Woche gegen Rassismus 2020

 
Aktivitäten in Basel vom 16.-22. März 2020

Radio X organisiert in Basel-Stadt die Woche gegen Rassismus. Damit wollen wir ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung setzen.

Aufgrund der "ausserordentlichen Lage" und den Verordnungen des Bundes (Stand: 16.3.2020) können die öffentlichen Veranstaltungen nicht wie geplant durchgeführt werden. Das Programm auf dem Sender findet statt, das Programm findet ihr hier

Die Woche

Radio X setzt in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Organisationen und Beteiligten ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung. Ziel ist es, die lokale Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren und gemeinsam in einen Dialog zu treten. 

Clair Obscure: Wie ein Indie-Spiel die AAA-Konkurrenz überstrahlt

Einer der überraschendsten Videospiel-Releases dieses Jahres kam von einem kleinen französischen Studio welche mit seinem Debüttitel Clair Obscure: Expedition 33 einen unerwarteten Hit landeten, der nicht nur durch seine Erzählung brilliert, sondern auch durch die Art seiner Entstehung neue Diskurse in der Gaming-Branche angestossen hat.  von Mirco Kaempf

25.07.25 Clair Obscur Expedition 33

Das AA-Game Clair Obscure: Expedition 33 war dieses Jahr ein Überraschungshit. Ein paar Aspekte die herausstechen, werden in diesem Beitrag beschrieben.

Dass Videospiele eine Form von Kunst sind, darin sind sich viele einig. Doch sie sind ebenso Produkte einer milliardenschweren Unterhaltungsindustrie, in der Entwickler:innen regelmässig – selbst bei grossen Studios – ihren Arbeitsplatz verlieren. Allein in den letzten drei Jahren wurden Tausende Stellen bei Schwergewichten wie Microsoft, Ubisoft oder Electronic Arts gestrichen. Grosse Spieleproduktionen werden immer teurer. Wenn ein Titel floppt, dann schwerwiegend – was dazu führt, dass sich viele Games zunehmend an generischen Mustern orientieren.

Einer dieser Entwickler ist Guillaume Broche, früher bei Ubisoft angestellt. Irgendwann hatte er genug vom System, kündigte und entschied sich, seine eigene Vision umzusetzen. Über Plattformen wie Reddit rekrutierte er ein kleines Team – darunter auch Menschen, die zuvor noch nie in der Gaming-Industrie gearbeitet hatten. So etwa Jennifer Svedberg-Yen, die sich ursprünglich als Voice Actress bewarb und später kurzerhand die Rolle des Narrative Leads übernahm. Oder Lorien Testard, Komponist des Soundtracks, der vor diesem Projekt nie für ein Videospiel komponiert hatte.

Diese Beispiele zeigen eindrucksvoll, dass kreative Freiheit oft mehr zählt als Branchenerfahrung. Und dass Menschen, wenn man ihnen Vertrauen und Verantwortung gibt, gemeinsam Grosses erschaffen können. Innerhalb von sechs Jahren brachte das Team ihr Spiel zur Veröffentlichung.

Wer Clair Obscure: Expedition 33 spielt, merkt schnell, wie einzigartig es ist. Besonders auf erzählerischer Ebene erinnert es fast an ein Stück Literatur. Die Spieler:innen betreten eine hochstilisierte Welt, die von einem seltsamen Fluch heimgesucht wird: Jedes Jahr erscheint am Horizont eine geheimnisvolle Gestalt – The Paintress – und schreibt eine Zahl in den Himmel. Jeder Mensch, der diesem Alter entspricht, verschwindet spurlos. Die Zahl sinkt mit jedem Jahr, und so formieren sich Jahr für Jahr neue Expeditionen mit dem Ziel, The Paintress aufzuhalten. Ihr Mantra: „For those who come after.“

Die verfluchte Welt ist dabei von unglaublicher Schönheit. Inspiriert von der französischen Belle Époque, durchzieht eine tiefgründige Melancholie jede Zeile Code dieses Spiels. Themen wie Tod, Vergänglichkeit und Sinnsuche werden nicht plump erklärt, sondern feinfühlig verhandelt – stets getreu der goldenen Regel des Geschichtenerzählens: Show, don’t tell.

 

Im April dieses Jahres erschien Clair Obscure: Expedition 33 als sogenannter „AA“-Titel – also als Indiegame mit professioneller Produktion – und stellte so manche AAA-Titel grosser Studios in den Schatten. Nicht nur durch seine Geschichte, sondern auch durch den innovativen Einsatz vorhandener Game-Engine-Assets. Es zeigt, worauf sich ein Fokus wirklich lohnt.

Guillaume Broche sagte in einem Interview sinngemäss, dass eine solche Idee in einem grossen Studio 25 Jahre gebraucht hätte, um durchgewunken zu werden. Das Spiel macht deutlich: Wenn wir Videospiele wirklich als Kunstform begreifen wollen, dann müssen wir sie auch intern so behandeln – nicht nur als Produkt zur Kapitalvermehrung.

Clair Obscure: Expedition 33 ist spielbar auf PC, Xbox Series X|S und PlayStation 5. Es ist ein aussergewöhnliches Spiel, das zeigt, was entsteht, wenn Leidenschaft, Mut und kreative Freiheit aufeinandertreffen.

Programm

Montag, 16. März

11.30/16.30 Uhr

20.00 Uhr

  • +++abgesagt+++ Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass und texten mit dringlicher Zärtlichkeit gegen Hetze und performen mit "Hate Speech" gegen "Hate Speech". Das Line-Up: Alex Hadjistamov, Lea Butscher, Mary Milanovic, Susan Reznik, Jeremy Chavez, Julie Roth u.a. Das WORTSTELLWERK organisiert den Anlass im Literaturhaus Basel (Barfüssergasse 3, 4051 Basel). Eintritt frei.
  • Ausstrahlung der Texte auf Radio X am Donnerstag 19. März, 18 Uhr und Samstag 21. März, 13 Uhr (Wdh.)

 

Dienstag, 17. März

11.30/16.30 Uhr

 

Mittwoch, 18. März

11.30/16.30 Uhr

 

Donnerstag, 19. März

11.30/16.30 Uhr

18.00 Uhr

  • Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass. Ausstrahlung derTexte.

 

Freitag, 20. März

11.30/16.30 Uhr

14.00 Uhr

  • +++abgesagt+++ Eine Tour durch die Altstadt: Spannendes und Unerwartetes über Basels Verflechtungen mit Afrika in Vergangenheit und Gegenwart. Führung auf Deutsch. Besammlung: vis-à-vis Restaurant Atlantis (Klosterberg 13). Eintritt frei.

19.30 Uhr

  • +++abgesagt+++ Theatertraining und Improvisation zu: Die Begegnung mit «dem Fremden». Was ist mir fremd? Was passiert bei Vorurteilen? Offenes Training mit dem Theater Niemandsland im UNION (Klybeckstrasse 95, 4057 Basel), 1. Stock. Mitnehmen: Gemütliche Kleider. Eintritt frei.

 

Samstag, 21. März

11.30/16.30 Uhr

  • Beitrag auf Radio X : BaobabBooks «el reloj / die Uhr» von Nacha Vollenweider

13.00 Uhr

  • Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass. Ausstrahlung derTexte.

14.00 Uhr

  • +++abgesagt+++ Join us for a tour of the inner city and learn more about the entangled history of Basel and Africa. Meeting point: vis-à-vis Restaurant Atlantis (Klosterberg 13). The tour will take place in English and is free of charge.

16.00 Uhr

19.30 Uhr

  • +++abgesagt+++ Talk zu hate speech/Hass im Netz: Am Internationalen Tag gegen Rassismus diskutieren Jolanda Spiess-Hegglin, Feministin, Netzaktivistin, Gründerin und Geschäftsführerin von #NetzCourage und Nora Refaeil, Vizepräsidentin der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus, Anwältin und Mediatorin sowie Martin R. Dean, Schriftsteller und Essayist. Begrüssung: Michael Wilke, Leiter Fachstelle Diversität und Integration des Präsidialdepartements Basel-Stadt. Moderation: Bernard Senn, Redaktor. In der Kaserne Basel, Rossstall 2. Eintritt frei. Ausstrahlung auf Radio X am Sonntag 22. März 10 Uhr, Donnerstag, 26. März 18 Uhr, Samstag, 28. März 13 Uhr.

22.00 Uhr, doors: 21 Uhr

  • +++abgesagt+++ Konzert der Gaddafi Gals aus Berlin und Wien, die sich musikalisch zwischen Cloud-Rap und Avant-Garde-Pop bewegen. In ihren englischen Lyrics verbinden Gaddafi Gals gesellschaftliche Themen mit einer Prise Humor und Coolness. Ihre Musik ist Kunst und Politik in einem. Nicht politisch zu sein, sei in Zeiten von AfD und Trump gefährlich, so Gaddafi Gals. Eintritt 15 CHF, in der Kaserne Basel, Rossstall 1.

 

Sonntag, 22. März

10.00 Uhr

  • Ausstrahlung der Diskussion vom 21. März: Talk zu "hate speech/Hass im Netz" mit Jolanda Spiess-Hegglin, Nora Refaeil, Martin R. Dean, Bernard Senn

11.30/16.30 Uhr

16.15 Uhr

  • +++abgesagt+++ "Du heiratest einen von uns!" Wie erkennen wir rassistische Diskriminierung bei der Partnerwahl und wie gehen wir damit um? Speed Dating und partizipative Diskussion mit jungen Erwachsenen diverser Religionstraditionen, Fachpersonen und Vertreter*innen weiterer Interessengruppen. Die Veranstaltung wird im Rahmen von "Dialogue en Route" IRAS COTIS mit der Fachstelle Zwangsheirat organisiert. In der KLARA (Clarastrasse 13, 4058 Basel). Eintritt frei.

 

Samstag, 28. März

16.00 Uhr

  • Sendung «(k)ein Rassismusproblem?»: Das Stadtrand-Team von Radio X mit dem anderen Blick auf Rassismus. Sonntag, 29. März um 10 Uhr (Wdh.)

 

 

Kontakt

rebecca.haeusel@radiox.ch

Social Media

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Die Woche gegen Rassismus wird unterstützt durch: