Woche gegen Rassismus 2020

 
Aktivitäten in Basel vom 16.-22. März 2020

Radio X organisiert in Basel-Stadt die Woche gegen Rassismus. Damit wollen wir ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung setzen.

Aufgrund der "ausserordentlichen Lage" und den Verordnungen des Bundes (Stand: 16.3.2020) können die öffentlichen Veranstaltungen nicht wie geplant durchgeführt werden. Das Programm auf dem Sender findet statt, das Programm findet ihr hier

Die Woche

Radio X setzt in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Organisationen und Beteiligten ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung. Ziel ist es, die lokale Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren und gemeinsam in einen Dialog zu treten. 

Album der Woche: Whack's Museum von Tierra Whack

Tierra Whack's neuesten Projekt geht zurück zu ihren Roots, wo sie sich als Teenager in Philadelphia in Rap-Battles einen Namen gemacht hat. Ihre Lyrics sind clever, vielfältig im Flow, haben viel Humor und Selbstvertrauen und sind darum wie geschaffen für diese Art von Battle-Raps. In diesem Mixtape zeigt uns Tierra Whack mit messerscharfer Intelligenz, vielschichtigen und komplexen Ideen, dass sie immer noch extrem unberechenbar, innovativ und radikal ist – wie sonst fast niemand. von Dion Monti

26.07.13 – ADW Tierra Whack – Whacks Museum - Podcast

das neue Album whacks world von Tierra Whack

 

 

«Whack's Museum» heisst das neue, zweite Mixtape von Tierra Whack, das am 19. Juni erschienen ist. In ihrem neuesten Projekt geht es zurück zu ihren Roots, wo sie sich als Teenager in Philadelphia in Rap-Battles einen Namen gemacht hat. Die knapp 25 Minuten Gesamtspielzeit sind inhaltlich so dicht und konzentriert, dass sie sich wie viel mehr anfühlen – und gleichzeitig ist es dann doch zu schnell vorbei.


In den vergangenen 10 Jahren ihrer Karriere ist viel gelaufen – und das immer auf ihre ganz eigene Art. Ihre Single «Mumbo Jumbo» von 2017 war zum Beispiel eine radikale Einführung von Tierra in die Rap-Welt. Der Song hat nämlich keinen Text – durch das ganze Lied singt sie nur musikalisch klingendes Kauderwelsch. Das Video dazu bekam zwei Jahre später sogar eine Grammy-Nomination. 2018 erschien dann ihr Debut-Mixtape «Whack World», und auch dort hat sie alles anders gemacht. Das Mixtape besteht aus 15 einminütigen Songs, begleitet von einem wahnsinnig cleveren und durchdachten Musikvideo bzw. Kurzfilm, der alle 15 Songs des Albums enthält. Seitdem ist sie unberechenbar geblieben – ob das in der Musik ist oder dass sie sich früh in ihrer Karriere eine Auszeit genommen hat und monatelang in Japan war.

Zurück in die Gegenwart
«Whack's Museum» ist möglicherweise ihr direktestes Projekt und das, das noch am ehesten sich wie ein Mixtape anfühlt – anders gesagt: Es ist eine Sammlung von Songs, die nicht von einem offensichtlichen übergreifenden Konzept zusammengehalten werden. Und obwohl die Beats super sind, geht es vor allem um ihre Texte, die so geladen sind mit Wortspielen, Doppeldeutigkeiten und Referenzen an die amerikanische Popkultur, dass ich mir viel Zeit habe nehmen müssen, um die Texte zu lesen und Referenzen zu recherchieren. Ein gutes Beispiel ist der 4. Song des Albums, «WHiGGIDY WHACK», der aus vielen cleveren Punchlines zusammengebaut ist – mit Referenzen zum Film «101 Dalmatiner», den Brüdern Lyle und Eric Mendez, die Ende der 80er ihre Eltern ermordet haben, oder etlichen Nutzungen von Homophonen – also Wörtern, die gleich klingen, aber anders geschrieben sind und andere Bedeutungen haben. So sind die Texte wie ein Puzzle, das man Satz für Satz analysieren und recherchieren kann.


Auch ihr Stil ist vielseitig. Tierra Whack benutzt gerne verschiedene Stimmen, Flows und Stimmungen. Manchmal singt sie auch, was sie in «Whack's Museum» aber deutlich weniger macht als in ihrem Debut-Album «World Wide Whack», das vor zwei Jahren erschienen ist. Ein sehr spannendes wiederkehrendes Element ist das Verlangsamen und Beschleunigen von Songs. In mehreren Songs klingt es manchmal so, als ob jemand an eine laufende Kassette bzw. an ein laufendes Tape langen würde und so das Tempo und die Tonlage manipuliert, und gleichzeitig passt Tierra ihren Flow entsprechend an. Das gibt diesen Momenten etwas Surreales oder Psychodelisches.

Produktion und Sound
Das ist auch auf Produktionsentscheidungen zurückzuführen. In «Whack's Museum» sind etwa die Hälfte der Beats von Conductor Williams produziert – ein Producer, der bekannt ist durch seine Arbeit mit dem New Yorker Label und Kollektiv Griselda. Sein Stil ist recht traditionell und nostalgisch mit einem Sound, der an die 90er erinnert, eine Zeit in der von Platten gesamplet wurde und nur mit Samplern wie dem MPC oder SP303 gearbeitet wurde. Dieser Sound unterstreicht auch ihren Battle-Rap-Stil auf diesem Album. Die Pitch-Effekte, die ich vorhin erwähnt habe, geben dem Ganzen dann aber wieder eine Farbe, die ein bisschen insane und typisch für Tierra Whack ist.
Tierras Intelligenz ist so scharf, hat so viel Humor und Selbstvertrauen und ist geschaffen für diese Art von Battle-Raps. Es gibt aber auch ein paar Songs wie «EAR WHACKS» und «TWO FIFTEEN», wo die Texte ein bisschen persönlicher und verletzlicher sind. Aber diese Art von Songs sind in diesem Projekt seltener. Tierra Whack bleibt unberechenbar, innovativ und radikal wie sonst niemand im Mainstream.

Programm

Montag, 16. März

11.30/16.30 Uhr

20.00 Uhr

  • +++abgesagt+++ Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass und texten mit dringlicher Zärtlichkeit gegen Hetze und performen mit "Hate Speech" gegen "Hate Speech". Das Line-Up: Alex Hadjistamov, Lea Butscher, Mary Milanovic, Susan Reznik, Jeremy Chavez, Julie Roth u.a. Das WORTSTELLWERK organisiert den Anlass im Literaturhaus Basel (Barfüssergasse 3, 4051 Basel). Eintritt frei.
  • Ausstrahlung der Texte auf Radio X am Donnerstag 19. März, 18 Uhr und Samstag 21. März, 13 Uhr (Wdh.)

 

Dienstag, 17. März

11.30/16.30 Uhr

 

Mittwoch, 18. März

11.30/16.30 Uhr

 

Donnerstag, 19. März

11.30/16.30 Uhr

18.00 Uhr

  • Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass. Ausstrahlung derTexte.

 

Freitag, 20. März

11.30/16.30 Uhr

14.00 Uhr

  • +++abgesagt+++ Eine Tour durch die Altstadt: Spannendes und Unerwartetes über Basels Verflechtungen mit Afrika in Vergangenheit und Gegenwart. Führung auf Deutsch. Besammlung: vis-à-vis Restaurant Atlantis (Klosterberg 13). Eintritt frei.

19.30 Uhr

  • +++abgesagt+++ Theatertraining und Improvisation zu: Die Begegnung mit «dem Fremden». Was ist mir fremd? Was passiert bei Vorurteilen? Offenes Training mit dem Theater Niemandsland im UNION (Klybeckstrasse 95, 4057 Basel), 1. Stock. Mitnehmen: Gemütliche Kleider. Eintritt frei.

 

Samstag, 21. März

11.30/16.30 Uhr

  • Beitrag auf Radio X : BaobabBooks «el reloj / die Uhr» von Nacha Vollenweider

13.00 Uhr

  • Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass. Ausstrahlung derTexte.

14.00 Uhr

  • +++abgesagt+++ Join us for a tour of the inner city and learn more about the entangled history of Basel and Africa. Meeting point: vis-à-vis Restaurant Atlantis (Klosterberg 13). The tour will take place in English and is free of charge.

16.00 Uhr

19.30 Uhr

  • +++abgesagt+++ Talk zu hate speech/Hass im Netz: Am Internationalen Tag gegen Rassismus diskutieren Jolanda Spiess-Hegglin, Feministin, Netzaktivistin, Gründerin und Geschäftsführerin von #NetzCourage und Nora Refaeil, Vizepräsidentin der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus, Anwältin und Mediatorin sowie Martin R. Dean, Schriftsteller und Essayist. Begrüssung: Michael Wilke, Leiter Fachstelle Diversität und Integration des Präsidialdepartements Basel-Stadt. Moderation: Bernard Senn, Redaktor. In der Kaserne Basel, Rossstall 2. Eintritt frei. Ausstrahlung auf Radio X am Sonntag 22. März 10 Uhr, Donnerstag, 26. März 18 Uhr, Samstag, 28. März 13 Uhr.

22.00 Uhr, doors: 21 Uhr

  • +++abgesagt+++ Konzert der Gaddafi Gals aus Berlin und Wien, die sich musikalisch zwischen Cloud-Rap und Avant-Garde-Pop bewegen. In ihren englischen Lyrics verbinden Gaddafi Gals gesellschaftliche Themen mit einer Prise Humor und Coolness. Ihre Musik ist Kunst und Politik in einem. Nicht politisch zu sein, sei in Zeiten von AfD und Trump gefährlich, so Gaddafi Gals. Eintritt 15 CHF, in der Kaserne Basel, Rossstall 1.

 

Sonntag, 22. März

10.00 Uhr

  • Ausstrahlung der Diskussion vom 21. März: Talk zu "hate speech/Hass im Netz" mit Jolanda Spiess-Hegglin, Nora Refaeil, Martin R. Dean, Bernard Senn

11.30/16.30 Uhr

16.15 Uhr

  • +++abgesagt+++ "Du heiratest einen von uns!" Wie erkennen wir rassistische Diskriminierung bei der Partnerwahl und wie gehen wir damit um? Speed Dating und partizipative Diskussion mit jungen Erwachsenen diverser Religionstraditionen, Fachpersonen und Vertreter*innen weiterer Interessengruppen. Die Veranstaltung wird im Rahmen von "Dialogue en Route" IRAS COTIS mit der Fachstelle Zwangsheirat organisiert. In der KLARA (Clarastrasse 13, 4058 Basel). Eintritt frei.

 

Samstag, 28. März

16.00 Uhr

  • Sendung «(k)ein Rassismusproblem?»: Das Stadtrand-Team von Radio X mit dem anderen Blick auf Rassismus. Sonntag, 29. März um 10 Uhr (Wdh.)

 

 

Kontakt

rebecca.haeusel@radiox.ch

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Die Woche gegen Rassismus wird unterstützt durch: