Woche gegen Rassismus 2020

 
Aktivitäten in Basel vom 16.-22. März 2020

Radio X organisiert in Basel-Stadt die Woche gegen Rassismus. Damit wollen wir ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung setzen.

Aufgrund der "ausserordentlichen Lage" und den Verordnungen des Bundes (Stand: 16.3.2020) können die öffentlichen Veranstaltungen nicht wie geplant durchgeführt werden. Das Programm auf dem Sender findet statt, das Programm findet ihr hier

Die Woche

Radio X setzt in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Organisationen und Beteiligten ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung. Ziel ist es, die lokale Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren und gemeinsam in einen Dialog zu treten. 

Album der Woche: Train On An Island von Aldous Harding

Die neuseeländische Künstlerin Aldous Harding ist zurück mit ihrem 5. Album. Es heisst «Train on an Island», hat 10 Songs und ist über das Label 4AD erschienen. Wie schon bei vorigen Alben bewegt sich Aldous Harding an einer faszinierenden Schnittstelle, wo sich zugängliche Melodien und sanfte Stimmungen mit surrealen Bildern und absurd zusammenhängenden Wortsätzen vereinen. Mit ihrem neuen Album hören wir eine neue, reifere und vielleicht leicht poppigere Aldous Harding. von Dion Monti

26.05.25 – ADW Aldous Harding - Train on an Island - Podcast

Das neue Album Train on an Island von Aldous Harding via 4AD

 

Der Einstieg ins Album
Der erste Song des Albums, «I Ate the Most», hat etwas Ominöses, aber auch etwas Geborgenes. Die Einführung ins Album fühlt sich auch ein bisschen wie eine Einführung zu ihrer aktuellen Person an. Einerseits teilt sie Bilder aus ihrer Kindheit, andererseits redet sie mit einem, als ob man sich schon lange kennen würde – dann wiederum redet sie wie mit sich selbst und schwebt in Reflexion. Dieses Gefühl, einerseits direkt angesprochen zu werden und gleichzeitig Zuschauer zu sein, zieht sich durch das gesamte Album.

Der Song «Train on the Island» hat auch etwas sehr Verschlüsseltes. Sie redet von Illusionen, teilt poetische Bilder über ihre Zeugung und hat dann in der Mitte wieder einen Moment, wo sie direkt jemanden anspricht – und dann schweift sie wieder ab. In diesem Song taucht auch das wiederkehrende Element des Outros auf, das sie auf diesem Album oft nutzt – ein sich wiederholender Nachgedanke zum Ausklang und möglicherweise auch ein Übergang in den nächsten Zustand. Im Fall des Songs «San Francisco» ist dieses Outro fast wie ein eigener kleiner Song oder ein Intermezzo.

Stilistische Veränderungen
Im Vergleich zu vorigen Alben hat sich stilistisch auf «Train on an Island» einiges verändert. Wir sind allgemein viel näher an der Stimme. Alles ist ein bisschen reduzierter und minimalistischer – ausser das Gefühl von Intimität; das hat sich gesteigert und verdichtet. Und trotzdem sind einige familiäre Namen wiederzuerkennen. Zum Beispiel ist John Parish wieder dabei, mit dem sie schon an den letzten drei Alben zusammengearbeitet hat. Er ist ihr langjähriger Producer, der unter anderem auch schon mit PJ Harvey, Tracy Chapman und den Eels zusammengearbeitet hat. Im Song «Venus of Zinnia» ist auch H. Hawkline zu hören. Die beiden arbeiten seit 2016 zusammen – Hawkline ist immer präsent, entweder als Bandmitglied auf Tournee, als Co-Schreiber und Musiker auf ihren Songs oder auch als Grafiker für das aktuelle Albumcover.

Eine neue emotionale Ausgeglichenheit
Das neue Album ist für mich auf den ersten Eindruck sehr zugänglich – aber nur bis zu einem gewissen Punkt. Dann merkte ich, dass ich nicht tiefer oder weiter kam. Eine gute Freundin von mir sagte: «It's like she went to therapy and now she's too happy.» Diese leicht provokative Interpretation hat mich zum Nachdenken angeregt. Auf «Train on an Island» gibt es Andeutungen, dass sie sich auch medizinisch mit ihrem Innenleben befasst. Sie redet davon, auf dem Spektrum zu sein, und sie redet von der Wirkung psychoaktiver Medikamente. Ihre Texte sind immer noch sehr abstrakt und schwierig zu einem grossen Ganzen zusammenzufügen. Sie sind auch immer noch teils expressionistisch und/oder surrealistisch – aber all das ist nicht neu.

Neu ist für mich, dass sich alles ein bisschen regulierter oder emotional ausgeglichener anfühlt. Abgründe sind nicht mehr ganz so tief, Berge sind nicht mehr ganz so hoch, und Texte sind sachlicher und nüchterner geworden. Aldous Harding wirkt als Person regulierter und ruhiger.
Spannend ist, dass ihr aktuelles Album unter ihren Fans polarisiert. Manche finden, es ist ihr bestes Werk, und andere finden, es ist zu poppig geworden. Obwohl es weniger beunruhigend ist als zum Beispiel das Album «Designer», hat es immer noch still-verstörende Momente, die ich über die Jahre gelernt habe zu schätzen und die für Aldous Harding charakteristisch geworden sind. Aldous Harding bleibt eine der besten Songwriter*innen und einzigartigsten Performer*innen unserer Zeit.

Übrigens: Am 5. Juli spielt Aldous Harding am Montreux Jazz Festival.

Programm

Montag, 16. März

11.30/16.30 Uhr

20.00 Uhr

  • +++abgesagt+++ Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass und texten mit dringlicher Zärtlichkeit gegen Hetze und performen mit "Hate Speech" gegen "Hate Speech". Das Line-Up: Alex Hadjistamov, Lea Butscher, Mary Milanovic, Susan Reznik, Jeremy Chavez, Julie Roth u.a. Das WORTSTELLWERK organisiert den Anlass im Literaturhaus Basel (Barfüssergasse 3, 4051 Basel). Eintritt frei.
  • Ausstrahlung der Texte auf Radio X am Donnerstag 19. März, 18 Uhr und Samstag 21. März, 13 Uhr (Wdh.)

 

Dienstag, 17. März

11.30/16.30 Uhr

 

Mittwoch, 18. März

11.30/16.30 Uhr

 

Donnerstag, 19. März

11.30/16.30 Uhr

18.00 Uhr

  • Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass. Ausstrahlung derTexte.

 

Freitag, 20. März

11.30/16.30 Uhr

14.00 Uhr

  • +++abgesagt+++ Eine Tour durch die Altstadt: Spannendes und Unerwartetes über Basels Verflechtungen mit Afrika in Vergangenheit und Gegenwart. Führung auf Deutsch. Besammlung: vis-à-vis Restaurant Atlantis (Klosterberg 13). Eintritt frei.

19.30 Uhr

  • +++abgesagt+++ Theatertraining und Improvisation zu: Die Begegnung mit «dem Fremden». Was ist mir fremd? Was passiert bei Vorurteilen? Offenes Training mit dem Theater Niemandsland im UNION (Klybeckstrasse 95, 4057 Basel), 1. Stock. Mitnehmen: Gemütliche Kleider. Eintritt frei.

 

Samstag, 21. März

11.30/16.30 Uhr

  • Beitrag auf Radio X : BaobabBooks «el reloj / die Uhr» von Nacha Vollenweider

13.00 Uhr

  • Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass. Ausstrahlung derTexte.

14.00 Uhr

  • +++abgesagt+++ Join us for a tour of the inner city and learn more about the entangled history of Basel and Africa. Meeting point: vis-à-vis Restaurant Atlantis (Klosterberg 13). The tour will take place in English and is free of charge.

16.00 Uhr

19.30 Uhr

  • +++abgesagt+++ Talk zu hate speech/Hass im Netz: Am Internationalen Tag gegen Rassismus diskutieren Jolanda Spiess-Hegglin, Feministin, Netzaktivistin, Gründerin und Geschäftsführerin von #NetzCourage und Nora Refaeil, Vizepräsidentin der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus, Anwältin und Mediatorin sowie Martin R. Dean, Schriftsteller und Essayist. Begrüssung: Michael Wilke, Leiter Fachstelle Diversität und Integration des Präsidialdepartements Basel-Stadt. Moderation: Bernard Senn, Redaktor. In der Kaserne Basel, Rossstall 2. Eintritt frei. Ausstrahlung auf Radio X am Sonntag 22. März 10 Uhr, Donnerstag, 26. März 18 Uhr, Samstag, 28. März 13 Uhr.

22.00 Uhr, doors: 21 Uhr

  • +++abgesagt+++ Konzert der Gaddafi Gals aus Berlin und Wien, die sich musikalisch zwischen Cloud-Rap und Avant-Garde-Pop bewegen. In ihren englischen Lyrics verbinden Gaddafi Gals gesellschaftliche Themen mit einer Prise Humor und Coolness. Ihre Musik ist Kunst und Politik in einem. Nicht politisch zu sein, sei in Zeiten von AfD und Trump gefährlich, so Gaddafi Gals. Eintritt 15 CHF, in der Kaserne Basel, Rossstall 1.

 

Sonntag, 22. März

10.00 Uhr

  • Ausstrahlung der Diskussion vom 21. März: Talk zu "hate speech/Hass im Netz" mit Jolanda Spiess-Hegglin, Nora Refaeil, Martin R. Dean, Bernard Senn

11.30/16.30 Uhr

16.15 Uhr

  • +++abgesagt+++ "Du heiratest einen von uns!" Wie erkennen wir rassistische Diskriminierung bei der Partnerwahl und wie gehen wir damit um? Speed Dating und partizipative Diskussion mit jungen Erwachsenen diverser Religionstraditionen, Fachpersonen und Vertreter*innen weiterer Interessengruppen. Die Veranstaltung wird im Rahmen von "Dialogue en Route" IRAS COTIS mit der Fachstelle Zwangsheirat organisiert. In der KLARA (Clarastrasse 13, 4058 Basel). Eintritt frei.

 

Samstag, 28. März

16.00 Uhr

  • Sendung «(k)ein Rassismusproblem?»: Das Stadtrand-Team von Radio X mit dem anderen Blick auf Rassismus. Sonntag, 29. März um 10 Uhr (Wdh.)

 

 

Kontakt

rebecca.haeusel@radiox.ch

Social Media

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Die Woche gegen Rassismus wird unterstützt durch: