Album der Woche: Doctrine of Love von Jalen Ngonda
Jalen Ngonda klingt, als wäre er direkt aus der goldenen Ära des Soul in die Gegenwart gefallen. Auf seinem zweiten Album Doctrine of Love verbindet der US-amerikanische Sänger zeitlose Melodien, Herzschmerz und die vintage Klangästhetik von Daptone Records. Das bewegt sich auf der schmalen Linie zwischen zeitloser Eleganz und sehnsuchtsvollem Anachronismus. von Mirco Kaempf
Jalen Ngonda - Doctrine of Love
Soul Revivalist Jalen Ngonda veröffentlicht sein zweites Album via Daptone Records
Es gibt sie doch noch: junge Musikschaffende, die ihr Herz an die 1960s verloren haben. Einer davon ist der Soul-Sänger Jalen Ngonda. Mit seinem zweiten Album Doctrine of Love, aufgenommen und veröffentlicht über das New Yorker Kultlabel Daptone Records, liefert er eine Sammlung voller Groove, Sehnsucht und Herzschmerz.
Geboren in Maryland, musikalisch erwachsen geworden in Liverpool, wuchs Ngonda mit den Soulplatten seines Vaters auf. Mehrere Instrumente brachte er sich selbst bei, ebenso das Singen. Sein Sound ist dabei weniger altmodisch als klassisch – oder, im besten Sinne von Neo Soul: zeitlos.
Auch die Themen wirken zeitlos. Ngonda gibt den Verlierer in der Liebe, erzählt von Trennungen, Sehnsucht und verletzten Gefühlen. Im heutigen Diskurs mag das bisweilen etwas aus der Zeit gefallen wirken. Doch mit etwas Goodwill lässt man sich von Ngondas Soul-Kosmos gerne verführen – zum Swoonen, Schwelgen und Mitwippen.
Dazu trägt auch die Handschrift von Daptone Records bei: warme, organische Instrumente, knackige Drumbeats, Blues-Licks und wohltuende Backing-Vocals. Die Daptone-Hausband begleitet den talentierten Sänger mit grosser Klasse und macht Doctrine of Love zu einem stimmigen, nostalgischen und zugleich zeitlosen Soul-Album.