Woche gegen Rassismus 2020

 
Aktivitäten in Basel vom 16.-22. März 2020

Radio X organisiert in Basel-Stadt die Woche gegen Rassismus. Damit wollen wir ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung setzen.

Aufgrund der "ausserordentlichen Lage" und den Verordnungen des Bundes (Stand: 16.3.2020) können die öffentlichen Veranstaltungen nicht wie geplant durchgeführt werden. Das Programm auf dem Sender findet statt, das Programm findet ihr hier

Die Woche

Radio X setzt in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Organisationen und Beteiligten ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung. Ziel ist es, die lokale Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren und gemeinsam in einen Dialog zu treten. 

Nackte Haut und Männlicher Blick: Eine Aktausstellung mit zeitgenössischer Kritik

"Natürlich / Figürlich. 100 Jahre Basler Aktdarstellungen" heisst die Ausstellung des Archivs Regionaler Künstler*innen-Nachläse im Projektraum M54. Gezeigt wird eine breite Pallette an Kunstwerken von 31 Künstler*innen. Dabei wird versucht auf zeitgenössische Kritik zum Thema Akt zu reagieren und die männliche Perspektive auf den nackten Körper aufzubrechen.  von Emma Klugermann

25.10.21 Aktausstellung

Die Aktausstellung "Natürlich / Figürlich" zeigt Basler Aktkunst aus 100 Jahren durch zeitgenössische Linse.

Nacktheit, Menschlichkeit, Kunst.

Darum dreht es sich in „Natürlich / Figürlich. 100 Jahre Basler Aktdarstellung“, eine Ausstellung des Archivs Regionaler Künstler*innen-Nachlässe Basel, im Projektraum M54 an der Mörsbergerstrasse 54.

Werke von insgesamt 31 Basler Künstler*innen wurden für diese Ausstellung ausgewählt.
Bei den Gemälden, Skizzen, Fotografien und Skulpturen handelt es sich um Aktdarstellungen, also Abbildungen des nackten menschlichen Körpers.

Als eines der ältesten Motive in der Kunstgeschichte, ist der Akt immer noch relevant.
In Museen oder Kunstschulen finden sich auch heute Kunststudierende mit Skizzenblock und Stift, für die das Aktzeichnen weiterhin zur Grundausbildung gehört.
Trotz dieser großen Bedeutung befindet sich der Akt in der Moderne viel in der Kritik.
Denn der männliche Blick ist überall präsent. In den Darstellungen von meist unbekleideten Frauen, wird ihr Körper zu einem Objekt, das angeschaut werden soll.
Diese Perspektive auf die Bilder wird vom Künstler vorgegeben. Auch bei Darstellungen, die von Frauen geschaffen wurden, scheint der Blick einer männlich geprägten Gesellschaft und Künstlerin durch.

Das Archiv Regionaler Künstler*innen-Nachlässe, auch ARK genannt, will mit seiner Ausstellung die sehenswerte Kunst präsentieren. Die existierende Problematik soll aber auf keinen Fall ignoriert werden. Aus diesem Grund haben sie sich verschiedene Methoden überlegt, um die dominierende männliche Perspektive im Ausstellungsraum aufzubrechen.

Zum einen, wurden fünf lebende Basler Künstlerinnen dazu eingeladen mit ihren Werken zur Ausstellung beizutragen: Monika Dillier, Ruth Berger, Beatrice Steudler, Anna Wiesendanger und Natalie Jerg-Agreda.
Mit ihren zeitgenössischen und feministischen Positionen würden sie einen Rahmen schaffen für die älteren Gemälde aus dem Bestand des ARK. So Stephan Hauser, Ko-Präsident des ARK und Kurator der Ausstellung.

Außerdem möchte Stephan Hauser auch die enge Auffassung des Themas Akt auflockern. Dazu will er auf die ursprüngliche Bedeutung des Begriffs aufmerksam machen. Denn es gehe nicht einfach nur um nackte Haut.

Das Wort Akt stamme aus dem Lateinischen von „agere“ = bewegen, in Bewegung setzen. Daher ginge es gar nicht primär um die nackte Haut, sondern um die Darstellung von Bewegung, sagt Stephan Hauser.

Das Fehlen der Kleidung, war ursprünglich auch nicht zur Präsentation des nackten Körpers gedacht. Tatsächlich spielt die Nacktheit eine inhaltliche Rolle.

Stephan Hauser erklärt: Die Figuren seien in erster Linie unbekleidet, da Kleidung in der Kunst immer schon eine eigene Funktion habe. Beispielsweise die Darstellung von Status, Beruf oder Epoche. Deshalb verzichte man auf Kleidung, um etwas Grundsätzliches auszusagen. Über den Menschen und sein Verhältnis zur Gesellschaft und zum Raum.

Beim Betreten des Ausstellungsraumes findet man sich sofort umgeben von Aktdarstellungen in verschiedensten Formen und Stilen. Die Leihgaben der lebenden Künstlerinnen wurden im ganzen Raum verteilt.
Nicht wahllos, sondern als physische Gegenüberstellung und Einrahmung links und rechts und zwischen den älteren Werken.
So entsteht ein Dialog zwischen den Kunstwerken, zwischen traditionellen Sichtweisen und zeitgenössischer Kritik.

Auffällig ist, dass keines der Kunstwerke ist mit Titel und Künstler beschriftet. Dieses Detail soll laut Stephan Hauser, ebenfalls den starren männlichen Blick aufbrechen. Die Betrachtenden müssen sich fragen aus welcher Perspektive die Kunst geschaffen wurde. Künstler oder Künstlerin?
Und ob man nicht oft voreilig urteilt und selbst aus einem männlichen Blickwinkel betrachtet?
Im Anschluss können die fehlenden Daten der Kunstwerke über eine zugewiesene Nummer nachgeschlagen werden.

Die Finissage soll die Ausstellung schließlich abrunden. Mit einem Vortrag von Dominique Grisard, des Fachbereichs Genderstudies an der Universität Basel, soll auch das Thema der Diversität seinen Platz im Ausstellungsraum einnehmen. Denn genauso wie feministische Sichtweisen, ist auch Diversität in älteren Aktdarstellungen kaum präsent.

„Natürlich / Figürlich. 100 Jahre Basler Aktdarstellung“ kannst du dir noch bis diesen Sonntag, den 26. Oktober, zwischen 15 und 19 Uhr im Projektraum M54 hier in Basel anschauen.

Programm

Montag, 16. März

11.30/16.30 Uhr

20.00 Uhr

  • +++abgesagt+++ Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass und texten mit dringlicher Zärtlichkeit gegen Hetze und performen mit "Hate Speech" gegen "Hate Speech". Das Line-Up: Alex Hadjistamov, Lea Butscher, Mary Milanovic, Susan Reznik, Jeremy Chavez, Julie Roth u.a. Das WORTSTELLWERK organisiert den Anlass im Literaturhaus Basel (Barfüssergasse 3, 4051 Basel). Eintritt frei.
  • Ausstrahlung der Texte auf Radio X am Donnerstag 19. März, 18 Uhr und Samstag 21. März, 13 Uhr (Wdh.)

 

Dienstag, 17. März

11.30/16.30 Uhr

 

Mittwoch, 18. März

11.30/16.30 Uhr

 

Donnerstag, 19. März

11.30/16.30 Uhr

18.00 Uhr

  • Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass. Ausstrahlung derTexte.

 

Freitag, 20. März

11.30/16.30 Uhr

14.00 Uhr

  • +++abgesagt+++ Eine Tour durch die Altstadt: Spannendes und Unerwartetes über Basels Verflechtungen mit Afrika in Vergangenheit und Gegenwart. Führung auf Deutsch. Besammlung: vis-à-vis Restaurant Atlantis (Klosterberg 13). Eintritt frei.

19.30 Uhr

  • +++abgesagt+++ Theatertraining und Improvisation zu: Die Begegnung mit «dem Fremden». Was ist mir fremd? Was passiert bei Vorurteilen? Offenes Training mit dem Theater Niemandsland im UNION (Klybeckstrasse 95, 4057 Basel), 1. Stock. Mitnehmen: Gemütliche Kleider. Eintritt frei.

 

Samstag, 21. März

11.30/16.30 Uhr

  • Beitrag auf Radio X : BaobabBooks «el reloj / die Uhr» von Nacha Vollenweider

13.00 Uhr

  • Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass. Ausstrahlung derTexte.

14.00 Uhr

  • +++abgesagt+++ Join us for a tour of the inner city and learn more about the entangled history of Basel and Africa. Meeting point: vis-à-vis Restaurant Atlantis (Klosterberg 13). The tour will take place in English and is free of charge.

16.00 Uhr

19.30 Uhr

  • +++abgesagt+++ Talk zu hate speech/Hass im Netz: Am Internationalen Tag gegen Rassismus diskutieren Jolanda Spiess-Hegglin, Feministin, Netzaktivistin, Gründerin und Geschäftsführerin von #NetzCourage und Nora Refaeil, Vizepräsidentin der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus, Anwältin und Mediatorin sowie Martin R. Dean, Schriftsteller und Essayist. Begrüssung: Michael Wilke, Leiter Fachstelle Diversität und Integration des Präsidialdepartements Basel-Stadt. Moderation: Bernard Senn, Redaktor. In der Kaserne Basel, Rossstall 2. Eintritt frei. Ausstrahlung auf Radio X am Sonntag 22. März 10 Uhr, Donnerstag, 26. März 18 Uhr, Samstag, 28. März 13 Uhr.

22.00 Uhr, doors: 21 Uhr

  • +++abgesagt+++ Konzert der Gaddafi Gals aus Berlin und Wien, die sich musikalisch zwischen Cloud-Rap und Avant-Garde-Pop bewegen. In ihren englischen Lyrics verbinden Gaddafi Gals gesellschaftliche Themen mit einer Prise Humor und Coolness. Ihre Musik ist Kunst und Politik in einem. Nicht politisch zu sein, sei in Zeiten von AfD und Trump gefährlich, so Gaddafi Gals. Eintritt 15 CHF, in der Kaserne Basel, Rossstall 1.

 

Sonntag, 22. März

10.00 Uhr

  • Ausstrahlung der Diskussion vom 21. März: Talk zu "hate speech/Hass im Netz" mit Jolanda Spiess-Hegglin, Nora Refaeil, Martin R. Dean, Bernard Senn

11.30/16.30 Uhr

16.15 Uhr

  • +++abgesagt+++ "Du heiratest einen von uns!" Wie erkennen wir rassistische Diskriminierung bei der Partnerwahl und wie gehen wir damit um? Speed Dating und partizipative Diskussion mit jungen Erwachsenen diverser Religionstraditionen, Fachpersonen und Vertreter*innen weiterer Interessengruppen. Die Veranstaltung wird im Rahmen von "Dialogue en Route" IRAS COTIS mit der Fachstelle Zwangsheirat organisiert. In der KLARA (Clarastrasse 13, 4058 Basel). Eintritt frei.

 

Samstag, 28. März

16.00 Uhr

  • Sendung «(k)ein Rassismusproblem?»: Das Stadtrand-Team von Radio X mit dem anderen Blick auf Rassismus. Sonntag, 29. März um 10 Uhr (Wdh.)

 

 

Kontakt

rebecca.haeusel@radiox.ch

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Die Woche gegen Rassismus wird unterstützt durch: