Radio X und das Jugendkulturfestival sind seit Gründungszeiten eng miteinander verbunden. Radio X sendet auch in der Ausgabe 2021 live vom Festival: Wir übertragen Konzerte, Talks, Interviews, Slams und Lesungen von den Standorten Sommercasino und Klybeck live zu dir ins Wohnzimmer. Und an unserem "Bad-Taste-Henna"-Stand verunstalten JKF Artists deine Haut mit Motiven, die das "Wheel of Destiny" für dich bestimmt hat.

Wir senden an beiden Festivaltagen zwischen 17h und 01h live von den Standorten "Sommercasino" und "Padelhalle Klybeck".

Das Festivalprogramm ist online! Folgende Programmpunkte werden bei uns auf dem Sender stattfinden:

Freitag, 3.September 2021

Konzerte:

Talks/Lesungen/Slam-Poetry:

 

Samstag, 4.September 2021

Konzerte:

Talks/Lesungen/Slam-Poetry:

 

 

#badtastehenna

Wir wollen euch am JKF alle etwas aufhübschen! Deswegen gibt es an unserem Sendebus vor dem Sommercasino eine Henna-Tattoo-Session der etwas anderen Art. Kulturschaffende, die am JKF auftreten, sind die Tattoo-Artists, du ihre Leinwand. Schöne Schnörkel und Mandalas werden wohl eher Seltenheitswert haben, denn unsere Artists sind mehrheitlich Masters of Trash - dafür vollgas! Und auch bei der Wahl des Motivs hast du nicht viel mitzureden, denn die liegt ganz beim "Wheel of Destiny". Die Wahl des Orts, an dem du dein Henna-Tattoo willst, die überlassen wir dir aber natürlich noch, schliesslich gehört dein Körper dir und nur dir allein - vergiss das nicht! Vor zwei Jahren gab es einen regelrechten Ansturm und es entstand ein Sammelsurium an grandiosen Trash-Kuriositäten. Komm vorbei, triff die JKF-Artists und lass ein bisschen Trash in dein Herz!! wir sind an beiden Tagen zwischen 17h und 01h für dich da! #badtastehenna

Album der Woche: Towards an Expanse von Dumama

In den letzten sieben Jahren ist zwischen New York, Berlin und Johannesburg ein Album entstanden, das eine Meditation über Verletztheit und Verlust ist, währenddessen aber auch eine Autonomie zurückgewonnen wird in Bezug darauf, wie Black Life archiviert wird. Es sind Dialoge zwischen der Künstlerin, ihren Vorfahren und den Stimmen von musikhistorischen Grössen wie Miriam Makeba, Madosini und Busi Mhlongo. von Dion Monti

26.05.11 - ADW Dumama - Towards an Expanse - Podcast

das debut solo-album, towards an expanse von dumama

 

 

Was sind Genres? Was bedeuten Musikstile für Künstler*innen und Kunstschaffende? Was ist ihre Bedeutung, ausser ein Werkzeug für Vermarktung und Selbstprofilierung von Musikologen und Anthropologen zu sein? Was klar ist, ist das in der Entstehung des heutigen Albums der Woche jeglichste Idee von Genre keine Bedeutung hatte. Und so, über sechs Jahre, ist ein Album entstanden, das für sich ein eigenes Universum bauen musste.

Dumama ist eine Künstlerin aus einer langen Tradition südafrikanischer Musik. Eine ihrer Mentorinnen war die berühmte Musikerin Madosini, die unter anderem eine Meisterin des traditionellen Instruments Uhadi war. Dieses Instrument, das dem berühmteren Berimbau sehr ähnlich klingt, spielt Dumama auch teilweise auf ihrem Album – aber auf eine Art, wie es bisher sehr wenige gespielt haben.
«Towards an Expanse» hatte seinen Anfang in New York im 2019 in einer einwöchigen Session in den Figure 8 Studios. Songs wurden lose interpretiert aufgenommen, und mit diesen Aufnahmen ging Dumama zurück nach Berlin. In den darauf folgenden Jahren veränderte sich die Welt, aber auch das Innenleben der Künstlerin. Einerseits verlor Dumama mehrere Familienmitglieder, und gleichzeitig entschied sie sich, Ethnochoreologie zu studieren und sich mit immateriellem Kulturerbe auseinanderzusetzen.
So ist ein Album entstanden, das eine Meditation über Verletztsein und Verlust ist, währenddessen aber auch eine Autonomie zurückgewonnen wird bezüglich der Frage, wie Black Life archiviert wird. Es sind Dialoge zwischen Dumama, ihren Vorfahren und den Stimmen von musikhistorischen Grössen wie Miriam Makeba, Madosini und Busi Mhlongo. Für Dumama ist immaterielles kulturelles Erbe – also Oral History, Tanz und Performance – eine Technologie zur Gestaltung und Konservierung von Geschichte. Das hört man auch im collageartigen Sounddesign gewisser Songs.

2024 hat sich Dumama dann mit der Producerin Nandi Ndlovu zusammengetan, um all diese Aufnahmen neu zu überarbeiten. Ndlovu hat über drei Wochen alle Aufnahmen aus New York dekonstruiert, reorganisiert und ihr ganz eigenes sensibles Verständnis für Geschichten und zeitliche Bewegung mit integriert. Es sind oft sehr psychedelische, elektronische Elemente dazugekommen. Songs wurden gekürzt, verflochten und in drei Teile geteilt. Beats sind entstanden, und ganz viele Schichten an Stimmen sind dazugekommen.

Der Song «Layer After Layer», ist auf einem Sample eines Saxofons aufgebaut und hat eine emotionale Präzision, die an Mark Hollis von Talk Talk erinnert. «No Abiding City» hat einen starken Boom-Bap-Groove, der im Widerspruch zum viszeralen und wutgefüllten Song «Eating the Other» steht, in dem Dumama verschiedene Ahnen und Vorfahren verkörpert. «Mamma Carries» und «What the Rain Says» sind wiederum breitklingende Hymnen, die in absoluter Offenheit Geschichte, Familiengeschichten und Stimmen aus der Natur zu einem lebendigen Wesen vereinen.
«Towards an Expanse» ist ein anspruchsvolles und sehr Komplexes Album. Wer sich die Zeit nimmt, teils siebenminütige Songs zu hören und das Album als Gesamtwerk aufzunehmen, wird mit Sicherheit mit einer bleibenden Erfahrung belohnt. «Towards an Expanse» ist über Soundway Records erschienen. 

Und hier noch unsere Berichterstattung von der letzten Festivalausgabe, wenn du noch ein bisschen verweilen und in den Erinnerungen schwelgen möchtest: