Album der Woche: Exuvie von Noémi Büchi
Anfang März hat die Komponistin und Klangkünstlerin Noémi Büchi ihr drittes Album veröffentlicht. Es heisst «Exuvie» und behandelt Themen wie Metamorphose und das Nachklingen der Vergangenheit, die sie präzis zusammenwebt. Noémi Büchi ist eine Weltenbauerin, die mit poetischer Gründlichkeit Themen behandelt, ohne sich selbst als Individuum in den Vordergrund zu stellen – stattdessen baut sie elektro-akustische Landschaften, in denen wir als Zuhörer*innen uns selbst begegnen können. von Dion Monti
2026.03.30 Noemi Büchi - Exuvie - ADW Radio
Das dritte album Exuvie von Noémi Büchi
Anfang März hat die Komponistin und Klangkünstlerin Noémi Büchi ihr drittes Album auf dem Zürcher Label -OUS veröffentlicht. Es heisst «Exuvie» und behandelt unterschiedliche Themen, die Noémi Büchi zu einer grossen Klangwelt zusammenwebt. Letzte Woche hatte ich die Freude, mich mit Noémi Büchi online zu treffen und über ihr neues, drittes Album zu sprechen.
«Exuvie» ist auf Französisch die äusserste Hülle, die Arthropoden nach der Metamorphose ablegen. In dieser Zeit bauen sie sich ein neues, grösseres Exoskelett und schlüpfen aus ihrer alten Hülle. So ist diese Hülle ein Symbol für Vergangenes, das in der Gegenwart nachklingt – eine Spannung zwischen Materie und Erinnerung.
Die Klangwelt von «Exuvie» lebt in übergrossen Räumen, die gefüllt sind mit synthetischen Klängen, die wie ein kühler Wind immer wieder in Begegnung kommen mit warmen, organischen Klängen von Klavier und hölzernen, grossen Drums. Alle Elemente sind ganz präzise platziert in einer raumfüllenden, lebendigen Skulptur, die ständig wächst, sich von einer grossen Vielfalt an Einflüssen nährt und sich weigert, sich zu definieren.
Noémi Büchi ist eine Weltenbauerin, die mit purem Interesse und einer poetischen Gründlichkeit Themen behandelt, ohne sich selbst als Individuum in den Vordergrund zu stellen. Stattdessen baut sie uns ganze audiovisuelle Landschaften, in denen wir als Zuhörer*innen vor allem uns selbst begegnen können – und gleichzeitig wecken diese Räume auch eine Neugier für die Künstlerin und ihre Absichten, die hinter diesen Welten steckt.