Woche gegen Rassismus 2020

 
Aktivitäten in Basel vom 16.-22. März 2020

Radio X organisiert in Basel-Stadt die Woche gegen Rassismus. Damit wollen wir ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung setzen.

Aufgrund der "ausserordentlichen Lage" und den Verordnungen des Bundes (Stand: 16.3.2020) können die öffentlichen Veranstaltungen nicht wie geplant durchgeführt werden. Das Programm auf dem Sender findet statt, das Programm findet ihr hier

Die Woche

Radio X setzt in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Organisationen und Beteiligten ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung. Ziel ist es, die lokale Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren und gemeinsam in einen Dialog zu treten. 

Double: Kunst, die herkömmliches Denken hinterfragt

Die Doppelausstellung Double im Kunstraum Riehen besteht aus den Teilen „Sobjects“ und „Paradox“. „Sobjects“ besteht aus Objekten, die voller optischer Täuschungen sind. Der Ausstellungsteil „Paradox“ kritisiert die Unterdrückung der Frau in der Gesellschaft.   von Malik Iddrisu

25.04.01 Double

Im Kunstraum Riehen sind zwei Ausstellungen zu sehen. Die eine Ausstellung "Sobjects" von Kathrin Sonntag handelt von optischen Täuschungen.Die zweite Ausstellung "Paradox" kritisiert mithilfe von Zeichnungen die Unterdrückung von Frauen in der Gesellschaft.

Die beiden Ausstellungsteile im Kunstraum Riehen challengen dich, mit einem anderen Blick durch den Alltag zu gehen. Der eine Teil „Sobjects“ tut dies auf humorvolle Art mit einem Augenzwinkern, der andere Teil „Paradox“ eher mit einem ernsteren Unterton.

Sobjects

Der Ausstellungsteil „Sobjects“ ist konzipiert von Kathrin Sonntag, einer deutschen bildenden Künstlerin. Zu sehen ist dieser im hinteren Bereich des Kunstraums Riehen auf drei Stockwerken. Im Kern besteht sie aus Gegenständen, welche nicht das sind, wonach sie aussehen. Den Beginn von „Sobjects“ bildet ein Esstisch im Erdgeschoss, der bedeckt ist mit Leckereien. Kommt man aber näher, merkt man, dass die vermeintlichen Esswaren aus Wachs sind und somit nicht zum Verzehr geeignet sind. Eine angebissene Wassermelone oder eine geschälte Banane nehmen zum Beispiel die Funktion einer Kerze ein. Das eigene Auge wird auf amüsante Art und Weise von der Künstlerin reingelegt. In der dreistöckigen Ausstellung ist auch die Fotografie ein wichtiger Bestandteil der Ausstellung. Verschiedene Fotos von Kathrin Sonntag sind ausgestellt, die auch wiederum optische Täuschungen enthalten. Ins Auge stechen dabei jene Fotos, auf denen gewisse Gegenstände überdimensional gross erscheinen. Sichtbar wird das auf einem Foto, das einen Silberkelch mit einer riesigen Banane drin zeigt. Die Fotografie sieht so echt aus, dass man auf dem ersten Blick meinen könnte, die Tasse gäbe es wirklich. Kathrin Sonntag hat dabei jedoch in die Trickkiste gegriffen, indem sie von dem Kelch einen Ausdruck gemacht hat und anschliessend eine echte Banane draufgelegt hat, um davon wiederum ein Foto zu machen. So kamen die surrealen Proportionen auf den Fotografien zustande.

Paradox

Der zweite Ausstellungsteil ist konzipiert von der spanischen Künstlerin Paula Santomé, die in Basel lebt. "Paradox" geht ein auf die  Unterdrückung der Frauen. Dabei deckt sie auf, wie gerade das Zuhause für viele Frauen ein Ort ist, der ihnen Freiheit raubt und für sie Gefahren birgt. "Paradox" ist im Erdgeschoss des Kunstraums ausgestellt. Die Mehrheit der Werke besteht aus Zeichnungen, welche die Künstlerin auf dünnen Aluminiumplatten angefertigt hat. „Unterdrückung an Frauen ist ein strukturelles Problem, an dem wir als Gesellschaft alle ein Teil davon sind“, sagt Paula Santomé. Um dies zu veranschaulichen, hat sie unter Anderem die Arbeit „Bedrock“ entworfen. Sie besteht aus dünnen Aluminiumplatten, welche auf dem ganzen Boden eines Raums ausgelegt sind. Auf den Platten sind Zeichnungen von verschiedenen Frauen, die sich in einem Trance-Zustand befinden. Als Besucher:in hat man gar keine andere Wahl, als auf die Platten mit den gezeichneten Frauen draufzutreten. Bei jedem Schritt sieht man, wie sich Falten in den Platten bilden. Genau das ist aber das Ziel der Künstlerin. „Indem du auf die gezeichneten Frauen drauftrittst, machst du dich mitverantwortlich für die strukturelle Unterdrückung an Frauen“, so die Künstlerin. Laut Paula Santomé würde die westliche Gesellschaft von der Frau erwarten, dem Mann gegenüber unterwürfig zu sein und aus dieser Haltung nicht auszubrechen. Ihre Arbeit „Ornament“ illustriert diesen Aspekt. „Ornament“ besteht aus einer quadratischen Aluminiumplatte, auf der ein lächelndes Gesicht ohne Augen sichtbar wird. Für Paula Santomé hat es etwas von einem Fake-Smile.  „Was zuhause passiert bleibt zuhause“, sagt sie. Es gäbe Konflikte im Haus, doch von der Frau wird oftmals verlangt, trotzdem ein Lächeln zu bewahren. Mit ihrem Ausstellungsteil „Paradox“ regt Paula Santomé dazu an, dass unter den Besucher:innen ein Diskurs über Themen wie der häuslichen Gewalt an Frauen entsteht. Die Ausstellungsteile „Sobjects“ von Kathrin Sonntag und „Paradox“ von Paula Santomé sind bis am 21. April im Kunstraum Riehen ausgetellt.

Programm

Montag, 16. März

11.30/16.30 Uhr

20.00 Uhr

  • +++abgesagt+++ Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass und texten mit dringlicher Zärtlichkeit gegen Hetze und performen mit "Hate Speech" gegen "Hate Speech". Das Line-Up: Alex Hadjistamov, Lea Butscher, Mary Milanovic, Susan Reznik, Jeremy Chavez, Julie Roth u.a. Das WORTSTELLWERK organisiert den Anlass im Literaturhaus Basel (Barfüssergasse 3, 4051 Basel). Eintritt frei.
  • Ausstrahlung der Texte auf Radio X am Donnerstag 19. März, 18 Uhr und Samstag 21. März, 13 Uhr (Wdh.)

 

Dienstag, 17. März

11.30/16.30 Uhr

 

Mittwoch, 18. März

11.30/16.30 Uhr

 

Donnerstag, 19. März

11.30/16.30 Uhr

18.00 Uhr

  • Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass. Ausstrahlung derTexte.

 

Freitag, 20. März

11.30/16.30 Uhr

14.00 Uhr

  • +++abgesagt+++ Eine Tour durch die Altstadt: Spannendes und Unerwartetes über Basels Verflechtungen mit Afrika in Vergangenheit und Gegenwart. Führung auf Deutsch. Besammlung: vis-à-vis Restaurant Atlantis (Klosterberg 13). Eintritt frei.

19.30 Uhr

  • +++abgesagt+++ Theatertraining und Improvisation zu: Die Begegnung mit «dem Fremden». Was ist mir fremd? Was passiert bei Vorurteilen? Offenes Training mit dem Theater Niemandsland im UNION (Klybeckstrasse 95, 4057 Basel), 1. Stock. Mitnehmen: Gemütliche Kleider. Eintritt frei.

 

Samstag, 21. März

11.30/16.30 Uhr

  • Beitrag auf Radio X : BaobabBooks «el reloj / die Uhr» von Nacha Vollenweider

13.00 Uhr

  • Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass. Ausstrahlung derTexte.

14.00 Uhr

  • +++abgesagt+++ Join us for a tour of the inner city and learn more about the entangled history of Basel and Africa. Meeting point: vis-à-vis Restaurant Atlantis (Klosterberg 13). The tour will take place in English and is free of charge.

16.00 Uhr

19.30 Uhr

  • +++abgesagt+++ Talk zu hate speech/Hass im Netz: Am Internationalen Tag gegen Rassismus diskutieren Jolanda Spiess-Hegglin, Feministin, Netzaktivistin, Gründerin und Geschäftsführerin von #NetzCourage und Nora Refaeil, Vizepräsidentin der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus, Anwältin und Mediatorin sowie Martin R. Dean, Schriftsteller und Essayist. Begrüssung: Michael Wilke, Leiter Fachstelle Diversität und Integration des Präsidialdepartements Basel-Stadt. Moderation: Bernard Senn, Redaktor. In der Kaserne Basel, Rossstall 2. Eintritt frei. Ausstrahlung auf Radio X am Sonntag 22. März 10 Uhr, Donnerstag, 26. März 18 Uhr, Samstag, 28. März 13 Uhr.

22.00 Uhr, doors: 21 Uhr

  • +++abgesagt+++ Konzert der Gaddafi Gals aus Berlin und Wien, die sich musikalisch zwischen Cloud-Rap und Avant-Garde-Pop bewegen. In ihren englischen Lyrics verbinden Gaddafi Gals gesellschaftliche Themen mit einer Prise Humor und Coolness. Ihre Musik ist Kunst und Politik in einem. Nicht politisch zu sein, sei in Zeiten von AfD und Trump gefährlich, so Gaddafi Gals. Eintritt 15 CHF, in der Kaserne Basel, Rossstall 1.

 

Sonntag, 22. März

10.00 Uhr

  • Ausstrahlung der Diskussion vom 21. März: Talk zu "hate speech/Hass im Netz" mit Jolanda Spiess-Hegglin, Nora Refaeil, Martin R. Dean, Bernard Senn

11.30/16.30 Uhr

16.15 Uhr

  • +++abgesagt+++ "Du heiratest einen von uns!" Wie erkennen wir rassistische Diskriminierung bei der Partnerwahl und wie gehen wir damit um? Speed Dating und partizipative Diskussion mit jungen Erwachsenen diverser Religionstraditionen, Fachpersonen und Vertreter*innen weiterer Interessengruppen. Die Veranstaltung wird im Rahmen von "Dialogue en Route" IRAS COTIS mit der Fachstelle Zwangsheirat organisiert. In der KLARA (Clarastrasse 13, 4058 Basel). Eintritt frei.

 

Samstag, 28. März

16.00 Uhr

  • Sendung «(k)ein Rassismusproblem?»: Das Stadtrand-Team von Radio X mit dem anderen Blick auf Rassismus. Sonntag, 29. März um 10 Uhr (Wdh.)

 

 

Kontakt

rebecca.haeusel@radiox.ch

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Die Woche gegen Rassismus wird unterstützt durch: