Woche gegen Rassismus 2020

 
Aktivitäten in Basel vom 16.-22. März 2020

Radio X organisiert in Basel-Stadt die Woche gegen Rassismus. Damit wollen wir ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung setzen.

Aufgrund der "ausserordentlichen Lage" und den Verordnungen des Bundes (Stand: 16.3.2020) können die öffentlichen Veranstaltungen nicht wie geplant durchgeführt werden. Das Programm auf dem Sender findet statt, das Programm findet ihr hier

Die Woche

Radio X setzt in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Organisationen und Beteiligten ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung. Ziel ist es, die lokale Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren und gemeinsam in einen Dialog zu treten. 

Unsere Alben des Jahres 2022 feat Gaye Su Akyol, Moderat & Batbait

Die Musikredaktion wirft einen Blick zurück und präsentiert euch eine Auswahl von Alben, welche bei uns hoch und runter liefen. von Mirco Kaempf

22.12.19 AdW Best of 2022: Gaye Su Akyol, Moderat, Batbait

Die Radio X Musikredaktion präsentiert nochmals ihre drei Lieblingsalben des Jahres 2022

Gaye Su Akyol - Anadolu Ejderi

Turkish Psychedelic Rock & Folk waren die Inspiration, doch das neue Album der türkischen Sängerin "Gaye Su Akyol" sprengt Genre-Grenzen. Der Albumname "Andolu Ejderi" auf Deutsch "Anatolischer Drachen" steht für das Feuer der Politik und der Gesellschaft, das sie musikalisch in eine gerechte Richtung leiten möchte. Akyol ist eine Leitfigur in der türkischen LQBTQI Community, sie möchte den Frauen allgemein mit Ihrem musikalischen Feuer die Kraft zur eigenen Identität verleihen. Ihre Texte sind politisch und streben nach Gerechtigkeit. Zum Albumtipp [BK]

MORE D4TA - Moderat

Moderat kehren nach sechs Jahren mit neuem Songmaterial zurück. Ihr viertes gemeinsames Studioalbum entstand während dem Lockdown. Im Interview erklärte uns Sascha Ring (aka Apparat und Stimme von Moderat), warum eine Pause den drei Produzenten und Bandmitgliedern gut getan hat.  "... Und dann, als der Lockdown wieder etwas lockerer wurde, sind wir zusammen ins Studio gegangen, und es hat sich eigentlich gar nicht so anders angefühlt. Also so ne Moderat-Produktion ist sowieso so ein gschützter Raum, so ne Blase, in der wir versuchen uns abzuschotten von aussen. Und das hat natürlich gut in diese Zeit gepasst". Zum Albumtipp [DB]

Dirty Clothes - Batbait

Das Debütalbum von Batbait könnte auch Friendship Music heissen. Denn was die Songs, der Sound und die Band generell ausmacht, sind die Qualitäten einer guten Freund:innenschaft. Miteinander spielen, aufeinander hören, Raum lassen für Entwicklungen und das kreative Potenzial das aufkommt, will gemeinsam die Welt erobert werden. Batbait scheinen dies alles zu praktizieren, wenn sie zusammen im Bandraum Musik machen. Dort entstehen die Songs und dort wurden sie auch aufgenommen. Dabei strotzen die zehn Songs auf Dirty Clothes von einem unverblümten Garage Rock Appeal. Was hier so lässig von der Schulter gespielt wird, hat aber eine Vorgeschichte. Im Interview erzählten uns Gitarristin Gianna Brühwiler und Bassistin Simona Bischof, wie das Album zu Stande kam. Zum Albumtipp [MK]

FKA Twigs - Caprisongs

Tahliah Debrett Barnett wie FKA Twigs mit bürgerlichem Namen heisst, singt vom Wunsch zu sterben - aber auch davon, wie sie hoffnungsvoll in die Zukunft und ins neue Jahr blickt. "Caprisongs" beweist Verletzlichkeit aber auch Zuversicht, Mut und Loslösung von alten Denkmustern. Doch nicht nur was die unterschiedlichen Genres betrifft, ist "Caprisongs" ein betont abwechslungsreiches Werk. Auch die Auftritte von Gästen wie Jorja Smith oder The Weeknd machen das Mixtape zu einer spannende Hörreise durch den Twigs-Kosmos. Zum Albumtipp [DB]

Pompeii - Cate Le Bon

Für eine DIY Liedermacherin, die genauso sehr Lyrikerin wie auch Töpferin oder Möbeldesignerin ist und  sich so sehr für die Künste, wie auch für Gespenstisches interessiert, liegen die Überlegungen wohl nicht fern, sich zu fragen wieviel von den aktuellen Zuständen der Welt in Pompeii Einklang findet. Von Klimakatastrophen, medizinischem Chaos oder mentalen Unsicherheiten. Doch für sie ist klar: Zeit transformiert sich. Wie sich vermischende Ölfarben. Wie Lava. Wie Sound. Und so sind auch die Songs auf diesem Album (allesamt geschrieben auf der Bassgitarre), getränkt in viel Reverb, Synthesizers, japanische 80s Pop Basslinien und etwas Jazz. Zusammen mit dem schwerelosen Gesang von Cate Le Bon, die mit ihren surrealen Lyrics sowieso auf X-verschiedene Zeitstrahlen hinaus deutbar sind. Zum Albumtipp [MK]

Anouchka Gwen - Utopia

Anouchka Gwen verarbeitet auf ihrem ersten Album die Realitäten, denen eine junge BIPOC-Künstlerin ständig ausgesetzt ist, als Gegenentwurf: Ein Ort zum Atmen, zum Leben, zum Träumen. "Utopia" ist keine Welt aus Zuckerwatte, sondern ein dringend benötigter Safe Space, um sich auszudrücken und zu sich selbst zu finden. Im Gespräch verriet Anouchka Gwen, dass sie sich ihrer Vorbildfunktion für jüngere Menschen sehr wohl bewusst sei. Trotzdem betont sie, dass sie sich nicht als Sprachrohr für eine ganze Generation von BIPOC female artists sehe. Vielmehr sei sie glücklich, dass sie andere Menschen in ihrem Umfeld hat, die mit ihr gemeinsame Erfahrungen und Gefühle austauschen. Es sei wichtig, sich in all dem nicht alleine zu fühlen. Blackness dürfe nicht auf ein Traumata reduziert werden, sondern bedeute auch, zusammen ganz viel Freude und entspannte Momente erleben zu dürfen. "Utopia" ist der Beweis für "Black joy". Zum Albumtipp [DB]

I Love You Jennifer B - Jockstrap

Jockstrap demonstrieren auf ihrem Debütalbum das Wunder von Kreation und Zermürbnis auf der Festplatte. Mit barockem Gesang und Dubstep inspirierter Elektronik schaffen sie Popsongs, die genauso exquisit, wie auch verstörend sind. Im ganzen Album durchzieht sich ein Motiv des Back and Forth: Ellery textet Gedichte welche sie zu Musik und Harmonie setzt. Schickt dies an Skye welcher es weiterentwickelt. In den Worten von Rough Trade entsteht so eine "Pop-Alchemie". Diese beinhaltet: Barok, Dubstep, Hyperpop und viel Experimentierfreude. Zum Albumtipp [MK]

The Sun Is Parallel - Mehmet Aslan

Von Allschwil zu den Zaber Riders. Vom Westen zum Osten. Vom Hinterhof hin zu Berlin. Seit nunmehr als zehn Jahren lässt Mehmet Aslan Genregrenzen verschmelzen und baut musikalische Brücken, mitten auf dem Dancefloor. Nun setzt der Basler Produzent/Musiker/DJ erstmals ein Statement in voller Albumlänge. Zehn Tracks mit teils leiseren, teils treibenderen Stellen. Geplant hätte er eigentlich eine Reise von Berlin in die Türkei, wobei die Klänge dieses Trips auf ein Album hätten verarbeitet werden sollen. Diese Reise fiel pandemiebedingt aus - die Motive der Grenzenübergreiffenden Reise zu sich selbst - die hätte er beibehalten. Zum Albumtipp [MK]

Gummy - Anna Aaron

Wo "Gummy" bereits eine gewisse Klebrigkeit, Künstlichkeit und Schaurigkeit andeutet sind auch die Songs verwoben in Pop, Synths und einer gesanglich-lieblichen Ominösität. Sie besingt die Geschichten, die wir uns selber erzählen. Es vereint schmetternde Sentimentalitäten und melodiöse Offenbarungen, immer wieder vorangetrieben von (Young Gods) Drummer Bernard Trontin.  Auch ist immer wieder der quasi- Anna Aaron Effekt zu hören: wenn die höheren Frequenzen schneller werden, entsteht so ein flimmern. Was für manche Ohren wie ein Filter klingt ist für sie ein übergeordneter Ausdruck. Denn was lebt, flimmert. Das sei zu spüren in Menschen, Tieren, Pfanzen. Zum Albumtipp [MK]

s/t - Zeal & Ardor

Das neue, selbstbetitelte Album von Zeal & Ardor transformiert sie von der Hype Band zur Rock Instanz. Elektronische Schattierungen, Einschläge des Blues, Wucht und Lärm machen die neuste Scheibe zu einem politischen Theater, welches ziemlich einfährt. "„Mit dem selbstbetitelten Album sind wir dort angekommen, wo ich mir vorgestellt habe, wie dieses Projekt klingen sollte. Es ist die längste Zeit, die wir an einem einzelnen Album gearbeitet haben, und ich glaube, das zeigt sich. " Zum Albumtipp [MK]

Programm

Montag, 16. März

11.30/16.30 Uhr

20.00 Uhr

  • +++abgesagt+++ Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass und texten mit dringlicher Zärtlichkeit gegen Hetze und performen mit "Hate Speech" gegen "Hate Speech". Das Line-Up: Alex Hadjistamov, Lea Butscher, Mary Milanovic, Susan Reznik, Jeremy Chavez, Julie Roth u.a. Das WORTSTELLWERK organisiert den Anlass im Literaturhaus Basel (Barfüssergasse 3, 4051 Basel). Eintritt frei.
  • Ausstrahlung der Texte auf Radio X am Donnerstag 19. März, 18 Uhr und Samstag 21. März, 13 Uhr (Wdh.)

 

Dienstag, 17. März

11.30/16.30 Uhr

 

Mittwoch, 18. März

11.30/16.30 Uhr

 

Donnerstag, 19. März

11.30/16.30 Uhr

18.00 Uhr

  • Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass. Ausstrahlung derTexte.

 

Freitag, 20. März

11.30/16.30 Uhr

14.00 Uhr

  • +++abgesagt+++ Eine Tour durch die Altstadt: Spannendes und Unerwartetes über Basels Verflechtungen mit Afrika in Vergangenheit und Gegenwart. Führung auf Deutsch. Besammlung: vis-à-vis Restaurant Atlantis (Klosterberg 13). Eintritt frei.

19.30 Uhr

  • +++abgesagt+++ Theatertraining und Improvisation zu: Die Begegnung mit «dem Fremden». Was ist mir fremd? Was passiert bei Vorurteilen? Offenes Training mit dem Theater Niemandsland im UNION (Klybeckstrasse 95, 4057 Basel), 1. Stock. Mitnehmen: Gemütliche Kleider. Eintritt frei.

 

Samstag, 21. März

11.30/16.30 Uhr

  • Beitrag auf Radio X : BaobabBooks «el reloj / die Uhr» von Nacha Vollenweider

13.00 Uhr

  • Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass. Ausstrahlung derTexte.

14.00 Uhr

  • +++abgesagt+++ Join us for a tour of the inner city and learn more about the entangled history of Basel and Africa. Meeting point: vis-à-vis Restaurant Atlantis (Klosterberg 13). The tour will take place in English and is free of charge.

16.00 Uhr

19.30 Uhr

  • +++abgesagt+++ Talk zu hate speech/Hass im Netz: Am Internationalen Tag gegen Rassismus diskutieren Jolanda Spiess-Hegglin, Feministin, Netzaktivistin, Gründerin und Geschäftsführerin von #NetzCourage und Nora Refaeil, Vizepräsidentin der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus, Anwältin und Mediatorin sowie Martin R. Dean, Schriftsteller und Essayist. Begrüssung: Michael Wilke, Leiter Fachstelle Diversität und Integration des Präsidialdepartements Basel-Stadt. Moderation: Bernard Senn, Redaktor. In der Kaserne Basel, Rossstall 2. Eintritt frei. Ausstrahlung auf Radio X am Sonntag 22. März 10 Uhr, Donnerstag, 26. März 18 Uhr, Samstag, 28. März 13 Uhr.

22.00 Uhr, doors: 21 Uhr

  • +++abgesagt+++ Konzert der Gaddafi Gals aus Berlin und Wien, die sich musikalisch zwischen Cloud-Rap und Avant-Garde-Pop bewegen. In ihren englischen Lyrics verbinden Gaddafi Gals gesellschaftliche Themen mit einer Prise Humor und Coolness. Ihre Musik ist Kunst und Politik in einem. Nicht politisch zu sein, sei in Zeiten von AfD und Trump gefährlich, so Gaddafi Gals. Eintritt 15 CHF, in der Kaserne Basel, Rossstall 1.

 

Sonntag, 22. März

10.00 Uhr

  • Ausstrahlung der Diskussion vom 21. März: Talk zu "hate speech/Hass im Netz" mit Jolanda Spiess-Hegglin, Nora Refaeil, Martin R. Dean, Bernard Senn

11.30/16.30 Uhr

16.15 Uhr

  • +++abgesagt+++ "Du heiratest einen von uns!" Wie erkennen wir rassistische Diskriminierung bei der Partnerwahl und wie gehen wir damit um? Speed Dating und partizipative Diskussion mit jungen Erwachsenen diverser Religionstraditionen, Fachpersonen und Vertreter*innen weiterer Interessengruppen. Die Veranstaltung wird im Rahmen von "Dialogue en Route" IRAS COTIS mit der Fachstelle Zwangsheirat organisiert. In der KLARA (Clarastrasse 13, 4058 Basel). Eintritt frei.

 

Samstag, 28. März

16.00 Uhr

  • Sendung «(k)ein Rassismusproblem?»: Das Stadtrand-Team von Radio X mit dem anderen Blick auf Rassismus. Sonntag, 29. März um 10 Uhr (Wdh.)

 

 

Kontakt

rebecca.haeusel@radiox.ch

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