Radio X und das Jugendkulturfestival sind seit Gründungszeiten eng miteinander verbunden. Radio X sendet auch in der Ausgabe 2021 live vom Festival: Wir übertragen Konzerte, Talks, Interviews, Slams und Lesungen von den Standorten Sommercasino und Klybeck live zu dir ins Wohnzimmer. Und an unserem "Bad-Taste-Henna"-Stand verunstalten JKF Artists deine Haut mit Motiven, die das "Wheel of Destiny" für dich bestimmt hat.
Wir senden an beiden Festivaltagen zwischen 17h und 01h live von den Standorten "Sommercasino" und "Padelhalle Klybeck".
Das Festivalprogramm ist online! Folgende Programmpunkte werden bei uns auf dem Sender stattfinden:
Freitag, 3.September 2021
Konzerte:
- 20:30h Delailah King
- 21:15h Shawtie La Fleur
- 21:30h Elia
- 22:30h Dysto
- 23:45h Skip
Talks/Lesungen/Slam-Poetry:
- 19:00h Radio X Talk: Tik Tok vs. Myself"
- 19:45h Lesung: Nadine Studer - Überraschung!
- 22:00h Slam-Poetry: Wortstellwerk - Offene Bühne
Samstag, 4.September 2021
Konzerte:
- 17:30h Nischua
- 18:45h Am Tae
- 20:00h Helen Ribi
- 21:15h TBA
- 22:45h Nomuel
- 23:45h "Was Ghetto?"
Talks/Lesungen/Slam-Poetry:
- 18:00h Lesung: Nora Friedlin - Ruf mich an (oder auch nicht)
- 19:30h Lesung: #writeforfuture
- 22:00h Slam Poetry: JKF Slam
#badtastehenna
Wir wollen euch am JKF alle etwas aufhübschen! Deswegen gibt es an unserem Sendebus vor dem Sommercasino eine Henna-Tattoo-Session der etwas anderen Art. Kulturschaffende, die am JKF auftreten, sind die Tattoo-Artists, du ihre Leinwand. Schöne Schnörkel und Mandalas werden wohl eher Seltenheitswert haben, denn unsere Artists sind mehrheitlich Masters of Trash - dafür vollgas! Und auch bei der Wahl des Motivs hast du nicht viel mitzureden, denn die liegt ganz beim "Wheel of Destiny". Die Wahl des Orts, an dem du dein Henna-Tattoo willst, die überlassen wir dir aber natürlich noch, schliesslich gehört dein Körper dir und nur dir allein - vergiss das nicht! Vor zwei Jahren gab es einen regelrechten Ansturm und es entstand ein Sammelsurium an grandiosen Trash-Kuriositäten. Komm vorbei, triff die JKF-Artists und lass ein bisschen Trash in dein Herz!! wir sind an beiden Tagen zwischen 17h und 01h für dich da! #badtastehenna
Winter Burrow: Cozy Survival mit Grenzen
In Winter Burrow schlüpfen Spieler:innen in die Rolle einer jungen Maus, die der Stadt den Rücken kehrt und in den Wald zurückzieht, in ihr verlassenes Elternhaus mitten in der winterlichen Wildnis. Dort gilt es, das Zuhause wieder bewohnbar zu machen: reparieren, dekorieren, Kleidung stricken, Kekse backen, und vor allem den Winter zu überleben.
Das Indie-Game verbindet bewusst zwei Genres: Cozy Game und Survival. von Noemie Keller
25.12.28 Winter Burrow
Der Einstieg ist ruhig, beinahe melancholisch. Die Maus erreicht ihr altes Zuhause, einen ausgehöhlten Baumstumpf, der einst voller Leben war und nun leer und kalt daliegt. Es liegt an den Spieler:innen, diesen Ort Schritt für Schritt wieder mit Wärme zu füllen. Ressourcen werden gesammelt, Möbel gebaut, Tee gebraut und Kleidung hergestellt. Auf Erkundungstouren trifft man auf andere Tiere, die jeweils ihre eigenen kleinen Geschichten mitbringen und gelegentlich weiterhelfen.
Bis hierhin erfüllt Winter Burrow alle Erwartungen an ein Cozy Game. Gleichzeitig bleibt der Survival-Aspekt stets präsent: Die Maus darf nicht frieren, nicht verhungern und nicht zu viel Lebensenergie verlieren. Gerade zu Beginn, wenn warme Kleidung fehlt, sind Erkundungstouren nur kurz möglich. Selbstgebackene Snacks und zubereitete Speisen helfen dabei, sich warm zu halten und verleihen temporäre Boni, die das Durchqueren der Wildnis erleichtern.
Allerdings bleibt das Überleben insgesamt wenig fordernd. Sterben ist nicht möglich, stattdessen wird die Spielfigur ohnmächtig. Lebensenergie regeneriert sich über Nacht vollständig, Nahrung ist reichlich vorhanden, Kämpfe beschränken sich auf einfache Auseinandersetzungen mit Insekten und lassen sich meist problemlos umgehen. Auch das Kampfsystem selbst bleibt sehr simpel, bestehend aus Zuschlagen und Ausweichen.
Das Spiel beschreibt sich als Survival-Erfahrung, die im eigenen Tempo gespielt werden kann und unterschiedliche Wege zum Ziel zulässt. In der Praxis zeigt sich jedoch ein anderes Bild: Die Geschichte ist vorgegeben, neue Rezepte und Werkzeuge werden ausschliesslich über Story-Missionen freigeschaltet. Zwar lässt sich das Tempo individuell gestalten, die Handlung selbst bleibt jedoch linear – und vergleichsweise kurz. Nach weniger als zehn Stunden ist Winter Burrow abgeschlossen, ohne nennenswerten Wiederspielwert zu bieten.
Hinzu kommen Designentscheidungen, die das Spiel eher strecken als bereichern. Eine Karte (Anm. d. Red. Mittlerweile wurde nachträglich eine Karte per Patch hinzugefügt) oder Abkürzungen fehlen vollständig, wodurch man sich häufig verläuft und dieselben Wege mehrfach zurücklegen muss, oft, weil das Inventar zu klein ist oder ein bestimmtes Werkzeug noch fehlt. Diese Einschränkungen erzeugen weniger Spannung als vielmehr unnötige Umwege.
Was Winter Burrow jedoch eindeutig auszeichnet, ist seine Optik. Das Spiel wirkt wie ein lebendig gewordenes Märchenbuch: handgezeichnete Umgebungen, stimmige Farben und liebevoll gestaltete Biome mit jeweils eigener Atmosphäre. Visuell ist das Spiel durchgehend charmant und detailreich.
Spieler:innen, die langfristigen Spielspass und grosse Freiheit suchen, sind mit Cozy-Games wie Stardew Valley oder Animal Crossing: New Horizons besser beraten. Wer hingegen eine echte Survival-Herausforderung möchte, findet diese eher in Titeln wie Valheim.
Für alle, die ein kurzes, ruhiges Spiel mit leichter Herausforderung, winterlicher Gemütlichkeit und märchenhaftem Stil suchen, ist Winter Burrow dennoch einen Blick wert, als kleine, entspannte Erfahrung für zwischendurch.
Und hier noch unsere Berichterstattung von der letzten Festivalausgabe, wenn du noch ein bisschen verweilen und in den Erinnerungen schwelgen möchtest: