Woche gegen Rassismus 2019

Album der Woche: ZZZ von Frank Medley

Vor einem Jahr hat der 20-jährige Beatmaker Frank Medley angefangen, YouTube-Videos aus den Anfangszeiten von Grime zu sampeln. Jetzt, Jahre später, haben diese Aufnahmen eine neue historische Bedeutung, und Frank Medleys emotionale und nostalgische Beats geben diesen Momenten neue Gravitas – so sind seine Compilations zu zelebrierenden historischen Archiven geworden.
  von Dion Monti

26.08.17 ADW – Frank Medley – Zzz - Radiosendung

das neue Album von Frank Medley

 

 

Anfang der 2000er war London ein fruchtbarer Boden für jegliche neue Subkulturen. Neben UK-Funky, Dubstep und einer neuen Welle an Broken Beat ist ein Genre geboren, das bis heute sehr einflussreich geblieben ist – und das ist natürlich Grime.

Beeinflusst von Garage, Breakbeats, Jungle und HipHop und mit einem durchschnittlichen Tempo von 140 Beats pro Minute ist Grime immer sehr energetisch und aggressiv gewesen. Die Pioniere des Stils – wie Wiley, Dizzee Rascal, Kano, Skepta, JME und viele andere – waren eine junge Generation von Männern, die eine frische, neue Welle von Kreativität aus Süd-London repräsentierten.

In dieser Zeit tauchten auf YouTube immer wieder Videos von Freestyles auf – Videos, wo ein paar Jungs irgendwo auf einem Parkplatz zu Beats, die in der Ferne aus einem Auto tönen, am Rappen sind. Diese Aufnahmen sind rohe, authentische Momentaufnahmen, die die Energie einer Generation einfangen.

Und mit diesen Videos kommen wir jetzt endlich zu unserem Album der Woche.
Es heisst «Zzz» und ist vom Londoner Beatmaker Frank Medley. Der obskure Producer schafft seit letztem Jahr, mit solchen Aufnahmen um neue Beats zu produzieren, die an die HipHop-Golden-Era der 90er Jahre erinnern und somit den Vibe auf die wunderschönste Art komplett verändern.

Zu Frank Medley habe ich praktisch nichts gefunden – nur ein Interview im SIR-MAGAZINE, in dem klar wird, dass er ca. 20 Jahre alt ist, wie Grime auch aus Süd-London kommt und zuhause am Laptop mit Kopfhörern seine Beats macht.

Er ist Teil einer Generation von jungen Künstler*innen, die via Internet innerhalb kürzester Zeit sich ein grosses Following aufgebaut haben. Seine Edits oder Mashups sind auf TikTok viral gegangen, er ist auf allen Plattformen präsent, seine Beats sind auch als Instrumentals inklusive Rechte für 25 Dollar auf Beatstars zu finden – und mittlerweile sind berühmte Rapper in seinen DMs. Seine Strategie ist umgekehrt zur traditionellen Musik-Promo. Er teilt einfach regelmässig, was er macht, schaut, was passiert, und reagiert. Er macht Beats, lädt kurze Videos auf allen Kanälen hoch, und wenn die Kommentarsektion oft genug sagt, dass sie die Beats haben wollen, dann veröffentlicht er sie offiziell. Alles organisch, natürlich und unabhängig.

Mittlerweile gibt es schon drei Alben, wobei er sie eher als Kompilation oder Dokumentation seines Prozesses und seiner Interessen sieht.

Seine Lieblings-Grime-Rapper sind Skepta und Skeptas Bruder JME, und die sind auch sehr präsent auf seinem neuesten Album – zum Beispiel im Song «Schooling Seniors», wo Skepta zusammen mit Blacks von der gemeinsamen Crew Boy Better Know zu hören ist.

Dieser Beat hat etwas Magisches: Zwei junge Rapper freestylen im 2009 auf einem Londoner Parkplatz, und jetzt, rückblickend vom 2026, sind diese Texte voller grosser Ansagen völlig gerechtfertigt und emotional unterstrichen von einem melodischen Beat voller Streicher und süsser Melodie.

Oder der Song «You Think You're Big». Wir hören einen jungen JME, und wir hören auch den Raum, in dem er sitzt. Dass die Qualität der Aufnahmen technisch schlecht ist, weil sie auch Echo und die Atmosphäre von einem normalen Zimmer aufnehmen, gibt dem ganzen Projekt einen weiteren Tiefgang. Diese Aufnahmen sind pur aus einem echten Moment unter Freunden entstanden – nicht im Studio – nein, nur für den Moment und in der Begleitung der nächsten Leute. Die nostalgischen Beats von Frank Medley werden so zu einem zelebrierenden Archiv, das die Magie aus unscheinbaren Momenten heraufbeschwört.

Frank Medleys Arbeit zeigt uns, dass Sampling als wichtige Kunstform immer noch zu HipHop und in die Hände von jungen Generationen gehört. Als Erinnerung, als Hommage, als Archiv, und einfach als brillante Unterhaltung, die sich zu Millionen von Hörer*innen verbreitet hat. Und darum ist auch das Album «Zzz» von Frank Medley unser Album der Woche.

Die Woche

Lesungen, Theater, Diskussion, Musik, Ausstellungen und vieles mehr: Die Woche gegen Rassismus 2019 in Basel bietet ein vielfältiges Programm, sie findet statt von: Montag, 18. März bis Sonntag, 24. März 2019

Radio X setzt in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Organisationen und Beteiligten ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung. Ziel ist es, die lokale Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren und gemeinsam in einen Dialog zu treten.

Während der ganzen Woche strahlt Radio X jeweils um 11:30 Uhr und um 16:30 Uhr thematische Beiträge aus.

Flyer Woche gegen Rassismus in Basel 2019

Medienmitteilung Woche gegen Rassismus 18.-24.3.19 mit Programm

 

 
Das Programm


Montag, 18. März 2019

Forumtheater "Sans Frontières" - Ein interaktiver Theaterabend zum Thema Diskriminierung und Rassismus. 

19.30 Uhr, KLARA (Clarastrasse 13)

Eintritt frei. 

 

Dienstag, 19. März 2019

Uni von unten: «Alltäglicher Ausnahmezustand: Racial Profiling in der Schweiz» mit Mohamed Wa Baile, Sarah Schilliger und Claudia Wilopo

19 Uhr, Internetcafé Planet 13 (Klybeckstrasse 60, 4057 Basel)

Eintritt frei.

 

Mittwoch, 20. März 2019

Liveübertragung Radio X, mit Interviews live vor Ort: Abendschule Import, Bla*ShTheater Niemandsland, Kulinarisches von Schnaboule Schnaboule und Musik zum Thema «Migration und Musik» mit Leila Moon.

17-22 Uhr, Keck Kiosk (Kaserne)

 

Ausstellung*: Bundes(asyl)lager- Zunehmende Isolierung und Kontrolle im Migrationsregime Schweiz

ab 19 Uhr in der Carambolage (Erlenstrasse 34, 4058 Basel)

 

 

Donnerstag, 21. März 2019

Podiumsdiskussion «Racial Profiling» mit szenischen Sequenzen des Theaters Niemandsland.

Auf dem Podium: Michel Hostettler (Community Policing Kleinbasel), Tobias Burkhard (Ausbildungsleiter KaPo BS), Nahom Mehret (Schweizer, geb. in Eritrea), Yvonne Apiyo Brändle-Amolo (SP Politikerin Zürich, Künstlerin).

Moderation: Bernard Senn, SRF

Mit dabei: BastA!, STOPP Rassismus u.a.

19 Uhr, Offene Kirche Elisabethen

Eintritt frei. 

 

Ausstellung*: Bundes(asyl)lager- Zunehmende Isolierung und Kontrolle im Migrationsregime Schweiz

ab 19 Uhr in der Carambolage (Erlenstrasse 34, 4058 Basel)

 

 

Freitag, 22. März 2019

Bla*Sh, Legion Seven, Brandy Butler (CH)

Mehrstimmige Lesung, Performance, Konzert, Büchertisch

19 Uhr (Doors: 18.30 Uhr), Rossstall II, Kaserne Basel

Eintritt frei.

 

Ausstellung*: Bundes(asyl)lager- Zunehmende Isolierung und Kontrolle im Migrationsregime Schweiz

ab 19 Uhr in der Carambolage (Erlenstrasse 34, 4058 Basel)

 

 

Samstag, 23. März 2019

Afrika-Stadtrundgang des Zentrums für Afrikastudien

The tour will take place in English and is free of charge. Reservations are requested but not required. 

14 Uhr, meeting point: at the pyramides in front of the Offene Kirche Elisabethen

 

Offener Hörsaal: Interaktiver Parcours**, über Hürden und Weichen auf dem schweizerischen Bildungsweg

16.00-18.30 Uhr, Foyer Junges Theater Basel

Eintritt frei. 

 

Ausstellung*: Bundes(asyl)lager- Zunehmende Isolierung und Kontrolle im Migrationsregime Schweiz

ab 19 Uhr 

Input: Wie die Schweiz Migrant*innen 2019 isoliert und verwaltet.

20 Uhr in der Carambolage (Erlenstrasse 34, 4058 Basel)

 

 

 

Sonntag, 24. März 2019

Afrika-Stadtrundgang des Zentrums für Afrikastudien auf Deutsch

14 Uhr, Treffpunkt: Pyramiden-Platz (Elisabethenstrasse)

Reservierung erbeten, aber nicht zwingend erforderlich.

Eintritt frei.

 

 

Die Ausstellung beschäftigt sich mit der Neustrukturierung des Asylverfahrens und der Einführung der Bundeslager in der Schweiz. Mit der sogenannten Beschleunigung der Verfahren sollen Menschen effizienter verwaltet und ausgeschafft werden. Dafür nimmt das Staatssekretariat für Migration (SEM) Bundeslager in Betrieb, welche nicht nur die Unterbringung, sondern auch das gesamte Verfahren unter einem Dach zentralisieren und vereinheitlichen. Diese Praxis isoliert die betroffenen Menschen noch stärker vom Rest der Gesellschaft und lässt noch weniger Raum zur Selbstbestimmung. Um die Lagerpolitik umzusetzen, baut der Staat auf die Mitarbeit von Privatfirmen und NGOs.

 

** Bildungsparcours: Sprichst Du ausreichend Deutsch, um in der Schule mitzukommen? Wirst Du bei/auf deinem Bildungsweg unterstützt? Entsprichst Du den Bewertungskriterien des Schulsystems? Reicht das Geld für eine Ausbildung? Bringst Du die geforderten/nötigen Dokumente mit, um eine Ausbildung zu beginnen? Haben alle Menschen in der Schweiz dieselben Chancen auf Bildung? In einem interaktiven Parcours erfährst Du, welche Weichen gestellt werden und welche Hürden es zu überwinden gibt auf dem schweizerischen Bildungsweg. Ähnlich einem Leiter-Spiel, wirst Du, ausgestattet mit einer neuen Identität, unterschiedliche Aufgaben lösen, um Stufe für Stufe deinem Ziel näherzukommen.

 
Ausstrahlungstermine

 

Montag 18.3. - Sonntag, 24.3.19, täglich um 11.30 h (Wdh. 16.30 h)

Redaktionelle Beiträge auf Radio X zu diversen Themen in der Woche gegen Rassismus

u.a. mit FIASKO und STOPP Rassismus

 

Donnerstag 21.3., 18 h  & Samstag 23.3.19, 13 h

Sendung X-Plus von Schüler/innen der FMS Münchenstein

 

Samstag 23.3., 16 h & Sonntag 24.3.19, 10 h

Ausstrahlung der Podiumsdiskussion zu "Racial Profiling" vom Donnerstag 21.3.19 in der Offenen Kirche Elisabethen

Kontakt

tatiana.vieira@radiox.ch

rebecca.haeusel@radiox.ch

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Die Woche gegen Rassismus wird unterstützt durch:

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