Woche gegen Rassismus 2020
Aktivitäten in Basel vom 16.-22. März 2020
Radio X organisiert in Basel-Stadt die Woche gegen Rassismus. Damit wollen wir ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung setzen.
Aufgrund der "ausserordentlichen Lage" und den Verordnungen des Bundes (Stand: 16.3.2020) können die öffentlichen Veranstaltungen nicht wie geplant durchgeführt werden. Das Programm auf dem Sender findet statt, das Programm findet ihr hier.
Die Woche
Radio X setzt in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Organisationen und Beteiligten ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung. Ziel ist es, die lokale Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren und gemeinsam in einen Dialog zu treten.
Basel-Stadt stimmt ab: Die Vorlagen im Überblick
Am 14. Juni 2026 stimmt die Basler Stimmbevölkerung über vier kantonale Vorlagen ab. Die Themen reichen von Finanz- und Infrastrukturfragen bis hin zu gesellschaftspolitischen Anliegen. Dieser Überblick zeigt, worum es bei den einzelnen Vorlagen geht.
Freiwilliger Steuerabzug vom Lohn
Am 14. Juni entscheidet die Basler Stimmbevölkerung über ein neues System zur Steuerzahlung. Künftig soll bei Arbeitnehmer:innen im Kanton Basel-Stadt freiwillig ein Teil des Lohns direkt für die Steuern zurückbehalten und an den Kanton überwiesen werden. Für Unternehmen mit 50 oder mehr Mitarbeitenden wäre die Umsetzung verpflichtend, für kleinere Betriebe freiwillig.
Die Vorlage geht auf einen Entscheid des Grossen Rats zurück. Dieser hat im Oktober 2025 eine Änderung des Steuergesetzes mit 49 zu 48 Stimmen knapp angenommen. Gegen den Beschluss wurde das Referendum ergriffen, weshalb nun die Stimmbevölkerung darüber abstimmt. Heute erhalten die meisten Steuerpflichtigen ihre Steuerrechnung erst nach der Lohnauszahlung. Das kann zum Problem werden, wenn das Geld bis dahin bereits für andere Ausgaben verwendet wurde.
Mit der neuen Regelung würde bei Arbeitnehmenden, die im Kanton Basel-Stadt wohnen und arbeiten, automatisch ein Teil des Bruttolohns für die Steuerzahlung zurückbehalten. Vorgesehen sind standardmässig zehn Prozent für Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Basel sowie fünf Prozent für Personen aus Riehen und Bettingen. Wer nicht teilnehmen möchte, kann sich vom System abmelden. Die zurückbehaltenen Beträge würden als Teilzahlungen an die Steuerrechnung angerechnet. Die Steuererklärung müsste weiterhin wie bisher ausgefüllt werden.
Die Befürworter:innen argumentieren, Steuerschulden gehörten zu den häufigsten Ursachen von Verschuldung. Wenn die Steuern bereits während des Jahres bezahlt würden, entstünden weniger finanzielle Belastungen und unangenehme Überraschungen am Jahresende. Zudem betonen sie, dass das System freiwillig bleibe. Wer nicht teilnehmen möchte, kann sich jederzeit abmelden.
Die Gegner:innen bezweifeln den Nutzen der Vorlage. Da eine Abmeldung möglich sei, erreiche das System aus ihrer Sicht gerade jene Personen nicht, die am stärksten von Steuerschulden betroffen sind. Ausserdem kritisieren sie den zusätzlichen administrativen Aufwand für die Unternehmen, insbesondere bei der Umsetzung des Lohnabzugs.
Parolenspiegel
Der Grosse Rat empfiehlt die Vorlage zur Annahme.
Ja zur Vorlage: SP, Grüne, EVP und der Gewerkschaftsbund Basel-Stadt.
Nein zur Vorlage: FDP, SVP, Die Mitte, GLP, der Gewerbeverband Basel-Stadt und die Handelskammer beider Basel.
Neues Stadttaubenkonzept Kanton Basel-stadt:
Am 14. Juni stimmt Basel-Stadt über die Initiative «Neues Stadttaubenkonzept Kanton Basel-Stadt» sowie den Gegenvorschlag des Grossen Rates ab. Dabei geht es um die Frage, wie Basel künftig mit Stadttauben umgehen soll.
Die Initiative fordert ein umfassendes neues Taubenkonzept mit betreuten Taubenschlägen in allen Quartieren. Dort sollen die Tiere gefüttert und tierärztlich versorgt werden. Durch den Austausch echter Eier mit Attrappen soll die Taubenpopulation von rund 4000 auf 3000 Tiere reduziert werden. Das bestehende Fütterungs- und Tötungsverbot soll beibehalten werden.
Regierungsrat und Grosser Rat sehen zwar ebenfalls Handlungsbedarf, möchten das Problem aber mit einem kleineren Schritt angehen. Ihr Gegenvorschlag sieht ein vierjähriges Pilotprojekt mit fünf Taubenschlägen vor, die nur einen kleinen Teil der gesamten Population betreuen würden. Zusätzlich soll die Bevölkerung besser informiert und sensibilisiert werden. Die Behörden betrachten Stadttauben weiterhin als Wildtiere und nicht als Tiere unter menschlicher Obhut.
Die Befürworter:innen der Initiative argumentieren, dass betreute Taubenschläge die Population langfristig und tierfreundlich reduzieren würden. Zudem verbessere das Konzept das Tierwohl deutlich. Der Gegenvorschlag sei ihrer Meinung nach nicht ausreichend wirksam.
Die Gegner:innen kritisieren hingegen, dass die Initiative zu weit gehe und hohe Kosten verursache. Zudem sei nicht garantiert, dass die Taubenpopulation tatsächlich wie versprochen sinken würde. Der Gegenvorschlag sei realistischer, günstiger und ermögliche es, zuerst Erfahrungen mit einem Pilotprojekt zu sammeln.
Parolenspiegel:
Gegen Initiative und für Gegenvorschlag: (Regierungsrat, Grossrat, SP, SVP, Grüne, FDP, Mitte, EVP)
Gegen Gegenvorschlag und für Initiative: (LDP, Grünliberale, Basta)
Bahnknoten Basel: Ausbau des Bahnsystems
Am 14. Juni stimmt Basel-Stadt über einen Kredit für weitere Arbeiten am Bahnknoten Basel ab. Im Zentrum steht die geplante unterirdische Durchmesserlinie zwischen Basel SBB und dem Badischen Bahnhof. Der Kanton soll sich weiterhin an Planung, Stadtentwicklung und der politischen Vertretung des Projekts beteiligen.
Das Bahnnetz in der Region Basel ist stark ausgelastet. Mit der Durchmesserlinie sollen neue direkte S-Bahn-Verbindungen geschaffen und das Netz langfristig entlastet werden. Für die weiteren Planungsarbeiten hat der Grosse Rat 3,6 Millionen Franken bewilligt. Dagegen wurde das Referendum ergriffen.
Der Bund ist für Bau und Finanzierung zuständig und plant ab 2031 eine erste Etappe. Basel-Stadt übernimmt Aufgaben rund um die Stadtentwicklung bei den Bahnhöfen und vertritt die Interessen der Region in Bern.
Die Befürworter:innen sehen im Ausbau eine wichtige Investition für Pendlerverkehr, Wirtschaft und Klimaschutz. Zudem müsse Basel frühzeitig auf steigende Passagierzahlen vorbereitet werden.
Die Gegner:innen kritisieren die hohen Kosten und die lange Umsetzungszeit. Sie bevorzugen als Alternative eine günstigere oberirdische Ringbahn über Weil am Rhein und Saint-Louis.
Parolenspiegel
Für die Vorlage:
SP, FDP, Grüne, GLP, LDP, Mitte, EVP und Juso
Der Grosse Rat und der Regierungsrat empfehlen ein Ja.
Gegen die Vorlage:
SVP, Basta und PdA
Klybeckinsel-Volksinitative:
Die Klybeckinsel-Initiative in Basel-Stadt fordert, dass ein Teil des ehemaligen Hafen- und Industriegebiets im Klybeck in eine Grün- und Naturzone umgewandelt wird. Der zugeschüttete Altrhein soll bis 2035 wieder freigelegt werden, damit eine neue Insel mit Bäumen, Sträuchern und Erholungsflächen entsteht. Ziel ist es, das Stadtklima zu verbessern und Lebensraum für Tiere und Pflanzen zu schaffen.
Das Gebiet gehört zum Entwicklungsareal „Klybeckquai, Westquai und Klybeckplus“, wo bisher Wohnungen, Gewerbe, Freizeitangebote und Parks geplant sind. Die Umsetzung der Initiative würde laut Schätzungen mindestens 700 Millionen Franken kosten. Ein Teil davon würde jedoch auch ohne Initiative anfallen, etwa für die Verlegung der Hafenbahn.
Die Befürworter:innen betonen, dass der belastete Boden ohnehin saniert werden müsse und das Quartier zu wenig Grünflächen habe. Die Insel würde für Abkühlung sorgen und neuen Erholungsraum schaffen.
Die Gegner:innen kritisieren hingegen, dass dadurch viele geplante Wohnungen wegfallen würden. Statt Wohnraum für rund 3500 Personen wären nur noch etwa 1000 möglich. Zudem befürchten sie Nachteile für die Hafen- und Stadtentwicklung in Basel Nord.
Parolenspiegel:
Gegen Initiative: (Regierungsrat, Grossrat, SP, SVP, LDP, Die Grünen, Grünliberalen, FDP, Basta, Mitte, EVP und Juso)
Für Initiative: Keiner
Programm
Montag, 16. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: Internetcafé Planet 13
20.00 Uhr
- +++abgesagt+++ Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass und texten mit dringlicher Zärtlichkeit gegen Hetze und performen mit "Hate Speech" gegen "Hate Speech". Das Line-Up: Alex Hadjistamov, Lea Butscher, Mary Milanovic, Susan Reznik, Jeremy Chavez, Julie Roth u.a. Das WORTSTELLWERK organisiert den Anlass im Literaturhaus Basel (Barfüssergasse 3, 4051 Basel). Eintritt frei.
- Ausstrahlung der Texte auf Radio X am Donnerstag 19. März, 18 Uhr und Samstag 21. März, 13 Uhr (Wdh.)
Dienstag, 17. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: Verein Mitstimme
Mittwoch, 18. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: GRA Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus
Donnerstag, 19. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: Projekt Netzwerk Antirassismus
18.00 Uhr
- Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass. Ausstrahlung derTexte.
Freitag, 20. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: Awareness Basel
14.00 Uhr
- +++abgesagt+++ Eine Tour durch die Altstadt: Spannendes und Unerwartetes über Basels Verflechtungen mit Afrika in Vergangenheit und Gegenwart. Führung auf Deutsch. Besammlung: vis-à-vis Restaurant Atlantis (Klosterberg 13). Eintritt frei.
19.30 Uhr
- +++abgesagt+++ Theatertraining und Improvisation zu: Die Begegnung mit «dem Fremden». Was ist mir fremd? Was passiert bei Vorurteilen? Offenes Training mit dem Theater Niemandsland im UNION (Klybeckstrasse 95, 4057 Basel), 1. Stock. Mitnehmen: Gemütliche Kleider. Eintritt frei.
Samstag, 21. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X : BaobabBooks «el reloj / die Uhr» von Nacha Vollenweider
13.00 Uhr
- Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass. Ausstrahlung derTexte.
14.00 Uhr
- +++abgesagt+++ Join us for a tour of the inner city and learn more about the entangled history of Basel and Africa. Meeting point: vis-à-vis Restaurant Atlantis (Klosterberg 13). The tour will take place in English and is free of charge.
16.00 Uhr
- Sendung zur beruflichen und sozialen Integration mit Personen aus Eritrea und Somalia auf Radio X, von Vitamin B/Radioschule klipp+klang
19.30 Uhr
- +++abgesagt+++ Talk zu hate speech/Hass im Netz: Am Internationalen Tag gegen Rassismus diskutieren Jolanda Spiess-Hegglin, Feministin, Netzaktivistin, Gründerin und Geschäftsführerin von #NetzCourage und Nora Refaeil, Vizepräsidentin der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus, Anwältin und Mediatorin sowie Martin R. Dean, Schriftsteller und Essayist. Begrüssung: Michael Wilke, Leiter Fachstelle Diversität und Integration des Präsidialdepartements Basel-Stadt. Moderation: Bernard Senn, Redaktor. In der Kaserne Basel, Rossstall 2. Eintritt frei. Ausstrahlung auf Radio X am Sonntag 22. März 10 Uhr, Donnerstag, 26. März 18 Uhr, Samstag, 28. März 13 Uhr.
22.00 Uhr, doors: 21 Uhr
- +++abgesagt+++ Konzert der Gaddafi Gals aus Berlin und Wien, die sich musikalisch zwischen Cloud-Rap und Avant-Garde-Pop bewegen. In ihren englischen Lyrics verbinden Gaddafi Gals gesellschaftliche Themen mit einer Prise Humor und Coolness. Ihre Musik ist Kunst und Politik in einem. Nicht politisch zu sein, sei in Zeiten von AfD und Trump gefährlich, so Gaddafi Gals. Eintritt 15 CHF, in der Kaserne Basel, Rossstall 1.
Sonntag, 22. März
10.00 Uhr
- Ausstrahlung der Diskussion vom 21. März: Talk zu "hate speech/Hass im Netz" mit Jolanda Spiess-Hegglin, Nora Refaeil, Martin R. Dean, Bernard Senn
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: Kantonspolizei Basel-Stadt
16.15 Uhr
- +++abgesagt+++ "Du heiratest einen von uns!" Wie erkennen wir rassistische Diskriminierung bei der Partnerwahl und wie gehen wir damit um? Speed Dating und partizipative Diskussion mit jungen Erwachsenen diverser Religionstraditionen, Fachpersonen und Vertreter*innen weiterer Interessengruppen. Die Veranstaltung wird im Rahmen von "Dialogue en Route" IRAS COTIS mit der Fachstelle Zwangsheirat organisiert. In der KLARA (Clarastrasse 13, 4058 Basel). Eintritt frei.
Samstag, 28. März
16.00 Uhr
- Sendung «(k)ein Rassismusproblem?»: Das Stadtrand-Team von Radio X mit dem anderen Blick auf Rassismus. Sonntag, 29. März um 10 Uhr (Wdh.)
Kontakt
rebecca.haeusel@radiox.ch
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