Neu bei uns: Commodo, Mia Koden, Esengo und Moses Boyd

Die Radio X Musikredaktion stellt dir wöchentlich ihre schönsten Neuentdeckungen genauer vor. Die Rubrik “Früsch” gibt es live jeden Donnerstag um 14 Uhr und in der Wiederholung am Sonntag um 16 Uhr. von Dion Monti

Commodo – Speedway
Der Londoner Producer Commodo, hat vor Kurzem eine neue EP auf seinem Label Mysterious Trax veröffentlicht. Die EP heisst «Speedway» und erinnert an die ersten zwei Releases auf dem Label, die auch schon Post-Punk-inspirierte Gitarrenklänge mit Dub- oder Dubstep-Elementen vereint haben. Der Titelsong der EP heisst ebenfalls «Speedway» und hat leicht verstimmte Gitarrenschichten, die, vereint mit düsteren Basslines und grossen Räumen auf der Perkussion, eine düstere und schön-unheimliche Stimmung erzeugen. Commodo hat sich damit in den letzten Jahren eine ganz eigene Nische gebaut, und wer diesen Sound mag, sollte unbedingt auch die EPs «Mysterious Tracks 1 & 2» anhören.

Mia Koden – Earshotta
Ein neueres Talent in Bass Music, das in den letzten Jahren stetig richtig starke Tracks veröffentlicht hat, ist Mia Koden. Sie hat letzte Woche auf dem Münchner Label Ilian Tape eine EP veröffentlicht, die «Decode Vol. 2» heisst – in Referenz zu ihrer ersten EP «Decode», die 2023 auf dem selben Label erschienen ist. «Decode Vol. 2» hat 4 Songs, und typisch für Mia Koden vereinen sich Klänge von jeglichen Stilen aus 60 Jahren Bass Music und Soundsystem-Kultur. Zwei Songs lehnen eher an moderne Entwicklungen wie Dubstep an, und die andere Hälfte lehnt sich klar an traditionellen Dub. Der Song, «Earshotta» liegt irgendwo dazwischen, aber näher zu Dub. Wer auch nur eine Spur von Liebe für Dub in sich findet, wird sich zu diesem Song bewegen müssen – und wenn es nur ein Finger ist.

ESENGO – «KHS3»
DJ, Producer und Sound Artist ESENGO aus Genf, der aber auch in Basel zu Hause ist, hat vor ein paar Wochen den Song «KHS3» veröffenlicht. Mit ca. 130 BPM ist es ein schneller House-Track mit Referenzen an die 90er Jahre. Ein raveiger Synthie-Loop, sphärische Pads und kurze, repetitive Vocal-Samples wie «the category is», die an Vogueing und Ballroom erinnern. Die Energie dieses Songs macht süchtig und auch sehnsüchtig nach Peak-Time-Momenten im Lieblingsclub. Übrigens hat ESENGO vor Kurzem auch einen schönen Edit des Songs «If We Meet Again» von Kelela auf Bandcamp veröffentlicht, der auch super ist.

Moses Boyd – «Say Yeah»
Zum Schluss noch etwas für Herz udn Seele. Ein Song der als Closer um 6 Uhr morgens viel anglang finden würde. Der Drummer, Producer und Komponist aus London hat vor Kurzem sein neues Album «Songs for Sinners» angekündigt, das am 30. Oktober erscheint. Es ist ein Album, das das Spannungsfeld um Glauben erkundet und auch die Einflüsse von Moses Boyd zeigt – von Kirchenchor bis Soundsystem-Kultur. Der Song «Say Yeah» demonstriert das in Perfektion: Wir hören Gospel-Gesang und Texte über Dankbarkeit, Gemeinschaft und Positivität, und mit der Zeit fliessen dann immer mehr Elemente aus Jungle- und Soundsystem-Kultur dazu.