Woche gegen Rassismus 2020

 
Aktivitäten in Basel vom 16.-22. März 2020

Radio X organisiert in Basel-Stadt die Woche gegen Rassismus. Damit wollen wir ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung setzen.

Aufgrund der "ausserordentlichen Lage" und den Verordnungen des Bundes (Stand: 16.3.2020) können die öffentlichen Veranstaltungen nicht wie geplant durchgeführt werden. Das Programm auf dem Sender findet statt, das Programm findet ihr hier

Die Woche

Radio X setzt in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Organisationen und Beteiligten ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung. Ziel ist es, die lokale Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren und gemeinsam in einen Dialog zu treten. 

Coconut Head Generation: Jugend, Widerstand und politische Organisierung in Nigeria

Der Dokumentarfilm Coconut Head Generation von Alain Kassanda zeigt, wie sich junge Studierende in Nigeria mittels eines Movie Clubs Raum schaffen, um bestehende Machtstrukturen zu hinterfragen und macht deutlich, dass Polizeigewalt und Repression globale Probleme sind. Heute um 18 Uhr im CIVIC an der HGK mit anschliessender Gesprächsrunde mit dem Filmemacher. von Nahom Mehret

Coconut Head Generation 25.03.29

Coconut Head Generation

Die Jugend in Nigeria sieht sich oft mit abwertenden Bezeichnungen seitens der älteren Generation konfrontiert. Eine dieser Bezeichnungen ist "Coconut Head Generation", ein Begriff, der junge Menschen als faul, stur und kopflos degradiert. Doch genau diesen Begriff haben sich junge Menschen in Nigeria angeeignet und ihn in ein Symbol des Widerstands verwandelt. Der Dokumentarfilm Coconut Head Generation von Alain Kassanda, der heute um 18 Uhr im CIVIC an der HGK gezeigt wird, beleuchtet diese junge Bewegung, die sich gegen Ungerechtigkeit und bestehende Machtdynamiken auflehnt. 

Nachdem der in Kinshasa geborene Filmemacher Alain Kassanda sein Studium in Frankreich abgeschlossen und als Programmgestalter in einem Vorortkino von Paris gearbeitet hatte, zog er 2015 nach Ibadan, eine der grössten Städte Nigerias. Zeitgleich formierte sich in Nigeria eine Bürger:innenbewegung, die sich gegen Polizeigewalt, insbesondere durch die Special Anti-Robbery Squad (SARS), richtete. Die brutalen Szenen der Demonstrationen gingen um die Welt. Doch anstatt seine Kamera auf die Gewalt der Proteste zu richten, entschied sich Kassanda, eine Gruppe junger Studierender zu begleiten, die sich in einem Filmclub zusammengefunden hatten, um über Polizeigewalt, Korruption, Feminismus und Kolonialismus zu diskutieren. 

Der Dokumentarfilm zeigt, wie sich diese Studierenden politisch organisieren, um die bestehenden Machtstrukturen zu hinterfragen. Für Kassanda geht es dabei um mehr als nur Nigeria: Sein Film macht sichtbar, dass Studierende weltweit mit Polizeigewalt und Repression konfrontiert sind. 

Auf die Frage, ob Universitäten ein Ort für kritisches Denken und Aktivismus sein sollten, sagt Kassanda: "Das sollten sie, aber sind es leider nicht. Es sollte ein Ort sein, wo man frei und kritisch denken darf, jedoch werden Universitäten immer mehr konservativer und vom konservativen politischen Klima beeinflusst." Sein Film zeigt eindrücklich, wie junge Menschen die Risse im System nutzen, um sich zu organisieren und Räume für freies Denken und Reden zu schaffen. Dabei sind sie sich auch ihrer eigenen privilegierten Position bewusst. Diese Privilegien setzen sie gezielt ein, um gegen Ungerechtigkeit und Machtdynamiken zu kämpfen.

Mit Coconut Head Generation zeigt Alain Kassanda, wie sich junge Studierende mittels eines Movie Clubs Raum schaffen, um bestehende Machtstrukturen zu hinterfragen, und gleichzeitig hält er den Zuschauenden im Westen einen Spiegel vor, indem er aufzeigt, dass Polizeigewalt, Repression und Einschränkungen in Bildung und Kultur keine rein afrikanischen Probleme sind, sondern auch westliche Gesellschaften betreffen. 

Die Vorführung des Films findet heute um 18 Uhr im CIVIC an der HGK statt. Im Anschluss gibt es eine Gesprächsrunde mit dem Filmemacher Alain Kassanda. 

Programm

Montag, 16. März

11.30/16.30 Uhr

20.00 Uhr

  • +++abgesagt+++ Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass und texten mit dringlicher Zärtlichkeit gegen Hetze und performen mit "Hate Speech" gegen "Hate Speech". Das Line-Up: Alex Hadjistamov, Lea Butscher, Mary Milanovic, Susan Reznik, Jeremy Chavez, Julie Roth u.a. Das WORTSTELLWERK organisiert den Anlass im Literaturhaus Basel (Barfüssergasse 3, 4051 Basel). Eintritt frei.
  • Ausstrahlung der Texte auf Radio X am Donnerstag 19. März, 18 Uhr und Samstag 21. März, 13 Uhr (Wdh.)

 

Dienstag, 17. März

11.30/16.30 Uhr

 

Mittwoch, 18. März

11.30/16.30 Uhr

 

Donnerstag, 19. März

11.30/16.30 Uhr

18.00 Uhr

  • Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass. Ausstrahlung derTexte.

 

Freitag, 20. März

11.30/16.30 Uhr

14.00 Uhr

  • +++abgesagt+++ Eine Tour durch die Altstadt: Spannendes und Unerwartetes über Basels Verflechtungen mit Afrika in Vergangenheit und Gegenwart. Führung auf Deutsch. Besammlung: vis-à-vis Restaurant Atlantis (Klosterberg 13). Eintritt frei.

19.30 Uhr

  • +++abgesagt+++ Theatertraining und Improvisation zu: Die Begegnung mit «dem Fremden». Was ist mir fremd? Was passiert bei Vorurteilen? Offenes Training mit dem Theater Niemandsland im UNION (Klybeckstrasse 95, 4057 Basel), 1. Stock. Mitnehmen: Gemütliche Kleider. Eintritt frei.

 

Samstag, 21. März

11.30/16.30 Uhr

  • Beitrag auf Radio X : BaobabBooks «el reloj / die Uhr» von Nacha Vollenweider

13.00 Uhr

  • Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass. Ausstrahlung derTexte.

14.00 Uhr

  • +++abgesagt+++ Join us for a tour of the inner city and learn more about the entangled history of Basel and Africa. Meeting point: vis-à-vis Restaurant Atlantis (Klosterberg 13). The tour will take place in English and is free of charge.

16.00 Uhr

19.30 Uhr

  • +++abgesagt+++ Talk zu hate speech/Hass im Netz: Am Internationalen Tag gegen Rassismus diskutieren Jolanda Spiess-Hegglin, Feministin, Netzaktivistin, Gründerin und Geschäftsführerin von #NetzCourage und Nora Refaeil, Vizepräsidentin der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus, Anwältin und Mediatorin sowie Martin R. Dean, Schriftsteller und Essayist. Begrüssung: Michael Wilke, Leiter Fachstelle Diversität und Integration des Präsidialdepartements Basel-Stadt. Moderation: Bernard Senn, Redaktor. In der Kaserne Basel, Rossstall 2. Eintritt frei. Ausstrahlung auf Radio X am Sonntag 22. März 10 Uhr, Donnerstag, 26. März 18 Uhr, Samstag, 28. März 13 Uhr.

22.00 Uhr, doors: 21 Uhr

  • +++abgesagt+++ Konzert der Gaddafi Gals aus Berlin und Wien, die sich musikalisch zwischen Cloud-Rap und Avant-Garde-Pop bewegen. In ihren englischen Lyrics verbinden Gaddafi Gals gesellschaftliche Themen mit einer Prise Humor und Coolness. Ihre Musik ist Kunst und Politik in einem. Nicht politisch zu sein, sei in Zeiten von AfD und Trump gefährlich, so Gaddafi Gals. Eintritt 15 CHF, in der Kaserne Basel, Rossstall 1.

 

Sonntag, 22. März

10.00 Uhr

  • Ausstrahlung der Diskussion vom 21. März: Talk zu "hate speech/Hass im Netz" mit Jolanda Spiess-Hegglin, Nora Refaeil, Martin R. Dean, Bernard Senn

11.30/16.30 Uhr

16.15 Uhr

  • +++abgesagt+++ "Du heiratest einen von uns!" Wie erkennen wir rassistische Diskriminierung bei der Partnerwahl und wie gehen wir damit um? Speed Dating und partizipative Diskussion mit jungen Erwachsenen diverser Religionstraditionen, Fachpersonen und Vertreter*innen weiterer Interessengruppen. Die Veranstaltung wird im Rahmen von "Dialogue en Route" IRAS COTIS mit der Fachstelle Zwangsheirat organisiert. In der KLARA (Clarastrasse 13, 4058 Basel). Eintritt frei.

 

Samstag, 28. März

16.00 Uhr

  • Sendung «(k)ein Rassismusproblem?»: Das Stadtrand-Team von Radio X mit dem anderen Blick auf Rassismus. Sonntag, 29. März um 10 Uhr (Wdh.)

 

 

Kontakt

rebecca.haeusel@radiox.ch

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