Woche gegen Rassismus 2019
Album der Woche: Gentlewoman von Cleo Sol
‘Gentlewoman’ heisst das neue, fünfte Album von Cleo Sol – ein sanftes Soul- und RnB-Album, das nichts neu erfindet, aber es schafft, mit familiären Mitteln und selbstsicherem Essentialismus einen persönlichen und einzigartigen Ausdruck zu finden. In Zusammenarbeit mit Producer Inflo ist ein vorsichtig produziertes, positives Album entstanden, das ganz in der RnB-Tradition steht und gefüllt ist mit Liedern von Liebe, Dankbarkeit, Ermutigung und Optimismus. von Dion Monti
26.08.31 – ADW Cleo Sol – Gentlewoman - pODCAST
Das neue ALbum, Gentlewoman von Cleo Sol
Nachdem Cleo Sol im September 2023 zwei Alben, «Gold» und «Heaven», im gleichen Monat veröffentlicht hatte, hat sie sich mit «Gentlewoman» mehr Zeit genommen und uns ein vollgeladenes Album mit 15 Songs und über einer Stunde Spielzeit gegeben. Ihr fünftes Album ist wie die vier vorigen auch mit ihrem Ehemann und Star-Produzenten Inflo entstanden und hat diesen mittlerweile familiären, auf die Essenz reduzierten, organischen Sound.
In «Gentlewoman» schreckt Cleo vor keinen RnB-Klischees und Formeln zurück. Die Songs sind generell Liebeslieder voller Positivität, Ermutigung und unterstützenden Texten, mit ein paar einzelnen kritischen und sanft konfrontativen Songs dazwischen, Es gibt keine Überraschungen, diese braucht es aber auch nicht. Die Intensität des Albums wird durch die Direktheit und Intimität erzeugt, die Cleos sanfte, klare Stimme erzeugen kann. Es ist eine Stimme, die ein fast unheimliches Vertrauen erzeugen kann – wie zum Beispiel im Song «Sweet Thing», wo sie einerseits voller Liebe und Lob mit jemandem spricht und gleichzeitig aber auch durch unterstützende Worte andeutet, dass diese Person trotzdem Hilfe brauchen kann und somit nicht übermenschlich ist und auf Augenhöhe betrachtet wird.
Grundsätzlich ist es ein Album, das von Anfang bis Schluss ohne Unterbruch gehört werden kann und sollte – ob im Hintergrund beim Kochen oder Putzen, aber auch mit geschlossenen Augen, mit voller Aufmerksamkeit auf Kopfhörern. Es ist ein Werk, das sich ohne Aufwand ins Leben einschmilzt.
Ein erster Höhepunkt des Albums ist der Song «Force of Love», der auch ein Liebeslied ist und schon Bestehendes zelebriert – und das zu einem Beat, der zum ersten Mal auf dem Album auch zum Tanzen anregt.
In der Mitte des Albums kommen wir möglicherweise zum empfindlichen Kern der Geschichte. Es gibt vier Lieder, die eine Art vulnerables Zentrum bilden. Einerseits gibt es den Song «Let Me Cry», in dem zum ersten Mal auch Trauer oder Überforderung ins Spiel kommt, wenn auch immer noch auf äusserst sanfte Art. Direkt darauf folgt der erste Song, in dem Konflikt vorkommt. In «Family Ties» hören wir Cleo, wie sie jemanden konfrontiert – sie erwähnt Lügen, Wut und Loyalitäten, die offensichtlich und enttäuschend nicht an sie gerichtet sind. Aber auch hier gibt es den positiven Aspekt, dass sie sich entscheidet, die erwünschte positive Veränderung zu verkörpern, also mit beispiel zu führen. Der Song «Their Smiles Are Not the Same» schliesst wie ein zweiter Teil am vorigen an und baut über 6 Minuten in eine Art Katharsis, die sich im Song «Honest Talk» in Form eines Hilfsangebots schliesst. Der Rest des Albums ist inhaltlich wieder 100 % Liebe und Dankbarkeit.
Zum Schluss lohnt es sich auch, kurz etwas über die Produktion des Albums zu sagen: Wie schon am Anfang erwähnt, wird in «Gentlewoman» nichts Neues erfunden, sondern etwas Bestehendes auf eine eigene Art entwickelt. Der Producer Inflo hat sich als Produzent dem alten Motown-Sound aus den 60er Jahren angenommen und schafft seit bald einem Jahrzehnt an diesem leicht modernisierte version des Sounds und dieser Methode – ob das für die Band Sault, Adele, Little Simz oder eben Cleo Sol ist. Er verlässt sich auf das Wesentliche, auf das, was funktioniert – bleibt dabei und fügt nicht viel hinzu. Und das verlangt natürlich, dass die wenigen Elemente zu 110 % überzeugen. Und wie auch schon in Motown-Zeiten wird dieses Erfolgsrezept so oft wiederholt wie möglich. Ich würde behaupten, dass seine Art von Minimalismus sein eigentliches Talent ist – aber es gibt trotzdem Momente, beim letzten Album von Sault und jetzt auch beim neuesten von Cleo Sol, wo es sich ein bisschen formelhaft und massenproduziert anfühlt. Vielleicht hätten auch hier 2 oder 3 Songs am Anfang und am Schluss des Albums nicht unbedingt dabei sein müssen.
Die Frage stellt sich, wie Essentialismus auf diesem hohen Niveau sich entwickeln wird – ob ins Gegenteil oder in eine Variation. Was klar ist, ist, dass sich nach einem Jahrzehnt sein Stil bald wieder entwickeln wird. Bis dahin geniessen wir den süssen, sanften, romantischen Fokus von «Gentlewoman» von Cleo Sol.
Die Woche
Lesungen, Theater, Diskussion, Musik, Ausstellungen und vieles mehr: Die Woche gegen Rassismus 2019 in Basel bietet ein vielfältiges Programm, sie findet statt von: Montag, 18. März bis Sonntag, 24. März 2019
Radio X setzt in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Organisationen und Beteiligten ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung. Ziel ist es, die lokale Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren und gemeinsam in einen Dialog zu treten.
Während der ganzen Woche strahlt Radio X jeweils um 11:30 Uhr und um 16:30 Uhr thematische Beiträge aus.
Flyer Woche gegen Rassismus in Basel 2019
Medienmitteilung Woche gegen Rassismus 18.-24.3.19 mit Programm
Das Programm
Montag, 18. März 2019
Forumtheater "Sans Frontières" - Ein interaktiver Theaterabend zum Thema Diskriminierung und Rassismus.
19.30 Uhr, KLARA (Clarastrasse 13)
Eintritt frei.
Dienstag, 19. März 2019
Uni von unten: «Alltäglicher Ausnahmezustand: Racial Profiling in der Schweiz» mit Mohamed Wa Baile, Sarah Schilliger und Claudia Wilopo
19 Uhr, Internetcafé Planet 13 (Klybeckstrasse 60, 4057 Basel)
Eintritt frei.
Mittwoch, 20. März 2019
Liveübertragung Radio X, mit Interviews live vor Ort: Abendschule Import, Bla*Sh, Theater Niemandsland, Kulinarisches von Schnaboule Schnaboule und Musik zum Thema «Migration und Musik» mit Leila Moon.
17-22 Uhr, Keck Kiosk (Kaserne)
Ausstellung*: Bundes(asyl)lager- Zunehmende Isolierung und Kontrolle im Migrationsregime Schweiz
ab 19 Uhr in der Carambolage (Erlenstrasse 34, 4058 Basel)
Donnerstag, 21. März 2019
Podiumsdiskussion «Racial Profiling» mit szenischen Sequenzen des Theaters Niemandsland.
Auf dem Podium: Michel Hostettler (Community Policing Kleinbasel), Tobias Burkhard (Ausbildungsleiter KaPo BS), Nahom Mehret (Schweizer, geb. in Eritrea), Yvonne Apiyo Brändle-Amolo (SP Politikerin Zürich, Künstlerin).
Moderation: Bernard Senn, SRF
Mit dabei: BastA!, STOPP Rassismus u.a.
19 Uhr, Offene Kirche Elisabethen
Eintritt frei.
Ausstellung*: Bundes(asyl)lager- Zunehmende Isolierung und Kontrolle im Migrationsregime Schweiz
ab 19 Uhr in der Carambolage (Erlenstrasse 34, 4058 Basel)
Freitag, 22. März 2019
Bla*Sh, Legion Seven, Brandy Butler (CH)
Mehrstimmige Lesung, Performance, Konzert, Büchertisch
19 Uhr (Doors: 18.30 Uhr), Rossstall II, Kaserne Basel
Eintritt frei.
Ausstellung*: Bundes(asyl)lager- Zunehmende Isolierung und Kontrolle im Migrationsregime Schweiz
ab 19 Uhr in der Carambolage (Erlenstrasse 34, 4058 Basel)
Samstag, 23. März 2019
Afrika-Stadtrundgang des Zentrums für Afrikastudien
The tour will take place in English and is free of charge. Reservations are requested but not required.
14 Uhr, meeting point: at the pyramides in front of the Offene Kirche Elisabethen
Offener Hörsaal: Interaktiver Parcours**, über Hürden und Weichen auf dem schweizerischen Bildungsweg
16.00-18.30 Uhr, Foyer Junges Theater Basel
Eintritt frei.
Ausstellung*: Bundes(asyl)lager- Zunehmende Isolierung und Kontrolle im Migrationsregime Schweiz
ab 19 Uhr
Input: Wie die Schweiz Migrant*innen 2019 isoliert und verwaltet.
20 Uhr in der Carambolage (Erlenstrasse 34, 4058 Basel)
Sonntag, 24. März 2019
Afrika-Stadtrundgang des Zentrums für Afrikastudien auf Deutsch
14 Uhr, Treffpunkt: Pyramiden-Platz (Elisabethenstrasse)
Reservierung erbeten, aber nicht zwingend erforderlich.
Eintritt frei.
* Die Ausstellung beschäftigt sich mit der Neustrukturierung des Asylverfahrens und der Einführung der Bundeslager in der Schweiz. Mit der sogenannten Beschleunigung der Verfahren sollen Menschen effizienter verwaltet und ausgeschafft werden. Dafür nimmt das Staatssekretariat für Migration (SEM) Bundeslager in Betrieb, welche nicht nur die Unterbringung, sondern auch das gesamte Verfahren unter einem Dach zentralisieren und vereinheitlichen. Diese Praxis isoliert die betroffenen Menschen noch stärker vom Rest der Gesellschaft und lässt noch weniger Raum zur Selbstbestimmung. Um die Lagerpolitik umzusetzen, baut der Staat auf die Mitarbeit von Privatfirmen und NGOs.
** Bildungsparcours: Sprichst Du ausreichend Deutsch, um in der Schule mitzukommen? Wirst Du bei/auf deinem Bildungsweg unterstützt? Entsprichst Du den Bewertungskriterien des Schulsystems? Reicht das Geld für eine Ausbildung? Bringst Du die geforderten/nötigen Dokumente mit, um eine Ausbildung zu beginnen? Haben alle Menschen in der Schweiz dieselben Chancen auf Bildung? In einem interaktiven Parcours erfährst Du, welche Weichen gestellt werden und welche Hürden es zu überwinden gibt auf dem schweizerischen Bildungsweg. Ähnlich einem Leiter-Spiel, wirst Du, ausgestattet mit einer neuen Identität, unterschiedliche Aufgaben lösen, um Stufe für Stufe deinem Ziel näherzukommen.
Ausstrahlungstermine
Montag 18.3. - Sonntag, 24.3.19, täglich um 11.30 h (Wdh. 16.30 h)
Redaktionelle Beiträge auf Radio X zu diversen Themen in der Woche gegen Rassismus
u.a. mit FIASKO und STOPP Rassismus
Donnerstag 21.3., 18 h & Samstag 23.3.19, 13 h
Sendung X-Plus von Schüler/innen der FMS Münchenstein
Samstag 23.3., 16 h & Sonntag 24.3.19, 10 h
Ausstrahlung der Podiumsdiskussion zu "Racial Profiling" vom Donnerstag 21.3.19 in der Offenen Kirche Elisabethen
Kontakt
tatiana.vieira@radiox.ch
rebecca.haeusel@radiox.ch
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Die Woche gegen Rassismus wird unterstützt durch: