Die Halbierungsinitiative gefährdet auch die Basler Kunstinstitutionen
Am 8. März stimmt das Schweizer Stimmvolk über die Halbierungsinitiative ab. Eine Annahme gefährdet nicht nur das Schweizer Film- und Musikschaffen, sondern besorgt auch Künstler:innen und Institutionen. Wir reden mit Anita Haldemann, Kuratorin am Kunstmuseum Basel und Direktorin des Kupferstichkabinetts. von Danielle Bürgin
26.02.26 Halbierigsinitiative und die Kulturinstitutionen
Im Gespräch mit Anita Haldemann vom Kunstmuseum Basel erfahren wir, welche Negativfolgen die Halbierungsinitiative für die Kulturstadt Basel hätte.
Schon heute sei ein deulticher Rückgang von tiefgründiger Kulturberichterstattung spürbar, sagt Anita Haldemann am Anfang unseres Gesprächs. Und weil Kulturjournalismus ohnehin schon unter Druck steht, wäre ein zusätzlicher Rückgang auch für grosse Institutionen wie dem Kunstmuseum Basel spürbar.
Denn gerade das SRF berichtet regelmässig mit längeren Reportagen und vermittelt Programminhalte des Kunstmuseums Basel in die ganzen Schweiz. "Wir befürchten, dass die Reichweite kleiner würde. Denn wir sind eine Institution mit nationaler Ausstrahlung. Uns ist es wichtig, dass auch das Tessin und die Romandie über unser Programm Bescheid weiss. Und bei einer Annahme der Initiative befürchten wir, dass wir nur noch regional wahrgenommen würden".
Ob das Regionaljournal Basel bei einer Annahme der Halbierungsinitiative bestehen bliebe, ist fraglich. Bundesrat Albert Rösti und SRG-Generaldirektorin Susanne Wille sagen vorraus: Bei einem Ja müsste man an die Fixkosten gehen. «Das sind die Standorte.» Dann drohe ein «Rückzug aus den Regionen» - auch aus der Region Basel. Und eine Schliessung des SRF-Standortes Basel würde der ganzen Region schaden, befürchtet auch Anita Haldemann. So würden nicht nur Basler Filmteams, sondern auch andere Partner:innen der SRG um ihre Jobs fürchten, würde der Basler Standort geschlossen.
Wichtige Eckdaten zum Studio Basel:
- 1926: Gründung der Radio-Genossenschaft Basel.
- 1940: Einweihung des Radiostudios auf dem Bruderholz.
- 1978: Start des «Regionaljournals Basel» auf dem Bruderholz.
- 2019: Umzug der trimedialen Kulturabteilung und Regionalredaktion in das Meret Oppenheim-Hochhaus.
- Standort: Der aktuelle Standort ist das Meret Oppenheim-Hochhaus (MOH) am Bahnhof SBB, wo Kulturabteilung, Regionalredaktion und Swiss Satellite Radio angesiedelt sind.