Woche gegen Rassismus 2020
Aktivitäten in Basel vom 16.-22. März 2020
Radio X organisiert in Basel-Stadt die Woche gegen Rassismus. Damit wollen wir ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung setzen.
Aufgrund der "ausserordentlichen Lage" und den Verordnungen des Bundes (Stand: 16.3.2020) können die öffentlichen Veranstaltungen nicht wie geplant durchgeführt werden. Das Programm auf dem Sender findet statt, das Programm findet ihr hier.
Die Woche
Radio X setzt in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Organisationen und Beteiligten ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung. Ziel ist es, die lokale Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren und gemeinsam in einen Dialog zu treten.
Von der Strasse bis zum Gipfel
Drei Ereignisse, ein Thema: Macht. Am 14. Juni gehen Menschen am feministischen Streik auf die Strasse, die Schweiz stimmt über die 10-Millionen-Schweiz-Initiative ab und auf internationaler Ebene werden politische Weichen gestellt. Die Fragen dahinter sind dieselben: Wer zählt? Wer darf bleiben? Und wer entscheidet über die Lebensrealitäten anderer Menschen? In diesem Beitrag erfährst du mehr über einen Tag, der zeigt, dass Politik nicht nur in Parlamenten gemacht wird, sondern auch im Alltag. von Neva Flierl
26.06.14 Von der Strasse bis zum Gipfel
Am 14. Juni kommen mehrere politische Ebenen zusammen, der feministische Streik, die Abstimmungen und der G7 Gipfel in Genf.
14. Juni: Ein Tag, drei politische Schauplätze:
Auf den Strassen kämpfen FLINTA-Personen am feministischen Streik für Anerkennung, Sicherheit und Gleichstellung. In der Schweiz wird über die 10-Millionen-Schweiz-Initiative abgestimmt. Gleichzeitig werden auf internationaler Ebene politische Entscheidungen getroffen, die weit über nationale Grenzen hinaus wirken.
Was diese Ereignisse verbindet, ist die Frage, wer über wen bestimmt.
Der feministische Streik macht sichtbar, was oft unsichtbar bleibt: unbezahlte Care-Arbeit, prekäre Arbeitsbedingungen, geschlechtsspezifische Gewalt und strukturelle Benachteiligung. Es geht nicht um individuelle Schicksale. Es geht um gesellschaftliche Verhältnisse.
Wer pflegt, erzieht, unterstützt und versorgt, hält diese Gesellschaft am Laufen. Trotzdem werden genau diese Arbeiten oft schlecht oder gar nicht bezahlt. Der feministische Streik erinnert daran, dass Gleichstellung nicht erreicht ist, solange Ausbeutung und Gewalt zum Alltag gehören.
Parallel dazu entscheidet die Stimmbevölkerung über die 10-Millionen-Schweiz-Initiative. Offiziell geht es um Bevölkerungszahlen. Politisch geht es um etwas Grundsätzlicheres: um die Frage, wer dazugehört.
Wer darf kommen? Wer darf bleiben? Wer wird als Belastung dargestellt und wer als wertvoll? Solche Debatten handeln nicht nur von Grenzen. Sie handeln von Macht über Menschenleben.
Migration, Geschlecht und soziale Ungleichheit sind dabei eng miteinander verbunden. Wer von Diskriminierung betroffen ist, erlebt sie selten nur an einer einzigen Stelle. Ausgrenzung wirkt gleichzeitig auf dem Arbeitsmarkt, im Bildungssystem, im Aufenthaltsstatus und im Alltag.
Auch internationale Politik ist Teil dieser Realität. Entscheidungen mächtiger Staaten beeinflussen Arbeitsmärkte, soziale Sicherheit, Klimapolitik und Migrationsbewegungen weltweit. Die Folgen werden oft dort spürbar, wo Menschen am wenigsten Einfluss auf diese Entscheidungen haben.
Der 14. Juni zeigt deshalb: Politik passiert nicht nur in Bundeshäusern oder an internationalen Gipfeln. Politik passiert dort, wo Menschen arbeiten, Sorgearbeit leisten, Grenzen überqueren oder von Gewalt betroffen sind.
Die grossen Fragen unserer Zeit sind keine abstrakten Debatten. Sie entscheiden darüber, wer geschützt wird, wer gehört wird und wer die Kosten politischer Entscheidungen tragen muss.
Der 14. Juni ist kein zufälliges Zusammentreffen verschiedener Ereignisse. Er macht sichtbar, wie eng Alltag, nationale Politik und globale Macht miteinander verbunden sind.
Wie und wo du feministisch am 14. Juni streiken kannst:
Wer sich am 14. Juni am feministischen Streik beteiligen möchte, kann dies auf unterschiedliche Weise tun. Neben den Demonstrationen und Kundgebungen in Basel, Bern, Zürich und vielen weiteren Städten sind auch kleinere Aktionen im Alltag Teil des Streiks, etwa das Sichtbarmachen von Care-Arbeit, Gespräche im eigenen Umfeld oder die Teilnahme an Veranstaltungen und Workshops. Informationen zu diversen Programmpunkten in der ganzen Schweiz findest du unter dem folgenden Link.
Programm
Montag, 16. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: Internetcafé Planet 13
20.00 Uhr
- +++abgesagt+++ Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass und texten mit dringlicher Zärtlichkeit gegen Hetze und performen mit "Hate Speech" gegen "Hate Speech". Das Line-Up: Alex Hadjistamov, Lea Butscher, Mary Milanovic, Susan Reznik, Jeremy Chavez, Julie Roth u.a. Das WORTSTELLWERK organisiert den Anlass im Literaturhaus Basel (Barfüssergasse 3, 4051 Basel). Eintritt frei.
- Ausstrahlung der Texte auf Radio X am Donnerstag 19. März, 18 Uhr und Samstag 21. März, 13 Uhr (Wdh.)
Dienstag, 17. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: Verein Mitstimme
Mittwoch, 18. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: GRA Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus
Donnerstag, 19. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: Projekt Netzwerk Antirassismus
18.00 Uhr
- Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass. Ausstrahlung derTexte.
Freitag, 20. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: Awareness Basel
14.00 Uhr
- +++abgesagt+++ Eine Tour durch die Altstadt: Spannendes und Unerwartetes über Basels Verflechtungen mit Afrika in Vergangenheit und Gegenwart. Führung auf Deutsch. Besammlung: vis-à-vis Restaurant Atlantis (Klosterberg 13). Eintritt frei.
19.30 Uhr
- +++abgesagt+++ Theatertraining und Improvisation zu: Die Begegnung mit «dem Fremden». Was ist mir fremd? Was passiert bei Vorurteilen? Offenes Training mit dem Theater Niemandsland im UNION (Klybeckstrasse 95, 4057 Basel), 1. Stock. Mitnehmen: Gemütliche Kleider. Eintritt frei.
Samstag, 21. März
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X : BaobabBooks «el reloj / die Uhr» von Nacha Vollenweider
13.00 Uhr
- Gegen Hass - Junge Poetinnen und Poeten setzen ein Zeichen gegen Hass. Ausstrahlung derTexte.
14.00 Uhr
- +++abgesagt+++ Join us for a tour of the inner city and learn more about the entangled history of Basel and Africa. Meeting point: vis-à-vis Restaurant Atlantis (Klosterberg 13). The tour will take place in English and is free of charge.
16.00 Uhr
- Sendung zur beruflichen und sozialen Integration mit Personen aus Eritrea und Somalia auf Radio X, von Vitamin B/Radioschule klipp+klang
19.30 Uhr
- +++abgesagt+++ Talk zu hate speech/Hass im Netz: Am Internationalen Tag gegen Rassismus diskutieren Jolanda Spiess-Hegglin, Feministin, Netzaktivistin, Gründerin und Geschäftsführerin von #NetzCourage und Nora Refaeil, Vizepräsidentin der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus, Anwältin und Mediatorin sowie Martin R. Dean, Schriftsteller und Essayist. Begrüssung: Michael Wilke, Leiter Fachstelle Diversität und Integration des Präsidialdepartements Basel-Stadt. Moderation: Bernard Senn, Redaktor. In der Kaserne Basel, Rossstall 2. Eintritt frei. Ausstrahlung auf Radio X am Sonntag 22. März 10 Uhr, Donnerstag, 26. März 18 Uhr, Samstag, 28. März 13 Uhr.
22.00 Uhr, doors: 21 Uhr
- +++abgesagt+++ Konzert der Gaddafi Gals aus Berlin und Wien, die sich musikalisch zwischen Cloud-Rap und Avant-Garde-Pop bewegen. In ihren englischen Lyrics verbinden Gaddafi Gals gesellschaftliche Themen mit einer Prise Humor und Coolness. Ihre Musik ist Kunst und Politik in einem. Nicht politisch zu sein, sei in Zeiten von AfD und Trump gefährlich, so Gaddafi Gals. Eintritt 15 CHF, in der Kaserne Basel, Rossstall 1.
Sonntag, 22. März
10.00 Uhr
- Ausstrahlung der Diskussion vom 21. März: Talk zu "hate speech/Hass im Netz" mit Jolanda Spiess-Hegglin, Nora Refaeil, Martin R. Dean, Bernard Senn
11.30/16.30 Uhr
- Beitrag auf Radio X: Kantonspolizei Basel-Stadt
16.15 Uhr
- +++abgesagt+++ "Du heiratest einen von uns!" Wie erkennen wir rassistische Diskriminierung bei der Partnerwahl und wie gehen wir damit um? Speed Dating und partizipative Diskussion mit jungen Erwachsenen diverser Religionstraditionen, Fachpersonen und Vertreter*innen weiterer Interessengruppen. Die Veranstaltung wird im Rahmen von "Dialogue en Route" IRAS COTIS mit der Fachstelle Zwangsheirat organisiert. In der KLARA (Clarastrasse 13, 4058 Basel). Eintritt frei.
Samstag, 28. März
16.00 Uhr
- Sendung «(k)ein Rassismusproblem?»: Das Stadtrand-Team von Radio X mit dem anderen Blick auf Rassismus. Sonntag, 29. März um 10 Uhr (Wdh.)
Kontakt
rebecca.haeusel@radiox.ch
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Die Woche gegen Rassismus wird unterstützt durch: