Neues von 10LEC6, Alwa Alibi, Uche Yara und Fontaines D.C. ft. ROSALÍA
Die Radio X Musikredaktion stellt dir wöchentlich ihre schönsten Neuentdeckungen genauer vor. Die Rubrik “Früsch” gibt es live jeden Donnerstag um 14 Uhr und in der Wiederholung am Sonntag um 16 Uhr. von Mirco Kaempf
Auf Ako Akas verbindet das Pariser Projekt 10LEC6 um die kamerunische Sängerin Nicole Adjabe elektronische Clubmusik mit Afro-Punk, Gospel und perkussiven Grooves. Sie singt ausschliesslich auf Bulu, einer Sprache aus dem Süden Kameruns. Auch der Albumtitel verweist auf die Region: Ako Akas ist der Name eines heiligen Berges, um den sich eine Legende über Menschen rankt, die beim Umrunden in einem endlosen Tanz verschwinden. «Assoussoua» zeigt eine melodischere, zurückhaltendere Seite des Albums, das am 9. Oktober erschienen ist.
Die Berner Mundart-Rapperin Alwa Alibi schlägt auf ihrer neuen EP U-Turn musikalisch eine direktere Richtung ein. Die R&B-Drums bleiben, doch die Produktionen sind dunkler, roher und körperlicher als auf der vorherigen EP DREAMGIRL. Inhaltlich geht es um Beziehungen, Begehren und die Freiheit, nicht alles autobiografisch erzählen zu müssen. Alwa Alibi will queeres Leben nicht nur über Diskriminierung sichtbar machen, sondern auch über Lust und Freude. Die neue Single «Ufstah» ist am 9. Oktober bei Forcefield Records erschienen.
Auf ihrem Debütalbum Bodyscanner verbindet die österreichische Musikerin Uche Yara Industrial, Hip-Hop, Art-Pop, House, Disco und Indie-Rock. Die stilistische Offenheit prägt auch «Sloppy Kisser», einen funky Track zwischen Club und Pop. Inhaltlich beschäftigt sich Yara mit queerer Selbstermächtigung und der Frage, wem die Nacht gehört – und wie Gemeinschaft jenseits von Selbstoptimierung und permanentem Performen entstehen kann. Die Musikerin mit nigerianischen Wurzeln lebt in Berlin und spielt neuerdings auch als Gitarristin bei der Band Bilderbuch.
Auf ihrem fünften Album Dopamine Chamber arbeiten Fontaines D.C. erstmals mit einem Gast auf einem Album zusammen: Für «Where Is Gone?» trifft die irische Band auf den katalanischen Popstar ROSALÍA. Statt des treibenden Post-Punks ist eine melancholische Ballade entstanden, in der sich Grian Chatten und ROSALÍA den Gesang teilen, begleitet von akustischer Gitarre, Streichern und scheppernden Drums. Gitarrist Carlos O’Connell, der in Madrid mit irischer und spanischer Kultur aufgewachsen ist, sieht eine Verbindung zwischen ROSALÍAs Umgang mit spanischen Musiktraditionen und dem eigenen Bezug der Band zur irischen Musik. Dopamine Chamber erscheint am 16. Oktober.