Woche gegen Rassismus 2020

 
Aktivitäten in Basel vom 16.-22. März 2020

Radio X organisiert in Basel-Stadt die Woche gegen Rassismus. Damit wollen wir ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung setzen.

Aufgrund der "ausserordentlichen Lage" und den Verordnungen des Bundes (Stand: 16.3.2020) können die öffentlichen Veranstaltungen nicht wie geplant durchgeführt werden. Das Programm auf dem Sender findet statt, das Programm findet ihr hier

Die Woche

Radio X setzt in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Organisationen und Beteiligten ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung. Ziel ist es, die lokale Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren und gemeinsam in einen Dialog zu treten. 

Nachzugeben bedeutet zu kapitulieren: Riot Days in der Kaserne Basel

Seit über einem Jahrzehnt kämpft das feministische Kunst- und Aktivist:innenkollektiv Pussy Riot gegen Autoritarismus, patriarchale Machtstrukturen und staatliche Repression in Russland. In ihrer Performance „Riot Days“ erzählt Masha Alyokhina von Protest, Gerichtsprozessen, Gefängnis und Hungerstreiks – und davon, warum Widerstand trotz Exil und Verfolgung notwendig bleibt, auch nach 1507 Tagen Krieg in der Ukraine. Nach vier Jahren kehren Pussy Riot heute Abend in die Kaserne zurück. von Mirco Kaempf

26.04.12 Pussy Riot

Pussy Riot kehren mit ihrer Riot Days Performance nach vier Jahren in die Kaserne Basel zurück. Ein Portrait zur Band.

Wer in Russland den Krieg gegen die Ukraine kritisiert, riskiert Gefängnisstrafen von sechs bis zwölf Jahren. So lautet ein jüngstes Urteil eines Gerichts in Sankt Petersburg gegen junge Aktivist:innen der gewaltlosen politischen Bewegung Vesna. Es sind Nachrichten aus einem autokratischen System, das Protest zunehmend aggressiv unterdrückt. Doch wer nachgibt, kapituliert – davon ist die Künstlerin Masha Alyokhina überzeugt. Seit ihrer Flucht aus Russland vor vier Jahren setzt sie ihren Widerstand aus dem Exil fort. Heute Abend bringt sie mit Pussy Riot die Performance Riot Days in die Kaserne Basel.

Korruption im russischen Staat kritisierten die Mitglieder von Pussy Riot bereits lange, bevor ihre bunten Balaklavas zum internationalen Symbol für Kunst und Widerstand wurden. Weltweit bekannt wurde das Kollektiv 2012 durch ein 41 Sekunden langes Punk-Gebet in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale. Darin baten sie die Jungfrau Maria, Russland von Wladimir Putin zu erlösen. Für diese kurze Aktion wurden drei Aktivistinnen zu zwei Jahren Haft verurteilt.

Eine von ihnen war Masha Alyokhina. Ihre Erfahrungen vor der Aktion, während der Haft und im repressiven politischen Klima Russlands hat sie später in ihrem Buch Riot Days festgehalten. Gemeinsam mit anderen Mitgliedern von Pussy Riot entwickelte sie daraus ein Bühnenprogramm, das Musik, Lesung und Performance verbindet. Bereits vor vier Jahren gastierte die Produktion am feministischen Kampftag in Basel. Nun kehrt das Kollektiv zurück – während Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine inzwischen im fünften Jahr andauert.

In dieser Zeit hat sich vieles verändert – und zugleich wenig. Mehr Menschen sind gestorben, mehr Infrastruktur wurde zerstört, immer neue Ressourcen werden verbraucht. Gleichzeitig hat sich die mediale Aufmerksamkeit auf zahlreiche andere Konflikte verteilt. Pussy Riot forderte früh umfassende Sanktionen gegen russische Gas-, Öl- und Kohleexporte, das Einfrieren von Vermögen russischer Oligarchen und internationale Strafverfahren gegen die politische Führung – allen voran gegen Präsident Vladimir Putin.

Während heute in Europa teilweise über eine Lockerung der Sanktionen diskutiert wird, fordert Alyokhina weiterhin konsequenten Druck auf die russische Elite. Für Pussy Riot bleibt Protest ein notwendiges Mittel.

Ein Satz aus Alyokhinas Buch Riot Days zieht sich dabei wie ein Mantra durch ihre Arbeit: „Nachzugeben bedeutet zu kapitulieren.“ Inspiriert von einem Pariser Slogan aus dem Jahr 1968 steht er für ihre Überzeugung, dass individueller Widerstand entscheidend bleibt. Gegen Angst helfe vor allem eines: handeln. Das eigentliche gesellschaftliche Problem sei Gleichgültigkeit.

Auch in ihrem neueren Buch Political Girl beschreibt Alyokhina Widerstand als persönliche Verantwortung. Freiheit entstehe im Widerstand gegen Lügen, sagt sie – und Überraschung sei die einzig angemessene Reaktion auf politische Dreistigkeit: Wer sich daran gewöhne, akzeptiere sie.

Mit Riot Days bringt Pussy Riot heute Abend diese Geschichte von Protest, Repression und künstlerischem Widerstand erneut auf die Bühne der Kaserne Basel.

Beginn ist um 20 Uhr. Erwartet werden Wut, Trauer, Punk – und Solidarität.

Programm

Montag, 16. März

11.30/16.30 Uhr

20.00 Uhr

  • +++abgesagt+++ Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass und texten mit dringlicher Zärtlichkeit gegen Hetze und performen mit "Hate Speech" gegen "Hate Speech". Das Line-Up: Alex Hadjistamov, Lea Butscher, Mary Milanovic, Susan Reznik, Jeremy Chavez, Julie Roth u.a. Das WORTSTELLWERK organisiert den Anlass im Literaturhaus Basel (Barfüssergasse 3, 4051 Basel). Eintritt frei.
  • Ausstrahlung der Texte auf Radio X am Donnerstag 19. März, 18 Uhr und Samstag 21. März, 13 Uhr (Wdh.)

 

Dienstag, 17. März

11.30/16.30 Uhr

 

Mittwoch, 18. März

11.30/16.30 Uhr

 

Donnerstag, 19. März

11.30/16.30 Uhr

18.00 Uhr

  • Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass. Ausstrahlung derTexte.

 

Freitag, 20. März

11.30/16.30 Uhr

14.00 Uhr

  • +++abgesagt+++ Eine Tour durch die Altstadt: Spannendes und Unerwartetes über Basels Verflechtungen mit Afrika in Vergangenheit und Gegenwart. Führung auf Deutsch. Besammlung: vis-à-vis Restaurant Atlantis (Klosterberg 13). Eintritt frei.

19.30 Uhr

  • +++abgesagt+++ Theatertraining und Improvisation zu: Die Begegnung mit «dem Fremden». Was ist mir fremd? Was passiert bei Vorurteilen? Offenes Training mit dem Theater Niemandsland im UNION (Klybeckstrasse 95, 4057 Basel), 1. Stock. Mitnehmen: Gemütliche Kleider. Eintritt frei.

 

Samstag, 21. März

11.30/16.30 Uhr

  • Beitrag auf Radio X : BaobabBooks «el reloj / die Uhr» von Nacha Vollenweider

13.00 Uhr

  • Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass. Ausstrahlung derTexte.

14.00 Uhr

  • +++abgesagt+++ Join us for a tour of the inner city and learn more about the entangled history of Basel and Africa. Meeting point: vis-à-vis Restaurant Atlantis (Klosterberg 13). The tour will take place in English and is free of charge.

16.00 Uhr

19.30 Uhr

  • +++abgesagt+++ Talk zu hate speech/Hass im Netz: Am Internationalen Tag gegen Rassismus diskutieren Jolanda Spiess-Hegglin, Feministin, Netzaktivistin, Gründerin und Geschäftsführerin von #NetzCourage und Nora Refaeil, Vizepräsidentin der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus, Anwältin und Mediatorin sowie Martin R. Dean, Schriftsteller und Essayist. Begrüssung: Michael Wilke, Leiter Fachstelle Diversität und Integration des Präsidialdepartements Basel-Stadt. Moderation: Bernard Senn, Redaktor. In der Kaserne Basel, Rossstall 2. Eintritt frei. Ausstrahlung auf Radio X am Sonntag 22. März 10 Uhr, Donnerstag, 26. März 18 Uhr, Samstag, 28. März 13 Uhr.

22.00 Uhr, doors: 21 Uhr

  • +++abgesagt+++ Konzert der Gaddafi Gals aus Berlin und Wien, die sich musikalisch zwischen Cloud-Rap und Avant-Garde-Pop bewegen. In ihren englischen Lyrics verbinden Gaddafi Gals gesellschaftliche Themen mit einer Prise Humor und Coolness. Ihre Musik ist Kunst und Politik in einem. Nicht politisch zu sein, sei in Zeiten von AfD und Trump gefährlich, so Gaddafi Gals. Eintritt 15 CHF, in der Kaserne Basel, Rossstall 1.

 

Sonntag, 22. März

10.00 Uhr

  • Ausstrahlung der Diskussion vom 21. März: Talk zu "hate speech/Hass im Netz" mit Jolanda Spiess-Hegglin, Nora Refaeil, Martin R. Dean, Bernard Senn

11.30/16.30 Uhr

16.15 Uhr

  • +++abgesagt+++ "Du heiratest einen von uns!" Wie erkennen wir rassistische Diskriminierung bei der Partnerwahl und wie gehen wir damit um? Speed Dating und partizipative Diskussion mit jungen Erwachsenen diverser Religionstraditionen, Fachpersonen und Vertreter*innen weiterer Interessengruppen. Die Veranstaltung wird im Rahmen von "Dialogue en Route" IRAS COTIS mit der Fachstelle Zwangsheirat organisiert. In der KLARA (Clarastrasse 13, 4058 Basel). Eintritt frei.

 

Samstag, 28. März

16.00 Uhr

  • Sendung «(k)ein Rassismusproblem?»: Das Stadtrand-Team von Radio X mit dem anderen Blick auf Rassismus. Sonntag, 29. März um 10 Uhr (Wdh.)

 

 

Kontakt

rebecca.haeusel@radiox.ch

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