes Training mit dem Theater Niemandsland im UNION (Klybeckstrasse 95, 4057 Basel), 1. Stock. Mitnehmen: Gemütliche Kleider. Eintritt frei.
Samstag, 21. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X : BaobabBooks «el reloj / die Uhr» von Nacha Vollenweider
13.00 Uhr
- Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass. Ausstrahlung derTexte.
14.00 Uhr
- +++abgesagt+++ Join us for a tour of the inner city and learn more about the entangled history of Basel and Africa. Meeting point: vis-à-vis Restaurant Atlantis (Klosterberg 13). The tour will take place in English and is free of charge.
16.00 Uhr
- Sendung zur beruflichen und sozialen Integration mit Personen aus Eritrea und Somalia auf Radio X, von Vitamin B/Radioschule klipp+klang
19.30 Uhr
- +++abgesagt+++ Talk zu hate speech/Hass im Netz: Am Internationalen Tag gegen Rassismus diskutieren Jolanda Spiess-Hegglin, Feministin, Netzaktivistin, Gründerin und Geschäftsführerin von #NetzCourage und Nora Refaeil, Vizepräsidentin der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus, Anwältin und Mediatorin sowie Martin R. Dean, Schriftsteller und Essayist. Begrüssung: Michael Wilke, Leiter Fachstelle Diversität und Integration des Präsidialdepartements Basel-Stadt. Moderation: Bernard Senn, Redaktor. In der Kaserne Basel, Rossstall 2. Eintritt frei. Ausstrahlung auf Radio X am Sonntag 22. März 10 Uhr, Donnerstag, 26. März 18 Uhr, Samstag, 28. März 13 Uhr.
22.00 Uhr, doors: 21 Uhr
- +++abgesagt+++ Konzert der Gaddafi Gals aus Berlin und Wien, die sich musikalisch zwischen Cloud-Rap und Avant-Garde-Pop bewegen. In ihren englischen Lyrics verbinden Gaddafi Gals gesellschaftliche Themen mit einer Prise Humor und Coolness. Ihre Musik ist Kunst und Politik in einem. Nicht politisch zu sein, sei in Zeiten von AfD und Trump gefährlich, so Gaddafi Gals. Eintritt 15 CHF, in der Kaserne Basel, Rossstall 1.
Sonntag, 22. März
10.00 Uhr
- Ausstrahlung der Diskussion vom 21. März: Talk zu "hate speech/Hass im Netz" mit Jolanda Spiess-Hegglin, Nora Refaeil, Martin R. Dean, Bernard Senn
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: Kantonspolizei Basel-Stadt
16.15 Uhr
- +++abgesagt+++ "Du heiratest einen von uns!" Wie erkennen wir rassistische Diskriminierung bei der Partnerwahl und wie gehen wir damit um? Speed Dating und partizipative Diskussion mit jungen Erwachsenen diverser Religionstraditionen, Fachpersonen und Vertreter*innen weiterer Interessengruppen. Die Veranstaltung wird im Rahmen von "Dialogue en Route" IRAS COTIS mit der Fachstelle Zwangsheirat organisiert. In der KLARA (Clarastrasse 13, 4058 Basel). Eintritt frei.
Samstag, 28. März
16.00 Uhr
- Sendung «(k)ein Rassismusproblem?»: Das Stadtrand-Team von Radio X mit dem anderen Blick auf Rassismus. Sonntag, 29. März um 10 Uhr (Wdh.)
Kontakt
rebecca.haeusel@radiox.ch
Social Media
Die Woche gegen Rassismus wird unterstützt durch: