Woche gegen Rassismus 2023
Mit dem Schwerpunktthema Antibalkan-Rassismus
Dank der finanzellen Unterstützung der kantonalen Fachstelle für Integration und Antirassismus und der eidgenössischen Fachstelle für Rassismusbekämpfung setzt Radio X vom 20. bis 26. März 2023 die Woche gegen Rassismus um.
Podiumsdiskussion «Antibalkan-Rassismus» mit anschliessendem Apéro
am Montag, den 20. März 2023 um 19.00 Uhr im Forum des kHaus in Basel
mit einer Begrüssung von Jenny Pieth (Co-Leiterin der Abteilung Gleichstellung und Diversität im Präsidialdepartement) und einem Inputreferat von Myrsini Arvanitis (Historikerin)
anschliessend eine Podiumsdiskussion mit Arzije Asani (Audiovisual Storyteller) und Endrit Sadiku (Projektleiter Jugendapp Basel), moderiert von Merita Shabani (baba news)
Darüber hinaus engagieren sich folgende Partnerorganisationen mit einem antirassistischen Projekt in Kooperation mit Radio X:
- Mo, 20. März im Foyer Theater Basel: Woman* Life Freedom, iranische Sängerin Golnar Shahya und Band
- Mo, 20. März um 18.30 Uhr in der Villa Crescenda: Einfrautheaterstück von dasventil in Zusammenarbeit mit Stopp Rassismus und Crescenda. Im Einfraustück macht sich Bettina Zimmermann, Leiterin des nationalen Kompetenzzentrum, Gedanken, wie man Menschen kompetent willkommen heissen kann. Per Audioeinspielung kommen Geflüchtete mit Unerhörtem zu Wort. Anschliessend Podium (moderiert von Adelina Arendarska) und Apéro.
- Vom Di, 14. bis So, 26. März im Theater Basel: Mahnwache für iranische Frauen*
- Di, 21. März über den Tag verteilt auf Radio X: "remix dekolonial", akustischer Stadtrundgang
- Mi, 22. und So, 26. März vor dem Blauen Haus in Basel: Frauenstadtrundgang Basel "remix dekolonial"
- Mi, 22. März um 20 Uhr im Humbug: Konzert von Sevdalinka mit dem Duo Jelena und Nermin
- Do, 23. März um 18 Uhr in der Kunsthalle Basel: Podiumsdiskussion und open mic von Xtanbul
- Mi, 23. März um 16.30 Uhr: Schreibworkshop "Halt die Presse" der GGG Stadtbibliothek Basel/Jugendapp
- Fr, 28. April um 19.00 Uhr in der Union, Oberer Saal: Theatertraining, offener Theaterworkshop mit Fokus auf die Themen Rassismus, Diskriminierung. Verein Niemandsland in Kooperation mit Stopp Rassismus
- März/April: Netzwerk Antirassismus Stammtisch, Rassismusstammtisch für Betroffene in Basel (safe space)
- März/April: World Café Selfcare für PiPoC**: Austausch und Empowerment von und für Rassismusbetroffene
- Fr, 5. Juni um 19.00 Uhr: Planet 13 lädt ein zur Lesung von Kurztexten, Gedichten und Zitaten
- Juni 2023: Hör(t) mal hin! Hörstationen im öffentlichen Raum von Afro Basel
- September 2023 in der Klara: Living Library, lebendige/lebende Bibliothek zum Thema Diskriminierung
Grosser Andrang bei der Infoveranstaltung zum Equal Care Day
Im Quartiertreffpunkt Lola fand am Montag eine gut besuchte Veranstaltung zum Equal Care Day statt, organisiert von der Fachstelle für Gleichstellung & Diversität Basel. Ziel des Aktionstags war es, auf die oft unsichtbare und ungleich verteilte Care-Arbeit aufmerksam zu machen, die meist Frauen übernehmen und die mit finanziellen Nachteilen einhergeht. von Nahom Mehret
Equal Care Day 25.02.26
Equal Care Day, dieser Tag soll aufmerksam machen auf die Unsichtbarkeit und mangelnde gesellschaftliche Wertschätzung von unbezahlter Arbeit in Familie und Haushalt.
Am Montagabend war der Quartiertreffpunkt Lola bis auf den letzten Platz gefüllt. Hauptsächlich junge Eltern, aber auch werdende Eltern nahmen an der Informationsveranstaltung teil, die im Rahmen des Equal Care Day von der Fachstelle für Gleichstellung in Basel organisiert wurde.
Unsichtbare Arbeit mit grossen Folgen
Evelyne Sturm, Co-Leiterin der Abteilung Gleichstellung und Diversität, erklärte, dass der Equal Care Day ein Aktionstag ist, der darauf aufmerksam machen soll, dass ein grosser Teil der Care-Arbeit in unserer Gesellschaft unsichtbar bleibt oder schlecht bezahlt wird. Ein weiteres Problem sei, dass Personen, die diese Arbeit leisten, oft finanzielle Nachteile in Kauf nehmen müssen, da sie beispielsweise in Teilzeit arbeiten. Ziel des Aktionstags sei es, diese Missstände ins Bewusstsein zu rücken und über sie zu informieren.
Ungleiche Verteilung der Care-Arbeit
Die Frage, wie Beruf und Familie gleichberechtigt aufgeteilt werden können, beschäftigt viele Familien. Zwar sind in der Schweiz immer mehr beide Elternteile berufstätig, doch die Hauptlast der Care-Arbeit trägt nach wie vor die Frau. Laut einer Statistik des Bundesamtes für Statistik aus dem Jahr 2020 leisten Frauen in Familien durchschnittlich 52,3 Stunden unbezahlte Care-Arbeit pro Woche, während Männer auf 31,7 Stunden kommen. Das bedeutet, dass Frauen 20,6 Stunden mehr für unbezahlte Familienarbeit aufwenden.
Interessanterweise würden viele Männer gerne mehr Care-Arbeit übernehmen. Doch oft bleibt es beim Wunsch. Der Grund dafür liege unter anderem in tief verankerten Rollenbildern, erklärt Franziska Schutzbach, Autorin, Soziologin und Geschlechterforscherin. . "Care-Arbeit ist etwas, das man lernen muss, doch in unserer Gesellschaft wird sie meist nur einseitig an Mädchen und Frauen vermittelt", so Schutzbach.
Fehlende Wertschätzung verstärkt Ungleichheit
Neben den Geschlechterrollen spielt auch die fehlende Wertschätzung für Care-Arbeit eine wesentliche Rolle. "Die gesellschaftliche Abwertung dieser Arbeit ist ein grosses Problem", sagt Sozialarbeiter Fritz Rösli vom Männerbüro Basel. Schutzbach betont zudem, dass Care-Arbeit eine essenzielle Grundlage unserer Gesellschaft und Wirtschaft sei: "Ohne Kinder gäbe es keine Wirtschaft. Trotzdem bleibt diese Arbeit unsichtbar, wird abgewertet oder schlecht bezahlt."
Mental Load als zusätzliche Belastung
Zur gleichberechtigten Verteilung der Care-Arbeit gehört auch die gerechte Aufteilung des sogenannten "Mental Load" – also der gedanklichen Verantwortung für anfallende Aufgaben. Viele Männer verstehen unter Care-Arbeit lediglich die direkte Betreuung der Kinder oder Haushaltstätigkeiten. "Doch es geht auch um die übergeordnete Verantwortung", erklärt Schutzbach. "Gleichberechtigte Care-Arbeit bedeutet, dass beide Elternteile beispielsweise Arzttermine für das Kind organisieren oder den nächsten Kindergeburtstag planen." Erst wenn der Mental Load gerecht verteilt wird, können Mütter wirklich entlastet werden.
Hoher Andrang zeigt grosses Interesse
Dass die Informationsveranstaltung im Rahmen des Equal Care Day so gut besucht war, zeigt das grosse Interesse am Thema. Gleichzeitig verdeutlicht es aber auch, dass klassische Geschlechterrollen und gesellschaftliche Strukturen weiterhin dazu führen, dass die Hauptlast der Care-Arbeit auf Frauen abgewälzt wird.
Weitere Informationen zum Thema Care-Arbeit sind online unter Care-Arbeit & Vereinbarkeit zu finden.