Woche gegen Rassismus 2020
Aktivitäten in Basel vom 16.-22. März 2020
Radio X organisiert in Basel-Stadt die Woche gegen Rassismus. Damit wollen wir ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung setzen.
Aufgrund der "ausserordentlichen Lage" und den Verordnungen des Bundes (Stand: 16.3.2020) können die öffentlichen Veranstaltungen nicht wie geplant durchgeführt werden. Das Programm auf dem Sender findet statt, das Programm findet ihr hier.
Die Woche
Radio X setzt in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Organisationen und Beteiligten ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung. Ziel ist es, die lokale Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren und gemeinsam in einen Dialog zu treten.
TSEF: Nothilfe für trans Personen weltweit
Wenn einem Menschen das Recht auf die eigene Geschlechtsidentität vom eigenen Staat aberkannt wird, hat das schwerwiegende Folgen. Eine gesellschaftliche Umstrukturierung ist dringend notwendig. Doch was, wenn Hilfe sofort gebraucht wird? Hier kommt der Trans Safety Emergency Fund (TSEF) ins Spiel. Jeden Monat versucht er, trans Personen in der Schweiz und weltweit – besonders im Globalen Süden – mit überlebenswichtiger finanzieller Unterstützung zu helfen. von Mirco Kaempf
25.03.29 TSEF Trans Safety Emergency Fund
Der TSEF ist ein von BIPoC- und Trans-Personen geführter Verein, der versucht nicht-cis Menschen finanzielle Nothilfe zu ermöglichen - auch Menschen im Globalen Süden.
Immer zwischen dem 1. und 3. eines neuen Monats können nicht-cis Personen finanzielle Nothilfe beantragen. Für das Team von TSEF – rund neun ehrenamtliche Mitglieder – ist diese Arbeit auch emotional fordernd. Begründet im Jahr 2021, verteilen sie heute notfällige Spendengelder aus der Schweiz an bedürftige Menschen, unter anderem eben auch an Menschen aus dem Globalen Süden.
"Wir haben das Glück, in einem privilegierten Raum zu leben, in einem Land wie der Schweiz. Deshalb sehen wir es als unsere Pflicht an, Ressourcen umzuverteilen und Menschen zu stärken, denen wir Verbündete sind." https://transsafety.fund/
Leider sind trans Personen nach wie vor besonders gefährdet. Laut einer Studie des Williams Institute in den USA zeigen, dass über 80 % der erwachsenen trans Personen bereits an Suizid gedacht haben – und 40 % es tatsächlich versucht haben. Mit neuen staatlichen Dekreten, die Diversity-Programme abschaffen, droht sich die Lage weiter zu verschärfen. Unternehmen wie Roche, Novartis und Google haben bereits Teile ihrer Diversity-Politik gestrichen – doch die Problematik reicht viel weiter.
Einzigartige Hilfe – geführt von BIPoC
TSEF ist die einzige Organisation in der Schweiz, die explizit Nothilfe für trans Personen leistet – und das unter der Leitung eines BIPoC-geführten Boards. Die intersektionale Perspektive ist entscheidend, denn sie rückt besonders marginalisierte Menschen in den Fokus.
Dabei hilft der TSEF einer weiten Bandbreite an Menschen. Co-Präsident Sandro Niederer erklärt im Interview, dass die Probleme oftmal ähnliche seien: wer kein Zugang zum Arbeitsmarkt hat, hat auch kein Lohn [...] das würde auch heissen, das Obdachlosigkeit stets eine ernste Gefahr darstellt. Daraus folgen auch gesundheitliche Probleme. Dazu kommen so genannte 'Hate-Crimes', wo den Personen auch physisch Gewalt zugefügt wird. Auch würden rund 70% der Menschen, die sich um Nothilfe beim TSEF bewerben, mit HIV leben. Eine grosse finanzielle Herausforderung sei es so bspw jeden Monat, genügend Geld zu sammeln um überlebenswichtige Aids Medikamente finanzieren zu können. Sandro Niederer beschriebt dies in unserem Interview auch als "tickende Zeitbombe".
Direkte Hilfe für die, die sie am meisten brauchen
TSEF hilft dort, wo Hilfe dringend gebraucht wird – mit einem hoffentlich grösstmöglichen Impact. Jeden Monat veröffentlicht TSEF, wo und wie viele Menschen unterstützt werden konnten. Im Februar 2024 konnte die Organisation 107 Personen in zwei Ländern helfen – Uganda und Kenia, wo trans Menschen besonders stark diskriminiert werden, etwa im Flüchtlingslager Kakuma im Norden Kenias.
Für diese überlebenswichtige Nothilfe ist TSEF auf Spenden angewiesen. Doch die Realität ist hart: Die vorhandenen Mittel reichen längst nicht für alle – eine schwierige und schmerzhafte Tatsache für das Team.
Jeder gespendete Franken zählt. Wer den TSEF mit einer Spende unterstützen möchte – sei es mit dem Preis eines Kaffees oder mehr – kann dies online unter transsafety.fund tun. Wir sprachen mit Sandro Niederer, Co-Präsident des Trans Safety Emergency Fund, in Bern. Die Musik in diesem Beitrag stammt von t_fortuna endobliss.
Programm
Montag, 16. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: Internetcafé Planet 13
20.00 Uhr
- +++abgesagt+++ Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass und texten mit dringlicher Zärtlichkeit gegen Hetze und performen mit "Hate Speech" gegen "Hate Speech". Das Line-Up: Alex Hadjistamov, Lea Butscher, Mary Milanovic, Susan Reznik, Jeremy Chavez, Julie Roth u.a. Das WORTSTELLWERK organisiert den Anlass im Literaturhaus Basel (Barfüssergasse 3, 4051 Basel). Eintritt frei.
- Ausstrahlung der Texte auf Radio X am Donnerstag 19. März, 18 Uhr und Samstag 21. März, 13 Uhr (Wdh.)
Dienstag, 17. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: Verein Mitstimme
Mittwoch, 18. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: GRA Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus
Donnerstag, 19. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: Projekt Netzwerk Antirassismus
18.00 Uhr
- Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass. Ausstrahlung derTexte.
Freitag, 20. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: Awareness Basel
14.00 Uhr
- +++abgesagt+++ Eine Tour durch die Altstadt: Spannendes und Unerwartetes über Basels Verflechtungen mit Afrika in Vergangenheit und Gegenwart. Führung auf Deutsch. Besammlung: vis-à-vis Restaurant Atlantis (Klosterberg 13). Eintritt frei.
19.30 Uhr
- +++abgesagt+++ Theatertraining und Improvisation zu: Die Begegnung mit «dem Fremden». Was ist mir fremd? Was passiert bei Vorurteilen? Offenes Training mit dem Theater Niemandsland im UNION (Klybeckstrasse 95, 4057 Basel), 1. Stock. Mitnehmen: Gemütliche Kleider. Eintritt frei.
Samstag, 21. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X : BaobabBooks «el reloj / die Uhr» von Nacha Vollenweider
13.00 Uhr
- Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass. Ausstrahlung derTexte.
14.00 Uhr
- +++abgesagt+++ Join us for a tour of the inner city and learn more about the entangled history of Basel and Africa. Meeting point: vis-à-vis Restaurant Atlantis (Klosterberg 13). The tour will take place in English and is free of charge.
16.00 Uhr
- Sendung zur beruflichen und sozialen Integration mit Personen aus Eritrea und Somalia auf Radio X, von Vitamin B/Radioschule klipp+klang
19.30 Uhr
- +++abgesagt+++ Talk zu hate speech/Hass im Netz: Am Internationalen Tag gegen Rassismus diskutieren Jolanda Spiess-Hegglin, Feministin, Netzaktivistin, Gründerin und Geschäftsführerin von #NetzCourage und Nora Refaeil, Vizepräsidentin der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus, Anwältin und Mediatorin sowie Martin R. Dean, Schriftsteller und Essayist. Begrüssung: Michael Wilke, Leiter Fachstelle Diversität und Integration des Präsidialdepartements Basel-Stadt. Moderation: Bernard Senn, Redaktor. In der Kaserne Basel, Rossstall 2. Eintritt frei. Ausstrahlung auf Radio X am Sonntag 22. März 10 Uhr, Donnerstag, 26. März 18 Uhr, Samstag, 28. März 13 Uhr.
22.00 Uhr, doors: 21 Uhr
- +++abgesagt+++ Konzert der Gaddafi Gals aus Berlin und Wien, die sich musikalisch zwischen Cloud-Rap und Avant-Garde-Pop bewegen. In ihren englischen Lyrics verbinden Gaddafi Gals gesellschaftliche Themen mit einer Prise Humor und Coolness. Ihre Musik ist Kunst und Politik in einem. Nicht politisch zu sein, sei in Zeiten von AfD und Trump gefährlich, so Gaddafi Gals. Eintritt 15 CHF, in der Kaserne Basel, Rossstall 1.
Sonntag, 22. März
10.00 Uhr
- Ausstrahlung der Diskussion vom 21. März: Talk zu "hate speech/Hass im Netz" mit Jolanda Spiess-Hegglin, Nora Refaeil, Martin R. Dean, Bernard Senn
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: Kantonspolizei Basel-Stadt
16.15 Uhr
- +++abgesagt+++ "Du heiratest einen von uns!" Wie erkennen wir rassistische Diskriminierung bei der Partnerwahl und wie gehen wir damit um? Speed Dating und partizipative Diskussion mit jungen Erwachsenen diverser Religionstraditionen, Fachpersonen und Vertreter*innen weiterer Interessengruppen. Die Veranstaltung wird im Rahmen von "Dialogue en Route" IRAS COTIS mit der Fachstelle Zwangsheirat organisiert. In der KLARA (Clarastrasse 13, 4058 Basel). Eintritt frei.
Samstag, 28. März
16.00 Uhr
- Sendung «(k)ein Rassismusproblem?»: Das Stadtrand-Team von Radio X mit dem anderen Blick auf Rassismus. Sonntag, 29. März um 10 Uhr (Wdh.)
Kontakt
rebecca.haeusel@radiox.ch
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Die Woche gegen Rassismus wird unterstützt durch: