Aktionswoche gegen Rassismus 2025 ©Fachstelle Integration und Antirassismus BS

 
 
Aktionswoche gegen Rassismus 2025

Dank der finanziellen Unterstützung der kantonalen Fachstelle Integration und Antirassismus und der eidgenössischen Fachstelle für Rassismusbekämpfung organisiert Radio X im Rahmen der Aktionswoche gegen Rassismus vom 17. bis 23. März 2025 die Auftaktveranstaltung zum Thema Hass im Netz, eine öffentliche Aktion mit dem Verein Frauenstadtrundgang sowie mit einer Schulklasse 1. Sekundar Drei Linden in Basel.

Darüber hinaus bringen wir ein intensives Radioprogramm über Antirassismus.

- Portrait der Organisation Netpathie am 20.03. um 7.15, 9.15, 12.15 und 17.15h

 - Beitrag zu «Was ich dir nicht sage» von Anja Nunyola Glover am 21.03. um 7.15, 9.15, 12.15 und 17.15h

- 1. Klässler:innen der Sek Drei Linden beschäftigen sich mit den Folgen der Kolonialisierung und dem aktuell grassierenden Rassismus. Sie präsentieren ihre Gedanken, Diskussionen, Aktionen und Statements am Mikrofon. Am 21.03. um 8.00, 10.00, 11.00, 13.00, 15.00 und 16.00h


- Beitrag zu «Tabak und Schokolade» von Martin R. Dean am 24.03. um 7.15, 9.15, 12.15 und 17.15h

 

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Öffentliche Aktion in Zusammenarbeit mit einer Schulklasse und dem Verein Frauenstadtrundgang

1. Klässler:innen der Sek-Schule Drei Linden nahmen an einem Workshop des Frauenstadtrundgangs über Rassismus und Kolonialismus teil. Nach einem kurzen Radiocrashkurs wagten sich die 12- und 13-Jährigen auf die Strasse für eine Umfrage bei Passant:innen, in den Zoo Basel für ein Interview, ans Studiomikrofon für ein Rollenspiel oder eine Präsentation, welche Schlüsse und Meinungen sie sich nach der intensiven Beschäftigung mit Antirassismus bildeten. 
Hier kannst du die sechs Hörstücke nachhören:

25.03.21 um 8.00h Serie Kolonialismus und Rassismus: Folge 1

Woche gegen Rassismus

25.03.21 um 10.00h Serie Kolonialismus und Rassismus: Folge 2

Woche gegen Rassismus

25.03.21 um 11.00h Serie Kolonialismus und Rassismus: Folge 3

Woche gegen Rassismus

25.03.21 um 13.00h Serie Kolonialismus und Rassismus: Folge 4

Woche gegen Rassismus

25.03.21 um 15.00h Serie Kolonialismus und Rassismus: Folge 5

Woche gegen Rassismus

25.03.21 um 16.00h Serie Kolonialismus und Rassismus: Folge 6

Woche gegen Rassismus

Eine fünfköpfige Gruppe auf einem Podium, davor Zuhörende von hinten
Das Podium am 17. März 2025 in der Halle 7 in Basel

 
Auftaktveranstaltung der Aktionswoche gegen Rassismus: Hass im Netz

Die Aktionswoche gegen Rassismus 2025 ist mit der Podiumsveranstaltung offiziell eröffnet: Am Montag, 17. März um 17:00h waren fünf Gesprächspartner:innen in der Halle 7 in Basel miteinander im regen Austausch.  Radio X bringt die anderthalb Stunden dauernde Diskussion als X-Plus-Sendungen in zwei Teilen. 

25.03.20 und 25.03.22 Podiumsdiskussion Hass im Netz

X-Plus in der Woche gegen Rassismus

25.03.27 und 25.03.29 Podiumsdiskussion 2. Teil

X-Plus

 

Auf dem Podium beginnt Sophie Achermann (Geschäftsführerin der Public Discourse Foundation, Gründerin Stop Hate Speech) ein Inputreferat über Hass im Netz. Es folgt ein weiteres Inputreferat von Peter Sopka (Staatsanwaltschaft Basel-Stadt, Kriminalpolizei, Leiter Dezernat Digitale Kriminalität), der seine Polizeiarbeit vorstellt.

Im Anschluss diskutieren Tamara Hürlimann (Kriminologin, Workshopleiterin Netpathie), Fathima Ifthikar (Generalsekretärin Föderation islamischer Dachorganisationen Schweiz), sowie Peter Sopka und Sophie Achermann über Rassismus und Diskriminierung im Netz.
Moderation: Elisa da Costa (Gründerin Blackfluencers und Afrokaana, Sendungsmacherin Djoliba bei Radio X).

 
Portrait über Netpathie


Eine Podiumsdiskussionsteilnehmerin an der Auftaktveranstaltung "Hass im Netz" ist eine Workshopleiterin von Netpathie: Tamara Hürlimann. Was steht hinter dem Non-Profit-Verein, was war die Gründungsidee und wie deckt das Team unterschiedliche Branchen ab? Ein Portrait.

25.03.20 Portrait Netpathie

Info

 

Susanne Lüscher und Petra Marty sind die Co-Gründerinnen, die vor dreieinhalb Jahren den Verein Netpathie ins Leben gerufen haben. Es geht um einen respektvollen Umgang, eine sorgfältige Kommunikation und eine angemessene Begleitung von Heranwachsenden in der Digitalisierung.

Susanne Lüschers Background ist das Bildungssystem bzw. die Pädagogik. Petra Marty arbeitet in ihrem übrigen Arbeitspensum in der Privatwirtschaft. Die beiden Netpathie-Mitarbeiterinnen sind überzeugt, dass sie sich ideal ergänzen, wenn es um Workshops und Weiterbildungen mit Eltern, Heranwachsenden, Fachpersonen und Mitarbeitenden von Unternehmen geht. Im Team von Netpathie gibt es auch Psycholog:innen, Grafiker:innen, SRF-Sendeleiter:innen, Krimonolog:innen Cybercrime, Heilpädagog:innen usw.

eine Gruppe Menschen sitzt auf einer Treppe
Das Team von Netpathie - leider unvollständig

 
Antirassistisches Buch von Anja Nunyola Glover

Ein Einblick in ihren täglichen Kampf gegen Rassismus, ihre psychischen und physischen Verletzungen sowie ein Buch für Empowerment und Selbstreflexion: Anja Nunyola Glover hat mit ihrem Debüt "Was ich dir nicht sage", das im Eigenverlag erschienen ist, viel angestossen und bewegt. 

Die light-skinned Schwarze, deren Wurzeln in Ghana und der Schweiz sind, schreibt mit vielen autobiografischen Angaben über ihren Alltag: ein diskriminierender Affront hier, ein lieb gemeintes, aber ausgrenzendes Kompliment da oder eine neugierige Frage nach ihrer "wirklichen" Herkunft dort.

Antirassistisch, hinterfragend, selbst reflektierend, oftmals ruhig, aber laut denkend spricht die Autorin in Du-Form verschiedene Menschen der Leser:innenschaft an, unter anderem ihre Mutter, Politiker:innen, Auftraggebende, aber auch unbekannte Passant:innen.

Zeitlich und regional aktuell ist eine Textpassage über die Rassismus-Debatte an der Basler Fasnacht passend. Anja Nunyola Glover beschreibt rassistische Diskriminierung einer Fasnachtsclique 2024, die im Namen der Narrenfreiheit und angeblichen Sujet-Kreativität Menschen im Dschungel darstellt. Wie positioniert sich das Fasnachts-Comité dazu? Wie sieht diese Debatte an der Luzerner Fasnacht aus?

Die Autorin trägt verschiedene antirassistische Aktualitäten zusammen und kommentiert sie in einem klaren Ton.

"Was ich dir nicht sage" ist im Dezember 2024 erschienen, bewegt sich zwischen den Genre Roman und Sachbuch und ist hoch auf den Bestsellerlisten des Schweizer Buchhandels- und Verlags-Verbandes zu finden.

25.03.21 Was ich dir nicht sage von Anja Nunyola Glover

Infobeitrag in der Woche gegen Rassismus

 
 
Antirassistischer Roman "Tabak und Schokolade"

Der Basler Schriftsteller Martin R. Dean hat einen autobiografischen Roman geschrieben, der seine Kindheit auf der Karibikinsel Trinidad und Tobago und später im Wynental im Kanton Aargau thematisiert. In der Schweiz wurde und wird der Autor aufgrund seines Aussehens oft rassistisch angefeindet. Die Schweizer Schulen hätten ein grosses Po­ten­zi­al in der antirassistischen Sensibilisierung, sagt der ehemalige Lehrer Martin R. Dean. 

Als Gymnasiallehrer hat Martin Dean die Erfahrung gemacht, dass die Schüler:innen einen Motivationsschub erfahren, wenn ihre Migrationsgeschichte gesehen und anerkennt würde. Politische und literarische Diskussionen über Ressentiments, Hierarchien, Mikroaggressionen und Rassismus seien in den Schulen enorm wichtig, sagt er.

 

Ein Mann in Kittel und weissem Hemd in einem Garten, im Hintergrund ein Liegestuhl und eine gelbe Blume
©Ayse Yavas

25.03.23 Tabak und Schokolade von Martin Dean

Info in der Woche gegen Rassismus

Album der Woche: I will be, forever mine von Tiramisadness

Die Musikerin Dshamilja Kalt bewegt sich zwischen unterschiedlichen Klangräumen – von der Resonanz einer Kirchenorgel bis zu sphärischen Skizzen auf dem Casio-Keyboard um vier Uhr morgens. Unter dem Namen Tiramisadness entfacht sie für ihr Debütalbum einen träumerischen Strudel flüchtiger, digitaler Intimität. von Mirco Kaempf

ADW Tiramisadness I will be, forever mine

Tiramisadness veröffentlicht ihr Debütalbum via Too Much Fun Records

Digitale Intimität – die Möglichkeit, durch elektronische Technologie ein Gefühl emotionaler Nähe zu erzeugen – ist ein zentrales Motiv im Werk der Basler Musikerin Tiramisadness. Auch ihr Debütalbum I will be, forever mine entfaltet einen Strudel aus Emotionen in einer retro-normativen Klangästhetik, die zum Treibenlassen in kosmischen Klangräumen einlädt.

Hinter Tiramisadness steht die Musikerin Dshamilja Kalt. Ihr Projekt bewegt sich in den Wogen von casiopopambientsynthdreamnoise und entstand aus einer DIY-geprägten Annäherung an Musik der späten 2000er-Jahre. Damals, Anfang zwanzig, arbeitete sie mit einfachstem Equipment – einem iPhone 3, einem Laptop sowie CD- und Kassettenrecordings. Diese haptische Form digitaler Produktion prägt ihre Arbeit bis heute.

Ihre Songs kreisen um flüchtige, schwer greifbare Zustände. Alles wirkt gegenwärtig und zugleich bereits entgleitend – wie Erinnerungen, die sich im Moment ihres Entstehens wieder auflösen. In Commuters Point of View etwa wird Alltag aus der Perspektive einer beobachtenden Passantin erzählt, in dem Abläufe und Bewegungen ineinander übergehen.

Auch in Heartbeat is my favorite number verdichtet sich dieses Prinzip: Emotionale Nähe und Liebesbekundungen entstehen aus der Distanz heraus. Sehnsucht und Berührung werden formuliert, während sich das Gefühl nach rund 1:37 Minuten wieder entzieht – als wäre Liebe selbst ein Zustand digitaler Übertragung, ständig präsent und doch nie vollständig greifbar.

Neben Tiramisadness ist Kalt in verschiedenen musikalischen Projekten aktiv, darunter Princess Pluto & Sailor Stardust, Melting Steine, glitchBABY oder Onlineshopping. Sie bewegt sich damit konsequent zwischen unterschiedlichen musikalischen Räumen. Neben Keyboard- und Laptop-Setups spielt sie gelegentlich auch Orgel in Kirchen.

Ihr Debütalbum I will be, forever mine ist kürzlich beim Basler Label Too Much Fun Records erschienen und wird am 23. Mai im Stillen Ort in Basel getauft. Wer weiss, wo, wird hier fündig.

Radio X: In Digital Intimacy von Charlotte Stone fragt sie junge Menschen mit einem alten Camcorder, ob es möglich ist, jemanden über das Internet wirklich zu kennen. Was meinst du, geht das?

Tiramisadness: Das ist eine gute Frage. Ich glaube, man kann sicher einen Teil einer Person kennenlernen. Im Internet hat man die Möglichkeit, sich selbst zu kuratieren und zu entscheiden, wie man sich präsentiert – egal ob über Text, Video oder Musik. Gleichzeitig kann man nicht kontrollieren, wie andere einen wahrnehmen. Letztlich hängt es davon ab, wie viel jemand von sich preisgibt. Aber eigentlich ist die grundsätzliche Frage eher, ob man Menschen überhaupt wirklich kennen kann – unabhängig davon, ob online oder im echten Leben.

In deinem frühen Song Büsi Matrix von 2023 singst du „Hardware in my Bag, Software in my Heart“. Gleichzeitig spielst du aber auch Kirchenorgel. Was unterscheidet das Spielen von Akkorden auf einem Keyboard und auf einer Kirchenorgel?

Bei der Kirchenorgel ist das Instrument oft untrennbar mit der Architektur verbunden. Die Kirche wird Teil des Resonanzkörpers und prägt den Klang stark. Das beeinflusst auch, wie Musik entsteht und wie man sich dem Instrument nähert. Ausserdem ist eine Orgel nicht jederzeit verfügbar wie ein Keyboard zu Hause.

Für mich ist der Unterschied ähnlich wie zwischen digitaler und analoger Fotografie. Wenn ich an der Orgel spiele, habe ich eine begrenzte Zeit und plane bewusst, was ich machen möchte. Ein Keyboard dagegen kann ich jederzeit benutzen – auch nachts um vier mit Kopfhörern. So kann ich spontane Ideen sofort festhalten.

Du hast gerade die Kirche als Teil des Instruments beschrieben. Das zeigt, dass du über die Tasten hinaus denkst – darüber, wie Musik im Raum wirkt. Ist Tiramisadness eher ein Kopfhörer-Projekt?

Es ist ein bisschen von allem. Für mich geht es weniger um perfekte Produktion als darum, musikalische Ideen im Moment einzufangen. Ich arbeite mit den Mitteln, die mir gerade zur Verfügung stehen, und entwickle die Idee so weit, wie ich es in diesem Moment möchte. Deshalb entsteht eine Mischung aus verschiedenen Arbeitsweisen.

Du erwähnst, dass dich elektronische Musik aus den Jahren 2006 bis 2013 geprägt hat – also deine frühen Teenagerjahre. Geht es dabei um Nostalgie?

Damals habe ich viel Musik entdeckt, zum Beispiel Burial oder Witch House. Auf YouTube konnte man unglaublich viele Tracks finden, die keine grosse Reichweite hatten. Wenn man gezielt gesucht hat, hat man eine riesige Vielfalt entdeckt. Viele Leute haben einfach ihre Ideen umgesetzt und online geteilt – oft mit Sampling, DIY-Vocals oder experimentellen elektronischen Sounds.

Wenn ich heute zu Hause mit einem ähnlichen Setup arbeite und mit den verfügbaren Mitteln experimentiere, tauchen diese Einflüsse automatisch wieder auf. Manchmal höre ich alte Playlists durch und denke: Jetzt ergibt alles Sinn.

Vielen Dank für das Interview!