Menschen im Kinosaal

Wie ein Festival Körpernormen- und Ideale herausfordert

Zum 19. Mal findet dieses Jahr das Lust*streifen Filmfestival Basel statt. Innerhalb von vier Tagen gibt es ein breites Programm, seien es Workshops, Performances, eine queere Schnitzeljagd oder natürlich Filme. Mit dem diesjährigen Motto "bodies in solidarity" steht dieses Jahr das Herausfordern von Körpernromen- und Idealen besonders im Vordergrund.  von Emilie Egli

Lust*streifen Filmfestival

Beitrag zum Lust*streifen Filmfestival

Körpernormen und Ideal herausfordern-das passiert an diesem Festival. Zum 19. Mal findet das Lust*streifen Filmfestival Basel vom Donnerstag, 8. Oktober bis am Sonntag, 11. Oktober statt. „Bodies in solidarity“ so heisst das diesjährige Motto für das Festival, also Körper in Solidarität. Wie kann ein Filmfestival körperliche Vielfalt wahrnehmbar machen und wie beeinflusst der Male Gaze die Sichtbarkeit von queeren Körpern im Film?

Vielfalt von Körpern auf der Leinwand

Neben dem vielfältigen Programm, wie beispielsweise Performances, Workshops oder Konzerten steht im Zentrum das breite Filmprogramm. So können beispielsweise Kurzfilme möglich machen, dass innerhalb kurzer Zeit viele verschiedene Geschichten und somit auch verschiedene Perspektiven gezeigt werden können. Passend zum Motto „Bodies in solidarity“ werden somit auch viele diverse Körper auf der Leinwand gezeigt. Das können beispielsweise echte Menschen sein, Plastilin Figuren, queere, trans, cis, dick, dünn inszenierte oder surreale Körper sein.

Sichtbarkeit von queeren Körpern im Film

Das Medium Film eignet sich, die Vielfalt von Körpern anhand bewegter Bilder zu zeigen. Körper können somit anders wahrgenommen werden. Das Lust*Streifen Film Festival verfolgt somit das Ziel Körpernormen und Ideale gezielt herauszufordern und von einem gewohnten Blick zu verabschieden. Aus welcher Perspektive ein Film gemacht wird und für welchen Blick ein Film gemacht wird ist auch ein zentrales Thema bei der Filmauswahl.

Alessandra Widmer meinte dazu beispielsweise, dass Queere Körper zwar sichtbar sind, das aber oft aus einem anderen Blickwinkel als aus dem der Community. Das kann beispielsweise bei lesbischer Pornografie der Fall sein, welche oft sehr dem Male Gaze entspricht und von cis-hetero Männern gemacht wird.

Der „Male Gaze“, also der männliche Blick, beschreibt die männliche Perspektive auf weiblich gelesene Körper in einem Film. Das bedeutet, dass weibliche Körper auf Äusserlichkeiten reduziert werden und auf Schönheitsnormen ausgerichtet sind. Das können beispielsweise junge, schlanke oder weisse Körper sein.

Am Luststreifenfilmfestival wird während vier Tagen der Blickwinkel mit der Filmauswahl und der Auswahl der Künstler*innen gezielt geändert.

Mehr Infos und Tickets findest du auf der Website des Lust*streifen Filmfestival Basel.