Taranja Wu - Radikale Tanzbarkeit zum Zweiten
Mit All Messed Up intoniert Taranja Wu auf ihrem zweiten Album Alltag und Zeitgeist. Die zwölf Songs führen den Weg ihres Debüts weiter, gehen textlich aber auch tiefer. Statt sich neu zu erfinden, baut sie den eigenen Sound weiter aus und spitzt die Kanten. Heute Abend tauft sie die Platte, zusammen mit Bandit Voyage im Support. von Mirco Kaempf
Taranja Wu - All Messed Up Plattentaufe
Der Titel All Messed Up beschreibt für Taranja Wu nicht nur eine Welt, in der vieles aus dem Gleichgewicht geraten ist. Es geht auch um innere Zustände und widersprüchliche Emotionen. Auf die Frage, ob das Album eher pessimistisch oder optimistisch sei, antwortet sie: «Ich würd sagen, es ist beides.» Für Pessimismus gebe es derzeit genug Gründe. «Und gleichzeitig können wir trotzdem tanzen und trotzdem lieben und trotzdem Freundschaften haben und das Schöne sehen.» Das eine müsse das andere nicht ausschliessen.
Auch musikalisch lässt sich das Album nicht auf eine einzige Stimmung festlegen. Taranja Wu greift Einflüsse auf, die sie geprägt haben, und verbindet sie mit eigenen Texten. Diese seien im Vergleich zum Debüt mutiger geworden: Sie traue sich, Dinge auszusprechen, hinter denen sie sich früher vielleicht noch versteckt hätte.
Trotz aller Widersprüche bleibt Tanzen ein zentraler Gedanke. Schon rund um ihr erstes Album Dance with Taranja Wu gehörte die Aufforderung dazu. Für All Messed Up gilt sie genauso: «Tanzen ist nicht nur erlaubt und erwünscht, sondern Tanzen ist Pflicht.» Manchmal sei alles durcheinander – das Tanzen könne helfen, es wieder aus dem System zu bekommen.