Woche gegen Rassismus 2020

 
Aktivitäten in Basel vom 16.-22. März 2020

Radio X organisiert in Basel-Stadt die Woche gegen Rassismus. Damit wollen wir ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung setzen.

Aufgrund der "ausserordentlichen Lage" und den Verordnungen des Bundes (Stand: 16.3.2020) können die öffentlichen Veranstaltungen nicht wie geplant durchgeführt werden. Das Programm auf dem Sender findet statt, das Programm findet ihr hier

Die Woche

Radio X setzt in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Organisationen und Beteiligten ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung. Ziel ist es, die lokale Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren und gemeinsam in einen Dialog zu treten. 

Album der Woche: Arseholes, Liars and Electronic Pioneers

'Arseholes, Liars, and Electronic Pioneers' ist das kürzlich erschienene Album von Paranoid London. Seit Anfang der 2000er Jahre sind das englische Duo an der Renaissance des Acid-House beteiligt. Mit ihrem gleichnamigen Plattenlabel, ihrer anarchischen Herangehensweise und ihren Live-Shows haben sie erfolgreich Punk-Elemente eingefügt. von Dion Monti

ADW - Paranoid London

Das neue Album von Paranoid London. rseholes, Liars and Electronic Pioneers, im Review

'Arseholes, Liars, and Electronic Pioneers' ist das kürzlich erschienene Album von Paranoid London. Seit Anfang der 2000er Jahre sind Gerardo Delgado und Quinn Whalley, das englische Duo, an der Renaissance des Acid-House in Europa beteiligt. Auch mit ihrem gleichnamigen Plattenlabel, ihrer anarchischen Herangehensweise und ihren Live-Shows haben sie erfolgreich Punk-Elemente eingefügt.

Acid House, ein Musikstil, der in der schwarzen und queeren Gemeinschaft im Chicago der 80er Jahre entstanden ist, mit klaren rhythmischen Bezügen zum House, aber vor allem definiert durch die charakteristischen Basslines des ikonischen Synthesizers, dem TB 303. Obwohl Acid House aus den USA stammt, war das Genre besonders erfolgreich in England in den 80er und 90er Jahren, sogar mehr als in seinem Ursprungsland. Die meisten Songs kamen zwar immer noch aus Chicago, aber in England schafften es einige Songs, zum Beispiel von Lil Louis und Inner City, sogar in die Charts. Im Norden Englands entstand eine richtige kulturelle Bewegung um Acid House, mit berühmten Partys in ikonischen Clubs in Manchester wie dem Hacienda, aber auch mit illegalen Raves in Lagerhallen und Bauernhöfen. Bald begannen auch Musiker in England, den Stil zu imitieren und zu eigen zu machen, allen voran die Legende aus Manchester, A Guy Called Gerald.

Gegen Ende der 90er Jahre flaute der Hype um Acid House ab, bis 2007 Platten eines neuen Labels erschienen, das Paranoid London hieß. Mit diesen neuen Veröffentlichungen zeigte Paranoid London, dass sie ein tiefes Verständnis für Acid House, aber auch für EBM und Punk haben und diese gekonnt vereinen können. Auch im Umgang mit dem geschäftlichen Teil zeigte das Duo, dass sie dem Punk nahe stehen. Es ging ihnen nie um das Image oder das Branding, sie betrieben nie irgendwelches Marketing, ihr Klang war roh, und anstatt DJ-Sets spielten sie lieber Live-Sets, die auf Festivals manchmal sogar Moshpits erzeugten. Ein weiteres Markenzeichen für Paranoid London sind die Kollaborationen mit Sängerinnen und Sängern aus verschiedenen Szenen und Bewegungen, und das ist auf diesem Album nicht anders.

Im ersten Song des Albums arbeiten sie mit dem Sänger und Bandleader der schottischen Alternative-Rock-Band Primal Scream zusammen. Mit diesem sehr britisch klingenden ersten Song wird uns als Zuhörern deutlich, in welchem Teil der Welt wir uns befinden – das einzige, was uns zu diesem Zeitpunkt darauf hinweist, dass wir möglicherweise bald tanzen könnten, ist das sanfte Bellen einer TB 303 im Hintergrund.

Im Song 'Up is Down' schaffen sie mit der amerikanischen House-Legende DJ Genesis. Die stimme der von DJ Genesis, zusammen mit der langsam treibenden Produktion erzeugt eine düster-sinnliche Stimmung.

Eine weitere Zusammenarbeit ist mit der New-Gothic-Sängerin Jennifer Touch. Im fast 8-minütigen Song 'Fields of Fire' kommen Elemente aus vielen Stilrichtungen zusammen. Hypnotische Arpeggios und Drones sind ellemente aus dem Progressive-House, die Drum-samples nicken in Richtung Breakbeats, und die Räumlichkeit um Jennifers Stimme, die das Gaze-Stück in eine Kathedrale verorten könnte.

Weitere Zusammenarbeiten mit dem DJ und Sänger Josh Caffe und Mutato Pintado von der Gruppe Warmduscher sind ebenfalls bemerkenswert.

Das gesamte Album ist wirklich bemerkenswert. Es ist ein Album, das uns daran erinnert, dass es in erster Linie um Qualität geht und dann um alles andere. Es ist kein Album, das versucht, irgendwas neu zu erfinden. Es ist vielmehr ein Zeugnis für das tiefe Verständnis und die Verbindung zur Musik und der Kultur, die das Duo in sich trägt. Es ist auch spannend zu sehen, dass die beiden Jungs von Paranoid London langjährige Beziehungen zu einigen der Gäste auf dem Album pflegen und bereits an früheren Projekten zusammengearbeitet haben. Man spürt und hört auch viel Humor und Freude in dem Album, auch wenn es sehr seriöse Momente gibt. Es ist erfreulich dass ein paar Veterane, die die Ära der 90er Raves mitgestaltet haben, uns daran erinnern, was diesen Sound von damals so magisch gemacht hat. Nämlich nicht nur die richtigen Synthesizer, Drum-Computer und die richtige Lo-fi-Ästhetik, sondern vor allem eine Haltung, eine Verbindung zur eigenen Zeit und ein Gefühl dafür, was wichtig ist.

Paranoid London sind nicht nur zwei Menschen, die Musik machen, sondern Künstler mit einer Haltung die in Widerstand und Befreiung, verwurzelt ist, und das spürt man.

Programm

Montag, 16. März

11.30/16.30 Uhr

20.00 Uhr

  • +++abgesagt+++ Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass und texten mit dringlicher Zärtlichkeit gegen Hetze und performen mit "Hate Speech" gegen "Hate Speech". Das Line-Up: Alex Hadjistamov, Lea Butscher, Mary Milanovic, Susan Reznik, Jeremy Chavez, Julie Roth u.a. Das WORTSTELLWERK organisiert den Anlass im Literaturhaus Basel (Barfüssergasse 3, 4051 Basel). Eintritt frei.
  • Ausstrahlung der Texte auf Radio X am Donnerstag 19. März, 18 Uhr und Samstag 21. März, 13 Uhr (Wdh.)

 

Dienstag, 17. März

11.30/16.30 Uhr

 

Mittwoch, 18. März

11.30/16.30 Uhr

 

Donnerstag, 19. März

11.30/16.30 Uhr

18.00 Uhr

  • Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass. Ausstrahlung derTexte.

 

Freitag, 20. März

11.30/16.30 Uhr

14.00 Uhr

  • +++abgesagt+++ Eine Tour durch die Altstadt: Spannendes und Unerwartetes über Basels Verflechtungen mit Afrika in Vergangenheit und Gegenwart. Führung auf Deutsch. Besammlung: vis-à-vis Restaurant Atlantis (Klosterberg 13). Eintritt frei.

19.30 Uhr

  • +++abgesagt+++ Theatertraining und Improvisation zu: Die Begegnung mit «dem Fremden». Was ist mir fremd? Was passiert bei Vorurteilen? Offenes Training mit dem Theater Niemandsland im UNION (Klybeckstrasse 95, 4057 Basel), 1. Stock. Mitnehmen: Gemütliche Kleider. Eintritt frei.

 

Samstag, 21. März

11.30/16.30 Uhr

  • Beitrag auf Radio X : BaobabBooks «el reloj / die Uhr» von Nacha Vollenweider

13.00 Uhr

  • Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass. Ausstrahlung derTexte.

14.00 Uhr

  • +++abgesagt+++ Join us for a tour of the inner city and learn more about the entangled history of Basel and Africa. Meeting point: vis-à-vis Restaurant Atlantis (Klosterberg 13). The tour will take place in English and is free of charge.

16.00 Uhr

19.30 Uhr

  • +++abgesagt+++ Talk zu hate speech/Hass im Netz: Am Internationalen Tag gegen Rassismus diskutieren Jolanda Spiess-Hegglin, Feministin, Netzaktivistin, Gründerin und Geschäftsführerin von #NetzCourage und Nora Refaeil, Vizepräsidentin der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus, Anwältin und Mediatorin sowie Martin R. Dean, Schriftsteller und Essayist. Begrüssung: Michael Wilke, Leiter Fachstelle Diversität und Integration des Präsidialdepartements Basel-Stadt. Moderation: Bernard Senn, Redaktor. In der Kaserne Basel, Rossstall 2. Eintritt frei. Ausstrahlung auf Radio X am Sonntag 22. März 10 Uhr, Donnerstag, 26. März 18 Uhr, Samstag, 28. März 13 Uhr.

22.00 Uhr, doors: 21 Uhr

  • +++abgesagt+++ Konzert der Gaddafi Gals aus Berlin und Wien, die sich musikalisch zwischen Cloud-Rap und Avant-Garde-Pop bewegen. In ihren englischen Lyrics verbinden Gaddafi Gals gesellschaftliche Themen mit einer Prise Humor und Coolness. Ihre Musik ist Kunst und Politik in einem. Nicht politisch zu sein, sei in Zeiten von AfD und Trump gefährlich, so Gaddafi Gals. Eintritt 15 CHF, in der Kaserne Basel, Rossstall 1.

 

Sonntag, 22. März

10.00 Uhr

  • Ausstrahlung der Diskussion vom 21. März: Talk zu "hate speech/Hass im Netz" mit Jolanda Spiess-Hegglin, Nora Refaeil, Martin R. Dean, Bernard Senn

11.30/16.30 Uhr

16.15 Uhr

  • +++abgesagt+++ "Du heiratest einen von uns!" Wie erkennen wir rassistische Diskriminierung bei der Partnerwahl und wie gehen wir damit um? Speed Dating und partizipative Diskussion mit jungen Erwachsenen diverser Religionstraditionen, Fachpersonen und Vertreter*innen weiterer Interessengruppen. Die Veranstaltung wird im Rahmen von "Dialogue en Route" IRAS COTIS mit der Fachstelle Zwangsheirat organisiert. In der KLARA (Clarastrasse 13, 4058 Basel). Eintritt frei.

 

Samstag, 28. März

16.00 Uhr

  • Sendung «(k)ein Rassismusproblem?»: Das Stadtrand-Team von Radio X mit dem anderen Blick auf Rassismus. Sonntag, 29. März um 10 Uhr (Wdh.)

 

 

Kontakt

rebecca.haeusel@radiox.ch

Social Media

facebook.com

Die Woche gegen Rassismus wird unterstützt durch: