Erst die Hitze, jetzt der Protest: Der Klimastreik ist zurück
Nach längerer Ruhe ist die Klimabewegung zurück auf den Schweizer Strassen. Der extreme Hitzesommer 2026 hat die Folgen der Klimakrise für viele Menschen unmittelbar spürbar gemacht. Nun fordert der Klimastreik wieder lautstark mehr politische Massnahmen. von Nahom Mehret
Die Klimabewegung ist zurück
Die Klimabewegung ist zurück
Lange war es ruhig um die Klimabewegung und Organisationen wie Fridays for Future. Doch nach dem extremen Hitzesommer 2026 sind die Demonstrierenden zurück auf den Strassen. Ende September zogen in Basel rund 3500 Menschen unter dem Motto «Keine 50-Grad-Sommer» durch die Innenstadt.
Auch in Zürich, Bern und weiteren Schweizer Städten demonstrierten Tausende Menschen für mehr Klimaschutz. In der Westschweiz fanden ebenfalls Hitzedemonstrationen statt.
Die Klimakrise wird im Alltag spürbar
Der extreme Hitzesommer hat die Klimakrise für viele Menschen greifbarer gemacht. Hohe Temperaturen und ihre Folgen betreffen nicht mehr nur einzelne Regionen, sondern sind auch in der Schweiz zunehmend spürbar.
Für den Klimastreik Basel ist das ein wichtiger Grund, weshalb wieder mehr Menschen auf die Strasse gehen. Die Klimakrise wird nicht mehr nur als zukünftige Bedrohung wahrgenommen, sondern als Realität, die den eigenen Alltag beeinflusst.
Die Bewegung hofft, dass diese Erfahrungen den politischen Druck erhöhen und den Forderungen nach mehr Klimaschutz neuen Auftrieb geben.
Alte Forderungen werden wieder lauter
Die Forderungen der Klimabewegung sind nicht neu. Bereits vor einigen Jahren gingen Zehntausende Menschen für rasche und verbindliche Klimaschutzmassnahmen auf die Strasse. Aus Sicht des Klimastreiks sind die politischen Fortschritte seither jedoch unzureichend.
In Basel richtet sich die Kritik insbesondere an die Kantonsregierung. Basel-Stadt hat sich in seiner Verfassung verpflichtet, bis 2037 klimaneutral zu werden. Der Klimastreik bezweifelt allerdings, dass dieses Ziel mit den bisherigen Massnahmen erreicht werden kann.
Die Bewegung kritisiert unter anderem fehlende aktuelle Emissionsdaten und zu langsame Fortschritte in den Bereichen Verkehr und Konsum. Zudem fordert sie konkrete Massnahmen gegen Emissionen, die durch das Leben und Wirtschaften in Basel verursacht werden, aber ausserhalb des Kantons entstehen.
Der Kanton hat mit dem neuen Förderprogramm «Klimpact» zuletzt einen weiteren Schritt angekündigt. Damit sollen klimafreundliche Projekte im Alltag unterstützt werden, etwa in den Bereichen Reparatur, regionale Ernährung und nachhaltiges Reisen.
Dem Klimastreik geht das nicht weit genug. Er fordert stärkere finanzielle Anreize durch Subventionen und steuerliche Massnahmen, aber auch Sanktionen, wenn Klimaziele nicht eingehalten werden.
Wird der Hitzesommer zum politischen Weckruf?
Ob die erneuten Demonstrationen tatsächlich politische Veränderungen auslösen, bleibt offen. Schon bei früheren Klimastreiks gingen Zehntausende Menschen auf die Strasse, ohne dass aus Sicht der Bewegung ausreichend gehandelt wurde.
Neu ist jedoch die unmittelbare Erfahrung eines extremen Hitzesommers. Die Folgen der Klimakrise sind für viele Menschen nicht mehr abstrakt, sondern im eigenen Alltag angekommen.
Die Klimabewegung will diesen Moment nutzen, um ihren Forderungen erneut Gehör zu verschaffen. Der Sommer 2026 soll aus ihrer Sicht nicht nur als extremer Hitzesommer in Erinnerung bleiben, sondern auch als Weckruf für die Politik.