Woche gegen Rassismus 2020
Aktivitäten in Basel vom 16.-22. März 2020
Radio X organisiert in Basel-Stadt die Woche gegen Rassismus. Damit wollen wir ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung setzen.
Aufgrund der "ausserordentlichen Lage" und den Verordnungen des Bundes (Stand: 16.3.2020) können die öffentlichen Veranstaltungen nicht wie geplant durchgeführt werden. Das Programm auf dem Sender findet statt, das Programm findet ihr hier.
Die Woche
Radio X setzt in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Organisationen und Beteiligten ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung. Ziel ist es, die lokale Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren und gemeinsam in einen Dialog zu treten.
Let's Talk About Alternative Radios & Clubculture in South Africa
Warum sind alternative Radiostationen in Südafrika so wichtig? Dieser Frage gehen wir in dieser Spezialsendung nach. Im Rahmen einer Reise nach Kapstadt hat sich Radio X-Musikchefin Danielle Bürgin mit drei Radiomachenden in einem Plattenladen getroffen, um über Underground (Club-) Kultur, Kollaborationen in der Szene sowie über die Rolle von Webradios in diesem Umfeld zu reden. von Danielle Bürgin
Im vergangenen November hat sich Danielle Bürgin in Capetown mit drei Menschen getroffen, die allesamt die gleiche Leidenschaft verfolgen: Radiomachen, Musik teilen und Künstler:innen eine Plattform geben, die bei kommerziellen Medien zu kurz kommen. Sie sprach mit Atiyyah Khan (Kulturjournalistin, Musikforscherin, DJ und Radiomacherin), mit Aaron Peters (DJ, Musikmanager, Plattenladenbesitzer, Veranstalter und Radiomacher) und mit Likhona Camane (Musiker, Komponist, Künstler, Labelbesitzer und Radiomacher).
Zum Hintergrund dieser Spezialsendung:
Südafrika verfügt über eine riesige, vielfältige Musikszene. Gerade auch was die elektronische Clubmusik betrifft, ist Südafrika auch international enorm stark vertreten. Stile wie Amapiano, Gqom und Kwaito sind weit verbreitet.
Daneben werde noch soviel anderes produziert, was weniger "typisch südafrikanisch" klingt, somit weniger oft im Radio zu hören ist und doch Beachtung verdient hätte. Dies erfahren wir im Gespräch mit Atiyyah, Aaron und Likhona. Für diese Produzent:innen/Musiker:innen sei es unglaublich wichtig, gerade auf unabhängigen, unkommerziellen (Web-) Radios einen Platz bekommen.
Dafür setzen sich die drei Gesprächspartner:innen ein. In einem Land, in dem es für Undergroundkultur und kleine Radiosender kaum Finanzierungsmöglichkeiten gibt, ist der Aufwand enorm, solche Projekte am Leben zu halten. In Regionen, in denen existenzielle Probleme wichtiger sind, als die Erhaltung von Alternativkultur, fällt der finanzielle support dafür innerhalb des Landes meist aus.
Es sind internationale Stiftungen wie British Council, Goethe Institut, Alliance Française oder auch Pro Helvetia, die oft hinter der Förderung von (alternativer) Musik, Kunst und Kultur stehen. Dies bedeutet jedoch, dass meist ein Austausch zwischen Europa und Afrika vorausgesetzt wird.
Aus Sicht der drei Musik- und Kulturliebaber:innen wäre es jedoch wichtig, dass auch Gelder in Vernetzungs-Projekte innerhalb des Afrikanischen Kontinents fliessen würden. Solche Finanzierungen sind heute jedoch selten.
Im Gespräch wird zudem klar, dass das post-Apartheid-Südafrika mitten in der Aufarbeitung und Archivierung seiner reichhaltigen Musikgeschichte steckt. Da spielen unter anderem auch die Plattenlabels im Land eine wichtige Rolle. Dank internationaler Kollaborationen der zahlreichen Labels, sind Neu- oder Wiederpressungen von Musik auf Vinyl wieder stark am kommen. Denn Presswerke findet man in Südafrika nicht.
Das Gespräch wurde auf Englisch geführt.
English:
Danielle Buergin (head of music at Radio X in Switzerland) visited Capetown in November 2022. She spoke to Atiyyah Khan, Aaron Peters and Likhona Camane about the importance of independent (web-)radios, underground clubculture, fundings of alternative musicprojects and recordstores & labels.
Atiyyah Khan is an art & music journalist, researcher, archiver, activist and DJ. She's one of the most important journalistic voices when it comes to South African Jazz. Atiyyah recently travelled to Basel/Switzlerland for a research residency founded by Pro Helvetia. In Basel, she did a research on South African Jazz musicians who went to Switzerland during Aparthheid. She's the co-founder of Future Nostalgia, a southafrican DJ-collective. Before World Wide FM closed last October, Atiyyah also hosted a monthly radioshow on the famous british web-radiostation. This was her last show on WWFM.
Aaron Peters also had a monthly show on WWFM. He is the co-founder of The Other. This plattform stands for quality (club-) music and underground culture. From 2020 to 2022 Aaron and his partners used to run a webradio station called The Other Radio. This project is pausing. But you can still find The Other Records in Capetown. The've recently moved in a building at 1 Park Road 1 Gardens in Capetown. There you will also find an eatery, bar and brandnew listening space. Aaron is also a DJ and the music programmer of Search Festival.
Likhona Camane is a young musician and composer based in Johannesburg. Their work explores sound and music as a tool to tell stories, evoke emotion and provoke thought. Beyond working on a number of independent films, Likhona has also written original music for films produced by Serpentine Gallery, Museo Maxxi (the National Museum of 21st Century Arts in Italy), and Dazed, to name a few. He has also been commissioned by William Kentridge’s The Centre for the Less Good Idea’s SO Academy to create sound work.
Likhona also runs a label called Lillies records (a genre-free, artist-centered and project-based record label) and co-runs another recordlabel called Lillies are Red with his friend Rose Bonica. Besides this, Likhona runs a radioshow called We Are Lillies.
Listen to Likhona (seventhgaze) on Bandcamp.
Programm
Montag, 16. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: Internetcafé Planet 13
20.00 Uhr
- +++abgesagt+++ Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass und texten mit dringlicher Zärtlichkeit gegen Hetze und performen mit "Hate Speech" gegen "Hate Speech". Das Line-Up: Alex Hadjistamov, Lea Butscher, Mary Milanovic, Susan Reznik, Jeremy Chavez, Julie Roth u.a. Das WORTSTELLWERK organisiert den Anlass im Literaturhaus Basel (Barfüssergasse 3, 4051 Basel). Eintritt frei.
- Ausstrahlung der Texte auf Radio X am Donnerstag 19. März, 18 Uhr und Samstag 21. März, 13 Uhr (Wdh.)
Dienstag, 17. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: Verein Mitstimme
Mittwoch, 18. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: GRA Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus
Donnerstag, 19. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: Projekt Netzwerk Antirassismus
18.00 Uhr
- Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass. Ausstrahlung derTexte.
Freitag, 20. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: Awareness Basel
14.00 Uhr
- +++abgesagt+++ Eine Tour durch die Altstadt: Spannendes und Unerwartetes über Basels Verflechtungen mit Afrika in Vergangenheit und Gegenwart. Führung auf Deutsch. Besammlung: vis-à-vis Restaurant Atlantis (Klosterberg 13). Eintritt frei.
19.30 Uhr
- +++abgesagt+++ Theatertraining und Improvisation zu: Die Begegnung mit «dem Fremden». Was ist mir fremd? Was passiert bei Vorurteilen? Offenes Training mit dem Theater Niemandsland im UNION (Klybeckstrasse 95, 4057 Basel), 1. Stock. Mitnehmen: Gemütliche Kleider. Eintritt frei.
Samstag, 21. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X : BaobabBooks «el reloj / die Uhr» von Nacha Vollenweider
13.00 Uhr
- Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass. Ausstrahlung derTexte.
14.00 Uhr
- +++abgesagt+++ Join us for a tour of the inner city and learn more about the entangled history of Basel and Africa. Meeting point: vis-à-vis Restaurant Atlantis (Klosterberg 13). The tour will take place in English and is free of charge.
16.00 Uhr
- Sendung zur beruflichen und sozialen Integration mit Personen aus Eritrea und Somalia auf Radio X, von Vitamin B/Radioschule klipp+klang
19.30 Uhr
- +++abgesagt+++ Talk zu hate speech/Hass im Netz: Am Internationalen Tag gegen Rassismus diskutieren Jolanda Spiess-Hegglin, Feministin, Netzaktivistin, Gründerin und Geschäftsführerin von #NetzCourage und Nora Refaeil, Vizepräsidentin der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus, Anwältin und Mediatorin sowie Martin R. Dean, Schriftsteller und Essayist. Begrüssung: Michael Wilke, Leiter Fachstelle Diversität und Integration des Präsidialdepartements Basel-Stadt. Moderation: Bernard Senn, Redaktor. In der Kaserne Basel, Rossstall 2. Eintritt frei. Ausstrahlung auf Radio X am Sonntag 22. März 10 Uhr, Donnerstag, 26. März 18 Uhr, Samstag, 28. März 13 Uhr.
22.00 Uhr, doors: 21 Uhr
- +++abgesagt+++ Konzert der Gaddafi Gals aus Berlin und Wien, die sich musikalisch zwischen Cloud-Rap und Avant-Garde-Pop bewegen. In ihren englischen Lyrics verbinden Gaddafi Gals gesellschaftliche Themen mit einer Prise Humor und Coolness. Ihre Musik ist Kunst und Politik in einem. Nicht politisch zu sein, sei in Zeiten von AfD und Trump gefährlich, so Gaddafi Gals. Eintritt 15 CHF, in der Kaserne Basel, Rossstall 1.
Sonntag, 22. März
10.00 Uhr
- Ausstrahlung der Diskussion vom 21. März: Talk zu "hate speech/Hass im Netz" mit Jolanda Spiess-Hegglin, Nora Refaeil, Martin R. Dean, Bernard Senn
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: Kantonspolizei Basel-Stadt
16.15 Uhr
- +++abgesagt+++ "Du heiratest einen von uns!" Wie erkennen wir rassistische Diskriminierung bei der Partnerwahl und wie gehen wir damit um? Speed Dating und partizipative Diskussion mit jungen Erwachsenen diverser Religionstraditionen, Fachpersonen und Vertreter*innen weiterer Interessengruppen. Die Veranstaltung wird im Rahmen von "Dialogue en Route" IRAS COTIS mit der Fachstelle Zwangsheirat organisiert. In der KLARA (Clarastrasse 13, 4058 Basel). Eintritt frei.
Samstag, 28. März
16.00 Uhr
- Sendung «(k)ein Rassismusproblem?»: Das Stadtrand-Team von Radio X mit dem anderen Blick auf Rassismus. Sonntag, 29. März um 10 Uhr (Wdh.)
Kontakt
rebecca.haeusel@radiox.ch
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Die Woche gegen Rassismus wird unterstützt durch: