Woche gegen Rassismus 2020

 
Aktivitäten in Basel vom 16.-22. März 2020

Radio X organisiert in Basel-Stadt die Woche gegen Rassismus. Damit wollen wir ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung setzen.

Aufgrund der "ausserordentlichen Lage" und den Verordnungen des Bundes (Stand: 16.3.2020) können die öffentlichen Veranstaltungen nicht wie geplant durchgeführt werden. Das Programm auf dem Sender findet statt, das Programm findet ihr hier

Die Woche

Radio X setzt in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Organisationen und Beteiligten ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung. Ziel ist es, die lokale Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren und gemeinsam in einen Dialog zu treten. 

Junge holt Wasser 1947, Foto von Theo Frey

Aus der Not geboren: Eine Geschichte Schweizer Kinderarbeit

"Aus der Not geboren - Arbeitende Kinder" heisst die neue Ausstellung im Landesmuseum Zürich. Sie dokumentiert die dunkle Geschichte von Kinderarbeit in der Schweiz und wirft dabei auch ein Licht auf die Kinder, die auch heute noch überall auf der Welt dieses Schicksal durchleben müssen. von Emma Klugermann

26.01.11 Aus der Not geboren

Die neue Ausstellung im Landesmuseum Zürich behandelt die Geschichte von Kinderarbeit in der Schweiz.

Versteigert, misshandelt und ausgebeutet.  
Bis weit ins 20. Jahrhundert war Kinderarbeit in der Schweiz noch Realität.
„Aus der Not geboren – Arbeitende Kinder“ heißt die neue Ausstellung im Landesmuseum Zürich, die sich genau mit dieser Vergangenheit beschäftigt. Parallel soll die Geschichte von Kinderarbeit in der Schweiz auch auf das Thema in der Gegenwart aufmerksam machen.

Arbeiten die von Kindern übernommen werden, sind nicht automatisch auch Kinderarbeit. Früher war es normal, dass Kinder ihren Eltern im Betrieb halfen. Vor und nach der Schule ging es in der Landwirtschaft zum Beispiel, in die Ställe. Zur Ernte wurden Kinder sogar von der Schule freigestellt, um mit anpacken zu können.
In gewissem Ausmaß war diese Arbeit sogar positiv für die Kinder erklärt Rebecca Sanders, die Ausstellungskuratorin des Landesmuseums Zürich. Durch die Arbeit im elterlichen Betrieb übernhemen die Kinder Vernatwortung und nehmen Teil am gesellschaftlichen Leben. Viele dieser Aspekte wirken sich positiv auf die Entwicklung von Kindern aus. 

Aber wo zieht man die Grenze? Wo hört Hilfe in der Familie auf und wo fängt Ausbeutung an? Rebecca Sanders sagt, dass das einerseits sehr individuell sei, was als zu viel Arbeit und Ausbeutung empfunden wird. Es gibt aber auch Anhaltspunkte an denen Ausbeutung spätestens klar identifiziert werden kann. Das ist vor allem dan der Fall, wenn die Kinder nicht mehr zur Schule gehen können, nicht spielen können und ihre Entwicklung durch die Arbeit eingeschränkt wird. 
Spätestens mit der Industrialisierung und der Arbeit in Fabriken, kann man diesen Übergang von der Mithilfe zuhause zur Kinderarbeit beobachten.
Die kleinen Körper von Kindern waren beliebt. Sie konnten leicht unter die Fabrikmaschinen kriechen und sie von unten ölen. Als billige Arbeitskräfte mussten sie oft mit giftigen Stoffen arbeiten. Das ging weder an den Kindern noch an der Öffentlichkeit spurlos vorbei erklärt Rebecca Sanders. Die Kinder haben körperliche Schäden von der Arbeit und entwicklen sich nicht normal. Diese Entwicklungen werden u.a. von Ärzt:innen und Lehrpersonen beobachtet und auch öffentlichen kritisiert. 
1877 wurde das Fabrikgesetzt eingeführt und Kinder unter 14 durften nicht mehr in Fabriken arbeiten. Für viele Schweizer Kinder ging der Ausbeutungsalbtraum aber noch ungefähr 40 Jahre lang weiter. Aus Not und Armut schickten einige Schweizer Familien ihre Kinder in landwirtschaftliche Betriebe nach Süddeutschland. Von März bis November mussten sie dort hart arbeiten, während sie monatelang nicht die Schule besuchten. Viele wurden schwer misshandelt. Die deutschen Bauern konnten die Kinder auf sogenannten Kindermärkten ersteigern. Die US-amerikanische Presse verglich diese Märkte Anfang des 20. Jahrhunderts mit Sklavenmärkten.
Erst als 1921 in Süddeutschland eine Schulpflicht für ausländische Kinder eingeführt wurde, kam der Handel mit Schweizer Kindern langsam zum Ende.

Mit „Aus der Not geboren“ will das Landesmuseum einerseits die schlimme Geschichte von Kinderarbeit in der Schweiz dokumentieren. Gleichzeitig wird aber auch ein Licht auf die Kinder gerichtet, die auch heute noch in vielen Teilen der Welt gefährliche Kinderarbeit leisten müssen.

Hier in der Schweiz und der westlichen Welt werden Kinder inzwischen geschützt und die Ausbeutung von Kindern gehört nicht mehr zum Alltag. Gerade deshalb haben wir eine Verantwortung gegenüber Kindern, überall auf der Welt, die immer noch dieses Schicksal durchleben müssen, sagt Ausstellungskuratorin Rebecca Sanders. Die Argumente die beispielsweise genannt werden warum Kinde auf Kakaoplantagen arbeiten müssen, sind die gleichen, die schon vor 200 Jahren von den Fabrikbetreibern in der Schweiz genutzt wurden. Eltern, die ihre Kinder zu dieser Arbeit schicken, sind keine schlechten Eltern, erklärt Rebacca Sanders. Die Arbeit der Kinder entsteht aus einer wirtschaftlichen Not heraus. 

„Aus der Not geboren – Arbeitende Kinder“ ist noch bis zum 20. April im Landesmuseum Zürich zu sehen.

Programm

Montag, 16. März

11.30/16.30 Uhr

20.00 Uhr

  • +++abgesagt+++ Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass und texten mit dringlicher Zärtlichkeit gegen Hetze und performen mit "Hate Speech" gegen "Hate Speech". Das Line-Up: Alex Hadjistamov, Lea Butscher, Mary Milanovic, Susan Reznik, Jeremy Chavez, Julie Roth u.a. Das WORTSTELLWERK organisiert den Anlass im Literaturhaus Basel (Barfüssergasse 3, 4051 Basel). Eintritt frei.
  • Ausstrahlung der Texte auf Radio X am Donnerstag 19. März, 18 Uhr und Samstag 21. März, 13 Uhr (Wdh.)

 

Dienstag, 17. März

11.30/16.30 Uhr

 

Mittwoch, 18. März

11.30/16.30 Uhr

 

Donnerstag, 19. März

11.30/16.30 Uhr

18.00 Uhr

  • Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass. Ausstrahlung derTexte.

 

Freitag, 20. März

11.30/16.30 Uhr

14.00 Uhr

  • +++abgesagt+++ Eine Tour durch die Altstadt: Spannendes und Unerwartetes über Basels Verflechtungen mit Afrika in Vergangenheit und Gegenwart. Führung auf Deutsch. Besammlung: vis-à-vis Restaurant Atlantis (Klosterberg 13). Eintritt frei.

19.30 Uhr

  • +++abgesagt+++ Theatertraining und Improvisation zu: Die Begegnung mit «dem Fremden». Was ist mir fremd? Was passiert bei Vorurteilen? Offenes Training mit dem Theater Niemandsland im UNION (Klybeckstrasse 95, 4057 Basel), 1. Stock. Mitnehmen: Gemütliche Kleider. Eintritt frei.

 

Samstag, 21. März

11.30/16.30 Uhr

  • Beitrag auf Radio X : BaobabBooks «el reloj / die Uhr» von Nacha Vollenweider

13.00 Uhr

  • Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass. Ausstrahlung derTexte.

14.00 Uhr

  • +++abgesagt+++ Join us for a tour of the inner city and learn more about the entangled history of Basel and Africa. Meeting point: vis-à-vis Restaurant Atlantis (Klosterberg 13). The tour will take place in English and is free of charge.

16.00 Uhr

19.30 Uhr

  • +++abgesagt+++ Talk zu hate speech/Hass im Netz: Am Internationalen Tag gegen Rassismus diskutieren Jolanda Spiess-Hegglin, Feministin, Netzaktivistin, Gründerin und Geschäftsführerin von #NetzCourage und Nora Refaeil, Vizepräsidentin der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus, Anwältin und Mediatorin sowie Martin R. Dean, Schriftsteller und Essayist. Begrüssung: Michael Wilke, Leiter Fachstelle Diversität und Integration des Präsidialdepartements Basel-Stadt. Moderation: Bernard Senn, Redaktor. In der Kaserne Basel, Rossstall 2. Eintritt frei. Ausstrahlung auf Radio X am Sonntag 22. März 10 Uhr, Donnerstag, 26. März 18 Uhr, Samstag, 28. März 13 Uhr.

22.00 Uhr, doors: 21 Uhr

  • +++abgesagt+++ Konzert der Gaddafi Gals aus Berlin und Wien, die sich musikalisch zwischen Cloud-Rap und Avant-Garde-Pop bewegen. In ihren englischen Lyrics verbinden Gaddafi Gals gesellschaftliche Themen mit einer Prise Humor und Coolness. Ihre Musik ist Kunst und Politik in einem. Nicht politisch zu sein, sei in Zeiten von AfD und Trump gefährlich, so Gaddafi Gals. Eintritt 15 CHF, in der Kaserne Basel, Rossstall 1.

 

Sonntag, 22. März

10.00 Uhr

  • Ausstrahlung der Diskussion vom 21. März: Talk zu "hate speech/Hass im Netz" mit Jolanda Spiess-Hegglin, Nora Refaeil, Martin R. Dean, Bernard Senn

11.30/16.30 Uhr

16.15 Uhr

  • +++abgesagt+++ "Du heiratest einen von uns!" Wie erkennen wir rassistische Diskriminierung bei der Partnerwahl und wie gehen wir damit um? Speed Dating und partizipative Diskussion mit jungen Erwachsenen diverser Religionstraditionen, Fachpersonen und Vertreter*innen weiterer Interessengruppen. Die Veranstaltung wird im Rahmen von "Dialogue en Route" IRAS COTIS mit der Fachstelle Zwangsheirat organisiert. In der KLARA (Clarastrasse 13, 4058 Basel). Eintritt frei.

 

Samstag, 28. März

16.00 Uhr

  • Sendung «(k)ein Rassismusproblem?»: Das Stadtrand-Team von Radio X mit dem anderen Blick auf Rassismus. Sonntag, 29. März um 10 Uhr (Wdh.)

 

 

Kontakt

rebecca.haeusel@radiox.ch

Social Media

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Die Woche gegen Rassismus wird unterstützt durch: