Radio X und das Jugendkulturfestival sind seit Gründungszeiten eng miteinander verbunden. Radio X sendet auch in der Ausgabe 2021 live vom Festival: Wir übertragen Konzerte, Talks, Interviews, Slams und Lesungen von den Standorten Sommercasino und Klybeck live zu dir ins Wohnzimmer. Und an unserem "Bad-Taste-Henna"-Stand verunstalten JKF Artists deine Haut mit Motiven, die das "Wheel of Destiny" für dich bestimmt hat.

Wir senden an beiden Festivaltagen zwischen 17h und 01h live von den Standorten "Sommercasino" und "Padelhalle Klybeck".

Das Festivalprogramm ist online! Folgende Programmpunkte werden bei uns auf dem Sender stattfinden:

Freitag, 3.September 2021

Konzerte:

Talks/Lesungen/Slam-Poetry:

 

Samstag, 4.September 2021

Konzerte:

Talks/Lesungen/Slam-Poetry:

 

 

#badtastehenna

Wir wollen euch am JKF alle etwas aufhübschen! Deswegen gibt es an unserem Sendebus vor dem Sommercasino eine Henna-Tattoo-Session der etwas anderen Art. Kulturschaffende, die am JKF auftreten, sind die Tattoo-Artists, du ihre Leinwand. Schöne Schnörkel und Mandalas werden wohl eher Seltenheitswert haben, denn unsere Artists sind mehrheitlich Masters of Trash - dafür vollgas! Und auch bei der Wahl des Motivs hast du nicht viel mitzureden, denn die liegt ganz beim "Wheel of Destiny". Die Wahl des Orts, an dem du dein Henna-Tattoo willst, die überlassen wir dir aber natürlich noch, schliesslich gehört dein Körper dir und nur dir allein - vergiss das nicht! Vor zwei Jahren gab es einen regelrechten Ansturm und es entstand ein Sammelsurium an grandiosen Trash-Kuriositäten. Komm vorbei, triff die JKF-Artists und lass ein bisschen Trash in dein Herz!! wir sind an beiden Tagen zwischen 17h und 01h für dich da! #badtastehenna

Album der Woche: Infinity Loop von BAMBii

Bambii aus Toronto steuert nun schon seit einem Jahrzehnt international zur Club-Kultur bei. Die begabte DJ, Promoterin und Produzentin, demonstriert mit ihrer Debut EP Verständnis für internationale Club Music. Gewandt bewegt sie sich von Jungle, zu Jersey-Club, 2-Step und auch Pop. Auch vor Gesang scheut die Künstlerin nicht zurück und unterstreicht weiterhin ihre Vielfältigkeit. von Dion Monti 

Album der Woche - Infinity Club - Bambii

Bambii veröffentlicht erstes Album Infinity Club

Album der Woche: Infinity Loop von BAMBii

Bambii aus Toronto steuert nun schon seit einem Jahrzehnt international zur Club-Kultur bei. Sie ist eine begabte DJ, Promoterin und Produzentin, die bisher Singles in Form von clubtauglichen Knallern veröffentlichte, die stark von ihren Wurzeln in Jamaika beeinflusst sind.

Als DJ mischt sie mühelos Jungle, DnB, Dancehall, RnB und Pop und vermeidet dabei jegliche Spezifizierung. Ihre Partyreihe "Jerk" wurde mit der Absicht gegründet, einen sicheren Raum für ihre Freunde, die LGBTQI+-Gemeinschaft sowie für Schwarze und People of Colour zu bieten. Die Party ist mittlerweile von hunderten auf tausende Besucher gewachsen, mit Partys auch ausserhalb von Kanada sowie Tourneen in Asien.

Als Musik-Produzentin hat sich Bambii Zeit gelassen, und hat seit 2019 gelegentlich Singles veröffentlicht. "Infinity Club" ist daher ihre Debüt-EP, die über "Innovative Leisure" veröffentlicht wurde, einem Label aus LA.  Die EP strotzt vor Selbstvertrauen und ihre Einflüsse sind so vielfältig und divers, wie die Besucher:innen ihrer Party-Reihe.

Die 8-Track EP beginnt mit einem kurzen Intro, das die Zuhörer im Infinity Club willkommen heißt, gefolgt vom 180 bpm Song One-Touch, der sich von Jungle zu Dance-Hall bewegt und uns Zuhörer:innen sofort in den Club versetzt.

Mit dem Song ‘Hooked’ betreten wir die Welt des Pop. Letztes Jahr wurde Bambii von keiner Geringeren als der RnB Sängerin Kelela eingeladen, als Produzentin zu ihrem hoch geachteten Album ‘Raven’ beizutragen. Die Zusammenarbeit mit Kelela ermöglichte es Bambii, neue Elemente im Songwriting zu erforschen und Songstrukturen zu verwenden, die darauf abzielen eine Geschichte zu erzählen. Diese Erkundungen manifestieren sich erfolgreich in Hooked, zu dem die Sängerin Aluna eine starke Hauptrolle liefert.

Als Single zur EP veröffentlicht, ist der vierte Song, ‘Wicked Gyal (feat. Lady Lykez) definitiv das Herzstück der Veröffentlichung mit einer sehr eingängigen Bassline und einem hypersexuellen Text. Ein absoluter Club-Heizer.

Einer der eher aussergewöhnlichen Songs, ‘Sydanie's Interlude (feat. Sydanie)’ beginnt sanft und fühlt sich tatsächlich wie ein Zwischenspiel an, um dann nach der Hälfte des Liedes sich in einen funky Jungle-geprägten Song zu verwandeln, und dann in den letzten 30 Sekunden des Liedes mit einem riesig-klingenden Bass seinen Höhepunkt zu erreichen. Die Rapperin aus Toronto, Sydanie, hält dabei die Spannung wunderbar aufrecht. Ruhig, selbstbewusst und unaufdringlich, aber fordernd.

Zum Schluss schlägt die EP wieder eine sinnlichere Richtung ein. In ‘Slip Slide’ übernimmt Bambii die Erzählung mit ihrer eigenen Stimme, stilistisch zwischen Rap und Gesang. Mit dabei sind der Londoner Rapper Ragz Original und Lamsi, einem Produzenten aus Amsterdam.

Bei ‘Body’ lehnt sich Bambii eindeutig an Jersey Club, wenn auch in einer etwas langsameren Version des Genres. Wie schon beim vorherigen Track, produziert Bambi zusammen mit Lamsi und liefert den Hook mit hoher, gehauchter Stimme, die den Song wirklich öffnet und uns durch grosse und dann wieder intime Räume führt...

Mit ‘Infinity-Club’, der gleichbetitelte letzte Song, kehren wir nach Großbritannien zurück. Wir verlassen die Party mit einem stimmungsvollen, von 2-Step inspirierten Track, der als schönes Instrumental-Outro im Kontrast zur ansonsten Gesangs lastigen Produktion der EP dient.

Insgesamt ist dieses Projekt auf den Dancefloor ausgerichtet, eine Welt, die Bambii mit Elan kontrolliert und bedient. Die langjährige Erfahrung als gefragte DJ ist bemerkbar.

Als EP zeigt uns dieses Projekt, womit sich die Künstlerin wohlfühlt und woher sie künstlerisch kommt. Es gibt aber uns auch eine Idee, was sie sonst noch erkunden will und in welche Richtung ein Bambii-Album gehen könnte.

Auf die Frage, ob die Zusammenarbeit mit dem R&B-Star Kelela die poppigeren Songs inspiriert hat, antwortete sie: "Clubmusik ist wie ein One-Night-Stand: Man will nur kurz die Aufmerksamkeit von jemandem erregen, und dann ist man wieder weg. R&B-Songs, die einen Anfang, eine Mitte und ein Ende haben - das ist etwas anderes. Die Arbeit [mit Kelela] hat mir ein Gefühl für den Aufbau von Geschichten in Songs gegeben, was sich definitiv in 'Hooked' niedergeschlagen hat. Ich bin viel mehr auf Strophe-Hook-Bridge fokussiert als damals, als ich anfing, Musik zu machen."

Und hier noch unsere Berichterstattung von der letzten Festivalausgabe, wenn du noch ein bisschen verweilen und in den Erinnerungen schwelgen möchtest: