mitten in einem raum mit bühne steht eine person

Sudhaus Abschiedstour: DIY heisst nicht gleich Chaos

Ein Kulturhaus zu betreiben bedeutet nicht nur, ein Programm zusammenzustellen. Gerade im DIY-Betrieb steckt viel Arbeit, die kaum sichtbar wird: Büro, Bar, Produktion, Kommunikation, Umbauten – und vieles davon verteilt sich auf erstaunlich wenige Schultern. Ein Gespräch mit Nicolai Seckinger über fünf Jahre Sudhaus - bevor sie die Schlüssel abgeben. von Mirco Kaempf

Sudhaus Abschiedstour

Die aktuellen Betreiber:innen des Sudhaus geben per Ende Jahr den Schlüssel ab. Ein Gespräch mit Nicolai Seckinger über fünf Jahre Kultur machen im Sudhaus.

 

Das Sudhaus ist Ende 2021 mitten in der Pandemie gestartet. Fünf Jahre später ist für das aktuelle Betreiber Schluss. Die Miete soll um 36,5 Prozent steigen, unter diesen Bedingungen ist ein Weiterbetrieb für sie nicht tragbar.

Dabei hat sich der Betrieb in diesen fünf Jahren sehr entwickelt: Aus viel Eigenleistung wurde schrittweise ein professionalisierteres Arbeiten. Mit der Programmförderung konnte das Team vergrössert und Aufgaben wie Kommunikation, Produktion und Fundraising abgegeben werden. «Es hängt alles auf wenigen Schultern», sagt Nicolai Seckinger rückblickend. Irgendwann merke man, «man kann das nicht jetzt jahreweise weitermachen».

Gleichzeitig hat das Sudhaus versucht, den Begriff Kultur möglichst weit zu fassen. Konzerte standen neben Dragshows, Film, Improtheater, Poetry Slam, D&D, Pingpong und Partys für unterschiedliche Altersgruppen. Nischenkultur brauche es genauso wie ein breites Programm. Gerade diese Mischung mache einen solchen Ort aus.

Dass es jetzt trotzdem zu Ende geht, erzählt deshalb auch etwas über die Bedingungen, unter denen alternative Kultur stattfindet: über Räume, Geld, Infrastruktur und die Frage, wie viel Eigenleistung ein Betrieb langfristig verkraftet.

Bitter klingt Nicolai Seckingers Rückblick trotzdem nicht. «Fünf Jahre macht das super mega viel Spass und man lernt viel.» Bis Ende Jahr soll deshalb noch einmal genau das stattfinden, wofür das Sudhaus in Basel bekannt geworden ist: möglichst viel Unterschiedliches, möglichst viele Menschen. Hier geht's zum Programm.