Woche gegen Rassismus 2019
Preppen für den Klimakollaps?
Spätestens nach diesem Hitzesommer ist klar: die Folgen der Klimakrise werden immer spürbarer. In zwei Klimacamps in Basel und Brandenburg bereiten sich Menschen auf einen Alltag vor, in dem verschiedene Systeme kollabiert sein werden. von Luisa Later
26.08.25 Preppen für den Klimakollaps
Die Klimacamps in Basel und Brandenburg setzten sich damit auseinander, wie wir uns auf eine Zukunft in der voranschreitenden Klimakrise vorbereiten.
Solidarisch preppen: Gemeinsam statt allein durch die Klimakrise
Immer mehr Menschen aus der Klimabewegung bereiten sich auf eine Zukunft vor, in der die Folgen der Klimakrise zum Alltag gehören. Sie nennen das „solidarisches Preppen“ und eignen sich damit einen Begriff an, der bislang vor allem aus dem rechten Spektrum bekannt ist. Doch statt alleine im Keller Dutzende Konserven anzuhäufen, geht es beim solidarischen Preppen darum, gemeinsam Fürsorge zu leisten. Das kann zum Beispiel bedeuten, bei Hitzewellen gemeinsam zu Stosslüften oder nach der älteren Nachbarin zu schauen und sicherzugehen, dass sie genug getrunken hat.
Bildet Banden!
Vom 10. bis zum 13. September 2026 findet in Basel das Klimacamp „Bildet Banden!“ statt. Im Zentrum steht die Frage, wie sich Menschen gemeinsam auf kommende Krisen vorbereiten können. In Workshops und Diskussionen geht es darum, Strukturen aufzubauen, in denen alle Menschen mitgedacht werden auch dann, wenn sich Extremwetter, Wirtschaftskrisen und der Abbau demokratischer Strukturen sich weiter verstärken.
Der Soziologe Frank Adloff forscht an der Universität Hamburg zu den Zukünften der Nachhaltigkeit. Er beobachtet, dass sich manche Menschen aus der Klimabewegung zunehmend von der Vorstellung verabschieden, die Klimakrise noch verhindern zu können. Das sei zwar pessimistisch, nehme aber die Erkenntnisse der Klimaforschung ernst. Gleichzeitig warnt Adloff davor, daraus eine Haltung der Resignation zu entwickeln. Stattdessen müsse es darum gehen, sich auf Katastrophen vorzubereiten, den Klimaschutz weiterhin politisch und wirtschaftlich voranzutreiben, demokratische Strukturen zu stärken und dabei nicht auf individuelle Lösungen zu setzen.
Denn individuelle Vorsorge kann soziale Ungleichheiten noch verstärken. Ein Beispiel: Wer wenig Geld hat oder in einer schlecht isolierten Wohnung lebt, ist stärker von extremer Hitze betroffen. Allein im Sommer 2026 wurden in Europa schätzungsweise 25.000 hitzebedingte Todesfälle registriert. Klimaschutz und Klimaanpassung sind deshalb auch sozialpolitische Fragen.
Die Klimakrise ist längst kein Zukunftsszenario mehr
Während in der Schweiz diesen Sommer Hitze, Waldbrände, Ernteausfälle und Niedrigwasser zu spüren waren, sind die Folgen des Klimawandels in anderen Teilen der Welt schon seit Jahren Alltag. Die Klimakrise trifft Menschen dabei nicht gleichermaßen. Der Weltklimarat IPCC weist darauf hin, dass besonders vulnerable Regionen in Afrika, Asien, Mittel- und Südamerika sowie kleine Inselstaaten stark betroffen sind. Gleichzeitig haben viele dieser Regionen historisch deutlich weniger zur globalen Erwärmung beigetragen. Historische und gegenwärtige Ungleichheiten darunter auch die Folgen des Kolonialismus prägen, wie verwundbar Menschen gegenüber den Folgen der Klimakrise sind.
Diese globale Perspektive spielte auch beim Kollaps Camp in Brandenburg eine Rolle, das im August 2026 stattfand. Aktivist*innen vernetzen sich dort mit Menschen aus Regionen wie Mexiko und dem Sudan, um voneinander zu lernen, wie mit Extremsituationen und bereits bestehenden Krisen umgegangen werden kann.
Dass Teile der Klimabewegung ihren Fokus erweitern und neben konsequentem Klimaschutz zunehmend auch soziale Maßnahmen und solidarische Strukturen fordern, lässt sich als Reaktion auf jahrelangen politischen Stillstand verstehen. Wenn staatliche Strukturen in Krisen an ihre Grenzen kommen, stellt sich die Frage, wie Menschen sich gegenseitig auffangen können.
Solidarisches Preppen setzt genau dort an: Nicht jede*r für sich, sondern gemeinsam. Nicht nur Vorräte anlegen, sondern Beziehungen und Strukturen aufbauen, die auch in Krisen tragen können.
Die Woche
Lesungen, Theater, Diskussion, Musik, Ausstellungen und vieles mehr: Die Woche gegen Rassismus 2019 in Basel bietet ein vielfältiges Programm, sie findet statt von: Montag, 18. März bis Sonntag, 24. März 2019
Radio X setzt in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Organisationen und Beteiligten ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung. Ziel ist es, die lokale Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren und gemeinsam in einen Dialog zu treten.
Während der ganzen Woche strahlt Radio X jeweils um 11:30 Uhr und um 16:30 Uhr thematische Beiträge aus.
Flyer Woche gegen Rassismus in Basel 2019
Medienmitteilung Woche gegen Rassismus 18.-24.3.19 mit Programm
Das Programm
Montag, 18. März 2019
Forumtheater "Sans Frontières" - Ein interaktiver Theaterabend zum Thema Diskriminierung und Rassismus.
19.30 Uhr, KLARA (Clarastrasse 13)
Eintritt frei.
Dienstag, 19. März 2019
Uni von unten: «Alltäglicher Ausnahmezustand: Racial Profiling in der Schweiz» mit Mohamed Wa Baile, Sarah Schilliger und Claudia Wilopo
19 Uhr, Internetcafé Planet 13 (Klybeckstrasse 60, 4057 Basel)
Eintritt frei.
Mittwoch, 20. März 2019
Liveübertragung Radio X, mit Interviews live vor Ort: Abendschule Import, Bla*Sh, Theater Niemandsland, Kulinarisches von Schnaboule Schnaboule und Musik zum Thema «Migration und Musik» mit Leila Moon.
17-22 Uhr, Keck Kiosk (Kaserne)
Ausstellung*: Bundes(asyl)lager- Zunehmende Isolierung und Kontrolle im Migrationsregime Schweiz
ab 19 Uhr in der Carambolage (Erlenstrasse 34, 4058 Basel)
Donnerstag, 21. März 2019
Podiumsdiskussion «Racial Profiling» mit szenischen Sequenzen des Theaters Niemandsland.
Auf dem Podium: Michel Hostettler (Community Policing Kleinbasel), Tobias Burkhard (Ausbildungsleiter KaPo BS), Nahom Mehret (Schweizer, geb. in Eritrea), Yvonne Apiyo Brändle-Amolo (SP Politikerin Zürich, Künstlerin).
Moderation: Bernard Senn, SRF
Mit dabei: BastA!, STOPP Rassismus u.a.
19 Uhr, Offene Kirche Elisabethen
Eintritt frei.
Ausstellung*: Bundes(asyl)lager- Zunehmende Isolierung und Kontrolle im Migrationsregime Schweiz
ab 19 Uhr in der Carambolage (Erlenstrasse 34, 4058 Basel)
Freitag, 22. März 2019
Bla*Sh, Legion Seven, Brandy Butler (CH)
Mehrstimmige Lesung, Performance, Konzert, Büchertisch
19 Uhr (Doors: 18.30 Uhr), Rossstall II, Kaserne Basel
Eintritt frei.
Ausstellung*: Bundes(asyl)lager- Zunehmende Isolierung und Kontrolle im Migrationsregime Schweiz
ab 19 Uhr in der Carambolage (Erlenstrasse 34, 4058 Basel)
Samstag, 23. März 2019
Afrika-Stadtrundgang des Zentrums für Afrikastudien
The tour will take place in English and is free of charge. Reservations are requested but not required.
14 Uhr, meeting point: at the pyramides in front of the Offene Kirche Elisabethen
Offener Hörsaal: Interaktiver Parcours**, über Hürden und Weichen auf dem schweizerischen Bildungsweg
16.00-18.30 Uhr, Foyer Junges Theater Basel
Eintritt frei.
Ausstellung*: Bundes(asyl)lager- Zunehmende Isolierung und Kontrolle im Migrationsregime Schweiz
ab 19 Uhr
Input: Wie die Schweiz Migrant*innen 2019 isoliert und verwaltet.
20 Uhr in der Carambolage (Erlenstrasse 34, 4058 Basel)
Sonntag, 24. März 2019
Afrika-Stadtrundgang des Zentrums für Afrikastudien auf Deutsch
14 Uhr, Treffpunkt: Pyramiden-Platz (Elisabethenstrasse)
Reservierung erbeten, aber nicht zwingend erforderlich.
Eintritt frei.
* Die Ausstellung beschäftigt sich mit der Neustrukturierung des Asylverfahrens und der Einführung der Bundeslager in der Schweiz. Mit der sogenannten Beschleunigung der Verfahren sollen Menschen effizienter verwaltet und ausgeschafft werden. Dafür nimmt das Staatssekretariat für Migration (SEM) Bundeslager in Betrieb, welche nicht nur die Unterbringung, sondern auch das gesamte Verfahren unter einem Dach zentralisieren und vereinheitlichen. Diese Praxis isoliert die betroffenen Menschen noch stärker vom Rest der Gesellschaft und lässt noch weniger Raum zur Selbstbestimmung. Um die Lagerpolitik umzusetzen, baut der Staat auf die Mitarbeit von Privatfirmen und NGOs.
** Bildungsparcours: Sprichst Du ausreichend Deutsch, um in der Schule mitzukommen? Wirst Du bei/auf deinem Bildungsweg unterstützt? Entsprichst Du den Bewertungskriterien des Schulsystems? Reicht das Geld für eine Ausbildung? Bringst Du die geforderten/nötigen Dokumente mit, um eine Ausbildung zu beginnen? Haben alle Menschen in der Schweiz dieselben Chancen auf Bildung? In einem interaktiven Parcours erfährst Du, welche Weichen gestellt werden und welche Hürden es zu überwinden gibt auf dem schweizerischen Bildungsweg. Ähnlich einem Leiter-Spiel, wirst Du, ausgestattet mit einer neuen Identität, unterschiedliche Aufgaben lösen, um Stufe für Stufe deinem Ziel näherzukommen.
Ausstrahlungstermine
Montag 18.3. - Sonntag, 24.3.19, täglich um 11.30 h (Wdh. 16.30 h)
Redaktionelle Beiträge auf Radio X zu diversen Themen in der Woche gegen Rassismus
u.a. mit FIASKO und STOPP Rassismus
Donnerstag 21.3., 18 h & Samstag 23.3.19, 13 h
Sendung X-Plus von Schüler/innen der FMS Münchenstein
Samstag 23.3., 16 h & Sonntag 24.3.19, 10 h
Ausstrahlung der Podiumsdiskussion zu "Racial Profiling" vom Donnerstag 21.3.19 in der Offenen Kirche Elisabethen
Kontakt
tatiana.vieira@radiox.ch
rebecca.haeusel@radiox.ch
Social Media
Die Woche gegen Rassismus wird unterstützt durch: