Man sieht eine Hand die einen Joy-Con hält und Spielfiguren welche auf einer Insel Sportarten ausüben. Prominent ist eine pinkhaarige Tennisspielerin.

Nintendo Switch Sports Resort im Test: Zurück nach Wuhu Island!

Vor 20 Jahren brachte Nintendo mit Wii Sports Bewegung in die Wohnzimmer und stellte dabei so manche Familienharmonie auf die Probe. Drei Jahre später entführte uns Wii Sports Resort mit zwölf Sportarten auf die Ferieninsel Wuhu Island. Nachdem schon Sports für die Nintendo Switch veröffentlicht wurde, kehrt nun auch Nintendo Switch Sports Resort auf die Switch 2 zurück. Doch kann die Neuauflage auch heute noch überzeugen? von Noemie Keller

Nintendo Switch Sports Resort

Beitrag zum Game Nintendo Switch Sports Resort

 

Zwölf Sportarten und eine altbekannte Insel

Willkommen zurück auf Wuhu Island, der Insel der (fast) unbegrenzten Möglichkeiten. Oder zumindest der zwölf Sportarten. Ob Nintendo unbedingt an der Zahl des Wii-Vorgängers festhalten wollte oder auf der Insel schlicht nicht mehr Platz vorhanden ist, bleibt offen.

Eine kurze Übersicht der Sportarten

 

Wii Sports Wii Sports Resort
Tennis, Bowling, Golf, Boxen, Baseball

Bowling, Golf, Basketball, Bogenschiessen, Jetski, Tischtennis, Luftsport, Schwertkampf, Wakeboard, Frisbee, Kanufahren, Radfahren

Nintendo Switch Sports Nintendo Switch Sports Resort

Tennis, Bowling, Golf, Basketball, Volleyball, Badminton, Chanbara, Fussball

Tennis, Bowling, Golf, Basketball, Volleyball, Bogenschiessen, Jetski, Tischtennis, Luftsport, Boxen, Daumenringen, Skateboard fahren

 

Die Auswahl bietet eine gute Mischung und bringt sowohl Klassiker aus der Wii-Ära zurück, als auch neue Sportarten. Trotzdem stellt sich die Frage, weshalb beliebte Sports Resort Klassiker wie Wakeboarding oder Schwertkampf fehlen. 

Doch genug der Nostalgie. Macht Nintendo Switch Sports Resort auch tatsächlich Spass?

Die kurze Antwort: definitiv!

Die Bewegungssteuerung funktioniert ausgesprochen gut und fühlt sich bei fast allen Sportarten intuitiv an. Ob beim gezielten Bogenschiessen, beim Schwung auf dem Golfplatz oder beim erbitterten Tischtennismatch: Die Joy-Con 2 setzen die Bewegungen präzise um.

Eine Ausnahme gibt es allerdings: Basketball.

Das Dribbeln und Werfen funktioniert mit der Bewegungssteuerung zwar problemlos. Das Passen per Knopfdruck, das Wegschlagen des Balls und der ständige Wechsel zwischen Angriff und Verteidigung verhindern für mich aber, dass ein richtiger Spielfluss entsteht. Basketball ist damit die einzige Disziplin, die mich nicht wirklich überzeugen konnte und der ich auch ein bisschen nachtragend bin, dass sie immer wieder ihren Weg in die Sports-Reihe findet, während ich vergebens auf ein Baseball-Comeback warte.

Das Boxen fühlt sich teilweise eher nach wildem Herumfuchteln als nach kontrollierten Schlägen an. Spass macht es trotzdem. 

Meine persönlichen Highlights sind Bowling, Golf, Bogenschiessen und Tischtennis. Das Skateboarden macht Gebrauch von der neuen Mausfunktion und ist eine spassige Abwechslung der Bewegungssteuerung, aber hat es nicht in meine Favoriten geschafft. Positiv überrascht hat mich ausserdem das neue Daumenringen. Was zunächst wie eine etwas absurde Idee klingt, entpuppt sich als erstaunlich unterhaltsames Minispiel, vor allem, wenn man gegen Freund oder Familienmitglieder antritt.

Braucht es Freund:in, damit sich das Spiel lohnt?

Nintendo Switch Sports Resort ist in erster Linie ein Partyspiel. Doch was, wenn gerade niemand da ist, dem man beim Bowling eine vernichtende Niederlage zufügen kann?

Auch dafür bietet Nintendo verschiedene Möglichkeiten. Im Onlinemodus (der eine kostenpflichtige Nintendo Switch Online Mitgliedschaft voraussetzt) können Spieler:innen sowohl kompetitiv als auch zum Spass gegen andere antreten. Wer lieber allein spielt, kann sich im Einzelspielermodus durch verschiedene Ränge kämpfen, die Champions der einzelnen Disziplinen herausfordern und schliesslich die Inselkrone gewinnen.

Zusätzlich erhält man fürs Sporttreiben Punkte, mit denen sich neue Kleidungsstücke, Frisuren und weitere Anpassungsmöglichkeiten für die eigene Spielfigur freischalten lassen. Wer gerne Charaktere gestaltet und einkleidet, bekommt damit einen zusätzlichen Anreiz, immer wieder auf die Insel zurückzukehren.

Nintendo Switch Sports Resort lässt sich also auch gut alleine spielen. Ob das genügend Spielspass beschert, ist eine sehr subjektive Sache. Das Punkte System ist zumindest für mich auch im Alleingang motivierend. Am unterhaltsamsten bleibt es aber, wenn man direkt die Tränen der Niederlage in den Augen seiner Freund:innen sehen kann.

Fazit: Nostalgie, Wohnzimmersport und kurzweiliger Partyspass

Nintendo Switch Sports Resort ist insgesamt eine gelungene Neuauflage des Wii-Klassikers, die jedoch mehr hätte sein können. Die Bewegungssteuerung funktioniert präzise und intuitiv, die zwölf Sportarten bieten abwechslungsreiche Unterhaltung und dank Online- und Einzelspielermodus gibt es auch abseits des gemeinsamen Spieleabends einiges zu tun.

Ein besonderer Nostalgiebonus: Statt der neueren Charakterdesigns lassen sich auch wieder die klassischen Miis als Spielfiguren auswählen.

Trotzdem wäre bei der Auswahl der Sportarten mehr möglich gewesen. Über 15 Jahre nach Wii Sports Resort bietet Wuhu Island noch immer nur zwölf Disziplinen. Dass ausgerechnet Baseball und Schwertkampf fehlen, während Basketball weiterhin mit dabei ist, bleibt für mich ein kleines Verbrechen.

Wer auf der Suche nach einem kurzweiligen Partyspiel ist, wird mit Nintendo Switch Sports Resort aber definitiv seinen Spass haben. Und wer sich richtig ins Zeug legt, kann sich mit ein paar Schweissperlen sogar der Illusion hingeben, gerade sportlich aktiv zu sein.

Nintendo Switch Sports Resort ist seit dem 22. Oktober 2026 exklusiv für die Nintendo Switch 2 erhältlich.

Und wie schon vor 20 Jahren gilt: Fernseher und zwischenmenschliche Harmonie sind beim Spielen auf eigene Gefahr im Einsatz.