Die «Ansprechbar» in Basel: Ein offenes Ohr für junge Menschen

Die «Ansprechbar» in der Markthalle Basel bietet Jugendlichen und jungen Erwachsenen einen unkomplizierten Ort, um über Sorgen und Belastungen zu sprechen. Das Angebot soll eine Lücke zwischen dem Umgang mit Problemen allein und professioneller Unterstützung schliessen. von Nahom Mehret

Die Ansprechbar in Basel

Die «Ansprechbar» schafft in Basel einen unkomplizierten Ort, an dem junge Menschen mit ihren Sorgen auf Gleichaltrige treffen, die zuhören.

Niederschwellige Unterstützung mitten in der Markthalle

Ein Tisch mitten in der Markthalle Basel. Kein Beratungszimmer, keine Praxis. Und trotzdem ist dort ein Ort entstanden, an den sich junge Menschen mit ihren Sorgen wenden können. Die «Ansprechbar» bietet jungen Menschen die Möglichkeit, unkompliziert mit jemandem ins Gespräch zu kommen. Die Idee dahinter ist einfach: Nicht jedes Problem braucht sofort eine professionelle Beratung oder eine Therapie. Manchmal hilft es bereits, wenn jemand zuhört.

Vorbeikommen ohne Anmeldung

Die «Ansprechbar» befindet sich im Kaffee Finkmüller in der Markthalle Basel. Wer das Angebot nutzen möchte, kann ohne Anmeldung vorbeikommen und den dafür vorgesehenen Tisch aufsuchen. Jeweils am Montag, Mittwoch und Freitag von 14 bis 18 Uhr. Dabei spielt es keine Rolle, ob jemanden ein grosses Problem beschäftigt oder ob es um etwas geht, das zunächst vielleicht gar nicht so schwerwiegend erscheint. Ziel ist es, die Hürde für ein erstes Gespräch möglichst niedrig zu halten. Aufgebaut wurde das Projekt von Sarah Bestgen im Auftrag der Psychiatriekommission beider Basel. Bestgen ist zudem Dozentin für Soziale Arbeit an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW).

Gleichaltrige hören zu

Die Gespräche führen sogenannte «Listener». Dabei handelt es sich um junge Erwachsene zwischen 18 und 30 Jahren, die speziell für diese Aufgabe geschult wurden. Im Zentrum steht die Unterstützung unter Gleichaltrigen. Junge Menschen sollen nicht sofort einer Fachperson gegenübersitzen, sondern zunächst mit jemandem sprechen können, der in einem ähnlichen Alter ist und vor allem zuhört. Reicht ein solches Gespräch nicht aus, steht vor Ort eine Fachperson zur Verfügung. Diese kann bei Bedarf beigezogen werden und den Kontakt zu einer passenden Beratungs- oder Fachstelle vermitteln.

Eine Lücke im bestehenden Angebot

Hinter der «Ansprechbar» steht auch die Erkenntnis, dass es in der Region an niederschwelligen psychosozialen Angeboten für junge Menschen fehlt. Diese Lücke wurde von der Psychiatriekommission beider Basel in ihrem Psychiatriekonzept festgehalten. Gleichzeitig ist die psychische Belastung bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen hoch, während bestehende Unterstützungsangebote teilweise an ihre Kapazitätsgrenzen stossen. 

Die «Ansprechbar» setzt deshalb bewusst früher an: nicht erst dann, wenn aus einer Belastung eine Krise geworden ist, sondern bereits dann, wenn jemand merkt, dass es guttun würde, mit einer anderen Person darüber zu sprechen. Weitere Informationen gibt es auf der Website der «Ansprechbar».